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Summa Summarum

30. Juni 2017

In letzter Zeit waren es überwiegend wirtschaftliche Thema und die Umsetzbarkeit von den Ideen, die hauptsächlich diskutiert wurden. Zur aktuellen Entwicklung halte ich mich gern etwas zurück, denn in Wahlkampfzeiten ist so viel Unsinn zu kommentieren, dass ich aussuchen müsste, und dann kommen immer diese Beschwerden, warum er denn nicht „ausgesucht“ wurde. Die Eitelkeiten häufen sich in solchen Zeiten – da halte ich mich gerne raus.

Hier, was es diesmal zu Sagen gab:

Rechnen sich SynErgy, IvaP?

Ja. Wie? SynErgy verkauft Energie, IvaP reduziert die Kosten für die Produktion und schafft viele Arbeitsplätze durch die Umstellung, die Individualisierung und die ständigen Optimierungen.

Rechnen sich das BGE?

Das BGE ist keine Idee des Blogs, das gibt es schon immer, hier wurden nur die Möglichkeiten der Finanzierung diskutiert, über das BGE selbst halte ich mich lieber zurück, denn es kommt schlicht darauf an, was erreicht werden soll und wie es gemacht wird.

Es kommt auf die Ziele an, weil der Kapitalismus immer zu einer Situation führt, in der einige wenige über nahezu das gesamte Geld verfügen und die anderen nichts haben, aber auch die Idee vom schlanken Staat tendiert dazu, wieder andere wollen es, um allen die bedingungslose Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Es gibt noch viele andere Gründe, gute und schlechte. Wichtig ist aber nur, wie es gemacht wird – denn einfach wird es nicht das gut zu machen und die Lösungen zu kommunizieren.

Warum ist das so schwer?

Aktuell vor allem deshalb, weil nicht klar ist, wie es gemacht werden soll und was damit erreicht werden soll. Sagen wir: Weil es aktuell eine unscharfe Aufgabe ist. Aber selbst wenn das geklärt wäre, dann ist das eine Sache, die von allen mitgetragen werden müsste, und niemand nachzockt. Da das aber sehr oft der Fall ist, droht von der anderen Seite die Gefahr das Ganze absolut sicher zu machen, bei solchen Gelegenheit wird schnell überreguliert.

Also wegen dem grundsätzlichem Warum, Wie und „ob es all mittragen“?

Ja.

Aber würde es sich rechnen?

Es kommt darauf an, was erreicht werden soll und wie es umgesetzt wird. Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann gerechnet und ein Fazit gegeben werden.

Welche Form würdest Du wählen?

Ich denke, dass ein gut gemachtes BGE viele weitere Änderungen voraussetzt. Denn in einer reinen kapitalistischen Umgebung wird es schnell entweder zum Kassenfüller der wenigen Grossen oder zu einer minimalen Grundversorgung. Beides verfehlt das eigentliche Ziel.

Welches Ziel wäre das?

Dass jeder genug zum Leben in der Gesellschaft hat.

Und die Schwierigkeiten?

Wie hoch ist der konkrete Betrag? Wie bedingungslos ist es tatsächlich? Und sollte es nicht Anpassungen an die lokale Situation geben? Diese technischen und konkreten Fragen werden gerne vor der grundsätzlichen Frage gestellt, in der Hoffnung, dass sie als KO Kriterien offen bleiben. Dazu kommen Fragen wie: Wie reagiert der Markt? Wie reagieren die Betroffenen? Was wollen wir damit erreichen?

Und wie reagiert der Markt darauf?

Er könnte sagen: Der Kuchen ist grösser geworden, die Preise gehen rauf. Dieser absehbaren Effekt kann abgemildert werden, indem nur wer weniger verdient, das Geld ausbezahlt bekommt, damit reden wir auch über wesentlich kleinere Beträge.

Wenn dagegen alle einen bestimmten Betrag bekommen, dann wäre das zwar definitiv „bedingungslos“ und „für alle“, doch wie würde das ausgeglichen? Sinken dann die Löhne und die Renten um diesen Faktor? Und würde diese Anpassung zum Erhalt der Geldmenge nicht wieder zu versteckten Lohnkürzungen genutzt werden.

Und wie verhalten sich dazu die Vorschläge des Blogs?

Es wurde nur die EZB Lösung vorgeschlagen, das jedermann eine bestimmte Summe monatlich als Kredit auszahlt, den dieser durch seine Tätigkeiten in diesem Monat zurückzahlt. Das Geld würde wie eine Lohnerhöhung wirken, die Nachfrage erhöhen und die Märkte beleben. Es kann aber auch verpuffen, z.B. wenn die Verkäufer der Meinung sind, dass der Kuchen grösser wurde und sie deshalb die Preise erhlhen.

Woran hapert es noch?

An vielen Definitionen und konkreten Vorschlägen. Aktuell kann sich jeder eines zimmern und seine eigenen Interessen damit verfolgen.

Also ein grundsätzliches Ja?

Wenn die Umsetzung stimmt, ja.

Wie wirkt sich IvaP auf den Kapitalismus aus?

Die negativen Seiten würden eingehegt, die positiven gestärkt werden.

Wie kommt das?

Statt dezentral in riesigen, vollautomatischen Fabriken immer dieselben, einheitlichen Produkte herzustellen und lieber den Kunden an die alle glücklich machenden Produkte anzupassen; statt die Produkte an konkrete Bedürfnisse des Marktes, wird in vielen, kleineren aber dezentralen Einheiten ständig optimierenden und die Bedürfnisse der Kunden erfüllend individuell gearbeitet werden. Individuelle Ideen können auf zwei Arten finanziert werden: Man setzt auf eine massenhafte Nutzung oder man lässt sich seine Arbeit direkt bezahlen. Letzteres kennen wir gut, denn das ist das, was wir gerade machen – das sollten wir nur noch vereinzelt tun.

Woran leidet die aktuelle Wirtschaft?

Daran, dass wir versuchen alles zentral zu regeln.

Also nicht am Kapitalismus?

Er ist nur ein Teil der aktuellen Umsetzung des Konzepts Geld- „Wirtschaft“ und wird auch gerne zur Begründung des „edlen und ewigen Kampfs“ angeführt. Sieht man sich jedoch die ersten Definitionen an, dann steht dort klar im Vordergrund, dass der Einzelne – schon aus Egoismus – ein Interesse daran hat, die Probleme anderer zu lösen, um Geschäfte machen zu können. Das kann altruistisch genannt werden.

Ist der Kapitalismus dann gut?

So gesund wie jede Form des Wirtschaften – man handelt sich immer auch Ärger ein. An der Stelle bitte nicht vergessen: Es gib nicht den Kapitalismus. Es gibt viele und es gibt mehrere Gegenpole, letztlich sind sie alle nur wirtschaftliche Konzepte und alle diese Konzepte können konstruktiv oder destruktiv umgesetzt werden. Das, was allgemein unter „Kapitalismus“ verstanden wird, ist gruppendynamisch im „leidenden WIR“ angesiedelt und diese Effekte wirken wesentlich stärker als das wirtschaftliche Grundkonzept.

Ein Beispiel bitte.

Nehmen wir wieder den Egoismus als Beispiel: Der Kapitalismus geht davon aus, dass, wer sich egoistisch verhält nur dann erfolgreich sein kann, wenn er auf die Bedürfnisse anderer eingeht und deshalb neue Lösungen bringt, die für sein Produkt sprechen. Leitet man aus der simplen Aussage: „Egoismus lohnt sich nur, wenn man altruistisch wird“ ab, dass sich Egoismus und der eigene Vorteil immer oder zu einem grossen Teil zum Vorteil aller werde, weil z.B. Geld in die Region kommt, dann hat man die Aussage nicht verstanden. Stellt man die Gegenfrage: Wo ist das ausgerufene Ziel, der Altruismus? Dann bekommt man zur Antwort: Anderweitig beschäftigt. Fazit: Themaverfehlung.

Jetzt mal ehrlich: Egoismus und Kapitalismus passen nicht zusammen?

Per ursprünglicher Definition nicht. Jede Wirtschaftsform ist eine Organisation einer Gesellschaft – viel Egoismus verträgt sie nicht, denn dann wird die Zahl der Produkte und Innovationen immer kleiner, dann werden Märkte stagnieren, kumulieren und zum Monopol und damit für alle anderen uninteressant. Werden diese Märkte evtl. noch politisch geschützt oder geschont, schadet man wieder dem Markt, dann fehlen Ideengeber und damit auch Innovationen in anderen Märkten, ergo wird dieser Markt in Zyklen mit steigenden Amplituden gezwungen. Macht man das lange genug, dann kommt es zur Katastrophe.

Rettet uns dann der Marxismus oder die Linken?

Weder Marxismus noch Lenin oder sonst einen Vertreter der sogn. Linken, habe ich gelesen. Deshalb möchte ich mich dazu nicht äussern. Gelegentlich habe ich etwas über diese Texte gelesen und dort erfährt man, dass „wer das Kapital liest, liest viel über den Kapitalismus aber wenig bis nichts über Sozialismus, Kommunismus usw.“.

Was kann uns retten?

Es gibt grundsätzliche Regeln des Wirtschaften. Wenn eine Gesellschaft sich grundsätzlich in einer Wirtschaftsform organisieren will, dann sollte sie sich an diese Regeln halten, dann gibt es sehr viel länger Zyklen mit weniger starken Ausschlägen.

Wie könnte sich die Gesellschaft ohne Wirtschaft organisieren?

Es gibt viele bekannte Formen, nicht alle sind besser. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass man irgendwann (falls der Mensch dieses Stadium erreicht) einmal ohne Geld auskommt und seine Arbeit macht statt darauf zu schauen, dass man ja nicht zu kurz kommt oder mit möglichst wenig Aufwand möglichst hohe Gewinne einfährt.

Zurück ins Jetzt: SynErgy, wie finanziert sich das?

SynErgy ist in der komfortablen Situation, dass es Energie verkaufen kann, dafür finden sich Investoren. Zum anderen dadurch, dass die Staatsausgaben auf Dauer sinken, weil viele hoheitliche Aufgaben mitfinanziert werden zumindest billiger werden und der Staat an den Einnahmen partizipiert – SynErgy finanziert nicht nur sich selbst, es ist eine Möglichkeit die Gelder der Finanzmärkte für ein paar Runden wieder in den Realmarkt zu bringen und die Staatsfinanzierung neu aufzustellen.

SynErgy zusammen mit IvaP?

IvaP reduziert durch dezentrale Produktion und weltweiter Ideenweiterentwicklung die negativen Seiten des aktuellen Systems und SynErgy liefert einen kosteneffektiven Staat, Mobilität und die Energie dazu sowie ideale IvaP Produktionsstandorten bei den Knotenpunkten und initiiert neue Produktions- und Arbeitsprozesse, das kurbelt zusammen mit der allgemeinen Verbesserung der Infrastruktur den Innovationsmarkt und den Ideenreichtum der Menschen wieder an, weil es sich nun wieder lohnt, sich anzustrengen.

SynErgy und das bedingungslose Grundeinkommen?

Das BGE kann den Staat schlanker machen (das kann gut oder schlecht sein), die Mitarbeiter unabhängiger machen und damit z.B. sich zusammen mit IvaP positiv auf die Innovationen auswirken – aber all dies nur unter einem grossen Vorbehalt: Wenn man es gut macht.

Zum Schluss noch die 150er, wo helfen die?

Sie können die Prozesse und Entwicklungen unterstützen vor allem, weil sie das Dezentrale und die Individualisierung sowie die Innovationen unterstützen aber auch das Gruppenbedürfnis und -verhalten der Menschen an den positiven Punkten stärkt und an den negativen Punkten schwächt.

Was ist Dein allgemeines Fazit?

Der Blog hat seine Aufgabe erfüllt und Alternativen aufgezeigt und Denkanstösse geliefert, angeblich sogar eine Änderung in Stilfragen initiiert – insofern hat sich etwas getan und vielleicht kann mit einem Blog auch nicht mehr erreicht werden. Es wurde aber etwas bewegt. Evtl. genügend.

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