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Wirtschaft und Freihandel

23. Januar 2017

Wie üblich: Es kann nur eine Einführung, maximal eine Übersicht gegeben werden. Es sollte aber reichen, um selbst weitermachen zu können. Eine Bitte an alle Fachleute: Das hier ist keine Doktorarbeit, das ist für den Laien.

Wer heute an Wirtschaft denkt, meint meist das, was wir hier haben. Das ist jedoch an sich schon keine reine Wirtschaftsform sondern besteht bereits aus mehreren Formen und gewachsenen Strukturen. Diese Mischung ist auch meist nötig, denn: Keine Wirtschaftsform kann rein umgesetzt werden, da es immer Faktoren gibt, die auszugleichen sind. Einzig eine pure Agrarwirtschaft aus autonomen Höfen könnte eine gewisse Zeit „rein“ umgesetzt werden, doch bald würden sich zur Wirtschaft die Versicherung und Politik gesellen. Wirtschaftsformen als reines Rezept ist ein Irrtum, es ist eine Lehrvereinfachung und das macht sie gut. Das kann nachgelesen werden, das hier zu wiederholen ist nicht sonderlich interessant.

Deshalb machen wir das hier mal anders und fragen nach den Kriterien, an denen Wirtschaft festgemacht werden kann.

Sozialer Faktor Er ist der Grund warum es Wirtschaft gibt, denn es fallen in jeder Gemeinschaft Arbeiten an, die zu organisieren sind (Gesundheit, Pflege, Wege, Infrastruktur und Aussenhandel aber auch Krieg etc.). Diese Faktoren gibt es in jeder Gesellschaft. Es kommt jedoch darauf an, wie er organisiert ist. Z.B. können Teile in eine Geldwirtschaft eingebettet sein oder von der Gesellschaft selbst getragen werden. Das ist z.B. bei der Grossfamilie der Fall, die Pflege kranker Mitglieder übernimmt sie selbst. Das bedeutet, dass diese Grossfamilien relativ autark sind und innerhalb der Grossfamilie keine Gelder fliessen und sie sich selbst ernähren kann. Familienbetriebe machen das meist heute noch so, da versteht der Hotelier, das meist ein Familienbetrieb war, dass er seinem Kind und Erben Geld zahlen soll. Wird der soziale Faktor der Geldwirtschaft komplett zugesprochen, dann bedeutet das, dass jeder genug verdienen muss – oder stirbt, weil er einen Schnupfen oder eine Entzündung hatte.

Als Faktor ist das Sozial wichtig, da es zunächst der erste und einzige Grund ist, warum es Wirtschaft überhaupt gibt – alles andere ist eher optional als ausschlaggebend. Auch dann, wenn einem das in der konkreten Situation anders vorkommen kann. Der zweite Punkt ist die Frage, wie viele soziale Aufgaben aus der Organisation von der Gruppe an die Wirtschaft delegiert wird. Je weniger Güter gehandelt werden, umso überschaulicher ist der Markt; je mehr Güter gehandelt werden, umso komplizierter, dann komplexer, dann evtl. chaotischer werden die Märkte auch weil die Interaktionen zwischen den Märkten wichtiger werden.

Was anfangs, quasi nebenbei und von ein paar wenigen, leicht erledigt werden konnte, wird arbeitsteilig. Bleibt man bei einer hierarchischen Organisation, entwickelt sich zunächst etwas zentral Gesteuertes, dann, nach einer Oliogarchie etc., dann etabliert sich oft eine Führungsschicht, die an den nun nur noch repräsentativen Monarchen bzw. Präsidenten vorbei, das Sagen übernehmen. Das erreichen sie meist mit Hilfe einer Funktionsärwirtschaft (das ist z.B. für die Art des Bildungssystems wichtig, das sich etablieren wird) oder es wird auf Mitsprache gesetzt, was einmal zu einer Demokratie werden kann.

Als Kriterium ist das Soziale letztlich für die Wahl des wirtschaftlichen und politischen Systems verantwortlich.

Funktionäres Wirtschaft. In ihr haben wenige oder Einzelne das Sagen und organisieren den Staat. Dazu benötigen sie Funktionäre. Das sind Menschen, die genau das tun, was von ihnen verlangt wird. Sie entstehen meist in frühen Staatsformen oder in geschichteten Gesellschaften.

Als Kriterium ist eine Funktionärswirtschaft für eine Seite der Homogenität einer Gesellschaft zuständig: Man grenzt sich ab, denkt in Gruppen und verherrlicht den Kampf. Für die Wirtschaft bedeutet das, dass es sehr selten Innovationen gibt, und das bedeutet, dass die Wirtschaft stagniert. Je näher die Wirtschaft an einer reinen Agrarwirtschaft mit autonomen Höfen ist, umso länger halten sich solche Wirtschaften – alle anderen z.B. Kooperative oder leistungsorientierte Formen rebellieren irgendwann, da dieses System selten schnell und effektiv arbeiten bzw. reagieren kann.

Wird diese Form mit Geldwirtschaft kombiniert, kann sie auf Dauer nur mit Gewalt gehalten werden, denn jeder wird Geld scheffeln ohne jede Rücksicht. Man könnte Regeln aufstellen, bei Funktionären sollten die doch wirksam sein?, aber da hat man die Rechnung ohne die Beteiligten gemacht, denn für diese sind die alten Regeln wirksam, die durch das Geld praktisch ausser Kraft gestellt wurden, jetzt geht es darum sich selbst so gut wie möglich zu positionieren. Geld macht einsam, eine Geldwirtschaft funktioniert nur, wenn man sich auch zurücknehmen bzw. sich an Regeln halten kann.

Die Funktionäre finden sich heute im in vielen grösseren Organisationen. Viele AGs und Parteien sind so organisiert; in ihnen dient man sich hoch – was man leisten kann, hängt vom Gönner ab oder dem absoluten Willen zur Durchsetzung der einzelnen Person, die auch bereit sein muss, jeden Preis zu zahlen. Ohne sich in irgendeiner Form zu korrumpieren, kann in diesen Systemen niemand aufsteigen – die Rechtsstaalichkeit kann sich nicht entwickeln und ohne Innovationen und der Sicherheit, dass man die Früchte seiner Arbeit (und wie man diese erreichen kann) entwickelt sich Wirtschaft. Entwicklung ist verboten; Gott will es so; Schuster bleib bei deinen Leisten und mit Gewalt wird am Alten festgehalten. Diese Gesellschaft ist nicht flexibel und unterdrückt.

Kooperative Wirtschaft. Der Begriff findet sich nicht in den Lehrbüchern, er ist aber ein entscheidender Faktor für die Wirtschaft und ihre anderen Faktoren. Soziale sind in Familien hoch kooperativ und in einer Geldwirtschaft praktisch nicht. Die Kooperationsbereitschaft (das Gegenteil ist der Kampf Jedes gegen Jeden) erlaubt es Menschen neidlos anzuerkennen, dass einer etwas kann und dieses Können zum Wohle beider / aller in einer Kooperation zu nutzen.

Plötzlich kommt Bewegung in die Wirtschaft: Man trifft sich, tauscht sich aus, erfährt von den Aufgaben und Arbeiten anderer, kann sein Schärflein beitragen, der Markt ändert sich und manchmal auch das, was man besonders gut kann. Im Ideal kommt diese Kriterium dem „alles ist im Fluss“, dem Paradigma der meisten Wirtschafts- / Austauschformen am nächsten. Sie baut auf folgenden Prinzipien auf:

Spezialisierungs- und Leistungsprinzip Bei der Spezialisierung macht jeder das, was er am besten kann. Dazu ist nötig, dass er das herausfinden, es ausprobieren und gegebenenfalls wechseln kann.

Wenn es kein gutes Bildungssystem gibt, entsteht meist eine Dorfgemeinschaft in der die Kinder überall spielen, zuschauen und lernen dürfen.

In Kombination mit Schichtengesellschaften oder Funktionärswirtschaft usw. wird auf den freien Wechsel verzichtet, was in den meisten Fällen weder zur Spezialisierung noch zu einer entsprechenden Leistung führt.

Tauschwirtschaft Die meisten Formen können mit und ohne Tauschhandel umgesetzt und gut darin gelebt werden.

Beim Tauschen kommt es auf den „Wert“ an und wie der bestimmt wird. Tauschhandel ohne ein „Wertesystem“ gibt es nicht. Verzichtet man auf das Tauschen, kann sich ein ganz anderer Handel entwickeln: Jeder weiss sich dann als Teil der Gesellschaft und dass er an ihr teilhaben kann, weil es ein ständiges Geben und Nehmen gibt; weil alle ständig geben und nehmen, nur das, was sie brauchen. Ohne Wertesystem gibt es keinen Neid, Prunk oder Luxus. Die Menschen werden dennoch Ideen haben und gerne weitergeben, weil sie auch so der Gesellschaft etwas zurückgeben können. Diese Art von Wirtschaft wird in hoch kooperativen Systemen geschätzt und wird sich wohl nur in diesen etablieren können, deshalb hat sie keinen eigenen Namen.

Wird auf die Prinzipien oben umgestellt, dann ändert sich einiges, denn statt im eigenen Kreis alles selbst herzustellen, beginnt man im Tauschhandel alles mit allem zu vergleichen (was sehr anstrengend sein und zu einem Handelshindernis werden kann).

Nun sind die Produkte dritter nach Qualität, Quantität und mit den unterschiedlichen Erfolgen oder Zielen zu kombinieren und für sich einen Wert dieses Produkts festzulegen. Zudem stellt sich die Frage: „Wie viel von der eigenen Leistung entspricht der Leistung, des Produkts der Begierde?“ und „Braucht der die eigene Leistung überhaupt und was macht er dann?“ um das beste Resultat oder doch auch nur ein brauchbares zu erzielen wird nun beachtet, was der Handelspartner braucht, wo man das auftreiben und welche Tauschkette man aufstellen kann, damit alle zufrieden sein können. Um den Prozess abzukürzen wurden wohl Märkte und Gasthäuser erfunden, und das Palaver war sicher eine gewisse Zeit lang ganz angenehm, reduziert aber die Zahl der Geschäfte und erzielbaren Gewinne drastisch – irgendwann wird es schlicht zu langsam.

Geldwirtschaft baut auf dem Tauschhandel auf, und verwendet ein allgemein akzeptiertes Tauschmittel (Kleinvieh, Muscheln oder Perlen etc.). Das funktioniert aber nur dort, wo diese „Währung“ akzeptiert wird. Zwischen den Händler etablierten sich schnell eigene Währungen, meist wurden Edelmetalle dazu verwendet.

Edelmetalle waren damals für andere nicht sonderlich interessant; es sprach sich aber schnell herum, wie die Händler das machen, und nun werden alle es so machen wollen. Edelmetalle haben aber einen Nachteil: Sie sind selten und sehr wertvoll.

Weil sie selten sind, ändert sich mit jedem Mal, wenn es viel oder wenig Wahre gibt der Preis. Damit kommen Händler zurecht. Als Alltagswährung ist das sehr sperrig und taugt wenig, eben weil die Preise schwanken – wer handelt dann wann wie?

Anfangs führten die unterschiedlichen Interessen sogar zu einem gewissen Ausgleich, aber nicht lange denn irgendwann haben alle dieselben (Des-) Interessen, dann bricht das System zusammen.

Die stark schwankenden Werte des Geldes und der Wahren, machten Handel zu einer kniffligen Sache, in der man sich schnell verrechnen konnte. Man machte sich auf die Suche nach einer besseren Lösung, die wurde im Papiergeld gefunden.

Bei Geld macht es einen Unterschied ob es nur als Tauschmittel oder auch zur Werterhaltung dient, die Umläufe von Geldmenge und Handelsmasse etc..

Man kann alles zur Handelsware machen oder nur bestimmte Dinge handeln. Anfangs wurde sehr wenig gehandelt, dann immer mehr , dann wurden die handelbaren Güter auch auf gesellschaftliche Aufgaben übertragen, letztlich wurde alles gehandelt.

Handel, wenn er nur für sich selbst betrachtet wird, bildet sich eine einfache Regeln aus: Je weniger Aufwand und je höher der Gewinn – umso besser. Wirtschaft funktioniert jedoch nach dem Prinzip der Ausgewogenheit – auf Dauer. Dieses Kriterium gibt einen Wert über die zu erwartende Lebensdauer der Wirtschaft zurück.

Zu den Märkten gehört zudem, dass es unterschiedlich grosse Teilnehmer geben, die für sich unterschiedliche Regeln festlegen wollen. Wenigen einen Vorteil zu verschaffen geht in der Regel auf Kosten anderer – Regeln sollten so gemacht sein, dass sie für alle gelten und von allen getragen werden, weil sie als gerecht angesehen werden. Sie sind wie ein Vertrag und wer gegen diesen agiert,ist vogelfrei – nun gelten wieder die Regeln des Faustrechts: Der Stärkere sagt an. Es sollte das Recht sein, das auf soliden Füsse gestellt wird und eben auf Bevorteilung verzichtet. Wirtschaften und Handeln sind dennoch möglich, meist werden sie sogar beflügelt.

Zinswirtschaft. Geldwirtschaft kann ohne oder mit Zinsen betreiben werden. Grob gesagt kann Zins als Nutzungsabgabe beschrieben werden. Wer die Wohnung eines anderen nutzt, der zahlt einen Mietzins, wer das Geld eines anderen nutzt, der zahlt Zinsen (und das Geld zurück). Zinsen sind umstritten. Heute sind sie fest in die Wirtschaft bei der Geldvermehrung ins Wirtschaftssystem eingebettet, Wucher usw. ist allerdings eingeschränkt bis verboten. Als Kriterium ist Zins heute bei der Geldmengenbestimmung, der Finanzierung der Banken (eine Aufgabe der Banken ist, das aktuell nicht benötigtes Geld zu einer Bank zu bringen, die das Geld weiter in Umlauf hält – nach bestimmten Regeln) und im Finanzmarkt.

Finanzmarkt. Bis zu einem bestimmten Grad ist der Finanzmarkt positiv, weil er das Geld im Umlauf hält, aber auch weil er in der Lage ist, allgemeine Risiken auf die Schultern vieler zu verteilen. Allgemeine Versicherungen sind das eine, aber viele Produkte des Finanzmarkts pervertieren genau dieses Prinzip.

Als Kriterium wird er relevant, wenn er den Realmarkt „austrocknet“. Bringt er mehr Rendite, als der Realmarkt, investiert niemand mehr auf dem Realmarkt und Geld, das in bestimmten Bereichen des Finanzmarkts „arbeitet“ ist dem Realmarkt entzogen und wirken sich massiv auf die Preise aus (strömen sie in den Realmarkt, dann steigen die Preise (massiv), verlassen sie ihn, fallen die Preise – aber die Investitionen gehen zurück, damit auch die Innovationen und insgesamt schläft der Realmarkt ein: Die Märkte stagnieren – das drückt die Nachfrage drastisch und kann gefährlich werden).

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Es wird kein Wert auf Vollständigkeit der Kriterien gelegt, wichtig war nur, dass man versteht, dass es bei Wirtschaft um weit mehr geht als nur um z.B. Geld: Man kann versuchen alles in Geld umzurechnen, tut man das, dann ist auch dafür zu sorgen, dass nicht nur gerechnet sondern auch, dass alles so organisiert wird, dass jeder sich beteiligen und / oder einsetzen kann.

Bei allem Engagement übertreiben so manche gern die eigene Rolle, Gesellschaft aber ist eine gemeinsame Anstrengung, wird die eigene Rolle überhöht, wird die gesamte Gesellschaft geschädigt und man sägt sich so den Ast ab, auf dem man sitzt. Das kann eine Weile dauern. Aber irgendwann ist man dann schon erfolgreich. Meist kommt es dann überraschend, wie der Vulkanausbruch, der eigentlich nie hätte zu Lebzeiten passieren dürfen – rein statistisch.

Warum braucht man Regeln? Handel an sich agiert schon nach Regeln wie Wert im Vergleich zu etwas anderem. Das ist bereits ein ganzes System, das von allen getragen wird. Handel ist ein Gemeinschaftsprodukt, eine stillschweigende Vereinbarung. Was würde passieren, wenn von heute auf morgen, die Welt davon überzeugt wäre, dass Putzfrauen die grauenhafteste Arbeit machen und deshalb am besten bezahlt werden sollten? Was Arbeit und wie wertvoll sie ist, hängt von den Überzeugungen aller ab. Doch die können sich ändern.

Warum gibt es Leute, die keine Regeln haben wollen? Die meisten haben schlicht nicht verstanden, dass diese gemeinsamen Überzeugungen die Basis sind, mit der alles steht und fällt. Wer ohne Regeln arbeiten will, versteht das System nicht und will es sich einfach nur einfach machen. In der Regel wollen sie den eigenen Vorteil stärken. Dann geht es nur noch um Stärke und Macht, die dann auch … . Sagen wir es so: Da geht es nicht mehr um Wirtschaft.

Fazit: Es gibt verschiedene Formen und Kriterien aber auch Interaktionen mit anderen Bereichen der Gesellschaft. Letztlich ist es aber eine Definitionsfrage und es ist dynamisch. In einer Gesellschaft ändern sich die Regeln ständig, manchmal zum Besseren, manchmal zum Schlechteren.

Das hört sich an, als wäre es Verhandlungssache, aber das reicht nicht ganz aus. Es ist auch nicht eine Sache von Überzeugungen, Idealen oder Gruppen, Stärke und Domination (wie gesagt, dann geht es sicher nicht mehr um Wirtschaft). Das ist eine Frage der Vernunft – die ist selten bequem, lohnt sich aber, wenn sie eine Chance bekommt.

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Freihandel

Das ist ein Thema, das die letzte Zeit immer wieder diskutiert wurde. Meist beginnen diese Gespräche mit „Habe in Deinem Blog gelesen, dass Freihandel mit langen Haaren und kleine Märkte mit kurzen Haaren verglichen werden – kannst Du das mal genauer ausführen?“.

Um es kurz zu machen und es fachlich zu lassen: Mehr potenzielle Kunden, steigern die Aussichten auf mehr Verkäufe, auf bessere Geschäfte, auf höhere Gewinne. So die eine Seite. Die andere ist:

Kunden sind Menschen. Menschen haben Ideen. Ideen könnten den eigenen Markt gefährden. Je grösser der Markt ist, umso mehr Menschen gibt es, die das, was man selbst gut kann, ebenso gut oder besser können.

Mit dem grösseren Markt steigt die Zahl der Kunden und die der Mitbewerber. Je nach Einstellung, kann das ein Segen oder ein Fluch sein – das hat aber nichts unmittelbar mit der Grösse des Marktes zu tun (denn das bleibt proportional), das ist nur eine wandelbare Einstellung von Teilnehmer des Marktes. Es kann zu erbitterten Auseinandersetzungen oder zur Kooperation kommen.

Das ist eine Sache der Einstellung: Der Konfrontation und Verdrängung stehen die Bedürfnisse der Kunden gegenüber, die in Nischen oder länderübergreifend zusammenarbeiten (bei Produktion und Entwicklung) oder alle bedienen parallel denselben Markt (bei fast allen Märkten geht das. Es ist eine Mischung zwischen Nischen, Varianten und Geschmack und Moden – theoretisch ist das die Variante, die zur grössten Vielfalt und zur geringsten Qualität bzw. etlichen Stufen von Qualität führen. Sie ist bei Gebrauchsmitteln üblich: Von der praktischen und kostengünstigen Kaufhausuhr bis zur Luxusuhr in aller Prunksucht). Allerdings gibt es jede dieser Einstellungen auch in einer legalen, fraglichen bis zur illegalen Version. Man sollte aufpassen, was man tut.

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Im Prinzip steht Freihandel für: „Handel ohne Schranken“. Das ist recht kurz. Deshalb wird es auch ständig interpretiert – z.T. sehr unterschiedlich interpretiert. Die einen sagen:

„Es darf keine Regeln geben. Dazu ist jeder Fall zu individuell. Die für dieses Geschäft geltende Regeln werden einzeln vertraglich festgelegt.“ Die anderen sagen:

„Neunzig Prozent der Verträge sind gleich (solange auf Augenhöhe verhandelt wird) bzw. sehr ähnlich. Sie können standardisiert werden. Macht man das in Gesetzen, braucht man es nicht wieder und wieder niederschreiben.“ und wieder andere sagen:

„Märkte ohne Regeln sind zu verführerisch für Betrug. Die sich ständig wechselnden Regeln, machen zudem die Verhandlungen zu gewichtig, zu lang und begrenzen damit den möglichen Markt. Märkte ohne Regeln sind lokal eng (aufs Faustrecht, das einzige Recht, wenn es nur um Macht geht) begrenzt – und bilden selbst Regeln aus, um diese Grenze zu sprengen. Echte Wirtschaft basiert auf Regeln; alles andere baut oder hofft letztlich nur auf Übervorteilung“ wieder andere meinen:

„Wenn nicht ich die Regeln mache, bekommen die das nie auf die Reihe – dafür sorge ich schon“ und wieder andere:

„Regeln sind eine komplizierte Sache. Damit sie von allen getragen werden können – auf dieser Freiwilligkeit basiert alles Freie – braucht es Vertreter aller Gruppen, die diese Regeln betreffen – diese Zahl steigt. Ohne ein Team, eine Struktur und vorgegebenen Wegen, kann man das nicht schaffen“.

Beim Freihandel verhandeln zwei oder mehr, bislang separat geregelten, Märkte die für die beteiligten Märkte bald geltenden Regeln. So umstritten die Regeln an sich schon sind, umso mehr kann um jede einzelne Regel gestritten werden. Geänderte Regeln ändern das Sozialwesen – manche mehr, manche weniger. Geänderte Regeln wirken sich bei jedem Beteiligten anders aus, dieselbe Regelung kann mal Segen mal Fluch sein.

Jede dieser Stimmen hat auch eine Meinung zu den anderen. Das kann recht unterhaltend werden – aber das ist etwas für ein Buch oder viele viele Posts. Lassen wir das hier. Wichtig ist nur, dass in den meisten dieser Ansichten etwas Wahrheit steckt. Es lohnt sich, diese richtig zu berücksichtigen (aber auch da scheiden sich die Geister schnell) und dass sich das ständig ändert, macht die Sache nicht leichter.

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Damit wurde unter dem Thema „Freihandel“ eine kurze aber prägnante und aussagekräftige jedoch keine endgültige Skizze der Aufgaben der politisch und wirtschaftlich Beteiligten gegeben. Die Hauptaufgabe der Wirtschaft ist, die Wirtschaft und Märkte am Laufen zu halten (nicht gegen die Märkte und im Egoismus alles riskierend agieren), dass sie nicht allzu kurzfristig und nicht nur auf Rendite setzt, nicht zu viel (optimieren) will, nicht auch noch das letzte Quäntchen herauszupressen will, es wird zurecht zwischen Geschäft, Geld und Gier unterschieden.

Die Hauptaufgabe der Politik ist, die Regeln und ihre Auswirkungen so zu gestalten, dass sie insgesamt eine stabile Basis für die Gesellschaft bilden. Dazu sind kontinuierliche Änderungen, die von Justierungen bis zum Umbau reichen, nötig.

Sie tut gut daran, dies zusammen mit der Gesellschaft und im Sinne der Gesellschaft zu tun. Das bedeutet nicht unbedingt, dass der emotionalisierte und damit nur zeitweise geltende „Wille“ des Volkes dasselbe ist. Allerdings ist es eine wichtige Aufgabe, solchen Emotionalisierungen entgegen zu treten – ohne die Meinungsfreiheit zu beeinträchtigen.

Dass es so leichtfüssig vom Freihandel, einem scheinbar rein wirtschaftlichen Thema, zur grossen Politik, zur Gesellschaft und zu deren Grundlagen, dem Aufbau und der Basis von Gesellschaft, Staat und Gemeinschaft übergeht, zeigt, dass diese Dinge eng verbunden sind und nicht von einander getrennt werden sollten.

Wenn Freihandel zwischen grossen Staaten (-verbindungen) verhandelt wird, dann sollte das bedacht werden. In dem meisten Fällen kann man es schrittweise angehen, wenn von Anfang an ein gemeinsames Ziel, ein gemeinsames Zusammenleben formuliert ist. Im Blog wurde mehrfach gesagt, dass SynErgy, IvaP und so weiter so oder so ähnlich geeignete Ziele wären. Das soll jetzt keine Schleichwerbung sein, es soll nur die Kategorie des Themas zeigen. Und gleichzeitig, dass nur relativ wenig nachzujustieren ist, wenn man das alles unter einen Hut bringen will und die Sache lösen will. Letztlich reicht es, das mit der Digitalisierung auf die Reihe zu bringen, bei der Arbeit auf viele kleine statt auf wenige grosse Firmen zu setzen, und allgemein etwas von der möglichen Macht abzugeben und mehr auf sagen wir „demokratisch“ Umsetzungen zu setzen.

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Es kommt darauf an, wie man es macht

Beim Freihandel ist es, wie bei vielen anderen Sachen: Es kommt darauf an, warum und wie es gemacht wird. Es gibt Gründe, die kurzfristig Lösung bieten (wie z.B. für die Industrialisierung), dann aber die Daumenschrauben, die zum Freihandel trieben, fester als je zuvor wieder anziehen.

Und es gibt Gründe, die anfangs zu neu erscheinen oder zu wenig effektiv oder erst bei den Enkeln Wirkung zeigen werden. Dann die Schwierigkeit, dass all die oben genannten Meinungen (und noch viele weitere) unter einen Hut und dazu zu bringen, an ein Seil in die gleiche Richtung zu ziehen. Ruhe, Gelassenheit und Weisheit sind gefragt. Es gibt Menschen, die „Macht“ genau so definieren (und darauf reduzieren): „Wer andere dazu bewegen kann, dass Leute etwas anders machen, der sei mächtig.“ – ich denke, da gehört etwas mehr dazu als nur bezaubern und überzeugend zu sein.

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