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Zur Diskussion gestellt

19. April 2017

Nichts Besinnliches zu Ostern – warum? Die Frage höre ich seit einiger Zeit.

Nachdenklich war ich schon – seit geraumer Zeit schon. Aber es fällt einem schwer, dabei immer ernst zu bleiben denn: Wenn sie nicht so tragisch und leidvoll wären, die wirtschaftlichen und politischen Stilblüten, die aktuell in Massen produziert werden, hätten komisches und satirisches Potenzial, das jetzt einfach so verschleudert wird. Eigentlich ist es schade drum. Auf der anderen Seite sind die Possen derart dreist und gefährlich, dass sie alles in Frage stellen können – die ersten sicheren Anzeichen stehen im Raum:.

Die anstehenden Aufgaben sind in meinen Augen: Eine Wirtschaft, die den Namen „allgemeine Wirtschaft“ oder eine ausgeglichene Wirtschaft verdient – das wichtigste ist, dass Geld fliesst und nicht geparkt oder in einen geparkten Markt fliesst (ich liste hier nicht alle weiteren denkbaren Fallen auf, die statt dessen installiert werden könnten, weise aber darauf hin, dass es sehr viele gibt).

Das geht nicht ohne die Kooperation gegenüber dem Wettkampf in der Wirtschaft zu stärken. Für den einzelnen Mitarbeiter ändert sich lediglich, dass in kleineren Einheiten gearbeitet wird und dass es keine Firmenphilosophien gibt sondern eigene verantwortliche Meinungsbildung und sachliche Beratung.

Zudem: Dezentral ersetzt das bis heute propagierte Zentral. Der Grund ist einfach: Die allgemeine Entwicklung geht bereits in diese Richtung, weil es z.B. unsinnig ist alle Autos für die Welt in einer zentralen Firma zu bauen, denn ab einem bestimmten Moment verbessern grössere zentrale Einheiten nichts mehr, im Gegenteil, die Kosten würden sinken, wenn mehrere Produktionsstrassen an verschiedenen Orten verwendet werden würden.

Einige rechnen so: Um die Produktion nur zu verdoppeln, ist meist eine zweite Produktionsstrasse beim Hersteller und oft auch bei den Zulieferern nötig – räumlich sind diese jedoch meist ausgereizt: Neubau steht an. Wer jetzt „rechnen kann“, stellt schnell fest: Zwei räumlich weit entfernte Produktionsorte verdoppeln auch die Zahl der Zulieferer, was die Position der Zulieferer schwächt, weil es plötzlich potenziellen Ersatz für jeden gibt.

Diese Rechnung ist freilich nicht die, die hinter IvaP etc. steht, man sieht aber warum sie es heute machen wollen: Weltweite Lohnkonkurrenz. IvaP etc. setzen auf weitere Dezentralisierung, denn diese erlaubt nun vor Ort zu ortsüblichen Preisen zu produzieren: Die Arbeitskosten neutralisieren sich mit IvaP und Co. mit den Zielen der – nennen wir es: minimal verteilten Produktion, die die Kosten zum alleinigen Kriterium machen und übersteigern wollen, optimieren derart, dass die Kosten der „Optimierung“ sich erst in Jahren amortisieren werden – das ist keine echte Optimierung, das ist kein Fortschritt.

Der rechnerische Unterschied, der beim Kunden ankommt, ist nicht nachweisbar, denn: wenn in einer Gegend höhere Preise möglich sind, werden diese von zentral geführten Firmen auch gefordert. Bei IvaP und Co gibt es direkte Konkurrenz, das hält die Preise automatisch im Rahmen, bietet aber Raum für individuelle Leistungen, da alle die regionalen Verhältnisse kennen, sind Wünsche und Ideen leichter zu kommunizieren und werden motiviert verfolgt.

Die Produkte können so, wie ein Schwamm Wasser aufsaugt, Ideen umsetzen, die wieder andere inspirieren und die Produkte so immer technisch usw. aktuell gehalten werden, statt die Entwicklung auszubremsen, wie das bei zentralen, monolithischen, hierarchischen Firmen aus betriebswirtschaftlichen Gründen, betrieben wird.

Der Blog kann freilich nicht behaupten, dass er allein alles besser machen kann, aber er wird seiner Aufgabe gerecht: Er weist auf Alternativen hin. In diesem Fall, darauf, dass Wirtschaft die Gesellschaft spiegelt, zumindest die, die meinen in diesen Bereichen am Lautesten zu sein. Mit „Werten“ hat das, was da durchgesetzt werden soll, hat das jedoch wenig zu tun.

Doch im Blog wurden diese Themen oft und breit genug beschrieben, das muss hier nicht wiederholt werden. Das Thema hier ist vielmehr: Menschen opfern Zeit, die sie mit der Familie verbringen könnten mit einem interessanten / intensiven Thema aus der Arbeit, um ihre Arbeitsmoral wiederherzustellen, weil sie das in der Arbeit nicht dürfen. Das stellt deren Familiensegen in Frage und die Art, wie in Firmen geführt wird – oder deren Ziele. Da das scheinbar ein allgemeines Phänomen ist, werden die allgemeinen Ziele der Wirtschaft an sich in Frage gestellt. Das lässt die Leute sich auf kleinere Einheiten konzentrieren – parallel zu denen, die meinen, dass der Vorteil grosser Binnenmärkte und deren Regeln, mit einem persönlichen Erfolg verwechseln.

Man betrachte schlicht und ergreifend mein zurückliegendes Ostern: Im Grunde ein verregnetes Wochenende, weshalb sich auch einige für den Chat angemeldet hatten. Aber mit einem Bekanntem ergab sich dann ein intensiver Austausch über die Art, wie eine bestimmte Aufgabe gelöst werden könnte oder sollte und über das, was sein aktueller Arbeitgeber von ihm in diesem Punkt erwartet.

Der Teil des Wochenendes mit der Arbeit, war angenehm und erfolgreich. Der Teil, aber dass ehemalige Mitarbeiter sich Ostern lieber mit einer interessanten Fachaufgabe beschäftigen, als mit der Familie überraschte. Die Frage wurde beantwortet: In der Arbeit können wir das nicht mehr tun und unsere Frauen, wissen, dass wir ab und zu mal etwas Interessantes machen müssen. Dass sie endlich wieder einmal konstruktiv sein können.

Die erarbeitete Lösung wäre im Prinzip für viele der Firmen interessant gewesen. Auch für die Firmen, in denen die Leute arbeiten, die am Wochenende begeistert ihren Teil beitrugen. Ganz allgemein gesagt, gibt es viele Einsatzbereiche für solche Sachen – deshalb wollten einige ja auch wissen, wie das im Detail funktionieren kann. Was hält diese Firmen von ihrer ureigensten Aufgabe ab? Was lässt sie ihre Mitarbeiter daran hindern, an der Zukunft der Firma zu arbeiten?

Doch was treibt Leute an, statt die Zeit, die sie mit Familie, Freunden und Bekannten verbringen könnten, mit einer Aufgabe aus ihrem Arbeitsbereich zu füllen – einer Arbeit, von der die meisten sagen, dass sie nicht (mehr) befriedigend sei, dafür aber immer öfter destruktiv sein können. Was treibt sie an? Sie selbst sagen:

Es wurden „nebenbei“ Erfahrungen ausgetauscht und es erwies sich, dass sich die meisten einig waren, dass sie heute nur in die Arbeit gehen, um vom Arbeiten abgehalten zu werden. Jeder hatte gleich mehrere Geschichten über „nicht nachvollziehbaren“ Entscheidungen und Phänomenen, die nur dann „begründet“ wären, wenn es Tabu Bereiche gäbe. Und ja, spontane Umfragen ergaben dass „in alles, was die gewünschte Internet-Welt nutzt oder braucht, unterstreicht, Geld ohne Ende bekommt, alles, was Alternativen schaffen oder die gewünschte Welt auch nur in einem schlechten Bild erscheinen lasse, nicht unterstützt, meist sogar bekämpft wird“. Einer resümierte: Sie wollen eine Parole erfüllen, egal, was es kostet, egal, was die Fakten sagen, sie wollen die Welt zwingen“.

Dann wurden massive Manipulationen und Beeinflussungen besprochen, die der Welt eines Erdogans gerecht werden würden. Neben „Alternativen Fakten“, die sich an Wünschen orientieren und als fast magisch angesehen werden, gibt es das Prinzip: „der Zweck heiligt die Mittel“. Dann kippte die Stimmung, weil die These: „Wie in den Staaten, so auch bei uns – in zwanzig Jahren“ aufgestellt wurde, und sich alle einig waren, dass sie solche Verhältnisse nicht haben wollen.

Ob das nun Amerika-Bashing sei? Fragte einer und er wurde mit ganz grossen Augen angesehen und es wurde ihm gesagt, dass er doch bitte erst Lesen, dann Denken, dann Fragen oder Schreiben solle, denn dann hätte er Gelesen, dass die USA als Beispiel diene, nicht als Ziel, dass die Beobachtung „versetzte Wiederholung“, als These aufgestellt wurde und deren Ergebnis unerwünscht sei. Der Frager hakte nach: Klingt aber stark nach AfD!? Und er bekam zur Antwort: Die AfD rege sich nur gerne auf – hier ginge es um Lösungen, Alternativen und Möglichkeiten. Gelegentlich um Utopien, weil weder das einzelne Mitglied noch die ganze Gruppe die Möglichkeiten hätten, das, was nötig sei, durchzusetzen.

An dieser Stelle meldete ich mich zu Worte und meinte: „Es ist nötig und möglich, darüber zu sprechen und Ideen zu entwickeln. Alles was nun nötig ist, um die Dinge zu ändern, sind nun da: Ideen und Tatkraft. Beides mag allein und für sich als nicht stark genug erscheinen, aber das sei an dieser Stelle auch nicht wichtig, wichtig sei, dass die ersten Schritte gegangen wurden und ob sich alle weiteren benötigten Eigenschaften einstellen, hängt davon ab, ob weitergegangen wird, es ist noch nicht einmal wichtig, wer da weitergeht, nur, dass jemand weitergeht. Die ersten Schritte wurden gemacht, wenn weitergegangen wird, dann kann das was werden.

Plötzlich redeten alle wieder von der aktuellen Aufgabe. War ich erfolgreich oder -los? Trägt einer die Ideen weiter, redet aber nicht mehr davon, oder habe ich alle vertrieben? Es gab mehrere Meinungen dazu – doch ich will die hier nicht wiedergeben sondern das allgemeinen zur Diskussion stellen.

Auch zur Diskussion stellen, will ich, ob diese Welt wirklich so destruktiv ist, wie sie so vielen erscheint?

Ein anderer meinte, dass wenn es möglich wäre, ein digitales Werkzeug zu schaffen, das es dem Endbenutzer ermöglichen würde, ohne eigene IT oder noch schlimmer: ohne eigene handwerkliche oder wissenschaftlichen Kenntnisse etwas machen zu können, dass es dieses Produkt nie geben würde. Früher nicht, weil die Handwerker Gilden sich absprachen und heute – weil es andere Gilden gibt, die dasselbe machen wollen. Ihnen ist wichtig, dass sie die Kontrolle behalten wollen über die Produkte, die auf den Markt kommen? Wäre es z.B. denkbar, dass das Internet nicht aus Menschenfreundlichkeit sondern nur zu Zweck der Überwachung und zum Spionieren (es stammt schliesslich aus dem militärischen Bereich) geplant und auf den Markt gebracht wurde und die Märkte bewusst manipuliert wurden, dass nur solche Produkte es schaffen können, wenn sie bestimmte Qualitäten erfüllen? Was würde das wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeuten?

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