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Was ist Wirtschaft?

25. November 2016

Unbedingt! Das ist die stereotype Antwort auf die Frage „Wirklich? Wirklich Wirtschaft?“. „Warum?“ „Irgendwie geht es ja noch, aber – wie lange noch? Was kommt danach? Wie kann das besser gemacht werden?“

Im Klartext heisst das: Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Lasst es drin. Machen wir ein neues.

Der Wirtschaft geht es wie dem Kind: Irgendwie hält sie sich über Wasser. Und ja, sie ist ein guter Schwimmer. Werfen wir nun mit Steinen – um ihr Leiden zu verkürzen?

Nach dieser, zugegebenermassen sarkastischen Vorrede (aber die anderen haben angefangen!), sollte die Frage beantwortet werden, um was geht es eigentlich?

Was ist Wirtschaft?

Wirtschaft ist ein Teil dessen, wie Menschen sich und ihre Aufgaben organisieren. Die Begriffe „Haus-“ und „Hofwirtschaft“ zeigen das recht gut. Es gibt weitere: Familienwirtschaft, -betrieb; Clanwirtschaft und Vetternwirtschaft – womit wir den sicheren Boden verlassen. Doch der Begriff führt von einer autarker Wirtschaftsform über zu einer Wirtschaft, die grösser und unübersichtlicher ist. Damit stellen sich neue Fragen – die (völlig logisch) mit den alten Regeln angegangen werden. Überraschenderweise greifen diese nicht.

Damit ist der Kern meiner Kritik an der aktuellen Wirtschaft auch schon formuliert: Mit den Prinzipien der Clanwirtschaft (auf das Recht übertragen entspricht das dem Faustrecht) versuchen wir eine globale Wirtschaft aufzustellen. Und wundern uns, dass das scheinbar nur mit der Inthronisierung neuer Könige mit Adelsgevolkschaft geht.

Wie kommt es zu diesem – Kunstschuss? Wie kann man auf etwas zielen das vor einem ist und etwas, das hinter einem ist, treffen? Was erhält man, wenn die Mitteln der Malerei angewendet wird? In aller Regel ein Bild. Was passiert, wenn man die Regeln der ehemaligen feudalen Welt auf die aktuelle Wirtschaft anwendet? Eine neue feudale Welt. Die Logik ist zwingend. Stimmen die Daten?

Geld soll fliessen – heute gibt es Schatzkammern, Entschuldigung, das heisst jetzt Finanzmarkt.

In vitalen Märkten wird an vielen Orten von vielen kleinen bis mittelgrossen Firmen an der gleichen Art von Produkt gearbeitet (da wirklich viele Erfindungen die Folge von Fehlern sind, ist das quasi die Innovationsgarantie), feudal durfte nur der Chef Änderungen anordnen – heute ist das wieder so.

Wirtschaftlich ist Grösse nicht wirklich wichtig, denn die lokale Nachfrage sichert und garantiert der Firma den Bestand, neben der Qualität der Arbeit, denn der Kunde kann auch im Nachbardorf bestellen. Im Feudalen war Geschäft nur eine andere Form von Krieg – und alles war erlaubt. Heute spielt Grösse wieder eine aggressive Rolle und Regeln werden verpönt und jeder Geschäftspartner wird entweder zur echten Konkurrenz oder zum Sparringspartner bis zum Spielball.

In einer guten Wirtschaft gibt es arbeitsteilige Zusammenarbeit, heute wird es immer wichtiger „das Sagen zu haben“.

Die Reihe der Beispiele soll hier abgebrochen werden, denn sie ist praktisch unendlich. Bereits die ganz groben ersten Vergleiche zeigen, dass die aktuell gepflegte Wirtschaft zumindest Tendenzen aufweist, die sich von einer funktionierenden Wirtschaft weit entfernt.

Ob das Glas halb voll oder halb leer ist, liegt im Auge des Betrachters. Selbstverständlich kann die Geschichte auch vom Gegenteil her gezeichnet werden, dann würden wir die Hierarchie schön langsam hinter uns lassen (durch die Digitalisierung kann der Einzelne immer mehr erreichen, irgendwann reicht einer), die Dezentralisierung setzt bereits wieder ein, da die automatisierte Produktion darauf hinarbeitet usw.

Es gibt durchaus Zeichen in beide Richtungen. Doch führt das logisch auch zu Verlust der Macht und der Kontrolle. Es gibt Menschen, für die das der GAU wäre und die stemmen sich dagegen. Dafür, dass sie alles tun werden, spricht, dass das Internet unsicher ist und bleibt. Es stammt vom Militär und wurde wohl nur deshalb so designt, wie es ist. Wenn man wollte, könnte man das auch anders machen. Warum will man nicht anders? Doch diese Antwort bleibe ich schuldig. Es gibt gute Argumente in alle Richtungen – allerdings keine, die ohne Glaube oder Überzeugung überzeugen.

Um ein Fazit anzubieten: Ja, es kann sein, dass sich die Dinge vorwärts, zu einer funktionierenden hin bewegen, statt zu einem Machtmissbrauch der Wirtschaft, auch das kann sein. Es kann zu beidem kommen. Gibt es aber diese eine Kraft, die auf der zentralen Macht und Kontrolle besteht, dann wird sie sich durchsetzen wollen und alles geben. Letztlich wird das nur von unten korrigiert werden. Wenn es diese Interessensgruppe gibt, dann wird es blutig werden. Sollte sich danach eine funktionierende Wirtschaft einstellen, dann wird es sehr teuer werden, denn ein ganzes Netz wird zu ersetzen sein – es wird aber auch wieder den Ruf nach einem techniklosem Leben geben, dann hätte das mittelalterliche doch gewonnen.

Die Menschen spüren, dass etwas nicht stimmt. Sie ziehen sich zurück.

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