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G20, Sprechen, Kommunikation und wie es sein könnte

7. Juli 2017

Was ist besser Reden oder Randale?

Unbestritten ist es besser miteinander zu sprechen, selbst verbales Streiten ist im Prinzip besser als alle anderen Alternativen: Kampf und Krieg. Wenn sich Gruppen gegenseitig abgrenzen und sich ausschliessen, werden sie Aggressivität und Gewalt wird immer leichter akzeptiert bis sie „ganz normal“ wird – schliesslich sind die anderen selber Schuld.

Interessen und abstrakte Ziele werden dann zum Alleinstellungsmerkmal, zum Kennzeichen der eigenen Gruppe und das der Anderen zum Kainsmal – hat man die eine verdrängt, dann findet oder macht man sich schnell einen neuen Feind, denn ohne Alleinstellung, kann man auch nicht aus und für die Überzeugung kämpfen. Die Motivation des Einzelnen wird im Ränkespiel der Macht zum Mittel zum Zweck. Der „schwarze Block“ bzw. alle aggressiven und gewaltbereiten – evtl. die Gewalt Erwartende oder auf sie Setzende schliesst „die“ anderen aus.

Anders herum dürfte das aber auch zutreffen – da diese die „Stärkeren“ sind, ist das besonders schwerwiegend, denn dem Stärkeren sollte klar sein, dass er letztlich alleine einer Masse gegenübersteht. Es mag für viele ein Nervenkitzel und Reiz an sich darstellen, die Massen führen, letztlich wie Marionetten an der Nase herumführen zu können – doch es ist auch klar, wie das endet: Entweder er hört von selbst damit auf oder es wird von den anderen beendet werden. Das ist wie ein Rodeo: Es geht nur darum, wer sich wie lange auf dem Hengst oder Stier hat halten können, vielleicht noch um eine Sondernote für den Abgang z.B.: Hat er überlebt? Letztlich ist das aber egal, Hauptsache ist für solche Leute, dass sie es in die Annalen, in die Geschichtsbücher geschafft haben.

Beide Seiten haben die Gespräche abgebrochen. Was die Randalierer – ausser Randale – wollen, weiss ich nicht. Insofern ist die Randale für mich nicht einmal nachvollziehbar. Warum lässt man sie nicht zu Wort kommen? Wollen sie das überhaupt? Ich weiss es nicht.

Was wollen die Anderen, die „Starken“, die Ansager und Einpeitscher?

Wirtschaft, in einem sehr engen und unguten Sinn.

Wie soll ich das verstehen?

Wirtschaft ist ein gesellschaftliches Phänomen. Bei Gesellschaften dreht es sich um Gruppen und wie diese organisiert werden sollen. In Sachen wirtschaftliche und gesellschaftliche Organisation stehen wir so ziemlich am Anfang und haben seit jahrtausenden nicht wirklich etwas dazugelernt.

Wie „Am Anfang“?

Jeder kennt die Situation: Wenn etwas Neues aufkommt, dann steht man eine Weile wie der Ochs vor dem Berg vor diesem Unfassbaren, bis man sich der Sache annimmt und in langen „Versuchsreihen“ die Sache zu verstehen versucht, mit der Zeit gelingt das immer besser, zum Schuss weiss man dann gar nicht mehr, wie es ohne das noch gehen sollte. Leid, Neutralität, Integration heissen deshalb auch diese Stufen, die Neues durchläuft – aus der Sicht des Erlebenden. Die Gesellschaft erlebt das beim Thema Spezialisierung der Mitglieder oder „Jeder macht das, was er am besten kann“.

Aber das ist doch gut!?

Sicher, doch wie werden die Güter verteilt? Man entschied sich für das Tauschen, für eine Art von Geldwirtschaft. Alternativen gäbe es zu genüge, aber die Angst zu-kurz-kommen-zu-können zwang die Entscheidung in Richtung Geldwirtschaft. In der gerade gegebenen Definition ist das typisch für eine Gruppe, die mit dem Thema noch nicht ganz zurechtkommt. So gesehen ist das eher schlecht.

Dann also: Was tun?

Das Motto ist: So schnell wie möglich aus dem Leid durch die Neutralität in die Integration. Dann sollt man für eine Weile stehenbleiben bevor es mit dem nächsten Neuen von vorne beginnt.

Und konkret bedeutet das?

Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre zu verstehen, wie (Geld-)Wirtschaft funktioniert: Solange der Rubel rollt (und es nicht zu viel oder zu wenig davon gibt (aber das könnten wir steuern)), solange funktioniert die Wirtschaft. Es ist OK, wenn jeder gewisse Rücklagen bildet, schlecht ist es aber wenn Geld gehortet wird. Wer um diese Forderung herum eine Wirtschaft konstruiert, kommt auf Lösungen wie sie im Blog unter den Stichworten SynErgy, IvaP und den 150er gegeben wurden.

Und konkret für die Globalisierung?

Man sollte nicht vergessen, dass es mehrere Entwicklungsstufen bei der Wirtschaft gibt. Es gibt in der Wirtschaft grundsätzlich lokale, regionale, überregionale und / oder internationale Interessen. Wir versuchen alles durch die Globalisierung zu ersetzen – der Fehler ist einfach, dass man es sich zu einfach macht, denn die anderen Faktoren gibt es weiterhin und die Globalisierung kann diese auf Dauer nicht bedienen. Mit anderen Worten: Nur die Globalisierung allein schafft es nicht.

Was braucht es parallel zur Globalisierung?

Wer den lokalen und regionalen Markt globalisiert, der verliert wichtige Impulsgeber und an Flexibilität. Jede Region sollte die Wirtschaft so aufbauen, dass die Region im Fall des Falles sich anfangs minimal später dann stabil selbst versorgen kann und lokale Eigenheiten pflegen. Diese können auch zu einem Exportgut und damit in der Globalisierung eine Rolle spielen bzw. zu einem Alleinstellungsmerkmal werden, das z.B. Tourismus fördert.

Zudem sollte Dezentral wichtiger werden. Der Grund ist einfach: Man kann Automation dazu nutzen, den Gewinn zu maximieren und die Vielfachheit zu minimieren oder man kann die Automation dazu nutzen, viele unterschiedliche bis individualisierte Produkte automatisch und damit auch schnell und kostengünstig zu produzieren. Der nächste Schritt ist schlicht: So viele Produkte wie möglich vor Ort und so frei gestalt- und wandelbar wie möglich zu machen, damit die Produkte flexibel bleiben, Innovationen umgesetzt werden und die Arbeit vor Ort planbar und kontinuierlich bleibt. Es soll aber auch eine gewisse Konkurrenz geben, um die Qualität zu heben und Monopole zu erschweren.

Aber werden dann die Produkte nicht sehr viel teurer?

Das kommt wieder darauf an, wie es gemacht wird. An der Arbeitskosten liegt das dann aber nicht, denn die sind ortsüblich hoch und damit neutral. Zudem können bestimmte (Teil-) Produkte zentral hergestellt werden, welche das sind wird sich ständig ändern. Auch hier wird auf Flexibilität durch Vielfältigkeit gesetzt. Wie gesagt: Es gibt alle Märkte, der Fehler heute ist, dass wir alles globalisieren wollen, statt die Technik zu nutzen um eine echte Wirtschaft herzustellen.

Mit SynErgy, IvaP und den 150er kann das erreicht werden. Machen wir so weiter, dann gibt es weiter nur „Heere statt Menschen“ und „Interessen statt Leben“, dann bleiben wir auf dem Level Kampf und Krieg hängen, dann romantisieren wir weiter den Tod, den Held und den Gewinner, dann bleiben wir auf dem Level „Ritter und Einzelkämpfer“ hängen – wider besseres Wissen und Wollen.

Aber was würde sich ändern?

Wirtschaft schafft Überfluss. Der wird auch benötigt, um für den Fall des Falles gerüstet zu sein. Das braucht aber nicht ins Unendliche zu wachsen und es braucht auch keinen Wettkampf zwischen reich und reicher. Wenn sich etwas ändert, dann sind genügend Ressourcen in der Gesellschaft und die Gesellschaft flexibel genug, um sich anzupassen statt sich dagegen zu stemmen und den Kopf in den Sand zu stecken.

Ganz was anderes: Kann man mit Computern arbeitsteilig arbeiten?

Wir machen das heute schon den ganzen Tag – egal ob wir es bemerken oder nicht. Die Frage hinter der Frage dürfte sein, ob wir es vertragen, wenn Computer immer mehr oder vielleicht alle Arbeit übernehmen? Auch das ist eine gesellschaftliche Frage, in diesem Fall wird sich einiges tun; tun wir das nicht, dann kann man sich zwar einreden, dass doch alles gut geht, ist letztlich aber in der Situation dessen, der vom Hochhaus fällt und im dritten Stock sagt, dass bislang alles gut gegangen ist.

Und welche Änderungen werden das sein?

Bislang gehen wir davon aus, dass Gesellschaften statisch sind, über die Zeit hinaus andauern und das einzig wahre Gesetz gefunden zu haben. Auch unsere Gesellschaft denkt das. Im Neutralen Bereich, sind Gruppen zumindest durchlässig und es ist recht normal die Gruppe zu wechseln. In der Phase der Integration dann können wir mit unseren Zugehörigkeiten und Gruppen virtuos umgehen. Der grosse Unterschied ist: Wenn Gruppen heute denken, sich abgrenzen zu müssen und mit Härte anderen eintrichtern zu müssen, wie sie sich zu verhalten haben und Gewalt dafür wie auch für den Ressourcenkampf ein adäquates Mittel sei, dann werden dann die Menschen ihre Gruppe gut kennen und andere Gruppen für ganz interessant halten, man redet miteinander und man tauscht sich aus, alle wachsen und lernen bauen sich gegenseitig auf und helfen weiter, dann sind die Menschen wichtig, dass es da irgendwo im Hintergrund noch Gruppen gibt, stimmt zwar, diese sind aber nur Hilfsmittel statt „die ganze Welt und der ganze Himmel“.

Muss es unbedingt SynErgy, IvaP und die 150er sein?

Nein, irgendwie ähnlich wird es wohl losgehen bzw. wird die eine oder andere Phase dem recht nahe kommen, aber prinzipiell sind diese Vorschläge nur Vorschläge, das kann man gestalten, das muss man auch nicht in Geld und Macht umrechnen – darüber würde dann nur der Kopf geschüttelt werden.

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From → 150er, Politik, Wirtschaft

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