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Hooligan, Ultra, Fan und WERDEN

16. Juni 2016

Ein Hooligan ist ein ICH das schlicht nur eine von zwei Möglichkeiten (Flucht oder Kampf) wählt: Kampf. Dazu verabreden sie sich. Die Polizei ist dabei unerwünscht und darf sich gern bei solchen Treffen heraushalten – wenn sie es aber nicht anders wollen: OK.

Rechtlich ist das wegen dem Gewaltmonopol des Staates ein Aufgabe der Polizei: Sie muss, wenn nötig mit Gewalt, das Gewaltmonopol durchsetzen; mit anderen Worten: Die Polizei darf es nicht zulassen, dass zwei Gruppen sich schlägern, auch, wenn sie es einvernehmlich tun.

Ein Ultra ist im WERDEN ein WIR, er lebt für den Verein, für die Gruppe, der er sich zugehörig fühlt. Er schützt seine Gruppe (auch die Fans bzw. Gruppe, in der er zum Fussballspiel anreist), die Gefahr geht vom Gewaltmonopol aus, die Polizei ist der wahrscheinlichste „Feind“ (und provoziert, weil sie angeblich die Schutzmacht ist). Ein Ultra kann auch als DU aufgefasst werden, dagegen spricht jedoch die ritualisierte Form der Auseinandersetzung bestimmter, organiserter Gruppen. Ein DU kennt nur eine nmlich seine Gruppe.

Ein Fan ist eine Person, die ein Spiel sehen will und nicht wirklich daran glaubt, dass das gefährlich sein könnte. Er ist der dreizehnte Mann am Feld. Kaum ein Fan wäre selbst in der Lage (auf diesem Niveau: es sind die Besten!) zu spielen, er respektiert und schätzt die Möglichkeiten seiner Spieler, die sich der grossen bösen Welt stellen und für ihn, gefühlt: mit ihm, kämpfen. Letztlich ist aber alles nur ein Spiel (mit Gruppendynamik, ein Ausflug ins dort erlaubte, potenziell leidendende WIR).

Der Unterschied ist: Für den Fan findet eine symbolische, seine Gruppenbedürfnisse befriedigen, aber spielerische,ritualisierte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gegner (der für etwas anderes stehen kann) statt. Für den Ultra steht seine Gruppe, seine Identifikations-, Integrations- oder -mitgliedschaft zur Disposition, er empfindet sich als Teil derer, die sich mit allem was sie haben einbringen. Den Hooligan juckt all das nicht, dafür aber die nächste Auseinandersetzung unter Gleichgesinnten. Liefert irgendetwas einen Rahmen oder Gelegenheit dazu, wird diese genutzt.

Dies ist der Versuch einer Typologie. Das ist ein Hilfsmittel, um sich in die Beteidigten hineinzudenken. Es gibt auch Mischformen. Wahrscheinlich findet sich der eine oder andere nicht besonders gut getroffen (der Fan wird seine „schicksalhafte Verbundenheit, das intensive Zugehörigkeit das ihn plötzlich überkommen hat, wie damals als Saulus zum Paulus wurde, vermissen) denn bestimmte Aspekte des WIR wurden ausgelassen, z.B. den religiösen, da diese in diesem Zusammenhang eher atrributiv bzw. steigernd wirken.

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