Skip to content

G20, Sprechen, Kommunikation und wie es sein könnte

Was ist besser Reden oder Randale?

Unbestritten ist es besser miteinander zu sprechen, selbst verbales Streiten ist im Prinzip besser als alle anderen Alternativen: Kampf und Krieg. Wenn sich Gruppen gegenseitig abgrenzen und sich ausschliessen, werden sie Aggressivität und Gewalt wird immer leichter akzeptiert bis sie „ganz normal“ wird – schliesslich sind die anderen selber Schuld.

Interessen und abstrakte Ziele werden dann zum Alleinstellungsmerkmal, zum Kennzeichen der eigenen Gruppe und das der Anderen zum Kainsmal – hat man die eine verdrängt, dann findet oder macht man sich schnell einen neuen Feind, denn ohne Alleinstellung, kann man auch nicht aus und für die Überzeugung kämpfen. Die Motivation des Einzelnen wird im Ränkespiel der Macht zum Mittel zum Zweck. Der „schwarze Block“ bzw. alle aggressiven und gewaltbereiten – evtl. die Gewalt Erwartende oder auf sie Setzende schliesst „die“ anderen aus.

Anders herum dürfte das aber auch zutreffen – da diese die „Stärkeren“ sind, ist das besonders schwerwiegend, denn dem Stärkeren sollte klar sein, dass er letztlich alleine einer Masse gegenübersteht. Es mag für viele ein Nervenkitzel und Reiz an sich darstellen, die Massen führen, letztlich wie Marionetten an der Nase herumführen zu können – doch es ist auch klar, wie das endet: Entweder er hört von selbst damit auf oder es wird von den anderen beendet werden. Das ist wie ein Rodeo: Es geht nur darum, wer sich wie lange auf dem Hengst oder Stier hat halten können, vielleicht noch um eine Sondernote für den Abgang z.B.: Hat er überlebt? Letztlich ist das aber egal, Hauptsache ist für solche Leute, dass sie es in die Annalen, in die Geschichtsbücher geschafft haben.

Beide Seiten haben die Gespräche abgebrochen. Was die Randalierer – ausser Randale – wollen, weiss ich nicht. Insofern ist die Randale für mich nicht einmal nachvollziehbar. Warum lässt man sie nicht zu Wort kommen? Wollen sie das überhaupt? Ich weiss es nicht.

Was wollen die Anderen, die „Starken“, die Ansager und Einpeitscher?

Wirtschaft, in einem sehr engen und unguten Sinn.

Wie soll ich das verstehen?

Wirtschaft ist ein gesellschaftliches Phänomen. Bei Gesellschaften dreht es sich um Gruppen und wie diese organisiert werden sollen. In Sachen wirtschaftliche und gesellschaftliche Organisation stehen wir so ziemlich am Anfang und haben seit jahrtausenden nicht wirklich etwas dazugelernt.

Wie „Am Anfang“?

Jeder kennt die Situation: Wenn etwas Neues aufkommt, dann steht man eine Weile wie der Ochs vor dem Berg vor diesem Unfassbaren, bis man sich der Sache annimmt und in langen „Versuchsreihen“ die Sache zu verstehen versucht, mit der Zeit gelingt das immer besser, zum Schuss weiss man dann gar nicht mehr, wie es ohne das noch gehen sollte. Leid, Neutralität, Integration heissen deshalb auch diese Stufen, die Neues durchläuft – aus der Sicht des Erlebenden. Die Gesellschaft erlebt das beim Thema Spezialisierung der Mitglieder oder „Jeder macht das, was er am besten kann“.

Aber das ist doch gut!?

Sicher, doch wie werden die Güter verteilt? Man entschied sich für das Tauschen, für eine Art von Geldwirtschaft. Alternativen gäbe es zu genüge, aber die Angst zu-kurz-kommen-zu-können zwang die Entscheidung in Richtung Geldwirtschaft. In der gerade gegebenen Definition ist das typisch für eine Gruppe, die mit dem Thema noch nicht ganz zurechtkommt. So gesehen ist das eher schlecht.

Dann also: Was tun?

Das Motto ist: So schnell wie möglich aus dem Leid durch die Neutralität in die Integration. Dann sollt man für eine Weile stehenbleiben bevor es mit dem nächsten Neuen von vorne beginnt.

Und konkret bedeutet das?

Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre zu verstehen, wie (Geld-)Wirtschaft funktioniert: Solange der Rubel rollt (und es nicht zu viel oder zu wenig davon gibt (aber das könnten wir steuern)), solange funktioniert die Wirtschaft. Es ist OK, wenn jeder gewisse Rücklagen bildet, schlecht ist es aber wenn Geld gehortet wird. Wer um diese Forderung herum eine Wirtschaft konstruiert, kommt auf Lösungen wie sie im Blog unter den Stichworten SynErgy, IvaP und den 150er gegeben wurden.

Und konkret für die Globalisierung?

Man sollte nicht vergessen, dass es mehrere Entwicklungsstufen bei der Wirtschaft gibt. Es gibt in der Wirtschaft grundsätzlich lokale, regionale, überregionale und / oder internationale Interessen. Wir versuchen alles durch die Globalisierung zu ersetzen – der Fehler ist einfach, dass man es sich zu einfach macht, denn die anderen Faktoren gibt es weiterhin und die Globalisierung kann diese auf Dauer nicht bedienen. Mit anderen Worten: Nur die Globalisierung allein schafft es nicht.

Was braucht es parallel zur Globalisierung?

Wer den lokalen und regionalen Markt globalisiert, der verliert wichtige Impulsgeber und an Flexibilität. Jede Region sollte die Wirtschaft so aufbauen, dass die Region im Fall des Falles sich anfangs minimal später dann stabil selbst versorgen kann und lokale Eigenheiten pflegen. Diese können auch zu einem Exportgut und damit in der Globalisierung eine Rolle spielen bzw. zu einem Alleinstellungsmerkmal werden, das z.B. Tourismus fördert.

Zudem sollte Dezentral wichtiger werden. Der Grund ist einfach: Man kann Automation dazu nutzen, den Gewinn zu maximieren und die Vielfachheit zu minimieren oder man kann die Automation dazu nutzen, viele unterschiedliche bis individualisierte Produkte automatisch und damit auch schnell und kostengünstig zu produzieren. Der nächste Schritt ist schlicht: So viele Produkte wie möglich vor Ort und so frei gestalt- und wandelbar wie möglich zu machen, damit die Produkte flexibel bleiben, Innovationen umgesetzt werden und die Arbeit vor Ort planbar und kontinuierlich bleibt. Es soll aber auch eine gewisse Konkurrenz geben, um die Qualität zu heben und Monopole zu erschweren.

Aber werden dann die Produkte nicht sehr viel teurer?

Das kommt wieder darauf an, wie es gemacht wird. An der Arbeitskosten liegt das dann aber nicht, denn die sind ortsüblich hoch und damit neutral. Zudem können bestimmte (Teil-) Produkte zentral hergestellt werden, welche das sind wird sich ständig ändern. Auch hier wird auf Flexibilität durch Vielfältigkeit gesetzt. Wie gesagt: Es gibt alle Märkte, der Fehler heute ist, dass wir alles globalisieren wollen, statt die Technik zu nutzen um eine echte Wirtschaft herzustellen.

Mit SynErgy, IvaP und den 150er kann das erreicht werden. Machen wir so weiter, dann gibt es weiter nur „Heere statt Menschen“ und „Interessen statt Leben“, dann bleiben wir auf dem Level Kampf und Krieg hängen, dann romantisieren wir weiter den Tod, den Held und den Gewinner, dann bleiben wir auf dem Level „Ritter und Einzelkämpfer“ hängen – wider besseres Wissen und Wollen.

Aber was würde sich ändern?

Wirtschaft schafft Überfluss. Der wird auch benötigt, um für den Fall des Falles gerüstet zu sein. Das braucht aber nicht ins Unendliche zu wachsen und es braucht auch keinen Wettkampf zwischen reich und reicher. Wenn sich etwas ändert, dann sind genügend Ressourcen in der Gesellschaft und die Gesellschaft flexibel genug, um sich anzupassen statt sich dagegen zu stemmen und den Kopf in den Sand zu stecken.

Ganz was anderes: Kann man mit Computern arbeitsteilig arbeiten?

Wir machen das heute schon den ganzen Tag – egal ob wir es bemerken oder nicht. Die Frage hinter der Frage dürfte sein, ob wir es vertragen, wenn Computer immer mehr oder vielleicht alle Arbeit übernehmen? Auch das ist eine gesellschaftliche Frage, in diesem Fall wird sich einiges tun; tun wir das nicht, dann kann man sich zwar einreden, dass doch alles gut geht, ist letztlich aber in der Situation dessen, der vom Hochhaus fällt und im dritten Stock sagt, dass bislang alles gut gegangen ist.

Und welche Änderungen werden das sein?

Bislang gehen wir davon aus, dass Gesellschaften statisch sind, über die Zeit hinaus andauern und das einzig wahre Gesetz gefunden zu haben. Auch unsere Gesellschaft denkt das. Im Neutralen Bereich, sind Gruppen zumindest durchlässig und es ist recht normal die Gruppe zu wechseln. In der Phase der Integration dann können wir mit unseren Zugehörigkeiten und Gruppen virtuos umgehen. Der grosse Unterschied ist: Wenn Gruppen heute denken, sich abgrenzen zu müssen und mit Härte anderen eintrichtern zu müssen, wie sie sich zu verhalten haben und Gewalt dafür wie auch für den Ressourcenkampf ein adäquates Mittel sei, dann werden dann die Menschen ihre Gruppe gut kennen und andere Gruppen für ganz interessant halten, man redet miteinander und man tauscht sich aus, alle wachsen und lernen bauen sich gegenseitig auf und helfen weiter, dann sind die Menschen wichtig, dass es da irgendwo im Hintergrund noch Gruppen gibt, stimmt zwar, diese sind aber nur Hilfsmittel statt „die ganze Welt und der ganze Himmel“.

Muss es unbedingt SynErgy, IvaP und die 150er sein?

Nein, irgendwie ähnlich wird es wohl losgehen bzw. wird die eine oder andere Phase dem recht nahe kommen, aber prinzipiell sind diese Vorschläge nur Vorschläge, das kann man gestalten, das muss man auch nicht in Geld und Macht umrechnen – darüber würde dann nur der Kopf geschüttelt werden.

Summa Summarum

In letzter Zeit waren es überwiegend wirtschaftliche Thema und die Umsetzbarkeit von den Ideen, die hauptsächlich diskutiert wurden. Zur aktuellen Entwicklung halte ich mich gern etwas zurück, denn in Wahlkampfzeiten ist so viel Unsinn zu kommentieren, dass ich aussuchen müsste, und dann kommen immer diese Beschwerden, warum er denn nicht „ausgesucht“ wurde. Die Eitelkeiten häufen sich in solchen Zeiten – da halte ich mich gerne raus.

Hier, was es diesmal zu Sagen gab:

Rechnen sich SynErgy, IvaP?

Ja. Wie? SynErgy verkauft Energie, IvaP reduziert die Kosten für die Produktion und schafft viele Arbeitsplätze durch die Umstellung, die Individualisierung und die ständigen Optimierungen.

Rechnen sich das BGE?

Das BGE ist keine Idee des Blogs, das gibt es schon immer, hier wurden nur die Möglichkeiten der Finanzierung diskutiert, über das BGE selbst halte ich mich lieber zurück, denn es kommt schlicht darauf an, was erreicht werden soll und wie es gemacht wird.

Es kommt auf die Ziele an, weil der Kapitalismus immer zu einer Situation führt, in der einige wenige über nahezu das gesamte Geld verfügen und die anderen nichts haben, aber auch die Idee vom schlanken Staat tendiert dazu, wieder andere wollen es, um allen die bedingungslose Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Es gibt noch viele andere Gründe, gute und schlechte. Wichtig ist aber nur, wie es gemacht wird – denn einfach wird es nicht das gut zu machen und die Lösungen zu kommunizieren.

Warum ist das so schwer?

Aktuell vor allem deshalb, weil nicht klar ist, wie es gemacht werden soll und was damit erreicht werden soll. Sagen wir: Weil es aktuell eine unscharfe Aufgabe ist. Aber selbst wenn das geklärt wäre, dann ist das eine Sache, die von allen mitgetragen werden müsste, und niemand nachzockt. Da das aber sehr oft der Fall ist, droht von der anderen Seite die Gefahr das Ganze absolut sicher zu machen, bei solchen Gelegenheit wird schnell überreguliert.

Also wegen dem grundsätzlichem Warum, Wie und „ob es all mittragen“?

Ja.

Aber würde es sich rechnen?

Es kommt darauf an, was erreicht werden soll und wie es umgesetzt wird. Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann gerechnet und ein Fazit gegeben werden.

Welche Form würdest Du wählen?

Ich denke, dass ein gut gemachtes BGE viele weitere Änderungen voraussetzt. Denn in einer reinen kapitalistischen Umgebung wird es schnell entweder zum Kassenfüller der wenigen Grossen oder zu einer minimalen Grundversorgung. Beides verfehlt das eigentliche Ziel.

Welches Ziel wäre das?

Dass jeder genug zum Leben in der Gesellschaft hat.

Und die Schwierigkeiten?

Wie hoch ist der konkrete Betrag? Wie bedingungslos ist es tatsächlich? Und sollte es nicht Anpassungen an die lokale Situation geben? Diese technischen und konkreten Fragen werden gerne vor der grundsätzlichen Frage gestellt, in der Hoffnung, dass sie als KO Kriterien offen bleiben. Dazu kommen Fragen wie: Wie reagiert der Markt? Wie reagieren die Betroffenen? Was wollen wir damit erreichen?

Und wie reagiert der Markt darauf?

Er könnte sagen: Der Kuchen ist grösser geworden, die Preise gehen rauf. Dieser absehbaren Effekt kann abgemildert werden, indem nur wer weniger verdient, das Geld ausbezahlt bekommt, damit reden wir auch über wesentlich kleinere Beträge.

Wenn dagegen alle einen bestimmten Betrag bekommen, dann wäre das zwar definitiv „bedingungslos“ und „für alle“, doch wie würde das ausgeglichen? Sinken dann die Löhne und die Renten um diesen Faktor? Und würde diese Anpassung zum Erhalt der Geldmenge nicht wieder zu versteckten Lohnkürzungen genutzt werden.

Und wie verhalten sich dazu die Vorschläge des Blogs?

Es wurde nur die EZB Lösung vorgeschlagen, das jedermann eine bestimmte Summe monatlich als Kredit auszahlt, den dieser durch seine Tätigkeiten in diesem Monat zurückzahlt. Das Geld würde wie eine Lohnerhöhung wirken, die Nachfrage erhöhen und die Märkte beleben. Es kann aber auch verpuffen, z.B. wenn die Verkäufer der Meinung sind, dass der Kuchen grösser wurde und sie deshalb die Preise erhlhen.

Woran hapert es noch?

An vielen Definitionen und konkreten Vorschlägen. Aktuell kann sich jeder eines zimmern und seine eigenen Interessen damit verfolgen.

Also ein grundsätzliches Ja?

Wenn die Umsetzung stimmt, ja.

Wie wirkt sich IvaP auf den Kapitalismus aus?

Die negativen Seiten würden eingehegt, die positiven gestärkt werden.

Wie kommt das?

Statt dezentral in riesigen, vollautomatischen Fabriken immer dieselben, einheitlichen Produkte herzustellen und lieber den Kunden an die alle glücklich machenden Produkte anzupassen; statt die Produkte an konkrete Bedürfnisse des Marktes, wird in vielen, kleineren aber dezentralen Einheiten ständig optimierenden und die Bedürfnisse der Kunden erfüllend individuell gearbeitet werden. Individuelle Ideen können auf zwei Arten finanziert werden: Man setzt auf eine massenhafte Nutzung oder man lässt sich seine Arbeit direkt bezahlen. Letzteres kennen wir gut, denn das ist das, was wir gerade machen – das sollten wir nur noch vereinzelt tun.

Woran leidet die aktuelle Wirtschaft?

Daran, dass wir versuchen alles zentral zu regeln.

Also nicht am Kapitalismus?

Er ist nur ein Teil der aktuellen Umsetzung des Konzepts Geld- „Wirtschaft“ und wird auch gerne zur Begründung des „edlen und ewigen Kampfs“ angeführt. Sieht man sich jedoch die ersten Definitionen an, dann steht dort klar im Vordergrund, dass der Einzelne – schon aus Egoismus – ein Interesse daran hat, die Probleme anderer zu lösen, um Geschäfte machen zu können. Das kann altruistisch genannt werden.

Ist der Kapitalismus dann gut?

So gesund wie jede Form des Wirtschaften – man handelt sich immer auch Ärger ein. An der Stelle bitte nicht vergessen: Es gib nicht den Kapitalismus. Es gibt viele und es gibt mehrere Gegenpole, letztlich sind sie alle nur wirtschaftliche Konzepte und alle diese Konzepte können konstruktiv oder destruktiv umgesetzt werden. Das, was allgemein unter „Kapitalismus“ verstanden wird, ist gruppendynamisch im „leidenden WIR“ angesiedelt und diese Effekte wirken wesentlich stärker als das wirtschaftliche Grundkonzept.

Ein Beispiel bitte.

Nehmen wir wieder den Egoismus als Beispiel: Der Kapitalismus geht davon aus, dass, wer sich egoistisch verhält nur dann erfolgreich sein kann, wenn er auf die Bedürfnisse anderer eingeht und deshalb neue Lösungen bringt, die für sein Produkt sprechen. Leitet man aus der simplen Aussage: „Egoismus lohnt sich nur, wenn man altruistisch wird“ ab, dass sich Egoismus und der eigene Vorteil immer oder zu einem grossen Teil zum Vorteil aller werde, weil z.B. Geld in die Region kommt, dann hat man die Aussage nicht verstanden. Stellt man die Gegenfrage: Wo ist das ausgerufene Ziel, der Altruismus? Dann bekommt man zur Antwort: Anderweitig beschäftigt. Fazit: Themaverfehlung.

Jetzt mal ehrlich: Egoismus und Kapitalismus passen nicht zusammen?

Per ursprünglicher Definition nicht. Jede Wirtschaftsform ist eine Organisation einer Gesellschaft – viel Egoismus verträgt sie nicht, denn dann wird die Zahl der Produkte und Innovationen immer kleiner, dann werden Märkte stagnieren, kumulieren und zum Monopol und damit für alle anderen uninteressant. Werden diese Märkte evtl. noch politisch geschützt oder geschont, schadet man wieder dem Markt, dann fehlen Ideengeber und damit auch Innovationen in anderen Märkten, ergo wird dieser Markt in Zyklen mit steigenden Amplituden gezwungen. Macht man das lange genug, dann kommt es zur Katastrophe.

Rettet uns dann der Marxismus oder die Linken?

Weder Marxismus noch Lenin oder sonst einen Vertreter der sogn. Linken, habe ich gelesen. Deshalb möchte ich mich dazu nicht äussern. Gelegentlich habe ich etwas über diese Texte gelesen und dort erfährt man, dass „wer das Kapital liest, liest viel über den Kapitalismus aber wenig bis nichts über Sozialismus, Kommunismus usw.“.

Was kann uns retten?

Es gibt grundsätzliche Regeln des Wirtschaften. Wenn eine Gesellschaft sich grundsätzlich in einer Wirtschaftsform organisieren will, dann sollte sie sich an diese Regeln halten, dann gibt es sehr viel länger Zyklen mit weniger starken Ausschlägen.

Wie könnte sich die Gesellschaft ohne Wirtschaft organisieren?

Es gibt viele bekannte Formen, nicht alle sind besser. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass man irgendwann (falls der Mensch dieses Stadium erreicht) einmal ohne Geld auskommt und seine Arbeit macht statt darauf zu schauen, dass man ja nicht zu kurz kommt oder mit möglichst wenig Aufwand möglichst hohe Gewinne einfährt.

Zurück ins Jetzt: SynErgy, wie finanziert sich das?

SynErgy ist in der komfortablen Situation, dass es Energie verkaufen kann, dafür finden sich Investoren. Zum anderen dadurch, dass die Staatsausgaben auf Dauer sinken, weil viele hoheitliche Aufgaben mitfinanziert werden zumindest billiger werden und der Staat an den Einnahmen partizipiert – SynErgy finanziert nicht nur sich selbst, es ist eine Möglichkeit die Gelder der Finanzmärkte für ein paar Runden wieder in den Realmarkt zu bringen und die Staatsfinanzierung neu aufzustellen.

SynErgy zusammen mit IvaP?

IvaP reduziert durch dezentrale Produktion und weltweiter Ideenweiterentwicklung die negativen Seiten des aktuellen Systems und SynErgy liefert einen kosteneffektiven Staat, Mobilität und die Energie dazu sowie ideale IvaP Produktionsstandorten bei den Knotenpunkten und initiiert neue Produktions- und Arbeitsprozesse, das kurbelt zusammen mit der allgemeinen Verbesserung der Infrastruktur den Innovationsmarkt und den Ideenreichtum der Menschen wieder an, weil es sich nun wieder lohnt, sich anzustrengen.

SynErgy und das bedingungslose Grundeinkommen?

Das BGE kann den Staat schlanker machen (das kann gut oder schlecht sein), die Mitarbeiter unabhängiger machen und damit z.B. sich zusammen mit IvaP positiv auf die Innovationen auswirken – aber all dies nur unter einem grossen Vorbehalt: Wenn man es gut macht.

Zum Schluss noch die 150er, wo helfen die?

Sie können die Prozesse und Entwicklungen unterstützen vor allem, weil sie das Dezentrale und die Individualisierung sowie die Innovationen unterstützen aber auch das Gruppenbedürfnis und -verhalten der Menschen an den positiven Punkten stärkt und an den negativen Punkten schwächt.

Was ist Dein allgemeines Fazit?

Der Blog hat seine Aufgabe erfüllt und Alternativen aufgezeigt und Denkanstösse geliefert, angeblich sogar eine Änderung in Stilfragen initiiert – insofern hat sich etwas getan und vielleicht kann mit einem Blog auch nicht mehr erreicht werden. Es wurde aber etwas bewegt. Evtl. genügend.

Wie war das nochmal?

Eine Schülergruppe hatte vor einiger Zeit einen Post analysiert und mich dazu befragt. Dieses Auseinandernehmen eines Textes, den man selbst mühselig zusammengebaut hat, war damals ein surreales Erlebnis. Ein weiteres Interview kündigte sich an und ich war – gespannt.

Ist es aufwändig tagespolitisch zu bloggen?

Gut informiert zu sein mag dabei helfen, vor jedem Post sind die jeweiligen Fakten zu bestätigen – diese Recherchen können recht aufwändig werden, manchmal sind sie von einer Privatperson praktisch nicht zu leisten, weil ein einfacher Bürger selten Einblick in aktuelle Themen gewährt

wird.

Die Recherche kann aufwändig sein – aber das Schreiben selbst?

Wer weiss, was er Schreiben will, steht noch vor der Frage Wie er es schreiben will. Es gibt Tipps, zu dem Wie, z.B.: Ein Beispiel aus dem Alltag der Zielgruppe, führt in das Thema ein, danach wird das Delta zwischen Beispiel und konkreter Situation herausgearbeitet, Die Krux dabei ist, dass es wieder zu Recherchen führen kann, um das Alltagsbeispiel der Zielgruppe zu finden.

Gut – noch mehr Recherchen. Aber das Schreiben selbst?

Manchmal läuft es wie von selbst, manchmal braucht es mehrere Anläufe – und öfter leidet man zwischendrin unter der Qual der Wahl: Welchen Weg soll man gehen? Ohne Gesamtkonzept und Plan kann das zu einer Never-ending-Story werden.

Wie macht man so ein Konzept?

Zum Konzept sollte man genau wissen, was konkret und was nebenbei gesagt werden soll. Am einfachsten zu verstehen ist das, wenn man es mit einer Komposition vergleicht: Was ist Thema, was ist Variation und was thematisiert die Variation, was wird indirekt angesprochen? Auch das, was nicht gesagt und / oder angesprochen wird, ist wichtig. Der Rest ist dann Brücken zwischen den Aussagen und unter Berücksichtigung der Intentionen zu bauen.

Werden alle Posts so „konstruiert“?

Im Prinzip läuft es meist auf das heraus – nur in den wenigsten Fällen schreibt es sich, wie geschmiert, meist ist es harte Arbeit, besser wäre es, wenn man es gleich konstruieren könnte, aber bevor dieser Moment erreicht wird, werden häufiger mehrere Anläufe benötigt – oder die Ideen kommen während dem Schreiben und ändern den Text wieder und wieder. Dann bleiben gerne Fehler zurück, wie falsche Zeiten, Artikel und fehlende oder falsche Teile. Sie entstehen, weil nicht immer konkret unterschieden werden kann, zwischen dem was man hat schreiben wollen und was man geschrieben hat. Dieser Effekt kann über Tage anhalten – ohne Lektor oder andere Hilfe ist das dann sehr langweilig, selbst eine Ablenkung mit anderer Arbeit verkürzt den Prozess kaum.

Also Schreiben kann fliessen, aber die Vor- und Nacharbeiten bremsen gelegentlich?

Richtig. Recherche und Qualitätssicherung kosten gelegentlich mehr Zeit als das Schreiben selbst. Das ist dann wie in den meisten anderen Fällen im richtigen Leben.

Und wie kommt es zu den Themen, die im Blog besprochen werden?

Die tagesaktuellen Themen kommen von aussen, zumindest ich habe darauf keinen Einfluss, ich kann nur entscheiden, ob ich das Thema aufgreifen will. Die meisten anderen Themen kommen aus mehr oder weniger zufälligen Gesprächen, die ich geführt habe oder die mir berichtet wurden und gelegentlich werden auch Themen, die einem Chat diskutiert wurden, sie werden oft nur schnell zusammengefasst – und können für Dritten (am Chat nicht Beteiligte) schwer verständlich sein, weil sie gerne recht kompakt werden.

Woran liegt das?

Solche Chats laufen zum Teil über Monate, werden immer wieder aufgegriffen und ändern sich gelegentlich. Der Post ist oft geradezu lächerlich kurz gegenüber den Unterhaltungen, die nicht einfach vorgefunden werden, sondern aus vielen Chats zusammengesucht werden. Der erste Post (SynErgy) war eine Zusammenfassung meiner Zusammenfassung, wie denn ein Gesamtkonzept aussehen könnte. Mit den Worten „Damit das nicht vergessen wird“ wurden mir Blog und erster Post übergeben.

Und was passierte dann?

Dann habe ich das Ding erst mal nicht angerührt. Irgendwann wollte ich dann wissen, ob ich das handwerklich könnte und versuchte mich daran Themen wie Geld und Wirtschaft zu versuchen – weil man als Wirtschaftsinformatiker unter lauter Technikern gern darüber ausgefragt wird. Dann sollte ich weitere Zusammenfassungen von Chats online stellen und es wurden Fragen speziell für den Blog aus dem Chat an mich gestellt.

Und der Blog selbst?

Der hat alle Jubeljahre man ein Highlight – dümpelt offiziell aber vor sich hin. Allerdings werden die Texte auch im Chat (der gelegentlich mehrere tausend Mitglieder hat und – unkontrollierbar – wird er anderweitig verbreitet. Wie weit das geht, wurde mir erst klar, als ich von den Recherchen eines Sprachwissenschaftlers erfuhr, der zu bestimmten Stil- und Themenänderungen in der Journaille arbeitete – und dabei auf mich als Quelle traf.

Macht das einen stolz?

Nachgemacht zu werden ist ein schönes Kompliment – mehr aber nicht, denn „nachmachen“ ist eine handwerkliche Übung, die in Satire und anderswo zur Kunstform werden kann, ansonsten aber gehören solche handwerkliche Übungen nicht veröffentlicht. Wenn das passieren kann, ist es eher ein Zeichen, dass sich diese Berufe von diesen Qualitäten aus irgendeinem Grund distanziert haben – sicher nicht zum Vorteil ihres Berufes.

Und wie denkst Du darüber?

Wer auf relevante Qualitätsmerkmale verzichtet – der wird hoffentlich gute Gründe haben. Wenn ein absoluter Laie in der Lage sein sollte, auf einem bestellten Acker derartige Ernte einzufahren – das kann vielfältig interpretiert werden, diese Interpretationen grenzen aber an Spekulationen. Lassen wir das hier.

Und wie denkst Du über Wirtschaft – grundsätzlich?

Nach dem WERDEN ist Wirtschaft eine temporäre Erscheinung im Kontext der Gruppendynamik. Für den Menschen geht es dabei seine Ängste bezüglich eine ansonsten eher organisatorischen Frage: „Wie klappt die Zusammenarbeit von vielen bis allen Menschen – wie kann man das machen?“ Im weitesten Sinn reduziert sich Wirtschaft nur auf diese Frage – und kann vielfältig beantwortet werden. Aktuell machen wir das mit einer Mischung aus Tauschhandel und Kampf.

Was könnte man besser machen?

Ein erster Schritt wäre mehr auf Kooperation statt auf Auseinandersetzung zu setzen.

Wie kann man das machen?

Indem man gleichzeitig in zwei entgegengesetzte Richtungen geht: Kleine Gruppen arbeiten und organisieren ihren Alltag gemeinsam, bilden für grössere Arbeiten temporär grössere Gruppen, dabei halten sie bestimmte allgemeine Regeln ein. Die 150er und IvaP unterstützt von SynErgy zeigen, wie das gemacht werden kann.

Was ändert sich?

Gesellschaftlich und wirtschaftlich nur, dass jeder sich auf das konzentrieren kann, was er wirklich kann – und auf Änderungen agieren kann. Rechtlich, dass die Idee des einen zu Ideen bei anderen führen können, die der initialen Idee einen angemessenen Obolus zahlen – das kann heute digital verwaltet werden, lediglich was „angemessen“ ist, ist zu verhandeln. Für alle anderen gilt, dass sie sich jeden Tag einbringen können und täglich in kleineren Einheiten ihren Beitrag leisten.

Und was unterscheidet diese Art zu wirtschaften von der aktuellen?

Aktuell wird Wirtschaft vom Kampf dominiert. Wirtschaft lebt von Innovation und Bewegung, Kampf führt wirtschaftlich zur Stagnation – unsere Art zu wirtschaften führt regelmässig in eine Situation, in der das Geld an wenigen Stellen kumuliert. Mit anderen Worten: Wenige haben viel, viele haben wenig. Das führt entweder zu Unruhen oder dazu, dass alternative Währungen geschaffen werden. Wer auf dem alten System bestehen will, kann das nur mit Gewalt erreichen. Es ist also nur eine Frage wer wann beginnt. Dass es beginnt, das zeigt die Geschichte mehrfach – wir spielen das Spiel seit mehreren tausend Jahren.

Aber gab es nicht grosse Reiche über viele Jahrhunderte?

Sicher – und wie wirtschafteten die? Über die meiste Zeit war es Hofwirtschaft und Sklavenhaltung. In der Hofwirtschaft interessiert sich für Geld nur der Hofbesitzer – und wechselt der, dann kümmert das die Leute auf dem Hof nicht viel, denn sie haben ihre Arbeit zu machen. Auch Sklaven werden nur verköstigt etc. und kümmern sich nicht ums Geld. Gezeigt hat sich aber immer: Wenn Leute sich ums Geld kümmern können, dann wollen sie auch bei politischen Fragen mitreden können. All diese Völker wählten sich dann Leute, denen sie in einem bestimmten Punkt folgen werden (sie bilden Gruppen), meist beginnt es temporär (z.B. wer soll die Zusammenkunft leiten? Was besprechen wir? Wer leitet welche Arbeitsschritte?) dann gewinnen einige Geschmack an der Macht und von nun wird alles zu einem Instrument der Macht – im WERDEN ist das eine klassische „leidendes WIR“ Situation.

Langer Rede kurzer Sinn: Dass damals um das Geld gekämpft wurde, kümmerte wenige, weil sich wenige ums Geld kümmerten. Heute sind alle in die Wirtschaft eingebunden – die Situation ist eine ganz andere. Dennoch versuchen wir sie nach den ältesten, eigentlich längst überwunden geglaubten Regeln (spielen nicht Kinder Ritter?) zu gestalten, weil uns gesagt wird, dass Wirtschaft nur so gehen kann. Aber mal ehrlich: Leben wir noch in einer Hofwirtschaft? Ist Wirtschaft heute immer noch ein Werkzeug der Auseinandersetzung? Oder brauchen wir nicht eine stabile und florierende statt eine eruptiven weil ereignisorientierten Wirtschaft?

Und wie geht das?

Hier wird nur auf die 150er, IvaP und weitere Themen im Blog verwiesen – um zu zeigen, dass es gehen kann und um eine Lösung zu liefern. Es gibt aber viele andere – in der schieren Zahl der Möglichkeiten könnten wir ertrinken.

Warum redet keiner darüber?

Es gibt viele, die darüber reden – nur ein enger Kreis weigert sich standhaft. Es sind die, die ganz zufrieden sind, mit dem was gerade ist. In der Regel sind das – sagen wir zweifelhafte Charaktere oder einfach nur Trittbrettfahrer, es zeigt sich aber auch, dass viele Fatalisten darunter sind. Und freilich die, die etwas ganz anderes wollen.

Und was wollen die?

Durch unüberlegtes aber gewinnbringendes Verhalten den schnellsten und grössten Gewinn machen, um damit angeben zu können.

Und warum ist das schlecht?

Eine destruktive Fixierung auf einen einzigen Stoff nennt man auch Sucht. Das Verhalten ist destruktiv gegenüber sich selbst. Es ist aber auch gegenüber anderen destruktiv, da Geldwirtschaft nur dann richtig funktioniert, wenn es fliesst und keiner ausgeschlossen ist. Ruhende Gewinne fehlen im Markt, was dazu führt dass: hat einer zu viel, hat ein anderer zu wenig. Mit anderen Worten: Wer sich so verhält hat keine Ahnung davon, wie Wirtschaft funktioniert – vielleicht hat er Ahnung von dem, wie Krieg funktioniert, aber von Wirtschaft? Wohl weniger.

Aber geht es Reichen nicht immer gut?

Sie tun gerne so, protzen jedoch nur mit Luxus – das ist keineswegs ein Indiz dafür, dass es dem Menschen gut geht, es ist nur ein Indiz dafür, dass er macht, was (er meint, dass) man von ihm erwartet, um Ansehen zu bekommen. Man sieht es auch oft an ihren Freunden, von denen sie genau wissen, dass sie sich früher oder später im Clinch mit ihnen wiederfinden werden. Rein geschäftlich natürlich – Freunde kann man schliesslich ersetzen oder kaufen.

Gibt es auch glückliche Reiche?

Das kann es geben. Ist aber recht selten. Man sagt, dass jeder nur Probleme mit dem Geld hat – entweder, weil er zu viel oder zu wenig davon hat. Nur wer gerade genug Geld hat, könnte danach glücklich sein. Meist sind „Reiche“ nur aufs Geld fixiert und dem, wie man das macht und zeigt. Denk selbst nach: Wenn Deine Welt auf ein Thema reduziert ist, wie glücklich kann das sein?

Aber sind Reiche nicht immer auch Erfolgreiche?

Mag sein, dass sie den einen oder anderen Erfolg eingefahren haben, dann haben sie einmal etwas geändert, bleiben dann aber dabei und wollen, denselben Erfolg wieder und wieder erreichen – mit immer weniger Einsatz und Mittel – und auf Kosten vieler anderer. Gesellschaftlich verarmen sie, weil sie bereits menschlich verarmt waren um diesen absoluten Wunsch zum Gewinnen erfüllen zu können.

Was läuft schief?

Der Mensch, der in einer konstruktiven Gruppe ist, bringt sich ein, dazu bracht er eine Gelegenheit, sich selbst kennenzulernen und zu lernen. Bildung ist eine notwendige Übung, die jedoch für alle Arten von Menschen zugänglich sein sollte – wer besser lernen kann, kann nur auf dem vorgegebenen Weg besser lernen als andere. Es geht aber nicht um den Kampf ums Lernen, sondern darum, dass Leute lernen sich (effektiv nicht nur scheinbar) einbringen zu können.

Mit anderen Worten: In einer konstruktiven Gruppe geht es konstruktiv zu, Reichtum, so wie er heute gemeint ist, ist gleich aus mehreren Gründen nur destruktiv: z.B. weil man auf Kosten anderer lebt – oder was glaubst Du, warum sie so gerne mit dem Finger auf andere zeigen, die angeblich Schmarotzer sind?

Also hast Du doch etwas gegen Reichtum?

Nein. Wenn wir aber über (Geld-)Wirtschaft reden, dann sollten die grundsätzlichen Regeln auch genannt werden: Nur wenn Geld fliesst, funktioniert Geldwirtschaft, wird Geld gebunkert, dann fehlt es dem Realmarkt. Der aktuelle Geldbunker ist heute z.B. der Finanzmarkt. Wenn also die Regeln der ersten Stunde gelten, dann sind es diese Sparstrümpfe, die kritisiert werden. Reichtum allein könnte vom Markt abgefedert werden. Übertriebener Reichtum zeugt nur von dominierten und damit schlechten Märkten und Wirtschaft. Sie sind ein Vorbote für stagnierende Märkte. Unsere Märkte wären sehr viel stabiler und innovativer, wenn Ansehen gesellschaftlich nicht käuflich wäre. Das Thema kann also auch auf ganz anderen Ebenen diskutiert werden – Reichtum ist nur ein destruktives Indiz für vieles.

Helfen will gelernt sein

„Soll anderen geholfen werden und wenn wie?“, diese Frage wird mir auf kleiner Flamme aber kontinuierlich gestellt. Anfangs war ich etwas irritiert, denn diese Frage stellt sich dem Menschen normalerweise nicht, er hilft aus einem Impuls und aus freien Stücken heraus.

Das kann an Kindern erkannt werden: Ab einem bestimmten Alter helfen sie von sich aus, wenn sie erkennen, dass jemand Hilfe benötigt. Sie hören damit nur auf, wenn sie mit dem Prinzip der Belohnung konfrontiert werden.

Geld, eher die Idee, dass alles gehandelt werden kann, stört diesen unmittelbaren Impuls.

Die Frage führt schnell in ganz andere Gefilde und das trotz der grossen Bandbreite, die dieser Frage innewohnt. Sie betrifft immer mindestens die Objektivität und Subjektivität zwei Personen – wissenschaftlich betrachtet wird die Frage schnell komplex bis chaotisch.

Dennoch kann auch in diese Frage eine Einführung gegeben werden.

Nicht jede Hilfe wird komplex. Bei „physischer“ Hilfe (z.B. bei „über sie Strasse helfen“, einen Krankenwagen rufen, wenn man eine verunglückte Person am Boden vorfindet, oder eine Navigationsfrage zu beantworten usw.) wird sie zur einfachen Interaktion, nur der Kontext kann komplex bis chaotisch werden.

Nahe an diesem Fall scheint die „Nebensatz“hilfe positioniert zu sein. Um sie leisten zu können ist jedoch Empathie, Menschenkenntnis und viel (Lebens- und Kommunikations-) Erfahrung nötig (oder eine riesige Gruppe, die gut kommuniziert).

Dem Impuls kann nicht gefolgt werden, wenn der Rahmen dessen, der helfen könnte, nicht ausreicht. Wenn nun Aktionismus aufkommt oder (sehr viel öfter) das eigene oder allgemeine Weltbild der Person übergestülpt werden soll, dann kann die gut gemeinte Hilfe schnell kontraproduktiv werden. In diesem Fall ist es meist besser, wenn man die Hilfe „delegiert“ indem einem, der das kann, die Sache übergeben wird.

So mancher meint nun, dass dieser evtl. Hilfe benötigende, psychologische Hilfe benötigen würde. Das ist jedoch nur selten der Fall. In den meisten Fällen, ist lediglich ein Tipp und etwas Mut bzw. Aufbauarbeit nötig.

Ob ein Mensch weiter weiss oder nicht, liegt oft mehr daran, ob er noch den Willen und den Mut hat, weiterzumachen – ein Mensch, der aufgegeben hat, kann alle weiter notwendigen und / oder sinnvollen Schritte / Techniken kennen und beherrschen, nutzt sie aber nicht.

Manchmal, weil sie ihm nicht einfallen (dann wird die Situation für ihn oft von anderen Momenten dominiert oder weil Gefühle (hier im Sinne von „nicht krankhaften Gefühlen“) ihn von der Aktivität abhalten bzw. in einer Schleife halten); manchmal, weil er die Situation als „gerecht“ einschätzt und jede Aktion von seiner Seite als eine Aggression gegen das Recht betrachten würde – dann lässt er es laufen, gibt max. zaghaft Antworten; manchmal, weil er jede Aktivität als unangebracht, übertrieben oder unrecht empfunden werden – dies passiert meist, wenn er sich das erste Mal in einer solchen Situation befindet und von sich aus kein adäquates Verhalten findet oder meint, dass die wenigen Mittel, die ihm einfielen, bereits verpufften (Siehe im WERDEN die erste Phase (ICH) Vermutung des Unbekannten, der Handlungsunfähigkeit, der Alternativlosigkeit etc.).

Die Nebensatzhilfe

In all diesen Fällen kann die „Nebensatz“hilfe effektiv sein. Wem auffällt, dass ein Mensch in einer solchen Falle steckt (das ist weit vor der psychischen Erkrankung und überfordert somit jeden, der das behandeln will – das führt meist nur zur Geldmacherei) und diese gut genug kennt, kann das Gespräch in eine Richtung führen, die ihm Gelegenheit bietet, in einem Nebensatz die Lösung fallen zu lassen.

Der Adressat hat die volle Bandbreite der Reaktionen zur Verfügung. Und der Sender wird oft genug attackiert werden, kann das aber meist mit dem Hinweis auf einen ungerichteten Nebensatz, auf etwas gerade Nebensächliches, das man gerne im Nachhinein im kleineren Rahmen diskutieren könne, beilegen.

Der Adressat lässt meist ab, wenn klar ist, dass er nicht direkt adressiert war bzw. korrigiert wurde. Der Hinweis wirkt jedoch – wenn man Geduld hat. Oft sucht der Adressat nach ein paar Tagen von sich aus das Gespräch, das in der Regel allgemein und theoretisch gehalten wird. Nun darf der Sender gerne selbst vom Thema abschweifen, den der Adressat wird sich dem eigentlichen Thema in einer Spirale nähern wollen, die Abschweifungen geben ihm die Gelegenheit dazu. In dieser Phase bleibt der Nebensatz das wichtigste Hilfsmittel, denn der Adressat bestimmt das Tempo, mit dem er sich der allgemeinen und theoretischen Lösung nähern kann und / oder will.

Der Sender kann indirekt auf das Tempo wirken, indem er mehr oder weniger oft, den Kern beiläufig anspricht. Doch nicht selten wird der Sender selbst derjenige sein, der überrascht wird oder etwas lernt, denn beim Meandern oder Spiralieren zum Kern, kann der Adressat zu einer Lösung kommen, die weit besser zu seiner Situation passt, als die, die der Sender als Kern sah.

Menschen sind unterschiedlich, ebenso die Situationen und da der Sender aufgrund seiner Erfahrungen die Lösung anbietet, die konkreten Parameter und Stellschrauben aber unterschiedlich sind, können sich unterschiedlichen Kernen bzw. Lösungen ergeben.

Wann funktioniert die Nebensatzhilfe?

Immer wenn es eine Alternative zu Tätigkeiten, Kommunikation oder Aktivitäten gibt. Alternativ kann im Grossen etwas ganz anderes oder, im Kleinen, eine Variante und alles zwischen diesen beiden Polen sein. Zudem funktioniert es auch gut als Überleitung oder zur Einleitung in etwas Neues oder Grosses. Sie kann unmittelbar oder indirekt eingesetzt werden. In der Rhetorik gehen die Stichworte von allgemeinen Fragen über rhetorische Fragen bis zur Suggestivfrage. Im WERDEN sind die Stichworte leidendes ICH, die erste Konfrontation mit dem neuen Thema und wie damit umgegangen wird (vom Ignorieren bis zur Verdrängung und dem Leugnen).

Wann funktioniert die Nebensatzhilfe nicht?

Wenn die Motivation eines Senders „geteiltes Leid ist halbes Leid“ (um ein eigenes Leid zu erleichtern) oder der eigene Vorteil das eigentliche Ziel ist, denn dann fällt der Adressat vom Regen in die Traufe. Das führt früher oder später dazu, dass er eine Stagnation bemerkt und wieder in der scheinbaren Hilflosigkeit landet – aus der ihm nun sehr viel schwerer heraus geholfen werden kann, weil es diesmal um eine Sammlung von mehreren Punkten geht.

Wenn der Adressat sozial eingebunden ist, dann ist es besser, wenn verschiedenen Personen die Nebensätze bringen. Das erhöht die Möglichkeit, dass einige Punkte durchkommen.

Grundsätzlich ist die Aufgabe nicht leicht. Dieses Vorgehen ist nicht für Jedermann geeignet und selbst wenn einer „es“ bei einem Thema kann, dann bedeutet das nicht, dass er es bei jedem Thema kann, denn immer ist es wichtig, dass der, der mit einem Nebensatz hilft, über die Sache selbstverständlich und glaubhaft als „bewältigbar weil selbst erlebt“ reden kann. Der Schwank aus dem eigenen Leben macht die Aussagen erst glaubhaft und das Meandern und Spiralieren um den Kern herum ermöglicht es dem Adressaten eine „Eigenleistung“ einzubringen, die ihm das Gefühl der Kontrolle zurück gibt.

Im WERDEN sollte darauf geachtet werden, dass jedes Level allein sein Weltbild als richtig (und oft auch als wichtig) erachtet, Fehleinschätzungen bei Menschen die auf einem anderen Level leben, sind dann an der Tagesordnung. Im WIR kommt dazu, dass Gruppen, die so agieren, meist in der missionarischen Phase sind und selbst Zwang, Druck und Folter bis hin zum billigend in Kauf genommenen Tod des „Ziels“ akzeptieren.

Hilfe als soziales Konzept

Neben dem Nebensatz gibt es weitere Hilfen, die sich alle im sozialen Konzept der Kommunikation wiederfinden: Zuhören, Lernen durch Weitergabe von Erfahrungen und Wissen und Sammeln von Alternativen zusammen mit der Bewertung derselben durch (non-) verbale Kommunikation usw..

Wer sich halbwegs sozial verhält, kann nicht anders und wird früher oder später helfen – ohne es gewollt oder bemerkt zu haben.

Dies ist auch der Grund, warum ich den Post so lange vor mir herschob: Mehrfach wurde mir gegenüber behauptet, dass ich Mitarbeitern in persönlichen Belangen geholfen und dass sich diese Dinge auch in Bewertungen und Leistung der Mitarbeiter niederschlagen hätten. Mehr als wie oben beschrieben und mit Mitarbeitern täglich ca. fünf Minuten zu kommunizieren und ihnen Arbeiten nach ihren aktuellen Möglichkeiten bzw. Bedürfnissen und diese im Sinne eines aufbauenden Trainingsplans zu vergeben, habe ich nie gemacht. Die Hilfe ergab sich aus dem Kontext und im Sinn des Arbeitsauftrags – es war rein geschäftlich und sollte nicht persönlich gesehen werden.

Vorbeugen statt Auflaufen-lassen

Diese Art von Hilfe ist vorbeugend konzeptioniert und funktioniert vorbeugend am besten. Wenn bereits von aussen bemerkt werden kann, dass ein Mensch Hilfe benötigt, dann sind bereits mehrere Dinge schief gegangen. Die Hilfe umfasst dann oft vielmehr Aufbauarbeit und Motivation als konkrete Prozederevermittlung.

Oft ist wohlgemeinte Gruppendynamik oder falsch verstandene pseudo- psychologische Unterstützung wie „künstlicher Aufbau von Leidensdruck um jemanden zu zwingen zu „lernen““ die Motivation. Meist sind diese „Hilfen“ nur ein Missbrauch der Technik um etwas anderes zu erreichen. Hilfe als bewusstes Mittel zum Zweck in diesem Sinn verpufft in den meisten Fällen oder hilft nur temporär und macht es für den Betroffenen letztlich schlimmer.

Pseudo-psychologisch sind diese Hilfen, denn, sieht man genauer hin, sind diese Hilfen eher gruppendynamisch begründet und die Hilfe wird meist nur vorgeschoben bzw. wird es zum Mittel zum Zweck. Dies fällt vor allem bei vielen Führungstechniken auf, wenn sie in diesem Sinn eingesetzt werden: Zu jeder Motivation gehört der persönliche Vorteil und der Gruppe (z.B. 72 Jungfrauen und der Vorteil, meist das Überleben, der Gruppe); zumindest der persönliche Vorteil ist dann meist nur vorgeschoben: z.B. tragen die 72 Jungfrauen, damit sie wiederverwendet werden können, Keuschheitsgürtel. Diese Gründe / Geschenke sind meist vergiftet – die Betroffenen sammeln negative Eindrücke und verlieren das Vertrauen in „die dort“.

Gruppen in solchen Situationen sind meist Gruppen, die Härten gegenüber anderen, oft ehemaligen Mitgliedern, verargumentieren wollen – sie suchen Ausreden für ihre Unredlichkeit. In der Regel tun sie das, weil sie der Meinung sind, dass ihnen irgendwelche Ressourcen fehlen würden, doch solchen Gruppen fehlt es immer an allen Ressourcen. Oft versuchen sie auch an Dingen festzuhalten, die bereits überholt sind, und sie tun weder sich selbst noch allen anderen einen Gefallen.

In der IT sind z.B. seit langer Zeit neue Arbeitskonzepte und Vorgehen nötig, die jedoch verweigert werden, weil sowohl die akademische als auch die Arbeitswelt hierarchisch organisiert sind und intern fasst alle Energien auf diese Hierarchie verwenden, statt in fachliche sachliche Leistungen.

Selbstdarstellung statt konkrete Leistung ist oft das eigentliche „Problem“ wenn Gruppen Dinge vorgeworfen wird, dass sie nur mit sich selbst beschäftigt seien und die Bedürfnisse aller anderen übersehen würden (oft kombiniert mit dem Festhalten an alten „Lösungen“ die nicht mehr greifen usw.).

In solchen Fällen werden Kriterien zum Verbleib in einer Gruppe deklariert, die oft rein äusserlich sind und sicher nichts mit echter Leistung oder Optimierung zu tun haben. An dieser Stelle ist nur noch zu sagen, dass das auch wirtschaftlich kontraproduktiv ist bzw. max. alte Claims schützt. Das kann das Unausweichliche verzögern, prinzipiell aber nicht lösen, den Wechsel zu gestalten statt sich gegen ihn zu stemmen wäre vernünftig – sich beleidigt auf den eigenen Claim zurückzuziehen ist auf die Dauer nicht hilfreich – und „Hilfen“, die auf diese Art motiviert sind, verstärken letztlich nur die eigene Misere und die Schwierigkeiten der Geholfenen. Man multipliziert die Schwierigkeiten statt sie abzubauen, man vergrössert sie, statt sie abzubauen, man schafft Neue, statt sie abzubauen. Konstruktiv und zielführend ist das nicht.

Reichen Reiche der Wirtschaft?

Wie war das: „Wirtschaft funktioniert ohne Reiche?“

Richtig: Solange der Geldfluss in Gang bleibt und alle sich darauf verlassen können, dass nur kurze „schlechte“ Zeiten zu überwinden sind, dann schaden Reiche sogar, weil sie ihren Reichtum, das Geld, aus dem Umlauf nehmen – wirtschaftlich ist das schlecht, bzw. beginnt es instabil und damit kompliziert zu werden. Tausende Jahre Erfahrungen zeigen, dass die Rechnung auf Dauer nicht aufgeht.

Was ist das nun? Neid-Populismus? Neoliberalismus-Bashing?

Nein, ganz einfache Wirtschaftstheorie aus der ersten Vorlesung. So, wie sie in jedem Lehrbuch zu finden ist. Es ist max. drastisch zusammengefasst – aber was ist zu erwarten, das ganze Gespräch, das wir geführt haben, findet sich in diesen Sätzen wieder. Ganz einfach gesagt: Solange das Geld fliesst, ist alles in Ordnung, kommt es ins Stocken, dann beginnen die Probleme. Nur Reiche können Geld im relevanten Umfang parken und damit den Geldfluss ins Stocken bringen – ohne Reiche wäre es leichter. Der Schluss ist trivial, denn er sagt dasselbe aus, ist nur umformuliert (und auf diesem Level ist der Schluss auch noch erlaubt). Ob er zu sehr vereinfacht, kann diskutiert werden.

Warum redet keiner drüber?

Neben weiteren handwerklichen Grundlagen beschäftigt sich das gesamte weitere Studium mit den Konsequenzen und Möglichkeiten, die daraus folgen – alles Dinge, die den Arbeitsplatz des Mitarbeiters schaffen und sichern. Am Ende des Studiums, sind viele der Meinung, dass es nichts anderes gibt – und irren sich dabei ohne es zu wissen, denn gelehrt werden Alternativen nicht. Und selbst wenn es einer weiss, kennt er sich nicht richtig damit aus, dass diese ungern darüber reden, ist nachvollziehbar. Doch ist das Thema bei weitem nicht so gefährlich, wie es oft erwartet wird, denn es würden sich auch diesmal einfach nur Konsequenzen und Möglichkeiten ergeben. Diesmal aber andere. Ein Wissenschaftler sollte andere Szenarien durchdenken können – oder er nennt sich in Zukunft einfach „Ritter der Wirtschaft für Reiche“, das wäre zumindest ehrlich, denn sie sehen sich selbst so.

Dagobert Duck füllte seinen Geldspeicher, es mag sein, dass dieses Geld fehlt – aber das Geld wird doch wieder investiert! Heutzutage.

Der Finanzmarkt ist heute der globale Geldspeicher. Aber nicht missverstehen: Ein gewisser Anteil einer spezifischen Art von Finanzmarkt ist gut, weil er Spitzen nach oben und unten abfangen kann. Andere Arten von Finanzmarkt dienen aber nur dem Parken von Geld, denn sie sind so konstruiert, dass sie sich unter bestimmten Aspekten aus dem Realmarkt heraushalten. Die Gelder dort sehen nie den Realmarkt. Die Übergänge sind fliessend und jede Generation versucht an den Grenzen zu rütteln, jedes mal verschieben sie sich leicht und ein paar Generationen (zwei bis drei reichen neist) macht dann die Erfahrungen ein weiteres mal.

Aspekte von Finanzmärkten?

Eben weil sie sich angeblich aus dem Realmarkt heraushalten, werden sie z.B. nicht besteuert. Ein anderer Aspekt ist, dass das Geld von irgendwo her kommen muss. Wenn das Gewinne sind, die im Finanzmarkt gemacht wurden, dann fehlt zumindest eine Runde durch den Realmarkt, alle anderen Gelder wurden dem Realmarkt entnommen – und fehlen dort definitiv. Es gibt weitere.

Und Geld, das nie den Realmarkt sieht – warum schadet das?

Die elementarste Regel einer Geldwirtschaft ist, dass das Geld fliesst – ansonsten verliert es seinen Wert. Im Finanzmarkt wird – aus Sicht des Realmarkts – ein Scheinwert verwaltet, denn es fehlt in vollem Umfang im Realmarkt. Nach der Definition von Geldmenge darf dieses Geld nicht mitgerechnet werden – kann aber jederzeit in vollem Umfang in den Realmarkt eingebracht werden. Dass dieses Geld geparkt ist, ist überdeutlich. Und freilich fliesst ständig Geld aus dem Real- in den Finanzmarkt ab. Das Geld im Finanzmarkt ist quasi magnetisch und reisst Löcher im Realmarkt.

Aber wenn Geld im Markt fehlt, dann müssten doch die Preise steigen?

Nicht, wenn die (für das Volk relevanten) Produkte im Rahmen der Restgelder einen ertragbaren Preis haben. Das geht nicht ohne die Produktion auszulagern. Mit anderen Worten: Würde im Lande produziert und würden die Gewinne auf ein angemessenes Mass reduziert werden und würden die Löhne entsprechend steigen, dann funktioniert es im Sinne der Wirtschaft – im Sinne der Gewinne: Nicht.

Woran hängt es?

Der Wettkampf nimmt aktuell eine viel zu grosse Rolle ein und „reich sein“ stellt einen Fetisch dar. Wirtschaftlich reicht die Perspektive und die Zuversicht, dass das Geld weiter seine Kreise ziehen wird – das kann es aber nicht, wenn es geparkt wird: Um Kampfmasse oder eine Versicherung zu haben. Auch das zeigt, dass dann das Geld geparkt wird – weil man ja jederzeit über es verfügen können will, braucht man einen Geldspeicher. Der Finanzmarkt hat allerdings einen weiteren Vorteil: Wer gut Spielen kann, kann das Geld dort vermehren. Durch die angestrebte Inflation würde es sonst an Wert verlieren.

Muss ein Markt ständig wachsen?

Jeder, der gut in einer Sache ist, optimiert z.B. seinen Produktionsprozess und produziert damit entweder bessere und / oder mehr Produkte. Beides wirkt sich auf den Preis aus, wer aber mehr Produkte hat, braucht in der Regel auch mehr Kunden und er wird sich räumlich ausdehnen – sein Markt sollte wachsen oder er kann nur noch preiswerter werden und stösst damit bald an Grenzen.

Und aus Sicht des Geldes?

Es gibt gleich mehrere Gründe dafür, warum die Geldmenge immer etwas grösser sein sollte als die Produkte. Ein Grund ist, dass dadurch eine leichte Inflation und damit eine relativ stabile Wirtschaft angestrebt wird, ein anderer, weil genug Geld da sein muss, um Kredite vergeben und die entsprechende Institutionen zu finanzieren und damit „Innovation“ sowie „Forschung“ vorfinanziert werden können. Es gibt aber noch viele weitere Gründe bzw. kann das wesentlich kleinteiliger ausführt werden.

Warum die Anführungsstriche?

Weil jeder Markt sich selbst schützt und in diesem Sinn echte Innovation und erfolgreiche Forschung eine massive Gefahr darstellen. Wirklich gewollt sind sie nicht, es werden max. Varianten bzw. Optimierungen des Bestehenden angestrebt. Übrigens, wenn es dem Markt an Innovationen und Forschung fehlt, wird er über kurz oder lang zu einem stagnierenden Markt, der irgendwann verebbt. Kurz vor dem Fall der Mauer war es das letzte Mal im allgemeinen westlichen Markt so weit – der Mauerfall rettete damals den Westen.

Kann der „Optimierungswahn“ konkretisiert werden?

Sicher, fasst jeder, der in der Produktentwicklung sein Geld verdient, kennt die Situation, dass selbst notwendige Änderung so spät wie möglich ausgeliefert werden – um mit dem alten Produkt so lange wie möglich Geld zu verdienen und den Markt nur dann durch Neuerungen anzukurbeln, wenn er zu stagnieren droht. Das sind ganz normale Marketingaktionen. Es besteht in der Regel auch darauf, dass die Schritte möglichst klein sind. Aus Marketinggründen gibt es Produkte, deren Änderungen bereits auf Jahre hinaus feststehen und die Entwicklungsabteilungen nur noch dafür da sind um sagen zu können, dass man mit Nachdruck an den dringend benötigten Änderungen arbeite.

Am deutlichsten wird es durch Produkte, die fertig entwickelt aufgekauft und nie auf dem Markt angeboten werden. Dass für die Schublade entwickelt und geforscht wird, ist allgemein bekannt. Eine gewisse Zeit lang kursierten sogar Listen von Schubladenprodukten und -forschungen des jeweiligen Jahres.

Wenn das gängige Praxis ist, was ist dann so schlecht daran?

Weil das nur dem möglich ist, der Markt (und Kundenwunsch) dominiert. Dominierte Märkte sind für andere Anbieter uninteressant, die Entwicklung der Produkte und Märkte wird dadurch stark abgebremst, der Markt wird künstlich in die Stagnation geführt, doch wer das Marktmonopol hat, kann sowohl die Wahre, die Aussichten und die Preise kontrollieren. Ein freier Markt ist das nicht mehr sondern nur noch ein mit mathematischer Genauigkeit zu optimierendes Monopol.

Gibt es solche Berechnungen auch für andere Marktarten?

Da die meisten sich diese nicht einmal vorstellen können, müssten die Alternativen erst einmal vorgestellt werden, damit Formeln aufgestellt und verstanden werden könnten. Aber es wäre keine seriöse Auskunft ohne den Hinweis, dass solche Berechnungen eher Annahmen unter bestimmten Bedingungen sind, die sind dann aber sehr genau und genau deshalb darf man kein Jota vom Plan abweichen. Aber das ist keine Wirtschaft, wie sie und verkauft wurde, das ist sogar das Gegenteil von freiem Markt.

Wie ist das bei IvaP?

Das ist die im Blog vorgeschlagene Variante. IvaP nutzt eine dezentrale Organisation und setzt auf (Voll-) Automation, dabei wird intensiv auf digitale Techniken und Netzwerke gesetzt, jeder kann sich dadurch überall einarbeiten und einbringen. Idee, Design, Konstruktion, Individualisierung, Produktion und Vertrieb, jeder arbeitet für sich. Das schafft lokal viele kleinere Einheiten, die sich aber zusammentun können. Diese kleinen Firmen beziehen ihr Wissen weltweit und sie kooperieren weltweit – das sind die grossen Strukturen, aber sie bleiben im Hintergrund, sind nicht mehr das wichtigste sondern sie ergeben sich.

Und wie sehen dort die Formeln aus?

Man kann es ganz ohne Formel machen: IvaP arbeitet dezentral und damit eher für den lokalen Markt. Durch das Digitale kann aber an jeder Stelle der Erde eine Idee oder Lösung eingegeben und ebenso überall genutzt werden. Produziert wird lokal, die Produkte können individualisiert werden, Ideen und Optimierungen aber greifen weltweit und erreichen dadurch ein sehr grosses Publikum, wodurch sich die Entwicklungskosten sehr wahrscheinlich auf viele Produkte verteilt: Forschung, Ideen, Innovation und Entwicklung lohnt sich nun – für jedermann, auch für den Produzent, weil er diesen Teil aus seinem Aufgabengebiet streichen kann aber sicher ist, dass sich andere darum kümmern. Auch der Verkäufer kann verkaufen, was er will, gleiches gilt für Konstrukteure, selbst wenn sich die Sicherheitsvorschriften ändern, wirkt sich das belebend für das Geschäft aus. Disruptiv verliert bei IvaP jeden Schrecken.

Also verkraftet IvaP jede Art von Wachstum?

Richtig. Es kann nahezu beliebig wachsen und kleiner werden. Als Wirtschaftssystem braucht es alles (Wettkampf, Ideen und andere Arten von Motivation) es braucht aber kaum grosse Strukturen und belässt so den Spielplatz für die Wettkämpfe etc. eher im Privaten als Grösse zu fordern.

Wie soll man IvaP verstehen?

Zunächst ist IvaP eine von mehreren möglichen Entwicklungen, denn wir bewegen uns bereits mit grossen Schritten in diese Richtung (nur die digitale Spionage hält viele noch davon ab). Überlassen wir diese Entwicklung aber den Geschäftemacher, wird etwa ganz anderes als IvaP daraus: Einer oder wenige grosse Konzerne werden dann alles zentral steuern und alle werden von deren Gutwill abhängig sein – das hat dann noch weniger mit freiem Markt zu tun.

Wenn man den Wandel demokratisch und mit der Zustimmung der Gesellschaft gestalten will, dann bietet IvaP die Diskussionsgrundlage.

Ist die Geldverteilung eine reine „politische“ Aufgabe?

Wenn man es sich einfach machen will und die Welt nur aus einem Blickwinkel betrachtet (z.B. Gewinn), dann ja. Wirtschaftlich ist das aber etwas komplizierter denn: Geld muss fliessen. Dass es fliessen kann, dafür kann auch die Wirtschaft mit entsprechenden Löhnen und anderen ureigenen Werkzeugen der Wirtschaft sorgen – im eigenen Sinn, denn alle Wirtschaftsformen, die das ignorieren, denen gehen entweder die Kunden oder der soziale Friede abhanden.

Kann es also der Markt alleine richten?

Theoretisch, ja. Aber dazu müssten die Theoretiker bessere Theorien vorlegen – mit dem gerade angebotenen Material geht es nicht – es würde nur in sozialen Unfrieden und in den Kampf von jedem gegen jeden führen. Mit anderen Worten: Heute fehlen der Wirtschaft noch die dazu nötigen wirtschaftlichen Theorien und sehr wahrscheinlich würde es nicht ohne die eine oder andere unabhängige Instanz gehen – zum Schlichten und Regeln. Also: Nein, die Wirtschaft kann es nicht alleine regeln.

Und ob sie jemals ein Interesse an solchen Theorien entwickeln würde – sagen wir, dass das offen bleibt, denn der „Gewinn an sich“ spielt aktuell in der Wirtschaft einen viel zu grossen Rolle, er ist quasi ihr Alleinstellungsmerkmal (hat aber als Gruppe vergessen, dass sie die anderen Gruppen auch braucht – sie träumt heute davon, dass sie alle anderen wird digital ersetzen können, bislang schafft sie nur sich selbst (bzw. die eigenen Mitarbeiter) ab).

Wie ist das mit den staatlichen Überschüssen?

Solange ein Staat mit „schlechtem“ Geld gute Güter bezahlen kann, hat er kaum einen Grund sich zu beklagen – es sei denn, das Volk murrt, weil es an Arbeitsplätzen fehlt (doch wer sich dann an den Überschüssen abarbeitet, arbeitet an der falschen Stelle). Politisch kann in bestimmten Fällen gegensteuern werden, z.B. wenn Gewinne geparkt werden.

Hat Trump also recht?

Sicher nicht. Was er vor hat schafft zwar mehr Gewinn, macht das aber auf Kosten staatlicher Aufgaben wie z.B. der Infrastruktur, auf die die Wirtschaft angewiesen ist, ohne die es nicht geht, und es ist ziemlich sicher, dass diese neuen Gewinne eher im Finanzmarkt verschwinden als dass sie in den Realmarkt fliessen (Steuern würden das sicherstellen – allerdings müsste mit dem Geld auch etwas bewirkt werden). Einfach mal vorstellen: Alle Schwierigkeiten werden von Staat abgenommen, die fehlende Wettbewerbsfähigkeit wird durch Strafzölle kompensiert und die Gewinne steigen – hört sich an, als hätte man alles richtig gemacht. Aber: Jede weitere Änderung würde die eigenen Gewinne schmälern. Was wäre dein Herzblatt?

Fazit: Der Wirtschaft reichen Reiche nicht.

Der totale Cyberkrieg

Krankenhäuser und Firmen stehen still – weil der Staat spionieren will

Wenn man den Computern den Krieg erklärt und dazu Computer benutzt – was kommt dabei heraus?

Mit Symptomen kann man sich und alle anderen lange beschäftigen – mit eingebauten Fehlern noch länger.

Wer an die Ursachen heran will, sollte damit beginnen sich ehrlich zu machen.

Wer eine stabile digitale Welt haben will, kann sich nicht gleichzeitig missbrauchen.

Wer den Mund zu voll nimmt, kann nicht schlucken – und verhungert.

Fragen und Antworten

Tröpfelt das Geld der Reichen wirklich durch bis ins Volk?

Hinter diesem alten Bild steckt die These, dass der Reiche (hier im Sinne des Gutsherren) sein Geld in der eigenen Region investiert. Die These basiert auf dem Gutwill des Gutsherrn, es gibt und gab nie eine Garantie dafür. Heute wandern diese Gelder in den Finanzmarkt. Weder für die Region noch für dessen Bürger werden sie heute eingesetzt; die Gelder mehren die Gelder der Besitzer – die sich oft auch den Steuern entzieht und ansonsten gerne die Regeln der Staaten aushebeln, wenn sie das können (so lautet zumindest deren offizielles Credo).

Was könnte in der Wirtschaft geändert werden?

Bei Geldwirtschaft gilt nur eine Regel: Es soll möglichst kontinuierlich in Bewegung bleiben. Veränderliche Geschwindigkeiten bringen unterschiedliche Aufgaben hervor. Die erste Aufgabe ist es also die Geldmenge und den Geldfluss in Gang zu halten.

Alles andere ist relativ frei definierbar – falls es direkte oder indirekte Verbindung zu einem oder beiden der oben genannten Kriterien gibt, dann ergeben sich „von – bis“ Regeln für verschiedene Situationen (das kann gut in Simulationen gezeigt werden). Allerdings ist da Kreativität und harte Arbeit statt sture Anwendung gefragt – das ist also nichts für jedermann.

Ist das schon alles?

Das ist jedenfalls schon eine ganze Menge. Aber wenn wir schon mal dabei sind: Wir hören heute einfach zu früh auf, wir kommen zu früh – auf den Markt und hören dann auf, dabei beginnt es jetzt erst.

Was beginnt dann erst?

Die Optimierung. Das ist der effektivste Punkt in der Produktentwicklung. Firmen und Vordenker liefern im Prinzip gute Basisprodukte – die, um den grössten Markt zu gewinnen, nicht mehr als eine Art von „von Allem etwas“ sind. Das Produkt erfüllt seinen Zweck – sicher. Aber es passt noch nicht ganz. Da ist noch Luft nach oben.

Da setzt die Optimierung ein und schafft einen sich selbst belebenden Markt, wenn die Ideen frei aufgegriffen werden können (gegen Bezahlung versteht sich). Mit dieser Optimierung für den konkreten Fall, setzt Individualisierung ein – statt zentral und gut durchrazionalisiert mit wenigen Produktdesignern zu arbeiten, werden nun viele Produktoptimierer vor Ort nachgefragt.

Statt zentral mit wenigen Mitarbeitern möglichst querschnittsmässige Produkte zu erstellen, wird dezentral von allen an allem gearbeitet – mit wechselnder Spezialisierung, Interessen aber immer professionell und in einem sich ständig belebenden Markt:

Da Ideen und Produkte zügig umgesetzt werden können und Ideen andere Ideen beflügeln, sind die Teilnehmer an jeder Position um jede Hilfe dankbar – Neuerungen werden schnell angenommen und schaffen die Grundlagen für weitere Ideen und Produkte. Automation wäre dann hilfreich, heute wird sie als Gegner betrachtet.

Und was hält uns davon ab?

Vor allem die Gewohnheit. Wir sind gewohnt zu denken, dass Neu- und Weiterentwicklung einfach nur Geldverschwendung ist. Heute werden diese Gelder lieber geparkt. Beim Vorgehen oben bleiben sie im Fluss – wie gesagt: dann ist alles gut aus Sicht des Geldes, weniger aus Sicht des Gewinns. Es gibt zwar Gewinn, aber jeder kann mit kontinuierlicher Leistung sich und seine Familie finanzieren und Rücklagen (in sinnvollem Umfang) für alle Fälle bilden.

Wer heute einen „Fachmann“ dazu befragt, der bekommt viele Mythen und Legenden erzählt – es besteht offiziell ein Denkverbot in diese Richtung, die Unis arbeiten schon an ihnen – es ist nicht erwünscht, darüber zu reden, dass es Alternativen gibt. Neben Gewohnheiten also auch Tabus – aber Tabus sind auch nur Gewohnheiten.

Gruppen, Staaten – und die 150er?

Die 150er sind eine Organisationsform die sowohl mit als auch den Staat ersetzend eingesetzt werden kann. Nationalstaaten leiden wie alle Gruppen gelegentlich unter selbstgemachten Nachteilen, in die sie selbst und andere Gruppen verwickelt werden. Die 150er fangen diese Nachteile auf. Sie wären ein Gewinn für alle.