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Kriegstreiberisch – wie das?

7. Oktober 2016

Für Eilige: Wer seine Welt zu einfach gestalten, z.B. sie schwarz-weiss zeichnet, der hat auch nur zwei Optionen. Egal was er macht, irgendwann wird er die Position wechseln – dann wir aus Frieden Krieg, aus Gut Böse – diese Dinge gibt es nur, weil sie sich gegenseitig bedingen und durchdringen. Einseitig, kann man sie nicht leben. Letztlich braucht es Graustufen – oder Farben. Sonst kann man das nicht verhindern – egal wie hoffnungsvoll man ist oder seinen Weg in die Hölle mit guten Vorsätzen pflastert.

Es ist kriegstreiberisch, weil zu einfache Weltbilder alternativlos darauf zusteuern – es lässt sich nicht verhindern.

Warum ist das „kriegstreiberisch“?

Mangels Alternativen: Wer seine Welt schwarz-weiss malt, bezieht auf der einen Seiten Position – für ihn ist das die Gute (z.B. Frieden). Entsprechend ist die andere Position die Schlechte Seite (i.d:F.: Krieg) Wer nur zwischen zwei Positionen wählen kann, ändert abrupt nicht nur seine Meinung, er schwenkt um 180 Grad um – ihm bleibt nichts anderes übrig.

Mangels Differenzierung: Wer Dinge nur in zwei Kategorien einordnen kann, der hat die Dinge „passend zu machen“ – dabei werden viele subtilere Eigenschaften ignoriert oder interpretiert. Im Grund auf Schwarz-Weiss reduziert. Das Weltbild braucht – um flexibler (im Sinne von gerechter) zu werden zumindest Graustufen – wenn nicht Farbe. (Aber die Farben im Fernsehen werden sie mit diewser Einstellung verbieten wollen).

Wegen Ventilwirkung: Wer immer nur gut (schön / unterhaltend / witzig / rechthaberisch / usw. ) sein muss, weil er nicht Farbe bekennen darf, der staut in sich viel auf – irgendwann macht das Ventil auf, es kann nicht anders. Das wird übrigens bei allen stark regulierten gesellschaftlichen Ordnungen so. Bei uns gibt es das bis heute: Karneval. Weil wir gerade beim Thema sind: Bei so manchem geht es auch nicht ohne Humor. Satire ist ein wichtiges Ventil. Und ein Symptom dafür, dass es zu eng wurde – manchem reichen auch Talk-Shows.

Weil Emotionaliersung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr umkehrbar ist. Wenn die Welt zu einfach wird, dann kann das Gehirn nicht mehr intervenieren, dann ist es quasi ausgeschaltet, dann übernehmen die Gefühle. Letztlich bedeutet das nur, dass diese überkochen, falls binnen kurzer Zeit keine Änderungen erreicht wurden. Politische Akte sind fasst alle so aufgebaut, dass sie Zeit benötigen, damit am Verhandlungstisch die Gefühle abkühlen und das Gehirn mitbenutzt werden kann. Keine Änderung ginge dann ohne irgendwie (versteckte oder offene) Gewalt. Nun werden andere emotionlaisiert usw..

Die Liste kann beliebig erweitert werden, aber das Muster sollte erkennbar geworden sein: Wer die Welt zu einfach zeichnet, der hat im schlimmsten Fall nur zwei Entscheidungsmöglichkeiten: Krieg oder Frieden, Gut oder Böse – dazu reduziert er alle verbindenden Eigenschaften und kappt damit die Verbindungen, jetzt kann er nicht mehr ausweichen und baut einen emotionalen Druck auf, der sich regelmässig entladen wird. Für eine gewisse Zeit wird dann der Beste der Schlechteste – in schöner Regelmässigkeit. Denn da steht er nun und kann nicht anders.

Schwarz-weisse Weltbilder kennen Helden. Und wie hatte der Amerikaner so treffend gesagt: „Zeig mir einen Helden und ich erzähle dir eine Tragödie“. Denn er weiss, dass der „Held“ das nur machen kann, weil er vieles von dem, was ihn zum Menschen macht, aufgeben musste. So ein Mensch ist weder schwarz noch weiss, der ist einfach nur halb oder weniger.

Kriegstreiberisch ist es, weil man sich in eine Situation manövriert, in der man nicht mehr anders kann und auch nicht mehr will. Nicht mal mehr eine Alternative erkennen kann. Da gerät man unter Zwang. Nichts anderes geht mehr. Dann ist es einfach nur konsequent, dass die „Helden“ sich stolzer Brust auf offenem Feld in die Schlacht stürzen – das muss dann eben so sein.

So mancher mag innerlich bereits so weit sein, denen kann man helfen (wurde mir von einem Fachmann versichert), alle anderen haben noch eine Alternative – sie sollten mit Bedacht wählen.

Wer einen grossen Gegenentwurf benötigt, hier kommt er:

  • Demokratie findet nicht nur im Grossen und Internationalem statt, sie ist auch lokal lebendig. Die 150er können sie wiederbeleben.
  • Mit den 150er werden sich hundertfünfzig 150er zu einer grösseren verbinden, wieder hundertfünfzig davon usw. bilden weitere solche Gruppen. Mit wenig Verwaltung lassen sich so beliebig grosse Gruppen bilden, die das Lokale, Regionale usw. berücksichtigen können. Diese Organisation wirkt sich wirtschaftlich und politisch aus, berücksichtigt das Kleine wie das Grosse, benötigt eine gewisse Kontinuität, ein Engagement des Einzelnen – aber da er es erleben kann, wird er es auch leben.
  • Die IvaP nimmt aktuelle Entwicklungen (fasst) vorweg – ermöglicht aber auch deren Gestaltung und sie kann gut mit den 150er kombiniert werden.
  • SynErgy macht staatliche Aufgaben, die relevant für die Gesellschaft und die Wirtschaft sind, zu einer sich selbst finanzierenden Aufwendung, weil Energie gewonnen und verkauft werden kann und die Aufgaben bei den Netzen und der Infrastruktur fasst schon nebenbei löst.
  • All das kann in den aktuellen Strukturen begonnen werden, es kann „Probeläufe“ in vom Krieg zerstörten Ländern geben. Das Ergebnis wäre eine Welt, die grosse Gebiete für die 80% aller Menschen, die einfach nur eine Lebensperspektive für die aktuelle und ein oder zwei weitere Generationen bieten kann (Versprechen darüber hinaus halte ich nicht für seriös).
  • Es wäre lächerlich wenig Geld nötig, wenn man es nicht von Anfang an perfekt machen will sondern es „werden lassen“ kann – die 150er können gar nicht anders.

Die daraus entstehende Welt wäre vor Ort einfach genug, dass es direkt verstanden und vertreten werden kann. Sie wäre flexibel genug, um grösste Gebiete wirtschaftlich so aufzustellen, dass einige grossen Fragen der Wirtschaft und der Gesellschaft so gelöst werden, dass alle damit leben und sich einbringen können.

Wir haben die Wahl: Wollen wir Parteien etablieren, die durchaus fragwürdige Ziele (z.B. Egoismus – man kann darauf vertrauen, dass der Egoismus der Parteien den des Engagement dieser Parteien für die Gesellschaft übertreffen wird) verfolgen, oder ob wir einfach die Forderung stellen, dass die Politik z.B. das gerade Aufgezeigte umsetzen soll. Bildet sich dann eine Partei, die dieses Ziel anstrebt (und verweigern sich die Etablierten), dann könnte das eine echte Alternative sein. Doch die AfD will nur anders sein – letztlich wird sie aber eine Partei sein und bleiben, die sich nur am idealisierten bis an der schwarz-weiss interpretierten Welt von Gestern orientiert – und ausser Sehnsucht und anderen anderen einen, sich ins Schneckenhaus zurückziehenden, lassenden Gefühlen nur Enttäuschung produzierende, zerstrittene und selbst reduzierenden Partei .

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