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Woher kommt der Rechtsruck?

13. März 2016

Es dürfte eine der schwersten Frage sein, die hier je gestellt wurde: Woher kommt der Rechtsruck? Die Frage ist deshalb so schwer, weil all diese Frage reine WIR Antworten benötigen. Sonderlich heimisch bin ich in diesem Weltbild – nicht.

Wie in der aktuellen Politik leicht zu verfolgen, zeigt sich, dass dieses „Lebensart“ offen von Politiker wie Putin, Erdogan aber auch Griechenland hängt stark an diesem alten Weltbild, lebt es aber versteckter, noch mehr wird es von allen anderen versteckt. Da ist es immer, mehr oder weniger im Hintergrund. Auch in den Firmen: Hackordnungen, Hierarchien und Geldgeberbonus sind nur wenige Beispiele des Weltbildes in der Wirtschaft.

Schämen sich die Offiziellen, diese Anteile offen zu leben? In den ersten Phasen nach dem letzten Weltkrieg war erkannt worden, dass wirtschaftliche Kooperation besser wirkt als Zwang und Schuld. Man kann es auch eine „Beschäftigungstherapie“ der Deutschen nennen, Gewalt haben sie nie verstanden, bzw. gemeint, dass sie das auch können. Bislang sah es immer so aus und wurde so gelehrt, dass dies aus einer tieferen Einsicht geschah. Heute steht einiges dafür, dass, falls es diese Einsichten gab, sie lediglich wirtschaftlich motiviert waren und keinen gruppendynamischen Effekte zeigten. Das schien lange Zeit verständlich, da für viele Aufgaben Heerscharen von Mitarbeiter benötigt wurden. Die einfachsten gruppendynamischen Regeln reichten aus und waren zu betonieren, sie wurden ihrer Dynamik beraubt, denn sie wurde schlicht nicht benötigt.

Dass es im Osten stärker ausgeprägt ist, kann aus mehreren Gründen geschehen sein, hier eine kleine Auswahl: wirtschaftlich lebte man im Prinzip den Tauschhandel, das ICH oder DU der Wirtschaft. Jeder, der nun mit dem WIR konfrontiert wird, erlebt es belastet und negativ, er erlebt es rechts. Ausserdem war rechts auch in der DDR latent geduldet worden – Diktaturen brauchen diese Überzeugungstäter und andere Druckmittel und versorgen sich damit. In der BRD wurde rechts einigen Zeitungsmeldungen gemäss von den USA gepflegt, um im Fall eines Überfalls der Russen über Nester von Widerstandskämpfer zu verfügen. Jeden aus dieser letzten Einheit und Stütze des Staates in ein positiv gelebtes WIR evtl. sogar ins IHR zu führen, ist illusorisch, aber vielen kann man erreichen, den anderen sollte man ein Ventil bieten, vielleicht eine Art Schützenverein.

Sie schämten sich nicht, sie instrumentalisierten diese Menschen, sie hielten sich einen Kern der „wahren Verteidiger“ und machten die anderen zu braven Arbeiter und Angestellten. Und siehe da: Europa kann es! Europa kann zusammenarbeiten. Heute sind die alten Traditionen bei den Gewinnern stärker vertreten als bei den Verlierern; letztere mussten sich unter dem Eindruck der letzten Ereignisse und zum Teil auf Druck der Gewinner ändern, die Gewinner nicht – und gerade die Gewinner bewahrten den Nukleus des nächsten Aufflammens.

Wer auf der Suche nach dem nächsten sozialen Debakel ist, das Änderungen bewirken kann, der braucht sich nur umsehen, was gerade passiert: Es gibt wieder Kriege, Flüchtlinge, Arme, Diskriminierung und (aufkeimenden?) Rassismus. So unterschiedlich sind die Situationen nicht.

Die Mittel haben sich etwas geändert, heute treiben „wirtschaftliche Zwänge“ in noch ältere und dunklere Zeiten zurück. Dabei gibt es Gerüchte (in der Wirtschaft), die den Künstlern und den Fussballspielern den schwarzen Peter zuschieben, denn angeblich waren ein paar Finanzler einfach nur sauer, dass sie so brave und zurückhaltend arbeiten müssen, während die Schauspieler und Sportler mit Gold überschüttet werden – purer Neid wäre dann die Hauptmotivation gewesen, die Zwänge und Nöte wären dann nur Verkaufsargumente, mit anderen Worten: Die erfolgreiche Anwendung des Handwerks (und immer an der Grenze zur Legalität).

Man kann an diesen Beispielen auch erkennen, dass der propagierte Egoismus immer rückwärts gewannt ist und weg von Zusammenarbeit und Frieden führt. Noch wollen viele Menschen die Zusammenarbeiten und die IvaP bietet die gewünschte Konzentration auf die Leistung statt auf das Machtspiel.

Um die Antwort konkret zu geben: Den Machtspielchen bietet denen, die genug gedemütigt wurden und sich selbst, durchaus auf Kosten anderer, zu Helden machen, sich durchsetzen, statt das Wissen und die Fähigkeiten der Menschheit zu verbessern. Uns entgleiten viele Errungenschaften, langsam aber zielstrebig, und wir entwickeln uns zurück; Hahnenkämpfe statt Zusammenarbeit; Deutungshoheit statt Information und Kommunikation; Bindung durch Korruption und Vergünstigungen statt Fairness (möge der beste Gewinnen) usw. Letztlich eben wieder die Etablierung dessen, was eine Führungsschicht genannt wird, eine Gruppe, die sich schnell gegen andere Gruppen, gegen die niedrigeren Schichten wendet – wie es dazu kommt wurde im Blog oft genug aufgezeigt.

Abschliessend kann ich nur sagen, dass es bewusst aufrecht erhaltene Kerne von rechten (oder zu rechten gewordenen) Gruppierungen im Osten wie im Westen gab, weil es politisch gewollt war, dann scheint für viele das Rechte dem extremen Kapitalismus ein Gegengewicht entgegen zu stellen, dass es sich gegen die Mainstream stemmt und zumindest lokal eine heile Welt erlauben wird. Zusammen mit den aktuellen Aktionen der Wirtschaft und der Politik wird der Egoismus zudem vorgelebt, und zum Gruppenegoismus sublimiert. Dann gibt es sicher auch noch ein paar „Bildungsferne“, die schlicht nichts anderes gelernt haben und deshalb rechtslastig werden.

Dass es so viel rechts gibt, liegt in den propagierten Wegen, basiert auf altüberkommenes, auf Kapitalromantik und Allmachtstheorien vieler Akteure. Man will die anderen zwingen, das richtige zu tun – und was richtig ist, das bleibt denen überlassen, die die Deutungshoheit haben. Heute ist es Gesundheit (an sich ist das nicht schlecht, aber soll das wirklich zur Sucht werden?), belangloser Kommunikation (ritualisierte Kommunikation) und ein „keep in touch“ ohne Berührungen und lauter solcher Sachen, nur, um Horoskope nicht mehr auf der Basis der Sternenläufe sondern auf Basis von BigData erstellen zu können.

Nicht, dass ich etwas generell gegen BigData sagen will, denn als Programmierer stellten sich viele technische Fragen und Lösungen ein, die meine Arbeitswelt bereichert hat, es erwiesen sich etliche Mängel, da gibt es noch viel zu tun, bis es wirklich effektiv werden kann – wieder: auf den aktuellen Wegen wird das nichts ausser Datenvoodoo, die meisten Aktiven sagen das auch frei heraus, sagen aber auch, dass es politisch und wirtschaftlich genau so gewollt ist. Der bessere Weg sind echte Studien statt wildes Ausprobieren. Denn beim Ausprobieren wird es sehr schnell nötig, Daten zu schätzen und statistisch sind solche Daten schlicht nicht belastbar. Bei echten Studien hat man eine Laborphase und kann die Schätzungen eliminieren, kann die einfliessenden Meinungen und Wünschen erkennen und konkrete Verfahren für BigData basierte Lösungen aufstellen.

In mir keimt der Verdacht, dass die meisten es nicht wollen – ob aus Unwissenheit, Sturheit oder Dummheit. Etliche Lösungen wurden hier aufgezeigt, viele andere stehen knapp vor der Umsetzung, aber manchmal könnte man verzwiefeln und sich fragen, ob man richtig mit Perlen umgeht?

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