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Orlando

13. Juni 2016

Allen Betroffenen: Herzliches Beileid. Alle, die das nicht kalt lässt und nach Gründen fragen, versuche ich ein paar Antworten zu geben, soweit mir das möglich ist.

Woher kommt der Hass und die Motivation für solche Taten?

In den Personen wird durch Ausgrenzung, Furcht und eine empfundene Nichtakzeptanz Druck aufgebaut, der sich in solchen Taten entlädt.

Sind dann die anderen Schuld – oder diese Person?

Meist ist es ein sowohl als auch. Das Pendel kann aber ganz auf eine Seite ausschlagen. Eine Gruppe kann einen Menschen keine andere Chance lassen als es so zu lösen; eine Person kann sich selbst soweit treiben, dass er keine andere Chance mehr sieht.

Kann man das im Vorfeld erkennen?

Es gibt wenige, die das zuverlässig können, denn die Betroffenen lernen schnell sich zu verstellen. Oft scheint es sogar so zu sein, dass es mit ihnen gegen Ende besser geht als je zuvor. Gerade die Selbstmordgefährdeten beherrschen das.

Dann ist das in Deinen Augen eine Art Selbstmord?

Das ist bei vielen Freiwilligen so. Jeder, der Soldat, Polizist oder Kämpfer wird, hat mit diesem Ergebnis zu rechnen. Deshalb sind sie nicht Selbstmordgefährdet, sie können auch fatal oder beliebig sein. Aber ich kenne viele, die freiwillig zum Söldner wurden, die mit dem festen Willen hingingen um zu sterben, aber auch so viel wie möglich mitnehmen wollten. Viele von ihnen hadern bis heute mit ihrem Schicksal, dass das nicht ganz geklappt hat.

Ist das eine Tat eines Söldners gewesen?

Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Wenn sich herausstellt, dass er selbstmordgefährdet war, dann hat das wenig bis nichts mit Söldnertum zu tun, denn die leben diese Phase fatalistisch und oft sogar begeistert, freuen sich auf die Auseinandersetzung mit anderen, sehen das als faires Geschäft an und ihnen ist wichtig, dass beide eine Chance haben. Ein Selbstmordanschlag passt da nicht ins Bild.

Hat das was mit IS zu tun?

Mal ehrlich, ein Etikettenschwindel ist wahrscheinlicher.

Hat das was mit Islam zu tun?

Eher mit Erziehung und Organisation Bezugswelt. Wenn diese machomässig ist, dann wird jeder Mann von Anbeginn an so stark unter Druck und Aggressionen gestellt, dass er in einer Auseinandersetzung funktioniert. Psychische und gesellschaftlich Schäden gehören da zum Konzept und Gelingen.

Hat das was mit den USA zu tun?

Soweit sie den Machismo pflegt, den Kampf Jeder gegen jeden pflegt, dem Erfolg huldigt aber Leistung übersieht usw., dann Ja. Das kennen wir aber auch von den Rechten Gruppen und von Parallelkulturen.

Mit was hat es dann zu tun?

Mit einem Menschen, der aus welchen Gründen auch immer, ins Abseits geriet und mit einem Knall etwas beenden wollte.

Können Sicherheitsapparate solche Menschen aufhalten?

Ob im aktuellen Fall genügend Tipps vorlagen, kann ich von meiner Position aus nicht sagen. Deshalb ganz allgemein: Je mehr Machismo verlangt wird, umso mehr solcher Menschen gibt es. Irgendwann reichen die Kapazitäten nicht mehr.

Was kann man tun?

Je offener eine Gesellschaft ist und umso besser man sich einbringen kann, desto weniger Druck dieser Art wird aufgebaut. Und desto früher werden Fehlentwicklungen erkannt und gegengesteuert.

Kann man das verifizieren?

Durchaus, aber dann wird es wissenschaftlich. Probieren wir es mal so: Wo wird aktuell viel Druck aufgebaut, wo gibt es viele Aggressionen – in welchen Ländern? Hier nur eine Auswahl: Türkei – offene Morddrohungen und Unterdrückung jeder Art, das selbe in Russland, da geht es zu wie in Ländern, die auf Familien und Stammbasis organisiert sind (der Quelle der Rolle des Mannes, die alldem zugrunde liegt).

Wo gibt es bei uns viel Gewalt? Überall dort, wo die Gruppe über allem steht.

Auch der Kampf Jeder gegen Jeden, der Kapitalismus hat diese Tendenzen; Wirtschaft kann auch anders.

Also, was machen?

Gemeinschaft, Gesellschaft, grosse Projekte und Mittelstand.

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