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Sind Gruppen von sich aus „schlecht“?

13. September 2016

Da stutzt man und ist leicht enttäuscht: Kann das, was geschrieben wurde, wirklich so missverstanden werden?

Nein, Gruppen an sich sind nur eine Form, wie sich Menschen organisieren können. Kein Mensch kann ohne. Wären alle Gruppen per se schlecht – gäbe es den Menschen nicht.

Da es aber viele verschiedene Organisationsformen gibt, hat man die Qual der Wahl. So mancher bildet Präferenzen aus und wählt so zu oft die schlechtere Form. Dazu kommen oft, dass Normierung, Vereinheitlichung in bestimmten Phasen alles gleichmachen will. Präferenzen und Normierung verengen die Wahl zusätzlich. Bald bleibt nur eine Form übrig und alles wird jetzt passend gemacht. Spätestens jetzt können Gruppen gefährlich werden – zumal, wenn sie vereinsamen.

Die erste Organisationsform ist das Nebeneinander. Besser: Das friedliche Nebeneinander. Die zweite Organisationsform ist das gelegentliche Unterstützten Nomaden trafen sich für die grosse Jagt und bestimmte Arbeitsschritte konnten besser zusammen erledigt werden. Dann folgt die Spezialisierung: Mitglieder oder Untergruppen spezialisieren sich, zum Wohle der ganzen Gruppe. Spezialisierung bedeutet demnach, dass die grosse Gruppe aus vielen kleineren zusammengesetzt werden, damit das Grosse Ganze klappt – nicht, damit die Gruppe funktioniert. Machen sich solche Ansichten breit, dann ist da was schief gelaufen.

Das Hauptproblem des Menschen ist bei dieser Frage, dass er Gewohnheiten ausbildet und diese gerne als „normal“ aber auch als „nur so richtig“ bezeichnet. Vielleicht hat das etwas damit zu tun, dass ein Mensch, der sich eine Tätigkeit abschaut, sie komplett übernimmt – auch die Schritte, die definitiv nichts bewirken, werden übernommen und immer mit ausgeführt.

Aus irgendeinem Grund werden die Arbeitsschritte heilig erklärt. Der Verstand hat bei dieser Sache kein Mitspracherecht. Gefühlen wird so Tür und Tor geöffnet. Entsprechend harsch können die Reaktionen sein.

Das leidende WIR kennt eine Aufgabe: Neben meiner Meinung gibt es andere. Mit anderen Worten: Der Arbeitsprozess ist festgelegt worden, nun darf er nur noch kopiert werden. Doch schon kommt einer daher und meint, dass alles anders wäre?!? Wie gehen Sie mit dieser Situation um? Das WIR sagt: Es gibt Dich, Deine Gruppe und andere Gruppen. Es gibt unterschiedliche Meinungen und diese können toleriert werden, weil sie meist auf demselben Grund basieren aber verschiedenen Möglichkeiten oder Interpretationen darstellen. Mit anderen Worten, das Thema ist das gleiche, die Lösungen variieren.

Wie kommt es zu dieser Toleranz? Das Abschauen und die exakte Kopie des Vorgehens betrifft die Lernphase. Bekanntlich sind Lehrjahre keine Herrenjahre. Ein Herr und Meister durfte aber die Arbeitsprozesse ändern, um sie zu verbessern. Vor der Aussenwelt hält er seine Versuche versteckt, dann erkennt man an seinen Produkten, dass er etwas geändert hat. Nun setzt eine Diskussion über die Folgen und Konsequenzen ein. Über die neuen und geänderten Eigenschaften aber auch über die auf die Lehre. Die Kunden sind meist leichter zu überzeugen als die Hüter der Lehre. Das kennt man auch heute noch.

Solange die Lehre (letztlich doch) angepasst werden kann, wird sie angepasst – danach wird sie ausgewechselt. Wenn nötig, geschieht das schnell. Für die alten Lehrer geht es um viel, für die Menschheit geht es um den Erhalt ihrer Flexibilität. Die will, dass die Menschen zusammen leben – dazu ist nur nötig, anzuerkennen was es sonst noch gibt. Übernehmen muss man es nicht. Aber vielleicht kann etwas gelernt werden. Wichtig ist nur, dass man die Leute nach ihrer Art leben lässt aber eine gemeinsame Welt pflegt – und, dass die Mitglieder nicht unter ihrer Gruppe leiden.

Die grosse Gruppe schützt vor Übergriffen in und durch die kleineren Gruppen; die kleinen Gruppen schützen zusammen vor Übergriffen der grossen Gruppe.

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