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Religion und Grundgesetz

20. April 2016

Zusammenfassung: Mit den Begriffen des Werden argumentiert, fusst eine Religion im WIR und reicht ins IHR hinein. Ist sie dort angekommen, dann kann sie sogar hilfreich sein; in leidenden WIR Level – wie alle leidenden WIR Level – kann sie problematisch werden, da Besitz, Macht und Interessen der Gruppe über alle anderen Interessen und Regeln, also auch über die Religion selbst, gehoben werden. Meist sind das extreme Gruppierungen und diese leben nur den Extremismus, anderes kann und wird missbraucht werden, ist aber nur Instrumentalisierung, keineswegs Sinn oder Zweck.

Es hat mich sehr gefreut, dass viele Fragen nicht auf die AfD (weil, wie es einer von Euch ausgerückt hat: Die einfach in den Medien bleiben wollen) zielten, sondern zum Thema „Religion im Werden und Soziologie etc.“ kamen.

In wenigen Sätzen soll zunächst die Religion im Werden verortet werden, dann das Werden skizziert werden gefolgt von der Antwort auf die Frage: „Warum wandert / erstreckt sich die Religion über mehrere Level?; gefolgt von einigen Detailfragen zum IHR, darunter die Frage ob Intelligenz und das Level im Werden zusammenhängen?

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Religionen (und viele der religionsähnlichen oder -gleichen Philosophien) werden im WIR „geboren“ streben aber stetig nach dem IHR – die Grundgedanken führen fasst logisch und konsequent ins IHR.

Wird das den Religionen zugelassen, dann erreichen sie das IHR zügig und sind auf diesem Level eher hilfreich als gefährlich. Davor, in den gruppendynamischen Phasen, gibt es die eine oder andere, in der sie durchaus Gewaltbereitschaft bis kriegerisch sein können. Religionen bergen aber auch noch andere Gefahren, denn:

Nur Gruppendynamik und Machthunger etc. können Religionen auf einem leidenden WIR – Level halten.

Da diese eine starke Tendenz zu Gewalt und Krieg entwickeln können, sind, ganz allgemein formuliert, (leidend gelebte) WIR Gruppen, eine konkretere Bedrohung für alle anderen als eine dem IHR zugewandte Religion.

Es kann auch so ausgedrückt werden: Einige für die Gruppendynamik typischen Phasen können für die Gesellschaft oder für die Gruppe selbst gefährlich werden.

Es folgt eine Vertiefung der relevanten Punkte nach einer Minivorstellung des Werdens und warum diese Begriffe im Blog verwendet werden.

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Es gibt sehr viele Strömungen, in den vom Thema betroffenen Wissenschaften, viele unterschiedliche Fachbegriffe und Definitionen. Allein die anstehenden Diskussionen und Unterscheidungen der Begriffe würde ganze Fachbücher füllen. Das ist nicht Thema des Blocks.

Auch deshalb wird hier im Block vom „Werden“ gesprochen und ein Thema in vier Level eingeteilt die negativ / leidend, normal / neutral oder positiv / zuversichtlich „gelebt“ werden können. Es gibt die Level „ICH“, „DU“, „WIR“ und „IHR“.

Das ICH postuliert das Thema bzw. die Person und stellt es in eine Umgebung, die anfangs als „feindlich“ oder „aggressiv“ erlebt wird. Dann wird über die Level stufenweise der Unterschied aufgehoben, bis der Umgang mit dem Thema im IHR von problematisch und störend zu spielerisch und voll integriert steigert bzw. sich auf die gesamte Existenz ausweitet. Die einzelnen Gebiete übersetzen dies bitte in ihre Termini und Definitionen. Für diesen Post reicht diese Einführung aus, deshalb folgt nun auch eine etwas vertiefende Aussage, in der Hoffnung, dass dieses Thema dann abgeschlossen bleiben kann.

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Warum beginnt Religion im WIR? Weil der Mensch, um zu einer Gruppe gehören zu können, das Gefühl benötigt, Teil von etwas Grösserem zu sein, sein zu können, und weil das Bewusstsein, die Reduzierung auf den Körper intuitiv ablehnt (es gibt Autofahrer, deren immaginierter Körper während der Fahrt mehr dem des Autos gleicht als dem, was da auf dem Fahrersitz beschäftigt ist).

Das grössere Ganze kann gefühlt und geteilt werden. Religion beginnt im WIR, weil sie zu diesem Konzept gut passt – anfangs. Die Gruppe wird schnell zu eng, bleibt an Macht und Besitz kleben und will das bisher erreichte absichern. Die Gruppe will nicht weiter.

Die Religion erkennt jedoch, dass das noch nicht alles war, dass das Bewusstsein grösser und offener sein kann und will, als das Bewusstsein einer Gruppe (auf diesem Level).

Erkennt das ein Glaubender, dann ist das der Moment, in dem er still und in sich gekehrt wird. Bis dahin sind Religionen „missionierende Gruppen“ und potenziell gewalttätig, da sie meinen, dass die Gruppe wichtiger ist als alles andere (das geht allen Gruppen so, auch so manchen Parteien).

Anfangs war das kein Problem, denn es gab wenige Menschen, viele Ressourcen und Raum. Man breitete sich einfach aus. Irgendwann gab es dann Probleme, Katastrophen und Streitigkeiten. Man begann Regeln aufzustellen – wer diese nicht kannte, wurde zu einem Damokles Schwert. Fremde z.B..

Was ist das IHR? Die meisten Menschen bewegen sich aktuell irgendwo im DU bis WIR, das IHR ist vielen noch fremd, dennoch streben sie darauf zu.

Dennoch ist es besser über das IHR nicht allgemein oder öffentlich viel zu reden, denn es ist ein sehr persönlich Erfahrung und jeder erlebt sie deshalb anders. Das Wesentliche wurde darüber bereits gesagt: Regeln werden im IHR bravurös gespielt (das sollte nicht mit den rechtlichen Tricksereien des WIR verwechselt werden, das den Regeln kritisch gegenübersteht), im IHR sind Regeln verinnerlicht.

Das IHR kann zu Konflikten mit einem umgebenden und dominierenden WIR, DU oder ICH führen. Es gibt aber auch Level des IHR die negativ gelebt werden:

Viele vermissen die Einfachheit der Regel, der Schwarz / Weisse Welt, das Farbbild ist ihnen zu bunt. Die Leichtigkeit und Verbundenheit ist ihnen befremdlich und ganz allgemein wollen sie im tiefsten Inneren zurück. Auf diesem Level schrecken die Leute zurück, können es nicht glauben und verzweifeln an ihrer Unfähigkeit, nicht „normal“ sein zu können.

Normal gelebt wird das IHR zu einer Welt, in der es kaum Grenzen gibt – sehr wohl noch Regeln, aber dort sind sie eher Richtlinien, die nicht infrage gestellt sondern als normal angesehen werden. Die Welt wird als einfach aber mit Verantwortung und zielstrebig zu leben empfunden – ein: Weiter so ist ihm fremd ebenso wie die gewisse Orientierungslosigkeit des WIRs.

Positiv gelebt gibt es kaum Reibungspunkte in der Persönlichkeit, und da auch die Umgebung integriert ist, läuft das ohne grosse Reibungen ab.

Das IHR kann gut mit den anderen Level interagieren, da es sich durchaus an diese Welten erinnern kann und wer an eine IHR Persönlichkeit gerät, erkennt das meist daran, dass ihm etliches leichter fällt als sonst, falls er es zulässt und nicht verschreckt zumacht.

Warum ist das IHR so individuell? Es ist nicht individueller als die anderen Level, hier fällt es nur mehr auf, denn auch das IHR wird sich erarbeitet, während andere sich das Kämpfen und Disziplin, das Gespräch oder das komplexe Gebilde von Regeln erarbeiten, machen IHRler das auf anderen Wegen und erscheinen deshalb als hochgradig individuell. Wer sich aber einmal mit den Mentoren und Lehrer auf den verschiedenen Level unterhält, der lernt schnell, dass es auch hier sehr individuelle Zugänge und Gründe gibt, warum die Entscheidungen getroffen wurden. Dass dies auffällt liegt vor allem daran, da jeder dieser Gründe sich auf die Ausbildung auswirkt:

Wer Kampf lernen will, weil er einfach nur Macht ausüben will, sucht sich gerne die einfachsten Gegner aus, eine taffe Gangart und ein sich an Stärkeren abarbeiten und lernen, dass Kampf etwas mit Verantwortung zu tun hat, ist dann wichtig; ein anderer, der auf Grund eines Traumata anderen helfen lernen will, braucht eine ganz andere Ausbildung.

Das zieht sich durch alle Level. Doch vieles von diesen ist heute bereits „normal“ und fällt nicht mehr auf. Das IHR ist ein ungewohntes und damit auch erschreckendes Level – auch für die Umgebung, die meist nur befürchtet, dass diese Person für sie zum Teil der gefährlichen, aggressiven, noch unbekannten Welt gehört und wird deshalb fasst schon automatisch bekämpft.

Ein IHR kann damit umgehen, tendiert jedoch dazu sich zurückzuziehen und zurückzuhalten, kann aber auch jederzeit die Regeln merkwürdig auslegen.

Da in Gesprächen wie diesem, das Gegenüber immer nach Beispielen fragt, soll auch hier das eine oder andere Beispiel gegeben werden – leider bin ich in dieser Sache noch nicht sehr gut, aber mir wurde bestätigt, dass ich nicht ganz falsch liege. Also bitte: diese Beispiele hinken all! Nicht ernst oder wörtlich nehmen!

Allgemein kann man es so sagen: Was jetzt Thema Ihres Lebens ist, wird es dann nicht mehr sein. Das heisst nicht, dass das Leben langweilig oder uninteressant ist, das heisst nur, dass es andere Aufgaben geben wird. Wie diese aussehen kann hier nicht beschrieben werden, denn das liegt in der Person, in der Annäherung an das Thema – das ist individuell.

Ein IHRler wirkt ein bisschen verrückt, wenn es um Regeln geht. Neben Interesse gibt es immer auch Desinteresse. Er scheint widersprüchlich zu sein und die Dinge nicht ernst zu nehmen. In der Leistung ist er dennoch eigen – für den einen nahe am Genie für den anderen sind das einfach nur zufällige Werke, denn es fehlt grundsätzlich an der (offiziellen und geführten) Mühe.

IHRler untereinander – falls sie sich erkennen und es laufen lassen können – sind erstaunlich still. Sie reden wenig, verstehen sich aber deutlich besser als das normal ist, sie scheinen manchmal gerade zu harmonisiert oder synchronisiert zu sein.

Ansonsten schaut das nur so aus, denn sie kommunizieren häufig anders, die Körpersprache ist intensiver, es wird „gemacht“, dadurch gelernt und gezeigt, das sagt dann mehr als tausend Worte.

Hat das Level etwas mit Intelligenz zu tun? Direkt nicht, indirekt ja. Doch was genau Intelligenz ist, diese Frage ist z.T. noch offen bzw. umstritten. Auch, ob das (messen zu können) was nützt.

Die Unterschiede entstehen an einem ganz anderen Punkt: Verwende ich meine Intelligenz für Fragen des Kampfes? Des Gesprächs? Der Gruppe? Zur Aufrechterhaltung bestimmter Regeln (das ist aktuell die grösste bzw. weitverbreiteten Hürde). Oder spiele ich Fach- und Sachfragen, kombiniere diese und komponiere daraus eine Oper aus Arbeitsschritten oder Produkten?

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