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Weltbilder, kurz und fündig

7. Dezember 2020

Welche Rolle spielen „Weltbilder“? Jedes Weltbild wirkt sich auf jede Entscheidung aus, denn der Mensch entscheidet letztlich aus dem Bauch, eine reine Kopfentscheidung trifft man selten an; in der IT wurde das mal so ausgedrückt: „Die Erfahrungen des aktuellen Projekts wirken sich erst zwei oder drei Projekte später aus – denn erst dann wurden sie verinnerlicht.“

Welche Weltbilder gibt es? Mehr als es Menschen gibt. Allerdings kann eine Hierarchie von Gruppen von Weltbildern aufgestellt werden.

Zumindest welche Übergruppen gibt es bei Weltbildern? Da gibt es eine grobe Trennlinie: Erfahrung oder belastbares Wissen. Wer mit Erfahrungen arbeitet, braucht diese nicht zu begründen, denn „er ist von allen der Erfahrenste, bzw. der, der es am besten versteht, und die Anhänger dieses Weltbild wollen zügig Antworten / Lösungen auf aktuell drängende Frage bekommen, an Erklärungen sind sie eigentlich nicht interessiert, dieses Weltbild setzt auf zentrale, absolute Führung und toleriert Willkür.“; „die mit belastbarem Wissen arbeiten setzen auf Kooperation, betrachten die Situationen und Entwicklungen, sie erarbeiten frühzeitig und gemeinsam Lösungen“.

Kann man das kürzer sagen? Die „Erfahrenen“ setzen auf „den Einen“, Größe bzw. Masse, Aktionismus und Parolen; die anderen setzen auf belastbare Fakten, erarbeiten die Datenmodelle, mögliche Szenarien und Reaktionen frühzeitig gemeinsam und quasi bereits im Vorfeld, ihr Ziel ist es (weit) vor der Krise einzugreifen und zu lenken.

Ginge auch „Zentrale, aktionistische Parolen vs. kooperatives Vorbereitet sein“? Wenn man so will und die Nähe zur Parole übersieht. Zudem ist zu beachten, dass es heute nicht mehr um das „versus“ oder um ein paralleles Nebeneinander beider Weltbilder geht, sondern um die Frage „in wie weit durchdringen und benötigen sie sich gegenseitig“?

Die Antwort auf die Fragen bitte auch noch. Jedes Element eines Gegensatzpaares bedingt und durchdringt das andere: ob etwas „hoch“ oder „tief“ ist, ist nur eine Frage des Blickwinkels, von unten sieht es „hoch“ von oben „tief“ aus, an der konkreten Höhe ändert der persönliche Blickwinkel nichts. In konkreten Fall ist zudem der Prozess des Umstiegs wichtig, sie sind quasi die Spaziergänge und damit die Wechsel der Blickwinkel im Steinbruch / Gelände.

Inwiefern werden diese Wechsel wichtig? Wie oben gezeigt ändert ein Blickwinkel nicht die Fakten oder nur selten – wohl aber die sichtbaren Lösungsmöglichkeiten, mit anderen Worten: Wer mehrere Aspekte einnehmen und verstehen kann, hat i.d.R. mehr Möglichkeiten, seine Welt wird größer und mächtiger.

Wie kommt es, dass es diese Weltbilder gibt? Als Nomaden reichten Erfahrungen (und deren Austausch) völlig aus. Auch lange Zeit nach der Entwicklung der Landwirtschaft – schon allein weil „jeder alles konnte“. Mit der Spezialisierung setzte dann der Übergang ein.

Was änderte sich? Die Kommunikation im Allgemeinen, zwischen den Spezialisten und dass sich überregionale Aspekte ergaben. Eine andere Kommunikation bedingt einen anderen Umgang.

Die Kommunikation im Allgemeinen? Zwischen den „Erfahrenen“ dient die Kommunikation fast ausschließlich dazu, sich gegenseitig die Zugehörigkeit zur Gruppe zu bestätigen, selbst zum Lernen wurden keine Worte benötigt, das passierte nebenbei und durch Abschauen. Kooperation benötigt neben fachlicher Kommunikation und Absprachen auch organisatorische oder übergeordnete, allgemeinere Formen der Kommunikation. Die Gruppe selbst wird immer weniger wichtig, bleibt deren Wichtigkeit oder z.B. die Willkür der zentralen Führung innerhalb der Gruppe wichtig, bleiben die Erfolge aus und alles tritt auf der Stelle oder macht sogar Rückschritte.

Die Kommunikation zwischen Spezialisten? Da es sie vorher nicht gab, wusste anfangs niemand, wie das geht, das war etwas Neues – und wie immer kann man bei Neuem Fehler machen. Und es war etwas ganz anderes, denn die alten Techniken und Ziele (z.B. die ständige Bestätigung der Gruppenzugehörigkeit und der Hierarchie, die Unterordnung und die Wiederholung der Parolen etc.) versagen jämmerlich; fachliche Gespräche erarbeiten Ist- und Sollzustand, in welcher Reihenfolge und wie man von einem Punkt zum nächsten kommt. Alles andere stört nur, kann sogar gefährlich werden und das Erreichen des Ziels verhindern.

Überregionale Aspekte? Die Berechnung des Erdumfangs in der Antike benötigte koordinierte Aktivitäten über mehrere Regionen hinweg; die Entwicklung von belastbarem Wissen benötigt die Falsifizierung (oder Bestätigung) durch Dritte und deren lokalen / regionalen Ergänzungen. Die Liste ist selbstverständlich nicht vollständig.

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