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Politik: Verwirrt oder verwirrend?

14. Mai 2016

So kompliziert kann das doch nicht sein – oder? Schliesslich stehen wir doch mit beiden Beinen in der Welt!? Ach was: Auf der Welt! Und so viel hat sich doch nicht geändert! Im Grunde hat sich doch bis auf einen Vorzeichenwandel nichts geändert! Das ist doch ein Kinderspiel. Das geht so:

Wollten bislang die Linken Planwirtschaft, planen die Konzerne heute die Wirtschaft aller – noch jeder für sich, aber das wird schon werden, meinen sie. Wollten die (wie sie sich selbst beschreiben würden:) grossen, starken Rechten bislang wieder das Grossreich und Sieg über alle „anderen“ (heute zumindest als Exportweltmeister) oder Untergang, streben sie heute quasi zur Scholle und zu kleinen, privaten Brötchen und zur Gemeinschaft, heimlich betreiben sie den Krieg um den nachbarlichen Maschendrahtzaun.

Also alles ganz einfach: Was Rechts war, ist jetzt Links; was Links war, ist jetzt Rechts. So mancher hat das noch nicht mitbekommen und meint, das noch alles so ist, wie es einmal war; andere meinen, dass es bei all diesem Hin und Her am besten ist, gleich in der Mitte zu bleiben, andere schauen nur noch zu, während die anderen ihrer aktuellen Meinung suchend nach hetzen.

Ich denke, nun sollte auch der Letzte verstanden haben, warum die beiden Gruppen nicht mehr wissen, was gerade ihre Meinung ist, denn: Sie müssten die Seite wechseln, um wieder in ihre Wohlfühlzone zu sein, können das aber aus Tradition nicht (auch die Linken), fühlen sich heute in ihrer Partei aber so, als wäre er in der Partei der anderen, der ehemaligen oder damaligen – und wer sind eigentlich gerade meine – Feinde?

Wer bislang links war müsste jetzt für das Gegenteil sein, das gefällt ihm aber nicht, deshalb bleibt er, wo er ist, wo es ihm aber auch nicht mehr gefällt. Soll er noch politisch sein, wenn Politiker die Macht freiwillig abgeben, zu den Eliten gehören wollen, diese aber korrigieren sollten und die Stimme von allen, nicht nur die weniger hören sollten?

Kurz: Wenn Politiker Geschäfte und Geschäftemacher Politik machen?

Es war schon einfacher, als man einfach nur „wieder König“ sein wollte – aber eine globale Firma als lokaler König?!? König ist auch nicht mehr, was es mal war. Ich will nicht zurück! Wo bitte geht es hier zur Zukunft?

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From → Politik

6 Kommentare
  1. Sich selbst politisch links zu verorten, muss nichts mit dem Anstreben von Planwirtschaft zu tun haben.
    Und das rechte Kräfte nur in kleinen Gemeinschaften zum Ausdruck kommen, ist mir genauso neu.

    • Nun hohes Gericht, hiermit bekenne ich (mit viel weniger Bierernst): Ja, ich habe einen ironisch, satirischen Post verfasst! Ja, ich habe es auf einen Punkt, nein: auf zwei Punkte, aber in einen Kontrast gepresst und gegenübergestellt. Ja! So entsteht Ironie, das wird Satire! Und ausserdem, alle anderen machen das doch auch: Der Schauspieler schaut nur auf sich, der Optiker sieht nur seine Linsen und der Finanzi fokussiert Geld. Nur Autoren und Satiriker schauen nur auf andere!

      Für die Bierernsten: Das Stilmittel „pars pro toto“ (lat.: „Ein Teil fürs Ganze“ z.B. „ein Dach über dem Kopf haben“ um auszudrücken, dass man sich in einem Gebäude aufhält, eine Wohnung hat) wurde angewendet um mit Planwirtschaft (für Links) und „kleinste Gemeinschaften“ (für die neue Rechte, die auch von Links Zuspruch findet, da sie den Verlust der grossen Gemeinschaft befürchtet, ebenso beobachtet die Mitte den Zerfall der Gemeinschaft) einen möglichst umfassenden Kontrast (eine einfache Unterscheidung) zu bieten, um sich daran abzuarbeiten. Oder anders gesagt: Ich habe mir zwei Ecken zweier bestehender Gebäude genommen und habe ein neues aufgebaut. Das fällt den meisten auf, sieht ja auch etwas aufgesetzt aus, nur, wenn der Betroffene beisst, dann hat der Satiriker einen grandiosen Sieg eingefahren, dann wurde aus dem Konstrukt Wirklichkeit – und die Architektur hat verloren, so entstehen (geistige) Bausünden.

      • Ich weiß gar nicht, warum Sie diesen gehässigen Ton anschlagen, aber sei es drum. Offensichtlich bin ich zu dumm für Ihre Art der Satire, die ich im Übrigen nicht für derlei halte, da sie, in einem Akt mainstreamiger Selbstüberschätzung, einfach nur die Vermischung von „Rechts“ und „Links“ betreibt, wobei einzig das Attribut „Querfront“ fehlt, das der geneigte Leser, so schätze ich, im Rahmen der suggestiven Lückenfüllung selbst einfügen darf. Oder, um es anders zu benennen: Die Satire ist das Schwert des Intellektuellen, um den Schwachen gegen den Mächtigen zu schützen. Wenn Sie nun jedoch, und das schließe ich aus Ihren Aussagen, den Mächtigen, also die Mitte, schützen wollen, so können Sie qua definitionem gar kein Satiriker sein. Aber was weiß ich denn schon.

  2. Wie? So schnell von vergleichsweise konkreter Kritik zur allgemeiner Abkanzelung wie: „gehässig“? Ist das noch der nurschauspiel, der sich da meldete? Oder wer bist du und wenn ja …?

    Kurz zusammengefasst, was (vielleicht) etwas Substanz bietet:
    Rechts und Links vermischen – mainstream? Ich lasse mich gerne belehren, dachte aber, dass es ein Thema des Blocks sei, dass diese Enden letztlich einfach nur Extrem sind und dann, auch in ihrer Selbstüberschätzung, austauschbar werden.

    Wer „in einem Akt mainstreamiger Selbstüberschätzung“ ironisch „den Mächtigen, also die Mitte, schützen wollen“, der kann, da „Satire ist das Schwert des Intellektuellen, um den Schwachen gegen den Mächtigen zu schützen“ „qua definitionem“ nicht ironisch sein.

    Ein fantastisches Produkt, schauen wir es mal genauer an.

    Definition Satire: https://de.wikipedia.org/wiki/Satire (es gibt auch andere) keine mir bekannte Definition lässt auf die oben gegebene Definition schliessen (das ist auch gut so, denn sie stellt den Intellektuellen ausserhalb von Schwach und Mächtig, überhöht oder diskriminiert ihn, intellektuell können aber beide sein). Was wahrscheinlich gemeint ist, ist der Witz. Er pointiert genau eine Sache. Die Satire verbindet die Dinge und wirft so in ein neues Licht auf die Dinge, erlaubt einen neuen Blickwinkel (in dem Fall gebe ich gerne nach: Im Blog ist das kein neuer Blickwickel, eher schon ein totgetrampelter).

    Wer nicht bei der Gleichstellung „mainstreamiger Selbstüberschätzung“ und „mächtige Mitte“ schmunzeln muss, dem ist in Sachen Humor wirklich nicht mehr zu helfen. Sachlich kann man eine Überhöhung der Statistik, einen Glauben an die Statistik anmahnen, politisch regiert dann die Statistik, der Bürger ist dann dem Politiker immer einen (oder mehrere) Schritte voraus – was nicht der Fall wäre, wenn der Politiker die Themen benennt, mögliche Wege aufzeigt und diskutiert.

    Um es kurz zu halten: Man muss es nicht mögen oder liken. Man darf auch gerne Kommentrare schreiben, aber einfach nur, um dagegen zu sein?

    • Tatsächlich ist es mir möglich beides zu kritisieren. Zum einen die ganz konkrete Nebeneinanderstellung und suggestive Gleichmachung von „Rechts“ und „Links“, zum anderen den gehässigen Tonfall in der Antwort. Das geht auch ganz ohne Beispiel, schließlich ist das ein ganz subjektives Empfinden und muss somit nicht von Ihnen nachvollzogen werden.

      Ist es nicht Mainstream, „Rechts“ und „Links“ absichtlich miteinander zu vermengen? Habe ich im SPON-Kommentar zur Anti-TTIP-Demo in Berlin im letzten Oktober etwas Falsches gelesen? Ich denke nicht. Die Beispiele für die Verunglimpfung linker Bewegungen durch die Attribuierung mit „rechts“ lässt sich noch gut verlängern.

      Es stimmt. Der Mächtige kann, wie der Schwache auch, intellektuell sein. Man verzeihe mir bitte und ersetze in meiner Definition „Intellektueller“ durch „Satiriker“.

      Ich schreibe keine Kommentare, um dadurch gegen die in Ihrem Blogpost betriebene Vermengung zu sein. Ich bin grundsätzlich dagegen und schreibe genau deshalb.

      • Im letzten Satz, da ist des Pudels Kern. Damit kann ich etwas anfangen und das geht in ungefähr so: „Es geht nicht um Stil und Schreiben und ist nicht persönlich gemeint, es geht um eine grundstätzliche Allergie zum Thema Rechts/Links Gleichstellung“.

        Gut, das können „geschäftlich“ regeln. Da ich nurschauspiels Meinung nur aus Andeutungen kennen, stelle ich nun meine Meinung nochmals klar und im Sinne der Meinungsfreiheit (und falls es ein Text ist, der den Ansprüchen des Rechts gerecht wird) kann gerne etwas dagegen gestellt werden:

        Im Blog wird allgemein und wiederholt darauf hingewiesen, dass extreme Meinungen, egal welcher Coleur, austauschbar sind, da sie die Gruppeninteressen über die vertretenen Interessen stellen.

        Wirtschaftlich sind die Meinungen weit weniger weit entfernt, als es auf den ersten Blick scheinen mag, denn nach allem, was ich über „Das Kapital“ weiss, erklärt es vor allem, wie das Kapital arbeitet und schliesst damit, dass die eine Elite durch eine andere (auf Zeit) zu ersetzen sei, die dem Volk die nötige Bildung bringe, die es für eine echte Volksherrschaft brauche. Allerdings: So weit ist in der Praxis noch nie eine Linke gekommen, sie blieb auf dem Stand der Rechten stehen. Auf diesem Level sind sie austauschbar. Das mag sich ändern, das muss sich nicht ändern.

        Wenn „Intellektueller“ durch „Satiriker“ ersetzt wird, dann wird das nicht besser, denn dann ist der Schritt zum Autor und Künstler ganz allgemein nicht mehr weit.

        Aber endlich mal etwas, mit dem man was anfangen kann:

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