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Kurz und fündig

12. November 2017

Was kann die Politik in der Wirtschaft bewirken? Das kann schön an der Atomkraft gezeigt werden: Sie wurde gegen den Willen der Wirtschaft etabliert.

Was will die Wirtschaft? Gewinne einfahren, solange es noch geht. Und wenn die Gewinne gesichert erscheinen, dann geht es um die Absicherung derselben, meist durch schiere Grösse bzw. Dominanz des Marktes. Die Wirtschaft hat ständig Angst, dass bald alles kaputt geht – deshalb verhält sie sich oft so, dass alles kaputt gehen muss.

Was kann der Kunde? Solange es den Wettbewerb durch den Markt dominierende Firmen nicht gibt, hat der Kunde keine Wahl und damit keine Macht / Möglichkeiten. Ansonsten hängt es davon ab, was er weiss und Kleinigkeiten wie: Ob er in einer restriktiven Umgebung lebt.

Gibt es sichere Software? Nein.

Woran liegt das? Komplexität ist das Stichwort, das einem hier ständig begegnet. Sie wächst mit dem Faktor der Fakultät. Das ist grösser als die Potenz. Etwas vereinfachend gesagt steigt bei einem Programm nach dem Schema: Fakultät der Codezeilen. Deshalb kann nicht alles getestet werden. Das wäre aber nötig, um absolut sicher gehen zu können, zudem schreitet die Entwicklung fort und es ergeben sich täglich neue Dinge, auf die zu achten (gewesen) wäre – dafür ist es gelegentlich zu spät.

Was kann man dagegen unternehmen? Viel – aber das ist nicht gewollt.

Warum? Da gibt es unterschiedliche Ansätze: Auftragnehmer und Mitarbeiter sichern ihren Auftrag bzw. Arbeitsplatz; Politik und Wirtschaft wollen möglichst unsichere Standards und wenig Regelung; Wirtschaft und Politik wollen an persönliche Daten; die Politik will ermitteln können – und schiebt das vor, damit sie auch spionieren kann; die Wirtschaft erhofft sich weitere Geschäftsfelder, durch die Kommerzialisierung der Sicherheit der digitalen Welt usw..

Und wie sicher wäre IT, wenn alle am gleichen Strang (und daran in die gleiche Richtung) ziehen würden? Im Leben gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Das gilt auch für die IT. Deshalb wird Sicherheit in der IT daran gemessen, wie hoch der Aufwand wäre. Daran gemessen wäre die Sicherheit, die bei sorgfältiger Programmierung und Melden von Einfallstoren, ausreichend hoch: Selbst mit viel Hardware und Können wäre es ein fasst unglaublicher Zufall, eine Lücke zu finden und nutzen zu können.

Aber warum macht man das nicht? Man verspricht sich viel davon.

Was zum Beispiel? Die Wirtschaft meint oft, dass viele Informationen Klarheit schaffen und dass alles Wissen Allmacht bringen würde. Die Politik fürchtet sich vor Unterwanderung und beide zusammen würden gerne die Meinung im Volk steuern können.

Und was ist schlimm daran? Man nennt das auch Spionage, Stimmungsmache, Populismus, Unterdrückung und Cäsarensyndrom. Zudem führt es zu einer allgemeinen Gleichmacherei und da Gleichmacherei jede Gemeinschaft schwächt, wird das meist blutige Ende dieser Herrschaft (die definitiv undemokratisch wäre) eingeläutet. Kurz: So was geht selten lange gut (eher ein paar Jahre denn Jahrzehnte). Denn sie glauben nicht, dass der Zweck die Mittel nicht heiligt. Das kann in der Geschichte vielfach nachgelesen werden.

Und warum macht man es dennoch? Es gibt eine Gruppe von Leuten, die das seit etlichen tausend Jahren versuchen – und regelmässig scheitern bzw. sich die Sache als zu kurzlebig erwies. Die Gründe sind vielfältig: Meist können sie einer „Versuchung“ nicht widerstehen; viele geben offen zu, dass sie „das solange machen werden, bis es ihnen verboten wird“, diese Leute wollen andere erziehen und legitimieren das meist durch einen früheren Erfolg, der ja wohl den Willen Gottes offenbare, dass sie das so machen sollen. Es ist Selbstüberschätzung, Anmassung, Gier und Geiz – kurz: alle Todsünden bzw. Cäsarenwahn.

Aber lernen die denn nie etwas dazu? Es gibt heute eine nie dagewesene Verlockung, die das Unterfangen für solche Leute geradezu zur Pflicht macht: Die Digitalisierung. Bislang galt, dass einer allein weder alle Informationen beziehen noch alle Informationen verarbeiten könne, mit der Zeit wuchs die Verzweiflung, denn man scheiterte bereits an der Masse des allgemeinen Wissen und dem Aufwand und der Organisation. Die IT scheint das heute jedoch wieder möglich zu machen – und das relativ billig und exklusiv für eine sehr kleine Gruppe. Bei solchen Möglichkeiten kochen die Allmachtsphantasien über.

Und – kann das funktionieren? Nein. Wissen und Können sind stark von dem Kontext und Verhalten (u.a. Übung) einer Person abhängig. Das geht nicht parallel sondern würde eine ganz andere Person bilden – aber eben wieder nur eine.

Zu den Kontexten einer Person gehören auch deren Eigenschaften. Das führt dazu, dass es bei offenen Fragen so viele Antworten (oder mehr) gibt, wie Personen gefragt werden. Wer also alles Wissen können wollte, bräuchte schon eine ausgeprägte multiple Persönlichkeitsstörung – es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Person nicht effektiv handeln könnte.

Was bekommt man stattdessen? Das grosse Scheitern. In den meisten Fällen entdeckt man alles und nichts, kann sich aber eine Welt basteln, wie sie einem gefällt und die wird sehr wahrscheinlich alle Befürchtungen bestätigen, was diese verstärkt und einen selbstverstärkenden Effekt aufweist, der alles andere verdrängt – das dürfte zu tiefer Verzweiflung und diese zu Panik und Manie führen.

Was würde stattdessen helfen? Nur eine offene Gesellschaft hilft, in die sich jeder einbringen kann und die mit allen ehrlich redet.

Aber es heisst, dass der Mensch nur in der eigenen Gruppe gerne gibt! Wie offen kann eine Gruppe sein? Wie diese Gruppe definiert wird, liegt im Auge des Betrachters: Wer sich von anderen ab- und diese deshalb auch ausgrenzen muss, der wird nur innerhalb dieser selbstdefinierten Gruppe „gut“ sein, im Umgang mit Nichtmitglieder aber ausgesprochen „böse“. Aber was spricht dagegen, dass die Gruppe etwas grösser ist – sagen wir die Menschheit umfasst?

Welche Rolle spielt dabei die Globalisierung? Wirtschaftlich gilt, dass Märkte sich ausbreiten. Je erfolgreicher ein Produkt bzw. Produktionsprozess wird, umso schneller breitet es/er sich aus. Daran ist nichts schlimmes – es kommt darauf an, wie man es macht. Darüber sollte man sich zeitig Gedanken machen, denn Wirtschaft funktioniert in aller Regel umso stabiler, je grösser das Gebiet ist, das sie umfasst. Das kann Vor- aber auch ein Nachteil sein.

Welche Vorteile? Nichts geht immer gut, Rückschläge kommen schlicht vor. Wenn der Hagel mein Feld niedergemacht hat und ich gut mit den Nachbarn kann, wird es nicht leicht aber es wird gehen. Grösse ist manchmal auch eine Versicherung. Gerät sie ins Wuchern, dann schlägt sie ins Gegenteil um.

Welche Rolle spielt Grösse? Im Wirtschaftlichen bedeutet Grösse letztlich nur Versicherung. Sie kommt spätestens ins Wuchern, wenn der Markt dominiert werden kann.

Wenn der Gewinn als gesichert gilt, sichert man sich den Markt – u.a. verhindert man dadurch Innovation und führt den Markt in die Stagnation, leitet den eigenen Untergang selbst ein, weil: Je länger ich einen Markt dominiere, umso gesättigter wird er, das wird an Absatzschwächen deutlich und der Markt wird irgendwann entweder untergehen oder von einem anderen, der mehr oder weniger zufällig, auf die notwendige Entwicklung gestossen ist und sie umsetzen kann, übernommen.

Wirtschaftlich sollte Grösse ein Warnsignal sein? Oft. Weil Zusammenbrechende Märkte zuvor kumulieren, da wird einer ganz gross und übrigbleiben – und einen Pyrrhussieg erringen bzw. die Asche hüten. Aber auch, weil Grösse mit viel Aufwand aufrechterhalten werden will, das führt schnell zu Rechtsbrüchen und Ungerechtigkeiten, immer aber auch zu einer Schädigung der allgemeinen Marktlage führt, denn sie wird eingeschläfert, bewusst geschwächt.

Was kann man dagegen unternehmen? Die Wirtschaft / der Staat sollte darauf achten, dass Innovationen immer und ohne Rücksicht auf bestehende Märkte gemacht werden können. Eine erste Massnahme wäre es, z.B. in Zusammenarbeit mit den (Hoch-) Schulen, Umsetzungszentren zu etablieren. Sie greifen Ideen auf, prüfen sie auf Machbarkeit, auch in Kooperation mit anderen Ideen, und setzen sie um. Das kann als „Start-Up Geburtsstation“ bezeichnet werden. Firmen können die Produkte kaufen, doch gehen die Rechte nach relativ kurzer Zeit wieder zurück, wenn die Produkte nicht auf den Markt kommen.

Und wie würde das wirken? Entweder führt das dazu, dass die Firmen auf diese Zentren setzen und die Eigenentwicklungen komplett einstellen oder dass sie die Eigenentwicklung hochfahren.

Was wäre wahrscheinlicher? Dass sie mit dem Auslagern beginnen – weil viele Konzerne sowieso der Meinung sind, dass ihre Produkte nicht zu verbessern seien, bzw. dass sie sich zurückhalten und sich die Sache erst mal ansehen. Wenn sich die Zentren als effektiv erweisen, was ein oder zwei Jahre dauern kann, dann werden sie versuchen Leute abzuwerben, gelingt das, dann werden sie versuchen den lästigen Markttreiber auszutrocknen und kaputt zu kriegen. Gelingt das nicht, werden sie in die Schubladen greifen und versuchen den Markt mit Neuerungen zu fluten um so den alten Zustand wiederherzustellen. Gelingt das nicht, werden sie die Eigenentwicklung hochfahren und zum Teil in die InnoCents auslagern. Letztlich verlagert sich die Grob-Entwicklung in die Zentren und die Firmen kümmern sich dann um die Detailarbeit, die ja auch firmenspezifisch ist. Etliche Produkte werden aber auch zu neue Firmen führen.

Wie sähe eine Wirtschaft aus, die auf dem Stand der Zeit wäre? Wie oben bereits angedeutet: Die einzelnen Komponenten, die heute unter einem Dach sind, werden getrennt und selbstständiger: Idee und Umsetzung separieren sich von der Produktion, der vom Handel und Wartung. Wenn die Produktion quasi vollautomatisch abläuft, dann sinken auch die Preise für kleine Serien und einzelne Produkte, wenn diese dann auch noch individualisiert werden könnten, dann würden sich um die Produktionsstätten herum Handwerker ansiedeln, da diese Stätte fleissig Aufträge liefern.

Die Stichworte für den Blog sind IvaP und ForschungsInseln.

Weil wir gerade dabei sind: Wie viele arbeiten aktuell an City-SynErgy? Keiner. Angestellte gibt es nicht und die Arbeiten daran sind soweit, dass es bereits Lösungen / Umsetzungsmöglichkeiten für jede Aufgabe gibt, die nun zusammenarbeiten müssten, damit es klappt. Bei CSE braucht es die Leitschiene, die etwas vom Antrieb abhängt, dafür gibt es mehrere Kandidaten, die Pfeiler und die Kabinen sind nahezu trivial – es geht um die Massenproduktion. An der scheinbar niemand ein Interesse hat

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