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Arbeit, Fehler und Legenden

3. Dezember 2016

Es gab in der letzten Zeit ein paar aufgewühlte persönliche Gespräche. Arbeit und Leistung lieferten die ersten Anzeichen. Mittlerweile hat das an Konturen gewonnen: In den Firmen wird offiziell gefordert zu lügen, zu betrügen und zu verleumden – Legenden über ehemalige Kollegen und „wie das damals war“ werden geschmiedet und verbreitet. In Massen. In Massen wollen sie fliehen und können doch nicht, weil sie die „schwarze Liste“ fürchten. Die Firmen machen nichts – und das scheint so auch (aus Sicht der Firmen) gut zu sein.

Auch ich soll zu denen gehören, die mit Legenden diskreditiert werden. Deswegen hier eine kleine Richtigstellung: Als Externer habe ich kein Interesse an einer Karriere in einer Firma – ich löse nur die Aufgaben, zu denen ich ja gesagt habe. Jede Firma, die das zuliess (ja, es gab schon immer „Projekte“ die nicht fertig werden sollten), bekam ihre Lösung. Ich habe nie eine Firma im Stich gelassen.

Ob die Aufgabe ein Algorithmus, ein Prototyp oder (falls möglich) die konkrete Umsetzung war oder Vorarbeiten oder eher administrative und organisatorische Aufgaben: Wie stelle ich fest, was der Kunde will, was bereits vorhanden ist, was noch wie zu machen ist und mit welcher Mischung von Skills kann das am schnellsten, zuverlässigsten etc. umgesetzt werden. Falls das gewünscht ist.

Es ist oft eher so, dass es nicht gewünscht ist bzw. Teile der Firma alles tun, damit das nicht real wird. Dann gerate auch ich in Schwierigkeiten, kann aber nicht anders und liefere. Einmal bekam ich eine Anfrage eine allgemeine Schnittstelle zum Speichern von Daten bereitzustellen. Trotz widrigster Umstände lieferte das versprochene im abgesprochen Rahmen einen Monat vor Ende der Zeit. Wirtschaftlich ist es ein schwerer Fehler solche Leute ziehen zu lassen. Aber um Wirtschaft geht es selten in grossen Firmen.

Der Auftrag war einfach, es gab massig Zeit aber auch einiges Unnötiges – aber gut, wenn sie es unbedingt wollen, schaden wird es nicht. Meine Zusage war an einige Bedingungen geknüpft, die praktisch alle vertraglich festgeschrieben waren – und alle gebrochen wurden. Hier also die erste konkrete Aussage: Meinen Teil habe ich stets geliefert, selbst in dieser Situation, in der ich leicht auf Schadenersatz hätte klagen und sicher gewonnen hätte und sicher mehr Geld verdient hätte als mit der Arbeit meines Kopfes. Auch nervlich wäre die Bilanz besser ausgefallen.

Jeder Kunde bekam immer, was mir in Zusammenarbeit mit ihm möglich war – selbst, wenn er oder involvierte Teile des Auftraggeber es verhindern wollten. Man sollte es sich also überlegen, ob man sich roseny wirklich wünschen will. Wer Ja sagt, der greife zum Telefon.

Details erspare ich uns, belassen wir es dabei, dass alle Tricks, menschlich, Gruppe, administrativ und organisatorisch, jede Behinderung war recht – griff aber nicht. Das lief in ungefähr so: Die Versionskontrolle ist heute ein wichtiges Werkzeug, ihre Benutzung wurde mir untersagt, anfangs gab es sie nicht, dann dauerte es, bis sie freigeben wurde, dann waren die Passworte falsch – es dauert jedes mal ein paar Wochen. Bis dahin war ich schon lange fertig. Von mir gibt es in der originalen Versionskontrolle nur einen CheckIn: Alles auf einmal. Überrascht kommentierte der offizielle Zuständige des Projekts: „Wir können sogar den ersten Termin halten. Wir haben ihn bereits erreicht! Mit anderen Worten: Er fiel er aus der Rolle. Fand aber fasst umgehend in sie zurück, weil er bemerkte, dass es den Leistungsindex, den er nun eintragen muss, noch nie gab. Sicherlich einer der Kerne der Legendenbildung.

Um es also kurz zu machen: Hört Euch immer beide Seiten an und wenn ihr was machen wollt: Wie man im Team etwas erreichen kann, das kann ich zeigen und vormachen, ich gebe auch gerne weiter, baue lieber ein Team auf, das es ab einem bestimmten Zeitpunkt allein kann, sich aber über gelegentliche Besuche freut.

Und noch etwas will ich weitergeben: Es gibt verschiedene Arten von Arbeit auch in der IT. Etwas ganz neu zu machen, ist etwas anderes als ein Redesign als Erweiterungen oder Wartung. Jemand der schon mehrere Threadcontrols programmierte, bei dem geht das schneller als bei einem Frischling. Neues können solche Leute oft überraschend schnell auf die Beine stellen – wenn man sie machen lässt und manchmal auch, wenn das nächste Projekt schon wartet. Redesigns benötigen einige Zeit um den Code zu analysieren, ob das nötig ist, ist offen, sicher ist nur, dass sich die Techniken mittlerweile derart geändert haben, dass Redesigns meist in alten Techniken hängen bleibt – man sollte sich versichern, wie lange die Technik noch auf sicherer Hardware stehen kann.

Man sollte sich heute jedoch im Klaren darüber sein, dass es weniger die sozialen Intelligenzen oder gar Leistung (das war einmal, mittlerweile geht es wieder nur um den Kuchen) ist, das oft IT weit gefällig ist – es wird immer wichtiger, schnell genug die konspirative Gruppen findet um sich ihr anzuschliessen. Macht man das nicht, wird man seines Lebens nicht mehr froh.

Vorschlag: #ITKorruption.

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