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Arbeiten und Leistung – heute

1. Dezember 2016

Es geht um die Arbeit. Sie wird heute wieder sehr hoch eingestuft – zu hoch und missbraucht. Mehr denn je wird über statt mit Menschen gesprochen, werden Gerüchte gestreut und schlicht Stimmung gemacht statt Leistung und Möglichkeiten gesucht und belohnt. Hier wird nicht über Politik geredet. Hier ist die Rede von Arbeit. Es wird gemobbt, gelogen und betrogen, diskreditiert und man redet sich die Welt schön. Gruselige, neue Welt.

Worum geht es? Fasst alle beklagen sich über die Arbeit und wollen lieber gestern statt morgen gegangen sein. Seit den Posts über „Arbeit spielen“ erhalte ich viele Beispiele. Anfangs liest sich das wie alle Anekdoten – irgendwann bleibt einem dann aber das Lachen im Hals stecken.

IT-Mitarbeiter, die es wagen das Wort „Sicherheit“ auszusprechen oder auch nur daran zu denken, haben kein Leben mehr – beruflich. Sie kennen keine Grenzen. IT-Mitarbeiter, die Ideen und / oder Vorschläge haben oder einfach nur Leistung zeigen wollen, denen passiert dasselbe. IT-Mitarbeiter, die nicht verstehen, dass sie für Anwesenheit und Show bezahlt werden und nichts anderes liefern sollen, erleben dasselbe.

Die meisten empfinden sich selbst als Schmarotzer, wollen letztlich aber nicht losslassen, denn sie wissen, dass sie dann keinen Job mehr bekommen, weil sie dann auf der „Schwarzen Liste“ stehen. Die ist illegal. Deshalb wurde sie auch lange Zeit geleugnet. Heute geht man wieder offener damit um. Wie damals, als das Parteibuch zählte. Wie damals, als jeder, der sich eine akademische Ausbildung leisten konnte auch fürstlich bezahlt wurde.

Wenn heute eine Leistung belohnt wird, dann die, andere ausnutzen zu können. Praktisch jeder, der das „gut“ kann, hat auch etwas Dreck am Stecken zumindest eine Art von „schlechtem Gewissen“. Das ist die Eintrittskarte in den Club; der erste Schritt in die Geschlossene Gruppe, weil jeder nun erpressbar ist.

Um es kurz zu machen: Die meisten sind unterfordert; für die meisten geht es nicht mehr um die Dinge, die Arbeit interessant machen – eigentlich, so hört man regelmässig, sitzt man nur den lieben langen Tag herum, manchmal tut man nicht mal mehr so, als hätte man Arbeit.

Es geht nur um die Macht (über Leute, die nichts tun?!?). Es geht nur darum, den Menschen zu beweisen, dass Macht das wichtigste ist und dass sie sich ihr unterwerfen und anbeten. Tun sie es nicht, dann sind diese Personen nicht nur egal – sie werden gemobbt, bekämpft und gequält.

Anfangs hielt ich es noch für eine Phase, z.B. weil sie durch die Sicherheitsfragen verunsichert wurden, heute zeichnet sich immer mehr ab, dass es von Anfang an das Ziel war und jetzt einfach offener gezeigt werden kann: Wir leben wieder in einer Zeit, in der es eine Machtzentrale gibt, eine göttliche Ordnung, Menschenleben max. einen gewissen Unterhaltungswert haben, ansonsten machen die „Macher“ (das sind die, die „entscheiden“ dürfen) alles – können ausser Macht aber nichts (wie soll das funktionieren?).

Es funktioniert nicht. Dafür ist es ein erstaunlich gut eingespieltes Spiel: Auf dem Papier können sie alle viel vorweisen. Gepriesen wird man, wenn man den Status quo rettet, angebetet, wenn man eine Lösung anbieten kann, die ihn langfristig sichert. Göttlich, wenn man durch schiere Willenskraft im Chor den „Kein Wandel“ Bann verstärkt.

Wandel ändert die Welt. Wer sich eine Position „erarbeitet“ hat, der will diese behalten und schützt sie. Die Lebensleistung ist es, durch das Studium zu kommen und dann – nichts mehr. Es sei denn, man schafft es, einen neuen Weg zu finden, schnell und einfach, möglichst auf Kosten Dritter, an Geld zu kommen.

Auf Kosten anderer zu leben, das sei das aktuelle Kredo. So wenig Leistung wie nötig, so viel Verdienst wie möglich. Durchaus alles negativ gelebt. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Nein. Hier soll es ganz deutlich gesagt werden: Das passiert zwischen Silvester und Weihnachten ebenso, wie zwischen Weihnachten und Silvester. Die Leute wollen einen Befreiungsschlag. Jetzt laufen wir Gefahr, politisch zu werden.

Machen wir es kurz: Die Leute wollen wieder etwas Sinnvolles tun, wollen ihre Zeit nicht mehr absitzen und sehen das Kredo und die daraus resultierende Untätigkeit als das grössere Problem an, als etwas leisten zu dürfen. Die Leute wollen die Stagnation nicht mehr. Und sie sind bereit immer extremer zu werden – solange, bis wieder was geht.

Es sind hausgemachte Probleme. Es sind solche, die gewollt sind. Man geht damit zu weit, denn das hat ganz logisch die Konsequenz, dass man demnächst überholt wird. Das ist immer so, wenn man plötzlich stehen bleibt während die Welt weitergeht – da braucht man sich nicht zu wundern. Aber man meint, auch dafür gewappnet zu sein: Geld regiert die Märrkte. Die Entwicklung neuer Produkte wird einfach so teuer gemacht, dass es nur noch die Reichen machen können und die wissen, was sie wollen.

Hier wurden die mir zugetragenen Meinungen, Erlebnisse und Eindrücke geschildert. Meine Aufgabe war nur, es halbwegs lesbar zu gestalten – jedoch ohne Phantasie. Im Grunde sind das alles Zitate. Es wurde eher entschärft als schärfer gemacht und es ist ein Freundschaftsdienst gewesen, weil mehrere wollten, dass das mal gesagt wurde.

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