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Gruppen

3. November 2020

Sie sind allgegenwärtig und so gewöhnlich wie selten etwas, dennoch stehen sie in vielen Chats und Nachfragen im Zentrum, denn beim Umstieg von den alten Techniken zu den „neuen Techniken“ in der IT benötigen Kooperation statt wie gewohnt Hierarchie, bei den Gesprächen landet man dann schnell beim Stichworten „Gruppe“ und „Gruppendynamik“, weil im Zentrum der Gruppe sie selbst steht, was jede Kooperation letztlich unmöglich macht.

Was im Zentrum steht, verdrängt alles andere mindestens auf Platz II. Innerhalb der Gruppe ist dann der Status wichtig und verdrängt damit alles andere mindestens auf Platz III. Aufgrund des Status erledigen die mit weniger Status die Arbeit, meist nach akribisch vorgeschriebenen Verfahren, das verdrängt alles andere mindestens auf Platz IV. Die Liste kann meist um viele weitere Punkte verlängert werden.

Allein schon die Kommunikationskette, die Zahl der Interessen, durch die die Kommunikation läuft, zeigt, dass eine Kooperation nicht möglich ist, weil der Empfänger seltenst den originalen Text bekommt, dafür viel Verwaschenens.

Der erste Punkt ist demnach: Kooperation benötigt direkte Kommunikation auf Augenhöhe und über Gruppengrenzen hinweg.

Die Gruppe teilt die Welt in Innen und Außen. Alles Gute wird dem Innen zugeschrieben, alles Schlecht dem Außen. Das führt dazu, dass die Gruppe immer recht hat, alles gut regelt und das für immer und ewig geregelt hat. Wer in so einem Kontext lebt, tut sich mit Selbstkritik und selbst eine Meinung zu entwickeln schwer, für Kooperation ist das essenziell.

Der zweite Punkt umfasst demnach die Möglichkeit sich eine eigene Meinung zu bilden, dabei alles ständig kritisch zu hinterfragen (auch sich selbst und seine Motivationen). Das ist übrigens eine Voraussetzung für den ersten Punkt.

Zudem wird die „gute alte Zeit“, dieser Riesenaufwand aller Vorfahren und im Besonderen der eigene, verteidigt. Mitglieder dieser Gruppen neigen zur Konfrontation und Gewalt (übrigens nicht nur nach Außen), diese Gruppen sind rechthaberisch, starrsinnig und unflexibel. In der Kooperation ist es aber nötig offen zu sein, sich weiterentwickeln zu können und flexibel zu bleiben.

Der dritte Punkt ist das dominante/rechthaberische/manipulative Alltagsverhalten abzulegen und durch das Gegenteil zu ersetzen.

Für Gruppen ist die Größe wichtig, es gibt den permanenten Wunsch sie größer und stärker zu machen. Wer also in einem von gruppendynamischen getriebenen Überlegungen Kontext steckt, neigt dazu bei jedem kleinen Moment nach zusätzlichen Mitarbeitern zu rufen. Bei einem kooperativen Vorgehen wird die Größe schnell zum kommunikativen Flaschenhals, während man in der Gruppe die Massen mit Parolen und Rundschreiben leitet, sind alle Gespräche in der Kooperation individuell (das führt zu exponentiellen Wachstum).

Der vierte Punkt ist kleinere Gruppen bleiben länger effektiv, hierarchische Gruppen wollen immer nur wachsen.

Die Liste ist sicher noch nicht vollständig, zeigt aber wie weit entfernt die beiden Vorgehen von einander sind. Es gibt Coaches für Meinungsbildung und Kommunikation und dem Gruppendruck entkommt man zügig durch einen Entwickler-Pool. Zudem braucht es meist eine kleine interne Abteilung, die die neuen Techniken vorstellt und unterrichten kann. Ein Externer sollte beim Aufbau der kleinen Abteilung beraten und erste Vorschläge zur Auswahl der ersten Werkzeuge und Vorgehen helfen. Seine Tätigkeit ist dann in bestimmten Abständen nachzuschauen, wo man wieder in alte Fahrwasser geraten ist und freilich weiterhin zu beraten.

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