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F&A Trump und Wahlen in den USA

17. August 2020

Wer wird der neue Präsident? Dazu kann man noch nichts halbwegs gesichertes sagen, denn bei den Wahlkämpfen in den USA geht es oft mehr darum, die Person des Gegners zu diskreditieren und selbst möglichst gut darzustellen. Sprich, es geht mehr um Stimmungsmache als ums Thema. In so einer Situation kann der letzte Tag entscheiden.

Wie wird der Wahlkampf verlaufen? Es scheint so zu sein, dass Trump eben auf diese Stimmung am letzten Tag setzt; dann ist zu erwarten, dass gegen Ende des Wahlkampf ein regelrechtes Stakkato von „positiven Momenten“ kommen könnte.

Woraus schließt Du das? Er weiß, dass Corona, sein Krisenmanagement und die wirtschaftlichen Folgen ebenso wie die „Black-Live-Matters“ Bewegung schlecht für seine Wiederwahl sind – und hofft schlicht darauf, dass sich das bis zur Wahl entweder beruhigt oder derart steigert, dass es wieder gut für seine Wiederwahl sein könnte, weil in der Krise meist konservativer gewählt wird. Er setzt auf Stimmungsmache, nur sie kann das Ruder herumreißen, zudem: Sieht es aktuell gut für den Gegner aus, desto weniger werden sich dann die Mühe machen und wählengehen.

Und wie ist das mit der Post einzuordnen? Da spielt so einiges hinein, beim Thema Wahl unterstreicht es aber die oben genannte These, denn wer per Briefwahl wählt, wählt früher und besonnener – beides ist für ihn schlecht. Besonders wenn er auf ein „großartiges“ Finale setzt.

War es das schon? Sicher nicht! Thematisiert er es, dann hofft er, dass manche meinen, dass man ihn ärgert, wenn man per Brief wählt, er setzt darauf, dass das vor allem Demokraten machen werden. Da die Organisation der Briefwahl aber selten wirklich klappt, kann ihm das bei einer evtl. Infrage-Stellung des Wahlergebnisses nur nützlich sein – und dann kann er sagen: „Ich hab ‘s euch ja gesagt!“.

Was könnten diese „Überraschungen im letzten Moment“ sein? Im Prinzip all das, was anderen Präsidenten geholfen hatte, im Amt zu bleiben, und all das, was wir bereits von ihm kennen, und das dann auf seine Art umgesetzt.

Beispiele? Bei Corona setzt er auf einen Erfolg beim Impfstoff, China-Bashing etc.; In der Wirtschaft wird er es wie immer machen und einfach behaupten, dass er das „ganz großartig“ gemacht hat; in der Außenpolitik wird er auf „äußere Einmischung“, „unfaire Behandlung“, „Demütigungen“ usw. setzten; letzte Mittel dürften dann Eskalationen von Auseinandersetzungen sowohl im In- wie auch im Ausland sein, da wird gehetzt und getrieben, eskaliert und – eben reine Stimmungsmache betrieben werden.

Was würde gegen so ein Verhalten helfen? Am besten hilft eine gute Vorbereitung und tägliche gute Nachrichten, Perspektiven und Aussichten.

Wozu die gute Vorbereitung? Trump lügt und macht katastrophale Fehler und Aussagen, macht sich gern zum Opfer und über- oder untertreibt gern – er redet und ist von der Grundstimmung her destruktiv und die anderen machen. Kann man seinen Argumenten immer etwas Konstruktives gegenüberstellen, dann wird diese Seite zur „hellen“ und die andere sprich die Trumpsche Seite zur „dunklen“ – klar was man dann wählt.

Aber Du sagst doch selbst, dass in den USA die Stimmung stimmen muss und nicht die Fakten?! Das ist ein anderes Thema, das betrifft die Art und Weise, wie die Fakten vorgetragen bzw. präsentiert werden. Nötig ist sicher ein solider oft wissenschaftlicher Unterbau – auf den verwiesen werden kann oder in einem anderen Kontext dann vorgestellt und durchgearbeitet werden kann. Was Du wahrscheinlich wissen willst ist, wie man unmittelbar auf Trump reagieren soll?

Und wie soll man „unmittelbar auf Trump reagieren“? Am besten kurz und bündig mit einem Stichwort, das gerne aus dem Trumpschen Kosmos stammen darf und diese weitere Aggression schlicht kategorisiert – in einer Ecke abstellt; gut funktionieren könnten Stichworte wie „Fake News“ und „großartig“ – freilich eindeutig ironisch, sarkastisch – emotional aufgeladen und gerne auch als Emoji. Wichtig ist, dass es das Publikum amüsiert und von einer entsprechenden Gesten untermalt wird. Ansonsten geht man gar nicht weiter darauf ein, denn zu Trump ist damit schon mehr als genug gesagt. Jetzt kommen wir zum Konstruktiven, Hilfreichen, zu den guten Aussichten und Zielen. Das ganze darf gerne so vorgetragen werden, als könnte man sich kaum vor Lachen über das gerade Gehörte / Gelesene halten, dass man mit so einem Schmarren nicht gerechnet hätte und er diesmal noch „großartiger“ war als alles andere. Kürze, auf den Punkt gebracht und dennoch den Humor und die Schlagfertigkeit nicht auslassend, zuversichtlich und überzeugt.

Aber da kann doch alles kommen! Wie soll man das schaffen? Gute Vorbereitung tut Not, aber man hat ja auch ein Team (meist mehrere), das sich auf so was eben vorbereitet. Dann braucht es Leute, die die Fakten von diesen Teams bekommen und sprachlich umsetzen. Zudem: Wenn man auf Trump nicht auf oberster Ebene reagiert sondern „nur“ auf der fachlich / sachlichen Ebene, die sich noch dazu über den „Unsinn“ nicht mehr beruhigen können, wird Trump vom Sockel geholt – auch bei seinen eigenen Leuten, denn keiner will diese „kleinen“ Despoten haben, Konstruktiv ist für viele die weitaus bessere Wahl – nur „Feudalisten“, Kampf- und Kriegsverherrlicher sehen das anders.

Wie wird Trump reagieren? Ihm ist ja wichtig, dass er als „Gottvater“, „Retter“ und als „der Einzige, der es kann“ zudem, dass er als „bedrohlich“ und „unberechenbar“ gilt. Sagen wir es so: Es wird ihm nicht gefallen und es könnte ihn irritieren. Twitter zwitschert nicht mehr. Er wird dann ganz auf TV und die anderen Medien setzen, um ständig „großartige“ Lösungen aus dem Oval Office zu präsentieren, dann auf die Duelle setzen um die Gegenkandidaten persönlich, direkt und massiv angreifen und diskreditieren. Beginnt man mit der Strategie erst nach den Duellen, dann könnte das bedeuten, dass er keine Bühne mehr hätte und in der wichtigsten Phase des Wahlkampfs nur sich selbst diskreditieren kann.

Wie würdest Du das organisieren? Ich würde so etwas wie ein internes Wiki machen und offen Ideen sammeln, die werden dann strukturiert und zu einem Gesamtkonzept zusammengefasst und im letzten Arbeitsschritt nochmal formuliert werden, um einen einheitlichen Stil zu bekommen, dann beginnt die Suche nach den Seitenhieben, die im humorigen Teil eingebracht werden können. Die Schreiber / Sprecher sollten zügig ausgesucht werden, damit sie üben können, denn je schneller die Reaktionen kommen, umso besser wirken sie.

Was glaubst Du – werden sie es so machen? Den Vorschlägen eines kleinen Blogs aus Deutschland folgen? Wohl eher nicht.

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