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Wo gibt es denn sowas?

1. September 2016

In den letzten paar Tagen häuften sich Anrufe zum Thema: Ressourcenverschwendung. Dabei geht es um Menschen. Um echte Leistungsträger. Etliche von diesen haben tatsächlich den „Makel“ etwas leisten zu können und zu wollen – und können deshalb nicht in „normalen“ Umgebungen arbeiten. Das gibt es tatsächlich – einzelne Vorkommen wären skuril und überflüssig, aber es scheint zur Norm zu werden. Zumindest in bestimmten Branchen.

In den Gesprächen stellte sich heraus, dass es auch ganz anders sein kann: In bestimmten Jobs kommen nur die, die Freunde dort haben – Vetternwirtschaft und Diffamierung von Nicht-Gruppen-Mitgliedern.

Es gibt das Drehen an der Preisschraube, das – aus Sicht der Mitarbeiter – nichts mit Leistung zu tun hat, eher geht es nach dem Motto: „Wer mehr Freunde da hat, bekommt ein besseres Angebot“.

Freilich können viele Gründe genannt werden, die so etwas temporär erklären. Es gibt aber soetwas wie eine Absprache, ein „wir machen das so“. Manche sagen, dass es keine Freelancer mehr geben soll, dass das von „ganz Oben so gewollt ist“ (dennoch werden Junge gefördert, Alte behindert – da stimmt etwas nicht! Zielführend wäre: Alte weiter so, die Jungen machen das nicht mehr). Andere meinen … erspart mir die Liste von Vermutungen und Eventualitäten, es gibt sie, aber vieles ist nicht der Rede wert.

Meine Frage: „Warum wendest Du Dich damit an mich?“ wurde beantwortet mit: „Das hat was mit Gruppen zu tun, da kennst Du Dich eher aus.“. Ausserdem wollen sie einmal darüber sprechen, suchen nach Alternativen und wollen diese Situation nicht mehr: Vitamin B vor Leistung – die Schlechtesten auf die besten Plätzen, früher das Nichtakademiker Bashing, jetzt Vetternwirtschaft. Es wird nicht besser.

Im Sinne des Blogs handelt es sich um einen protektiven Markt, der „seine“ Elite formt, dabei kommt es nicht auf Leistung an, dabei kommt es auf Gruppenzugehörigkeit an. Letztlich bedeutet das, dass diese Branche (die IT-Branche) Stagnation haben will. Ganz im Gegensatz zu dem, was die Regierung will – wer wird sich wohl durchsetzen?

Wie kommt das? Der Markt ist aufgeteilt. Die grossen Bereiche sind: Embedded Systems, Web, Büro, Spiele, Medizin, Technik, Steuerungen und Regelungen. Da es nur wenige Auftraggeber in den jeweiligen Segmenten gibt, sind die Märkte umkämpft. Wie bei den Bankern, gibt es die „Guten“ meist nur auf der einen Seite. Der Auftraggeber wird gerne geschröpft genau wie der Chef (es gibt wieder tausende von Beispielen, diesmal auch relevante, aber die Liste ist einfach zu lang). Das Geschäft wird nach geldtechnischen Kriterien geführt – das Ergebnis ist, dass Geld und nicht Leistung regiert. Wer hätte das gedacht?

Es haben sich bestimmte Theorien durchgesetzt wie: „Das sind grosse Aufgaben, dazu brauchen wir viele Leute – folgendes Team: <Es folgt eine Liste von Freunden>. Dass es Freunde sind, ist wichtig, denn diese ziehen mit am gleichen Strang. Und dieser Strang ist: „Wir haben das Ding und lassen es nicht mehr los.“

Das Ganze hat nichts mit der Arbeit oder dem Produkt zu tun. Es ist schlicht ein Verkaufsargument. Was lernt der Auszubildende in der Autowerkstatt als erstes? Begeistert die Motorhaube aufmachen und verzweifelt mit dem Kopf schütteln.

Die Branche ist es gewohnt, dass sich Projekte ziehen und nie fertig werden. Ein paar Mal hatte ich die Gelegenheit, mit ein paar offenen Worten zu den Mitarbeitern, die Sache umzukehren. Es war immer dasselbe: Die „Manager“ wollten alle ständig unter Druck setzen, drohten jeden Tag jedem Mitarbeiter mit Entlassung, sie zu den Verachteten zu schicken, wenn das Produkt nicht umgehend fertig werde. So hörte sich das jede Woche, monate- und jahrelang an – solche Projekte werden nicht fertig, nie. Erinnert das an der BER? Vielleicht.

Meine Worte waren: Hier gibt es die Möglichkeit zwei weitere Projekte zu bekommen, die punkten mit folgenden Features …. Wir bekomme sie, falls das aktuelle Projekt bis XY abgeschlossen ist – ist bereits unterschieben.

Jedes dieser Ewig-Projekte war binnen weniger Tage (weit vor dem Termin) abgeschlossen.

Wer nach innen verkauft und trickst, mit Druck arbeiten und fasst schon erpresst, der bekommt es mit gleicher Münze zurück – schon allein, weil diese Leute gerne ähnliche engagieren. Bei Ihnen gilt Leistung nichts, sie leisten selbst kaum etwas und wollen keine Konkurrenz, deshalb sind sie ständig unter Stress und alle um sie herum beherrschen diese Kunst genauso gut wie sie. Wenn sich etwas tut, dann nur, wenn es (nach aussen) delegiert wird, sie selbst leisten es sicher nicht. Das gehört zum Kartellkonzept.

In vielen Software-Branchen lebt es sich ganz angenehm, es werden z.T. Preise gezahlt, dass diese Leute sicher um diesen Status kämpfen, und sie kämpfen darum, dass sich nichts ändert, Rückschritte sind gute Schritte, vorwärts gehen nur Dummköpfe.

Man will die Designfehler, sonst hätte man sie nicht erzwungen. Man will, dass alles eine Frage des Geldes ist, dass Selbstschutz teuer ist, zu teuer für die Masse und diese dadurch ohne einen Schuss in Schach halten zu können.

Alternativ ist es einfach nur Abstauberei.

Jeder darf sich aussuchen, was er haben will – beides ist nicht gut. Beides ist aber gewollt, wird gepflegt und erhalten – warum wohl?

Vielen in der Branche gefällt das nicht mehr – sie wollen Produkte machen, nicht verhindern. Sie dürfen es nicht und sie werden behindert.

Ich werde nach Auswegen gefragt und nenne dann immer IvaP. Um solche Marktmanipulationen durchführen zu können, sind grosse Gruppierungen nötig. In der Software und bei vielen anderen Produkten sind jedoch nur kleine und temporäre Zusammenschlüsse nötig – zusammen mit dem Wissen, wie man das macht. Letzteres kann den Menschen beigebracht werden, IvaP kann entweder einfach angegangen und damit experimentiert werden oder es wird gesellschaftlich und politisch gewollt.

Was ändert sich mit IvaP? Es gibt ein Portal, indem Wünsche beschrieben wird und Leute, die wissen oder Ideen haben, wie man so etwas machen kann (diese Leute können auch selbst Ideen einstellen, denn es gibt immer etwas, das sie selbst sehr gut können – alles andere nicht. Eine Zusammenarbeit lohnt sich, falls alle es professionell angehen). Im Portal können potenzielle Kunden sagen, dass sie das Produkt gerne hätten, ein paar weitere Angeben sind nötig, dann kommt alles in Fahrt: Da es viele gibt, die ihren Teil beitragen können und jeder relativ wenig Zeit investiert, sein bestes gibt und das Produkt dann verkauft werden kann, stimmt der Umsatz und die Arbeit ist zufriedenstellend.

Die aktuell dazwischen geschalteten Firmen, die Grossen, die Beschützenden werden nicht gebraucht – profitieren aber wie alle anderen von der Änderung. Sie selbst arbeiten nach dem Prinzip und die Mitarbeiter dürfen auch an (firmenfremden) anderen Projekten arbeiten, im Gegenzug arbeiten auch „die“ anderen an den Firmenprodukten mit.

Und es kann sich jeder einbringen. Heute versuchen die Firmen zu nivellieren: besser oder schlechter als der sinkende Durchschnitt, darf es nicht sein – da bleiben die Besten und die Schlechtesten auf der Strecke (wobei, die Schlechtesten können hoffen).

Bei der IvaP liefern die Besten ständig Lösungen, die besser sind als die eigenen. Das ist ärgerlich. Doch die Besten sind nicht überall, sie können das nicht, und sie ziehen sich nach einer gewissen Zeit zurück. In der Zwischenzeit liefern ihre Lösungen Ideen und Anregungen, die jeder Aufgreifen kann – es ist eine Frage des Fleisses und des Wissensmix. Somit kann jeder seinen Teil beitragen.

Und wie sieh das mit dem Geld aus? Jede Idee und jede Arbeit wird vergütet. Landet man einen Hit, dann sollte das reichen, um Privatier zu werden. Das wird aber nicht vielen gelingen. Die anderen stehen vor folgender Situation: Bei einem Anteil von 5% einem Produktpreis von 1000€, einem Materialanteil von 900€ und 500.000 Verkäufen sind das 2,5 Millionen €. Auch das dürfte reichen, um es etwas langsamer angehen zu lassen (allerdings sollten die Steuer sich überlegen, wie man mit einmaligen grossen Gewinnen umgehen sollte). Wem auch das nicht gelingt kann mit kontinuierlicher Arbeit im Monat ein gutes Auskommen ganz normal erarbeiten.

Ich weiss, es ist ungewohnt und es kommt einem merkwürdig vor, ich höre ständig Dinge wie: „Wenn das klappen würde, dann hätten die das doch schon längst gemacht?!“ oder „Ohne Chef? Ohne Hierarchie und Gruppe? Einfach aus Eigenantrieb heraus? – Ich glaube, das geht schief.“. Letzteren antworte ich gerne: „Dann heirate, dann ist das mit dem Eigenantrieb geklärt.“

Es funktioniert. Es ist relativ robust, da Leute, die es sabotieren wollen, auffallen und man sie meiden kann (einfach eine weitere Gruppe bilden, die auch an diesem Thema arbeitet).

Es ginge. Das kann man machen. Und an alle, die meinen, dass sie das nun selbst in die Handnehmen sollten eine kleine Warnung: Ich habe nicht alles gesagt und ich denke schon eine ganze Weile darüber nach. Wer es nur mit dem aktuellen Material versucht, der hat schlechte Karten (ich kann ihm eine ganze Reihe Leidensgenossen nennen …).

Ja, es ist nur Hörensagen. Doch meine Erfahrungen zeigen, dass da was dran ist. Und ja, IvaP ist möglich – und etwas in der Art wird kommen. Es zu gestalten wäre besser, als davon überfahren zu werden.

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From → Politik, Wirtschaft

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