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Populismus

12. Juni 2016

Populismus – was ist das eigentlich? Ein nicht gerade scharf definierter Begriff. Genauso interpretierbar wie der Begriff selbst, genauso interpretierbar sind die bzw. die Aussagen derer, die ihn anwenden.

Zusammenfassung: Populismus kann vieles sein. Etwas zu tabuisieren ist genauso populistisch wie „dem Volk nach dem Maul reden“ oder mit guten Reden, die Meinung wider besseres Wissen in eine eher schlechte aktuell aber bequeme oder … Richtung zu lenken. Ebenso Diskreditierung und etwas zu stigmatisieren (z.B. als Verschwörungstheorie).

Allgemein kann man sagen, dass Macht, politische, öffentliche oder gruppendynamische Arbeit immer auch etwas mit Tatsachen, Ausdruck, Interpretation Erklärung und Meinungen zu tun hat.

Populismus hat immer etwas mit „einfach“ zu tun. Je nach Position kann es dann eine erlaubte Vereinfachung sein, um etwas zu erklären oder es verständlich zu machen. Oder es kann eine unzulässige Vereinfachung sein, die so nie umgesetzt oder erreicht werden kann. Wahlversprechen fallen in diese Kategorie.

Es lohnt sich selbst ein paar weitere Eigenschaften der „Vereinfachung“ zu suchen und durchzuspielen – sie wirken alle, meist indem sie polarisieren. Divide et impere lasst grüssen.

Kann ohne Populismus öffentlich gearbeitet werden? Theoretisch ja, es wird sogar demokratischer, weil vor die (emotionale) Entscheidung / Abstimmung die Auseinandersetzung mit dem Thema gestellt wird – man eine echte Information bekommt. Da der Begriff aber nicht exakt definiert ist und gerne als Schimpfwort verwendet wird, kann er als K.O. Argument, z.B. um etwas zu tabuisieren, jederzeit verwendet werden.

Fazit: Wer sich populistisch verhält, der will den demokratischen Prozess (Meinungsbildung) verkürzen, der versucht aus der Demokratie eine Partie, Stimmung zu machen.

Wer einen anderen als Populist bezeichnet, kann recht haben oder recht haben wollen und versucht das Thema zu diskreditieren (damit es vom Tisch ist), es zu tabuisieren usw.. In diesem Fall tut man gut daran, nach den Gründen zu suchen.

Abschliessend kann gesagt werden, dass der Begriff „Populismus“ zu allgemein ist, er kann nicht ohne Bezug auf etwas anderes auskommen. Er hat aber ein recht hohes Potenzial zu Emotionen zu wecken oder darauf herum zu reiten.

Sind alle Parteien populistisch? Jede hat populistische Aspekte, zumindest aus der Sicht der anderen Parteien.

Ist Populismus schlecht? Da Populismus nicht für sich alleine stehen kann sondern immer und frei mit jedem Wertesystem kombiniert werden kann, kann die Frage erst in Zusammenhang mit dem Wertesystem, dem Thema und der jeweiligen Position beantwortet werden.

Was ist die schlechteste Eigenschaft des Populismus? Er teilt die Welt in zwei (zu) einfache Gruppen: In die, die dafür und die, die dagegen sind.

In einer funktionierenden Demokratie ist die Abstimmung keine Sache des Gefühls sondern das Ergebnis eines Disputs, der Auseinandersetzung mit einem vertieften Thema auf breiter Ebene, damit jeder sich eine Meinung und jeder seine Einwände vorbringen kann und alles durchgesprochen werden kann.

Wie gesagt: Populismus vereinfacht – hier den demokratischen Prozess.

Wie einfach kann bzw. darf eine Welt sein oder werden? Wenn ein funktionsfähiges Konstrukt dabei herauskommt, die alle relevanten Punkte und Betroffene zufriedenstellend berücksichtigt, dann ist die gröbste Vereinfachung erreicht.

Wirklich „alle“? Gibt es nicht immer ein paar, die sich querstellen? Bei den Querstellern kommt es auf deren Argumente und die eigene Reife an.

Wer partout der Meinung ist, dass die Welt so gross und der Mensch so klein ist, dass der Mensch der Erde nichts anhaben kann, der wird schwerlich von dem menschlichen Faktor beim Weltklima überzeugen werden können.

Wer weiss, dass der Mensch sich in seinem Werdegang bereits mehrfach die Ressourcen, den Garanten des „weiter so“, die eigenen Basis weggezogen / sich selbst beraubt hat, dürfte leichter für den Gedanken zu gewinnen sein; wer aber nur Gewinn machen will, der kann es auch so sehen:

Ist die Ressource erst mal weg, dann brauchen die Menschen dort umso mehr von allem, es winken bessere Geschäfte (stimmt meist nicht, denn, wenn die Ressourcen weg sind, dann gehen auch die Menschen – der Geschäftemacher hofft nun, dass sie in die Regionen gehen, die nun ausgebeutet werden).

Allen Menschen recht getan, ist etwas, das niemand kann. Doch erkennt die Gruppe schnell, wer sich da warum querstellt. Manchmal reicht dann eine gewisse Mehrheit, aber gelegentlich ist es dann auch zu akzeptieren, z.B. wenn klar ist, dass echte gruppendynamische Fehler zu dieser Situation führten, diese sollten dann aufgearbeitet werden, danach ist das kein Thema mehr.

Stichworte: Demokratie, Meinungsfreiheit, Mehrheitsbeschlüsse. Die Demokratie beruht auf beiden anderen. Die Begriffe bedingen sich (und weitere) gegenseitig.

Geht Kapitalismus ohne Korruption? Theoretisch ja, zumindest ein regulierter Kapitalismus, nicht geregelter, völlig freigelassener Kapitalismus hat das schnellste Geld auf Kosten aller anderen zum Ziel, da gehört Korruption per Definition dazu.

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