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Precht und Utopia 2.0

6. Februar 2017

Gestern Nacht sprach Precht mit seinem Gast Blome über die Mitte, wo sie ist und wohin sie will. Nicht ganz überraschend wurde auch die Frage gestellt, ob es den ganz grossen neuen Entwurf, die neue Gesellschaftstheorie braucht oder ob das Ganze auch mit wenigen kleinen Anpassungen erreicht werden kann? Hier meine Antwort:

Aus wenigen Änderungen des Aktuellen kann eine neue Gesellschaft entstehen. Nennen wir es Utopia 2.0.

Das wichtigste Stellrad ist die Umstellung von Zentral auf Dezentral. Zugegeben, das ist eine 180° Wende, die in Sachen Arbeitsroutine jedoch wenig ändert; doch diese Wende ermöglicht viele kleine Strukturen wie Produktion selbst in Dörfer und kleine Städte. Wir beleben das Land wieder und mit SynErgy hat man selbst vom Land aus einen bequemen Bewegungsradius von ca. 250 km (ein Weg max. eine Stunde).

Die Änderung ist zudem kein Rückschritt da gewisse Schwierigkeiten des aktuellen Systems (z.B. dass sich die Gelder an wenigen Punkten häufen) gelöst werden, weil nun nicht Wenige produzieren sondern Viele. Gleichzeitig wird permanent geforscht und weiterentwickelt, die Märkte werden sich deshalb kontinuierlich statt episodisch verhalten.

Dezentral wird zum neuen Zentral.

Weil wir es jetzt können. Das ist neu. Die aktuelle Technik ermöglicht diesen Wandel, gestern gab es das nicht. Damals konnten wir das einfach nicht. Zentral war leicht. Dezentral ist jetzt möglich – und tut gut. Sie tut unserer Zeit und der unserer Kinder gut, denn sonst geht uns die Arbeit aus. Auch das könnte organisiert werden, aber dann geht es ans Eingemachte. Mit der Umstellung auf Dezentral wird sich das sich-Abzeichnende entspannen. Das Gute daran ist, dass es beliebig skaliert werden kann und neue Mitbürger und Gegenden sogar ganze Länder willkommen sind. Wer sich anschliessen will, kann das recht einfach tun, es gibt ein paar Regeln, zu denen man sich verpflichtet, zeigt dass und wie man sie in Zukunft einhalten will, dann dürfte er Antrag erfolgreich sein.

Alles was dafür nötig ist, sind dezentrale Produktionsstätten. Aus der Produktionsstrasse wird eine Produktionsfläche auf der viele kleine, kostengünstige und flexible Roboter gleichzeitig die unterschiedlichsten Produkte herstellen (wie das genauer aussieht, kann gerne nachgefragt werden). Alle benötigten Informationen kommen aus dem Netz: Wie werden die benötigten Kleinteile aus welchen Materialien gefertigt und wie alles zusammengebaut wird. (Vor Jahren habe ich einmal eine Simulation davon gesehen, damals eine Spielwiese für logistische Aufgaben; damals konnten die Roboter nicht realisiert werden – doch das ist lange her).

Individualisierung wird eingeführt. Sie ist notwendig, damit die Weiterentwicklung im Laufen bleibt (nimmt man sie weg, dann geraten wir automatisch wieder in eine zentrale Welt, in der wenige ein bisschen weiterentwickeln – das führt zu Zyklen und Ungleichgewichten) und damit die handwerklichen Betriebe rings um die Produktion kontinuierlich Aufträge bekommen.

Was ändert sich für den Bürger? Das hängt ein bisschen von dem ab, was wirklich eingeführt wird. Grundsätzlich ändert sich aber erstaunlich wenig, denn man geht einfach weiter zur Arbeit (jeder findet etwas das ihn begeistert und mit dem er sich einbringen kann) jetzt aber in kleineren Strukturen – das war es dann auch schon.

IvaP und SynErgy machen die Welt nur etwas einfacher und handhabbarer. Sie ändern im Kern nur eines: Das Grosse setzt sich nun spürbar aus vielem Kleinem zusammen. Dadurch kommt die Arbeit zu den Menschen, die siedeln können, wo sie wollen, doch dort sind sie nicht (wie heute so oft) von der Welt abgeschnitten. Zudem kann mit SynErgy z.B. das Mittelmeer umrundet werden und an den Punkten, an denen es (weit im Hinterland) anlandet, können EU-Inseln Fluchtpunkt und Test bzw. Training-Center für die EU erstellt werden sein.

Alle haben etwas davon: Die Länder den SynErgy-Anschluss, Infrastruktur und neu erschlossenes Land, das vorher einfach nur öde war. Die EU schafft Kontaktpunkte an denen zuverlässige Informationen aber auch aktive Hilfe zu bekommen ist. Zudem ist auch das erweiterbar und könnte flächendeckend angeboten werden. In Staaten, die bestimmten Kriterien erfüllen, braucht es keine EU-Inseln bei den Zugängen zu SynErgy, falls die nicht gewünscht sind oder selbst etwas gemacht wird.

Mit der Plastik-Fachwerk-Bauweise könnten die EU-Inseln ein erstes mal schnell und kostengünstig erstellt werden (dannach tragen sie sich selbst). Es könnte aber auch ein besserer Katastrophenschutz organisiert sowie eine Bereicherung der Event-Gestaltung (in Deutschland) erlebt werden.

Die 150er könnten  z.B. mit den EU-Inseln parallel zu den hiesigen Organisationen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen oder einfach nur zur (demokratischen) Übung (von Entscheidungsprozessen) eingeführt werden. Diese Organisationsform passt gut zu IvaP und SynErgy. Ist aber nicht zwingend nötig.

Auf ein Wort zur Flüchtlingsfrage: Nein, diese EU-Inseln sind keine Lager, Ja, wir brauchen ein gutes Einwanderungsgesetz. Sicher, in den EU-Inseln kann man mit dem Leben in der EU auf Tuchfühlung gehen, aus Neugier oder zur Vorbereitung vor allem aber: um sich gegenseitig kennenzulernen.

Ist das teuer? Es ist eine Investition, die richtige Frage ist: Wann rechnet sich das? Wirtschaftlich stellt jede Insel einen eigenen kleinen neuen Markt dar, mit SynErgy und IvaP wird der Handel erleichtert und das Import / Export Problem gelöst, denn produziert wird überall, es gibt mehr Arbeitsplätze und neue Märkte bringen frischen Wind ins System.

Die Antwort ist: Ja das rechnet sich in der Regel binnen weniger Jahren sind die Investitionen wieder drin und es geht in die (unendliche?) Gewinnphase vor Ort und ein klein wenig auch hier durch den grösseren Markt und die geringeren Kosten beim Schutz der Grenzen: Denn die sind relativ offen aber sicher. Jeder weiss nun wie es ginge und kann es versuchen. In den EU-Inseln ist er bereits sicher, kann sich auf eine Migration vorbereiten, wird sicher etwas lernen und das entweder hier oder in seinem Heimatland anwenden und einbringen können. Migration kann also gut organisiert werden und stellt keinen Grund für Xenophobie etc. dar, denn evtl. Migranten kommen gut vorbereitet hier an.

Utopia 2.0 heisst dezentral, individualisierbare Produkte, die vollautomatisch und dezentral produziert werden. Alle entwickeln bzw. optimieren die Arbeitsprozesse und die Produkte weiter, neue können sich schnell verbreiten. Jeder kann etwas dazu beitragen und sich einbringen.

Was braucht die Gesellschaft mehr? Und was ändert sich wirklich? Nicht viel: Man arbeitet in kleineren Strukturen und man kann bleiben oder hinziehen, wohin man will. Viele der aktuellen Aufgaben wären gelöst: Im- und Export spielt kaum noch eine Rolle, weil überall produziert wird was verbraucht wird, stimmen die Geldzyklen wieder (statt zentral zu parken bleibt es im Fluss) usw..

Das Dumme daran ist: Es braucht ein stabiles, sicheres Netz. Theoretisch kann man es so sicher machen, dass Angriffe auffallen und man eingreifen kann und polizeiliche Massnahmen könnten auch organisiert werden – aber das will man ja nicht. Spionieren und manipulieren zu können muss wirklich schön sein.

<>

  • alles kann digitalisiert bzw. automatisiert werden. Als Programmierer (embedded systems, Steuerung / Regelung und Client/Server) bin ich mir da sehr sicher. Doch wie kann darauf reagiert werden?
    • Jeder, der sich keine Mitarbeiter leisten kann, kann digital und Automation voll nutzen.
    • Jeder, der sich Mitarbeiter leisten kann, der sollte die Arbeiten, die besser von Menschen gemacht werden sollten (z.B.: Kommunikation, was genau ist aber gesellschaftlich zu definieren) von Mitarbeitern gemacht werden bzw. fallen entsprechende Steuern an.
    • Jeder wird Teil der Produktion und der Gewinne
      • Zentrale Produktion: Das geht fasst nur noch pekuniär als Anteilseigner oder indirekt z.B. über das BGE. (Viel Bürokratie, die der Rechner erledigt)
      • Dezentrale lokale Produktion: Das gibt weit mehr Arbeit auch rund um bei Zulieferern, Gastronomie etc.. Das geht dann fasst wie heute (IvaP)
      • Dezentral sorgt auch dafür, dass bislang ausgelagerte Geschäfte in die Gegend zurück kommen – auch das schafft Arbeitsplätze (SynErgy).
  • Arbeit wird anders definiert:
    • Viele Kulturlandschaften und andere erhaltenswerte Aufgaben und Themen stehen an, aktuell sind sie nicht wirtschaftlich, wären sogar defizitär – das liesse sich ändern.
    • Als Arbeit gilt jeder Beitrag zur jeweiligen Gruppe (150er).
    • Kunst, Kultur und Unterhaltung werden zu Brotjobs.
    • Als „Arbeit des Menschen“ gilt die Pflege des Umgangs mit Menschen (Isolierung wird sanktioniert)
    • usw.
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