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All Together

14. Juni 2020

Wie sieht eine Welt aus, in der C/SE, IvaP, urban farming und die anderen Vorschläge des Blocks umgesetzt wurden – und wie könnte man die Wirtschaft resilienter gegen Epidemien machen?

C/SE ist kurz für City-SynErgy, das zum Ziel hat, den Infrastrukturen einen kräftigen Schub zu geben, was i.d.R. zu einem Schub in der Wirtschaft führt. Es kombiniert Mobilität und Energie ist aber auch hilfreich bei allen anderen Infrastruktur-Aufgaben. SynErgy wird an stehen Ringen in Leichtbauweise montiert und erlaubt es in großer Höhe, fast ohne Kurven hohe Geschwindigkeiten, die abgespeckte Variante für die Stadt senkt die Fahrhöhe auf einige Meter ab und alle Ausbauten sind optional, dafür kann man hier von Haustür zu Haustür fahren.

IvaP ist kurz für „Individuelle vollautomatische Produktion“ sie erlaubt digital konstruierte Produkte in beliebiger Stückzahl und an jedem Ort der Welt, wo es IvaP gibt, herzustellen, die Ideen und Produkte aufzugreifen und zu verändern – für den Ideeneigner lohnt sich das, weil seine Idee auch dort angewendet wird, woran er nie gedacht hätte oder Mühe gehabt hätte sich in den Kontext einzuarbeiten. IvaP ist erstaunlicherweise eher eine Logistikaufgabe, die kontinuierlich optimiert werden will, und wird das Handwerk und manuelle Arbeit anziehen und aufwerten, da sie nun zum Alleinstellungs- und dadurch zum Luxusmerkmal werden.

Urban farming bedeutet, dass in der Stadt Agrarproduktion stattfindet. Aktuell ist das nur begrenzt möglich, weil Produkte, die neben einer großen Straße angebaut wurden, nicht verkauft werden dürften – weil sie praktisch jeden Grenzwert überschreiten würden. Erst C/SE erlaubt es das im größeren Stil anzugehen; z.B. könnten die Häuser mit Kästen ummantelt werden, in denen dann vom Schnittlauch über Salat und anderem Gemüse bis zu Blumen angebaut werden könnten. Dazu kommen die anderen Ideen wie: Kreisläufe in denen z.B. Fische den Dünger für Pflanzen liefern.

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Die Enkelin fragt den Opa: „Wie war das damals, während und nach der Corona-Epidemie und dem Umbau der Wirtschaft und der politischen Systeme?“. „Wo spielst am meisten?“ „Auf der Straße mit den anderen Kindern und manchmal gehen wir auch zu einem Spielplatz – aber Spielen kann man doch überall! Alles kann zu Spielen genutzt werden! Und ganz manchmal gehen wir ja auch ins Museum für Kinder – die Autoabteilung finde ich toll und ich will mal einen Führerschein machen!“ „Damals gehörte die Straße den Autos.“ „Warum?“ „Wenn Du heute deine Freundin in der anderen Stadt besuchen willst – wie machst Du das?“ „Mama fragen, wenn sie ja sagt, greift sie zum Telefon, fragt die andere Mama und wenn auch die Ja sagt, dann ruft sie eine C/SE – Kabine setzt mich rein, dann fahre ich eine Weile und dann holt mich die andere Mama ab.“ „Damals gab es keine Kabinen, damals standen Autos vor der Tür und wenn Du Deine Freundin besuchen wolltest, dann gingen Du und Deine Mutter,oder Vater oder … ins Auto und fuhren dort hin. Wie lange fährst Du heute, die andere Stadt ist 50 km entfernt?“ „Mama hat mir das mit den Sekunden, Minuten und Stunden neulich erklärt und sie sagte, das seinen nur ein paar Minuten.“ „Damals dauerte das eine Stunde oder viel länger – und man konnte das nicht immer machen, weil es zu viel Verkehr gab stauten sich die Autos, das bedeutet, dass es alle paar Minuten ein paar Meter vorwärts ging, dann stand man eine Weile, oft lange, dann ging es wieder ein paar Meter weiter.“ „Aber das ist doch doof – und langweilig! Autos sind doch zum Fahren da – und das macht vielleicht Spaß – ich kann nicht genug davon bekommen. Im Museum für Kinder, in der Autoabteilung und in der kleinen Auto-Stadt da kann man Autofahren, aber auf der Stelle die Zeit totschlagen – das will ich nicht. Das mit dem ‚Zeit totschlagen‘ hat mir Mama beigebracht, als es um die Zeit ging und sie hat gesagt, dass man das damals oft gemacht hat – jetzt verstehe ich das schon besser.“

„Haben die Kabinen noch etwas anderes geändert?“ „Nicht nur die Kinder bekamen einen alt-eingesessenen Spielplatz zurück. Sag mal, wo finden die meisten Feste statt?“ „Auf der Straße und alle dürfen mitmachen und jeder bringt was mit; manchmal im Garten; ganz selten in der Wohnung, aber das ist doof, da traut sich keiner dazuzukommen, nur die Jugendlichen wie meine Schwester finden das gut – wenn Jungen besuchen, dann machen sie die Türe zu und sind dann beide wie aus der Welt gefallen; das gefällt mir nicht!“.

„Die Kabinen haben viel Lärm aus der Stadt genommen und die Luft war schlecht, so schlecht, dass es verboten gewesen wäre irgendwas, das nahe an einer größeren Straße gewachsen ist, hätte man nicht essen dürfen, weil es gefährlich für die Gesundheit war.“ „Wir wohnen hier doch an einer großen Straße?“ „Ja.“ „Papa hat gestern was besonders Gutes gekocht, da hat was gefehlt, dann hat er kurz überlegt, mich angegrinst, ist zum Fenster gegangen und hat sie bei den Kräutern bedient – das Essen wäre damals dann ‚gefährlich für die Gesundheit‘ gewesen?“ „Bei einer so kleinen Menge wahrscheinlich nicht – aber es hätte sicher anders geschmeckt.“

„Und haben die Kabinen noch was anderes geändert?“ „Du meinst wohl, dass die Liste noch nicht lang genug ist: Jeder Freund und jeder Ort der Region ist in Minuten erreichbar; die Straße ist wieder für die Menschen da; Lärm und Gestank wurden aus der Stadt verbannt; die Luft wurde frisch und gesund und man kann in der Stadt überall die schönsten Sachen anbauen und essen und genießen?! Und seit dem kann auch bei einer Epidemie die Mobilität länger aufrecht erhalten werden.“ „Ja.“ „Hast Du Dir mal angesehen was über einigen Leitsystemen ist?“ „Sicher. Die Schattenspender! In einigen werden Algen oder Fische gezüchtet, die Algen sollen irgendwelche Stoffe produzieren, die wichtig für Energie und die Ärzte oder Apotheker sind, die Fische essen wir und auf manchen von den Schattenspender leben auch kleine Tiere wie Hühner und sogar Schafe und Ziegen soll es dort geben! Eine Freundin wohnt direkt neben so einem Schattenspender und man kann den Tieren zusehen – das ist schön.“ „Und wo wohnen wir?“ „Du meinst sicher das, was Mama ein „Straßenhaus“ und manchmal ein „Platzhaus“ nennt – aber ich weiß nicht so richtig, was das bedeutet.“ „Damals waren die Städte so gebaut worden, wie es gut für die Autos gewesen sein soll – geklappt hat das nicht obwohl man sehr breite Straßen und große Plätze für sie angelegt hat, stand man doch im Stau. Damals brauchte man auch viel neuen Wohnraum und so haben einige Städte begonnen über die Straßen und Plätze Häuser auf Stelzen zu bauen und die Kabinen in diese zu integrieren – deshalb gehen wir nicht auf die Straße, wenn wir eine Kabine brauchen, sondern nehmen den Hinterausgang – und sie haben all diese Kisten an die Häuser gehängt, die liefern nicht nur frisches Gemüse und Blumen, die haben noch eine zweite wichtige Funktion: Sie dämmen die Häuser.“ „Und was ist „dämmen“?“ „Im Sommer kann es draußen sehr heiß sein und im Winter sehr kalt, in der Wohnung ist es aber immer angenehm warm oder kühl – je nachdem. Da helfen zwar noch andere Geräte und Installationen mit, aber zu einem guten Teil machen das die Kästen und darüber hinaus machen sie das auch für die ganze Stadt, früher wurden die Städte im Sommer viel heißer als es draußen auf dem Land war, heute gibt es auch noch einen Unterschied, aber der beträgt nur wenige Grad und wenn die Umgestaltung der Stadt geglückt war, kann es sogar in der Stadt kühler als auf dem Land werden.“

„Und wie war das mit der Energie? Papa sagt immer, dass das ganz wichtig gewesen sein soll – warum?“ „Lange Zeit verbrannten die Menschen erst nur Holz, dann Kohle oder Erdöl oder Gas – das setzte einen Stoff in großen Mengen frei, den man CO2 nennt; die Mengen waren so groß, dass er sich auf das Wetter auswirkte: Die Wetterereignisse wurden heftiger und es wurde immer wärmer, auf der ganzen Erde. Einige bezweifelten das, sie waren alle Anhänger eines Weltbildes, in dem die Natur der Feind des Menschen ist, den man nicht bekämpfen und dem man nur auf kurze Distanz schaden kann. Sie erzählten dann Geschichten wie: ‚Na schütte mal Gift in einen Fluss, z.B. bei der Goldgewinnung, gut auf den ersten Meter ist dann alles tot – aber dann ist alles wie es schon immer war.‘ Das behaupteten sie auch noch, als es schon längst zum Schutz der Flüsse und Seen Gesetze gab, die regelten, was in welchen Mengen eingeleitet werden kann, denn man hatte erkannt, dass ein Einzelner oder wenige Menschen unmittelbar tatsächlich keine Chance gegen die Natur hat, aber mehr Menschen und / oder über längere Zeit, können die sie ganze Welt umbauen – und ihr im gleichen Maß Schaden oder Gutes tun. Das Weltbild dieser Menschen basiert auf einem sehr alten, das im Grunde eine patriarchische Klassen- bzw. eine Feudalgesellschaft etablieren will bzw. ständig versuchen so eine Gesellschaft wieder zu etablieren, denn sie denken es gibt nur wenige, die wirklich wissen wie es geht (das sind freilich sie bzw. ihre Partei) und diese sollten das Sagen haben. Aber hier geht es um Energie und den CO2. Die Menschheit hat die Welt mit CO2 aufgeheizt, dieses CO2 stammt eigentlich aus Pflanzenresten und auch die Algen, von denen Du vorher gesprochen hast, sind Pflanzen, die nicht nur die Stoffe herstellen, von denen Du auch schon gesprochen hast, sie vermehren sich auch stark – und binden damit CO2. Die Umstellung der Energiewirtschaft damals setzte den CO2 Ausstoß nicht nur auf Null, sie entzog der Atmosphäre auch CO2. Theoretisch (und das würde recht lange dauern) könnten wir irgendwann sogar zu viel CO2 entnehmen, aber wir haben ja die Algen und könnten die verbrennen, da kann man also gegensteuern, das hat man in der Hand. Mit der Umstellung erreichte man gleich mehreres: Kein neues CO2 emittieren statt dessen wird CO2 entzogen und viele weitere Emissionen wie Lärm und Feinstoff wurden drastisch reduziert, die vielen Pflanzen in der Stadt kühlen sie und reinigen die Luft, die Lebensqualität stieg schnell auch weil die Menschen wieder Platz in der Stadt bekamen und viel schneller als je zuvor an einen anderen Ort kommen konnten. Dazu kommt, dass C/SE, die Kabinen, noch vieles andere bewirkte, z.B. ganz allgemein gut für Infrastruktur, Produktion und Logistik ist, dadurch änderte sich zwar einiges, alles in allem aber war es gut für nahezu alles: Menschen, Wirtschaft und Umwelt. Ein Glück war es, dass in dieser Zeit auch IvaP dazugekommen ist.“

„IvaP – das hat doch was mit Arbeiten zu tun, angeblich arbeiten alle direkt oder indirekt dafür?! Bitte – wie soll das funktionieren?“ „IvaP. Das war ein hartes Stück Arbeit. Vor allem, weil es was ein zuverlässiges digitales Netzwerk benötigt. Die Menschen mit dem feudalen Weltbild, von denen ich dir gerade erzählt habe, die wollten das Netz eigentlich nur zur Überwachung, Spionage und für eine einfachere aber effektivere Polizeiarbeit nutzen. Letztlich einigte man sich doch, das gelang aber erst, als klar wurde, dass in der Technik durch neue Geräte eine große Umstellung anstand, C/SE eine wichtige Rollen spielen wird und so das Ganze relativ zügig durchgeführt werden könnte – falls man zu einem gemeinsamen Standard finden würde, hätten alle viel profitieren können und wer außen vor bleibt, der wäre ausgeschlossen. Als sie das endlich verstanden hatten, ging es dann ganz schnell. Doch nicht nur die Technik war zu ändern sondern auch viele Gesetze und viele politische und gesellschaftliche Themen waren zu diskutieren. Die wichtigste Änderung war, dass das Risiko von den Firmen und damit von den Mitarbeitern zum Produkt wanderte. Wer damals etwas auf den Markt bringen wollte, der war so etwas wie ein Einzelkämpfer und ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen, der alles kann und sich immer durchsetzt, er ging mit der Entwicklung seines Produkts ein großes Risiko ein und setzte dann alles daran, so lange wie möglich Profit aus dem Produkt zu schlagen, wie es bei möglichst geringem Aufwand eben geht. Das nannte man Produktschutz und dieses Vorgehen hat Konsequenzen, z.B. werden Neuentwicklungen verzögert oder verhindert, das führt schneller als es einem lieb ist zu sogenannten ‚stagnierenden Märkten‘ mit anderen Worten, die Wirtschaft wird immer schwächer, deshalb steigen immer mehr aus und / oder werden aufgekauft, die Märkte ‚konsolidieren‘, das kann soweit gehen, dass es zum Schluss nur noch einen gibt, dem alles gehört – so mancher bekannte sich ganz offen zu diesem Ziel. Einige meinten, dass das ein Verschwörungsmythos war, andere aber meinten, dass das eben immer so lief und so sein soll, das sei ganz normal; es waren wieder die Feudalen, die sahen sich damals kurz vor Ziel. Aber IvaP ist hier das Thema, als die ersten großen gesellschaftlichen, politischen und gesetzlichen Hürden überwunden waren ging es dann ganz schnell: Im Netz konnte man sein Wissen, seine Ideen aber auch seine Fragen und Lösungen in einer bestimmten Form einbringen, das ermöglichte es, dass jeder darauf zugreifen und es nutzen konnte, dem stimmten auch alle zu, weil sich schnell zeigte, dass das für alle gut war, denn nun konnten bekannte Lösungen wiederverwendet und weiterentwickelt werden, die Zahl der Produkte, in die die Ideen einfließen, stieg drastisch an und alle Beteiligten verdienten entsprechend ihrem Beitrag mit, meist mehr und mit weniger Aufwand als das vorher möglich gewesen wäre. Vielen reichte eine gute Idee und sie mussten nie mehr arbeiten; so ging es auch etlichen der Optimierer, durch die ständigen Änderungen an Produkten und Arbeitsprozessen fallen kontinuierlich Optimierungen an, die von allen IvaP-Produktionsstätten genutzt werden können; andere zogen es vor ‚nicht auf den großen Wurf‘ zu hoffen sondern wollten eine kontinuierliche Arbeitswelt haben, die kann man auch in diesen Berufen leben, aber die hatten nun mal diesen Ruf, bis sich das regelte dauerte es lang, war aber eine sehr gute Änderung. Das Handwerk hatte wieder einen ‚golden Boden‘ und im Umfeld dieser Produktionsstätten gab es viel neue Arbeit auf viele unterschiedliche Arten. Die Wirtschaft brummte und die Kunden staunten, was plötzlich alles möglich war: Jemand hat einen Produktwunsch, der wurde meist prompt bedient, deshalb gab es immer mehr Produktwünsche und damit immer mehr Produkte was wieder mehr Produktwünsche und weitere Möglichkeiten eröffneten, die Vielfalt und die prompte Arbeit war nur mithilfe von IvaP möglich geworden, weil schon der erste Prototyp vollautomatisch erstellt werden konnte, vorher machte man das manuell und das kostete viel Geld, deshalb machte man vieles nicht, und diese neue Zeit machte alle zuversichtlich, dass das eine gute Zeit werde, die bleiben wird, solange wir nicht wieder das Produkt künstlich und übermäßig lang ausschlachten sondern weiter mit möglichst unterschiedlichen Produkten und Neuentwicklungen dafür sorgen, dass immer genug Arbeit vorhanden ist. In diesem Bereich änderte sich aus dem einen Blickwinkel viel bis alles, aus dem anderen blieb jedoch fasst alles, wie es vorher war – eigentlich wurde alles besser, aus dem Nachhinein betrachtet denn vieles wurde entstaubt und aktualisiert, da es nun allgemein üblich wurde ständig zu optimieren und dem die Lorbeeren zu lassen, der sie sich auch verdient hatte, gelang dies überraschen gut und kontinuierlich. Im Prinzip konnte man an jeder Produktionsstätte fast ohne Einarbeitungszeit tätig werden, die Produktentwickler und -designer ebenso die Optimierer und die Forscher arbeiteten oft von zuhause aber auch oft in losen Gruppen, um diesen einen Platz zu bieten entstanden damals die ‚Arbeitshotels‘ in denen sie sich trafen. Es gab dort Büroräume in verschiedenen Größen, man konnte sie auch als Veranstaltungsort mieten, dann wurden auch mal Betten aufgestellt. Die Zahl der Konzerne sank, weil die neuen Produkte jetzt aus IvaP in einem kontinuierlichen Strom flossen, viele von ihnen drohten damit, dass ‚wenn dieser Strom verebbe – und das wird schneller kommen, al es euch lieb sein wird – dann werdet ihr das dicke und schreckliche Ende dieses Experiments schon erleben‘ und es kam, sehr viel später als befürchtet aber als die Ideenflaute dann da war – änderte sich nichts. Die Leute gingen weiter zur Arbeit, die Produktentwickler und Optimierer verordneten sich eine ‚kreative Pause‘ aus der sie überraschend schnell mit neuen Produkten herauskamen, die waren nun wieder so neu und interessant, dass der ganze Prozess von vorne begann. Seitdem erlebten wir sieben solcher Pausen und jedes mal war die Welt hinterher etwas vielfältiger, interessanter und manchmal auch bunter.“

„Aber alle arbeiten doch irgendwie vor sich hin oder in einem Geschäft oder Laden oder so – wieso arbeiten alle ‚bei IvaP‘?“ „Früher arbeiteten alle in einer mehr oder weniger großen Firma und wenn diese Produkte herstellte, dann tat sie das mit einer eigenen Produktion, das gibt es auch heute noch, gerade bei den Handwerker oder wenn es um einen sehr komplizierten Produktionsprozess geht, aber das wird immer seltener. Damals arbeiteten die Firmen aber auch gegeneinander und dieser ständige Streit benötigte viel Energie, die von irgendwo kommen musste, die fehlte also in der Produktentwicklung, heute kann jeder jedes Produkt weiterentwickeln oder von seinen Ideen leben oder mit einen der kontinuierlichen Jobs seinen Lebensunterhalt verdienen. Jede neue Idee oder Weiterentwicklung wird heute freudig aufgenommen, damals führten sie zu Streit und zu vielen negativen Emotionen. Heute arbeiten alle nach dem Prinzip IvaP und alle, die nach diesem Prinzip arbeiten, arbeiten quasi in der Firma IvaP, die aber viele Produktionsstätte hat, die an sich selbstständig und dezentral organisiert sind, das bedeutet, der ständige Prozess kann nicht von zentraler Stelle zur Gewinnmaximierung gesteuert werden – oder einfacher gesagt: Es gibt keine großen Player mehr, dadurch sind die Märkte offen und wir haben im Grunde genommen das erste mal überhaupt so was wie einen freien Markt.“ „Und die anderen, die im Handwerk und die Leute in den Geschäften und Lokalen, die arbeiten doch dort und sicher nicht bei IvaP?“ „Geschäfte gibt es nur, wenn man etwas handeln also verkaufen kann, da die meisten Produkte von IvaP oder mit Hilfe von IvaP-Produkten hergestellt werden, arbeiten letztlich alle von und für IvaP, der größten Firma dieser Welt, die aber nur aus freien Filialen besteht.“

„Und wie war das mit dem ‚Umbau des politischen Systems‘?“ „Du erinnerst dich doch sicher an die Feudalen die heute schon ein paar mal erwähnt wurden?“ „Ja, das sind die Menschen mit dem alten Weltbild – aber was ist das ein ‚Weltbild‘?“ „Habt ihr im Unterricht schon das Auge durchgenommen?“ „Ja – aber das weist Du doch, wir sind es doch gemeinsam durchgegangen?!“ „Nun bei einem Weltbild ist es ähnlich wie beim Auge, das Bild entsteht erst im Kopf der Person, die gerade etwas ansieht und Du erinnerst dich sicher daran, dass man nicht alles sieht, was sehenswert wäre und dass das Auge so manches mal ein Problem mit neuen Eindrücken hat und dann versucht sich einen Reim darauf zu machen. Das Weltbild ist auch ein Bild diesmal aber vom Großen und Ganzen, es erstellt ein Bild von der ganzen Welt, von der ganzen Vorstellungswelt der Person dar und damit von den Überzeugungen der Person. Die ersten Weltbilder hatten nun ein Problem, es gab kein Wissen, man musste alles erfahren oder sich abschauen und da jeder, der eine Meinung vertrat diese auch zu verteidigen hatte – schließlich musste demonstriert werden, wie ernst es einem damit ist – führte das schnell zu heftigen Auseinandersetzungen, weil ja niemand über echtes Wissen verfügen konnte, waren diese Dinge aber nur wenig wichtig, es nutzte aber sehr, wenn alle dasselbe sagten – Einigkeit in eher beliebigen Punkten, schweißt die Leute zusammen, in etwas so, wie es bei uns heute ist, wenn wir uns in gesichertem Wissen bewegen – oder kennst Du jemanden, der behauptet, dass 1 + 1 drei wäre?“ „Die Pipi-Langstrumpf macht so was!“ „Nun die Pipi war ja noch ein Kind und wusste es noch nicht besser, das ist dann OK aber ernst sollte man solche Aussagen nur insofern nehmen, um herauszubekommen, wie es zu Fehler kommen konnte – um diesen zu beheben. Kennst Du einen Erwachsenen, der das tun würde?“ „Also dem Papa würde ich das schon zutrauen und er würde es auch ganz glaubhaft rüberbringen – aber wenn er so was macht, dann stellt sich meist schnell raus, dass er mich oder die andere Person nur auf den Arm nehmen wollte – ich glaube also nicht.“ „Also früher hatten die Menschen keine Chance auf echtes Wissen und deshalb waren sie auf ihre Erfahrungen und Vermutungen angewiesen. Im Grunde war aber jede Vermutung genauso gut wie jede andere, eigentlich war es egal, welche man ausprobierte. Wichtig war aber, dass dann alle mitmachten, denn bei all diesem Aufgaben, war es dem Einzelne nicht möglich etwas zu erreichen, wenn aber alle die Geschichte erzählten, dann konnte das klappen. Manchmal stellte sich eine Frage, dann schaute man in die Runde und da man alle gut kannte, sah jeder wie sicher sich wer bei diesem Thema war, und den wählten sie dann, seine Geschichte übernahmen dann alle. Dann wurden die Gruppen größer und man konnte nicht mehr sehen, wer sich wie sicher war, nur noch, wie sicher sie sich gaben, was denen, die immer ganz sicher wirken konnten, einen Vorteil verschaffte, denn diese wurden nun zu allen Themen befragt und bestimmten alles. Die Feudalen wollen genau in diese Zeit und dieses Weltbild zurück. Es gibt viele weitere Weltbilder, gemeinsam ist ihnen, dass sie nur das Bild sind, dass sich jemand von der Welt macht und dass man Weltbilder nicht mit der Welt selbst verwechseln sollte, denn die kann ganz anders sein, erinnerst Du Dich an die Experimente, die wir gemacht haben, um zu zeigen, dass das Auge getäuscht werden kann? Genau so ist es auch bei den Weltbildern?“

„Aber warum musste man damals das ganze System umbauen?“ „Es lief damals nicht ganz rund und alle merkten es, meinten aber, dass sie das nicht mehr treffen würde und es deshalb auch nicht ihr Problem sei, dass man doch besser einfach so weitermachen sollte wie bislang, das wäre doch die beste Lösung – zumindest für sie und alle, die damals meinten das Sagen zu haben. Diese Meinung war bequem und auch für die Politik praktisch und die hielten sich dann auch dran mit dem Ergebnis, dass sich nichts tat, wenn aber das Nötige nicht gemacht wird, dann werden die Zeiten noch schlechter usw. das steigert sich selbst immer höher. Nun gab es dann die, die meinten, dass das neumodische Experiment nun doch offensichtlich gescheitert sei und man endlich zur Vernunft kommen und zurück ins altbewährte System kehren sollte, dafür waren auch einige, die tatsächlich meinten, dass sie die Besseren seien und ihnen diese Position zustehe und dafür waren auch einige, denen es im Grunde egal war, denen aber der ‚ganze demokratische Aufwand‘ zu viel war, sie wollten es einfacher haben und wollten geführt werden, es gab aber auch andere, die es schlicht nicht verstanden haben. Es gab damals eine wachsende Zahl von denen, die eigentlich nur zurück wollten und dann die, die es als Chance ansahen es endlich richtig zu machen. Manche verstanden darunter, dass es doch wohl reiche hier und da etwas Staub zu wischen und die eine oder andere überfällige Änderung umzusetzen; dann gab es die, denen es gar nicht weit genug gehen konnte und dann die, die irgendwelche Position zwischen diesen Extremen umsetzen wollten. Kurz: Auch hier konnte man sich nicht einigen. Und es stand lange Zeit offen, was wie umgesetzt werden sollte.“ „Und was gab dann den Ausschlag?“ „Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Die meisten sind der Meinung, dass es der Moment war, als sich abzeichnete dass C/SE funktionieren wird und IvaP umso besser funktionieren wird, je mehr unterschiedliche Menschen und Ansichten zusammen kommen. Andere meinten, dass die meisten schlicht nicht mehr diesen ewigen Kampf führen wollten, sie erkannten in C/SE und IvaP ihre Chance auf ein gutes, Perspektiven reiches Leben für sich, die Kinder, aber auch für ein friedliches Europa und für alle, die sich anschließen wollen, bieten werde. Wieder andere meinten, es war der Moment, in dem sich selbst die Feudalen der neuen Welt öffnen konnten, warum sie das taten war offen, es wäre dazu gekommen, weil sie einsahen, dass das mit dem ‚einfach zurück‘ nicht klappen kann, wieder andere, weil sie durch den Prozess, der einsetzte eine ‚echte Chance für das neue Experiment‘ sahen usw..“ „Und was wurde dann umgebaut? Hier in Deutschland und Europa war wenig nötig obwohl IvaP den Gesetzgeber herausforderte, einige Länder, vor allem die patriarchalen, hatten einen langen Prozess vor sich, die Jugend stürzte sich in das neue Leben und nahmen die Eltern einfach mit, einige der Älteren, die sich so gar nicht zurecht fahnden, konnte ihr gewohntes Leben weiterleben wurden aber unterstützt und alle waren glücklich.“ „Gehen alle ‚Geschichten des Lebens‘, wie Du das nennst, gut aus?“ „Nein nicht alle und lange Zeit konnte niemand sagen, wie das damals ausgehen würde. Man einigte sich zuletzt auf eine C/SE und IvaP basierte Wirtschaft und darauf, dass jeder der beitritt sich an die wirtschaftlichen und politischen Vorgaben halte und dass es eine offizielle Vertretung für diesen Verbund geben soll, damit der Rest der Welt mit dem Verbund reden und handeln kann. In der Pandemie zeigte sich, wie wichtig die Regionen sind und deren Eigenständigkeit und da es nun einen einheitlichen Rechtsbereich gab, wurden die Landesvertretungen weniger wichtig, sie wurden nur noch gehalten, um die bestehenden Verträge, die vom neuen Verbund nicht übernommen werden konnten, weiterhin bestehen und pflegen konnten. Die Regionen mit ähnlichen Aufgaben, schlossen sich zusammen und erarbeiteten gemeinsam Lösungen, das waren hier die größten Aufgaben, andere Staaten hatten da mehr zu tun.“

„Opa, eine Frage noch: Wie war das mit der Korona-Pandemie?“ „Heute hast Du aber viele Fragen. Bei einer Pandemie bleiben alle zuhause, es gibt keine Besuche und wenn man rausgeht, dann nur um das Nötigste zu beschaffen. Es ist merkwürdig, aber wenn plötzlich nichts mehr geht, dann merkt man erst so richtig, was schon vorher nicht gut ging, weil jetzt alles schwerer wird, wird das, was vorher schon hackte, fast unmöglich. Für viele wurde es eng und etliches einfach unerträglich, in den USA ging es wegen Polizeigewalt und rassistischen Institutionen los, die Leute schlossen sich schnell und in vielen anderen Ländern an. Für einige war es einfach nur eine gute Gelegenheit mal wieder Dampf abzulassen, aber die meisten waren ehrlich empört über die allgemeine Situation und die Selbstzufriedenheit derer, die meinten die Richtung ansagen zu müssen. Bei den Demonstration wurde aber weder auf Hygiene noch auf Distanz geachtet, das warf viele Regionen in einen zweiten Shutdown und damit wieder in die Situation, die den Finger in die Wunde legt, die Situation nochmal verschärft, meist traf es die, die bereits hart getroffen waren. In den USA war es besonders hart, da viele von der Hand in den Mund lebten und viele Kredite bedienen sollten und die Wohnverhältnisse oft Distanz und Hygiene nicht zuließen (das war auch in anderen Ländern eine der Hauptschwierigkeiten), waren die Verhältnisse unerträglich, so konnte es nicht weitergehen. Als dann einer von der feudalen Fraktion meinte, dass die doch selber Schuld sind, sie hätten sich ja hocharbeiten können, aber sie seinen schlicht zu faul – da kippte dann alles, denn alle sahen, dass das bewusst und gewollt so eingerichtet war, wie es ist und dass alle vorgeführt wurden. Die Legitimation der Regierungen gingen verloren und die Wut darüber, dass all das Elend und Leid bewusst herbeigeführt und aufrechterhalten wurde, nur wegen einer bigotten Lebenseinstellung. Der Druck auf die Politik stieg von allen Seiten an: Sie verlor das Vertrauen der Bevölkerung, die Wirtschaft war fast zusammengebrochen, die Aussichten waren schlecht, die Investitionen blieben aus und weil fast alle Neuerungen unterdrückt worden waren, konnten diese nun auch nichts mehr retten, man saß auf einem Scherbenhaufen – weltweit. Es war eine Zeit, in der viel Porzellan zerschlagen wurde und die Bereitschaft etwas Neues zu probieren stieg, aber die Widerstände waren gewaltig. Lange sah es so aus als würde alles beim Alten bleiben oder dass man ins Mittelalter zurückkehren würde.

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