Skip to content

Über Satire und Inseln

10. April 2016

Frage: Was sagst Du zu der Satire-Krise?

Da ich das Original nicht gesehen habe, kann ich nicht viel dazu sagen. Aber angeblich wurde im Vorfeld gesagt, dass das in Deutschland nicht erlaubt sei. Wenn auch noch gesagt wurde, dass das ein Beispiel sei für das, was verboten sei, um die Grenzen aufzuzeigen, dann kann man darüber ewig streiten, denn Journalist und Satiriker haben durchaus die Aufgabe komplexe Sachverhalte einfach verständlich zu machen – und wer erkennt schon die exakten Grenzen, beim Lesen eines juristischen Textes? Deshalb gelten einige Ausnahmen bei diesen Berufen.

Es stellt sich die Frage, welches Recht höher zu bewerten ist: Klärung der Grenzen, auch anhand deutlicher aber, wenn es ernst und nicht als Beispiel gemeint wäre, verbotenen Beispielen, oder eine indirekte Einführung der Pressefreiheit. Denn genau darum geht es letztlich: Pressefreiheit, künstlerische Freiheit und satirische Freiheit, es geht um die Freiheit an sich und um Ventile, die den Druck ablassen können – das geht am besten über einen Lacher.

Allem Anschein nach sind zwei Positionen beziehbar: „Ja genau das macht man nicht – gut, dass es mal einer deutlich gesagt hat“ und „er hat doch gewusst, dass das sträflich ist – selber Schuld“.

Frage: Was erwartest Du, wie geht das aus? Mit einem Satire-Gipfel.

Frage: Sind Wirtschaftsinseln Neokolonialismus?

Das musste ich erst mal nachschlagen. Die kürzeste gefundene Definition ist: „Neokolonialismus: direkte Beherrschung der Länder der Dritten Welt über Spielregeln des kapitalistischen Weltmarktes. “

Wirtschaftsinseln schützten exakt vor diesen Regeln, sie erlauben es, einen neuen, einen weitgehend autonomen Wirtschaftsraum zu etablieren. Sie versuchen zunächst alles selbst zu machen, sind anfangs mit dem Etablieren einer internen Wirtschaft vollauf beschäftigen. Je besser das klappt, umso mehr können sie sich darum kümmern, Produkte und Dienstleistungen für grössere Märkte zu bauen und anzubieten. Sie bestimmen selbst, was sie einführen wollen. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was unter Neokolonialismus verstanden wird.

Frage: Wirtschaftsinseln als Flüchtlingshilfe? Als Flüchtlingshilfe eingesetzt, sind sie Hilfe zur Selbsthilfe. Ja, man investiert anfänglich, doch dann sinken die Kosten täglich, weil die Flüchtlinge sich selbst versorgen können. Sie fangen von ganz unten an, das ist nicht einfach. Aber diese ersten Schritte sind in der Regel sehr schnell gegangen. Wenn Wasser, Energie und etwas Infrastruktur gestellt werden, dann geht das schnell.

Dem gegenüber steht ein evtl. jahrelanges Durchfüttern und Unterstützen – in der Regel auf sinkendem Niveau – durch Dritte.

Frage: Wirtschaftsinseln und Krieg und Politik? Aus einer demütigenden, perspektivlosen Flucht würde das genaue Gegenteil: Ein Neuanfang. Statt Aufgabe und Todessehnsucht würde Optimismus herrschen. Ausserdem würde der Krieg entwaffnet werden. Die Militärs sehen das als „Schädigung der Moral der Truppe“ an – und sind, wen wundert`s?, dagegen. Sind die Militärs dagegen, dann sind die Politiker dagegen, denn Krieg ist eine Form der Politik, auch diese würde sich entwaffnet fühlen.

Sehr wahrscheinlich und fasst ausschliesslich, werden Wirtschaftsinseln nur aus Machtgründen abgelehnt. Alles andere sind nur vorgeschobene Gründe, Aussagen, um den Bürger „mitzunehmen“.

Übrigens, funktionieren Wirtschaftsinseln am besten mit einer 150er Organisation. Das ist eine Form von Gesellschaft, die ohne Politiker auskommen kann. Sich selbst überflüssig zu machen, das ist scheinbar zu viel von Politikern verlangt.

Es gibt jedoch Zwischenformen, denn Repräsentation, auf Wichtiges und Kommendes hinzuweisen, die Moderation evtl. aus dem Ruder laufender Gespräche usw. bliebe den Politikern erhalten. Aber das ist scheinbar nicht genug. Ist nicht so toll, wie, theoretisch (oder auch praktisch?), Krieg führen können.

Frage: Wirtschaftsinseln im Vergleich zum aktuellen Vorgehen. Wirtschaftsinseln sind das genaue Gegenteil der bisherigen Ansätzen: Schnelle, regionale, unmittelbare und effektive Hilfe bei Katastrophen und im Fall von Flucht. Das erlaubt es den Bürgern, schneller „wegzulaufen“ und nicht auszuharren, die Härten und Zumutungen nicht zu ertragen. Die Macht der Herrschenden wäre geschwächt. Das Menschliche würde gewinnen. Aber Politiker wären entmachtet, entmannt, ein Relikt und arbeitslos. Aus irgendeinem Grund wollen sie das nicht. Falls so etwas kommen soll, dann kommt es von unten, nicht von oben.

Wenn diese Wirtschaft erstarkt und gefestigt ist, steht es ihr frei sich einen grösseren Wirtschaftsraum anzuschliessen – oder sie bleibt eine Insel im Meer des Kapitalismus.

Frage: Würdest Du das noch unterstützen? Im Blog wurden Wirtschaftsinseln vorgeschlagen bevor die Idee mit der Plastik-Fachwerk-Bauweise (die ja genau für diesen Zweck gedacht war!) aufgekommen ist. Im Prinzip würde ich den Vorschlag noch unterstützen. Wesentlich effektiver und günstiger wäre es mit der PFB.

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: