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Viertel vor Zwölf?

1. Februar 2016

Laut City Bank steuert die USA auf eine Rezession zu und die EU gleich hinterher. Ein „ökonomischer Kreislauf“ sei Schuld, dass das passiert. Kaum fällt das Wort „Kreislauf“ schon kommen die Mails herein: „Was ist das für ein Kreislauf?“ und was passiert?

Die Wirtschaftstheorie geht davon aus, dass Produkte „Lebenszyklen“ und Märkte (und ganze Wirtschaftsräume) „Phasen“ haben. Über „Vergehen und Werden“ hängen beide zusammen.

Bei einem Produkt ist Werden und Vergehen schnell gefunden: Das Produkt kommt auf den Markt, die Nachfrage steigt, stagniert, wird reanimiert, das wiederholt sich einige Male und letztlich fällt sie.

Doch wo ist das Werden und Vergehen bei Märkten oder ganzen Wirtschaften? Letztere sollten nie vergehen! Jedes Produkt hat einen oder mehrere Märkte. Alle Produkte (und Dienstleistungen) zusammen ergeben den Gesamtmarkt bzw. eine Wirtschaft.

Es gibt die Theorie, da sich die Produkte unterschiedlich entwickeln, sollte die Summe der Märkte ausgeglichen evtl. wachsend sein. Wie kommt es zu den Blasen auf den Investitionsmärkten?

Um ein Produkt am Markt zu halten (um den Gewinn zu maximieren), wird das Produkt variiert und, falls möglich, werden potenziell schädigende oder verdrängende Produkte und Neuerungen verhindert.

Das manipuliert den Markt. Es manipuliert nicht nur den eigenen Markt. Es manipuliert mehrere Märkte: Märkte sind untereinander verbunden, ähnliche Lösungen werden in mehreren Produkten, die sehr unterschiedlich sein können, benötigt, und sie entwickeln diese weiter.

Fehlen „logische“ Entwicklungen, dann sind diese, unter Umständen sehr viel schwerer, an anderer Stelle zu leisten. Da alle Märkte verbunden sind, wird die Entwicklung aller Märkte gebremst.

Die Erfahrung bei der Produktion wächst, es wird immer effektiver produziert und kostengünstiger produziert werden. Da das in der ganzen Wirtschaft passiert, drückt das auf den Arbeitsmarkt.

Ebenso wird der Markt gesättigt und die Nachfrage sinkt – das kann überraschend einsetzen. Irgendwann sind die Produkte einfach nur noch ein alter Hut, den niemand mehr will. Nun beginnen die Investoren sich aus dem Geschäft zurückzuziehen, denn dort ist kein Geld mehr zu machen.

Aktuell sind wir genau in dieser Situation: Investoren sitzen auf Milliarden, investieren jedoch überwiegend in den Finanzmarkt, einmal, weil er lukrativer ist als der Realmarkt, und das ist er, weil es keine neuen Produkte gibt. Die neuen Produkte gibt es nicht, weil nicht in sie investiert wird, denn fast jedes Produkt verdrängt ein anderes, in das bereits investiert wurde. Das führt zu der Situation, dass Kosten und Nachfrage sinken: Rezessionsaussichten. Nichts weiter hat die City Bank angemahnt. Zurecht.

Es ist ein Henne-Ei-Problem das verschärft wird, da alte Investitionen unbedingt geschützt werden müssen (TTIP lässt grüssen, innovationsfeindlichere Regelungen kann man nicht aufstellen, deshalb bin ich nicht für diesen Teil von TTIP). Wirtschaftlich ist es jedoch Unsinn, man kann nicht beides haben, denn: Neues verdrängt Altes. Mit dem Neuen sind in der Regel sehr viel bessere Geschäfte zu machen als mit dem Alten. Die alten Geschäfte scheinen aber eine sichere Rendite zu liefern.

Doch diese Rendite ist keineswegs sicher: Da alle Märkte miteinander verbunden sind und immer irgendwo etwas entwickelt wird, das selbst zum Produkt werden oder ein anderes aufwerten könnte, wird es diese Entwicklung eines Tages geben, das eigene Produkt wird verdrängt werden.

Wirtschaft und Investoren sehen die Entwicklung eines Produkt als Last und sie wollen diese nicht tragen. Sie sehen die Forschung und Entwicklung als nicht lukrativ an, wälzen das Problem an den Staat, Universitäten, Jung-Unternehmer und Zufallsfunden ab. Sie setzen auf: Einkauf. Sie gehen keine Risiken mehr ein. Doch genau das wäre ihre Aufgabe. Wirtschaftlich betrachtet ist das der einzige Grund, warum jemand mehr Geld hat als andere: Um es zu investieren und ja, auch um die Risiken zu tragen (in der Regel, werden sie durch den Job nicht arm, das Gegenteil ist häufiger). Doch sie wollen alles: Die Gewinne aller, der alte und der neuen Geschäfte.

Die Maximalforderung widerspricht schlicht den wirtschaftlichen Regeln und ihrer Vernunft.

Da diese Arbeiten von anderen zu übernehmen sind, wurden im Blog vorgeschlagen, die Forschung und Entwicklung in Wirtschaftsinseln auszugliedern. Da dort auch an den anstehenden Entwicklungen gearbeitet werden würde, würden die Firmen, die bislang die Entwicklungen verschleppen, wieder investieren – oder dort entwickeln lassen. Die staatlichen Investitionen würden sich auf beide Arten lohnen: Entweder werden die Entwicklungen in den Wirtschaftsinseln von der Wirtschaft finanziert oder die freie Wirtschaft investiert vermehrt in eigene Entwicklungen. Beides ist gut für die Wirtschaft.

Im Blog wurde SynErgy vorgestellt. SynErgy löst mehrere aktuelle Aufgaben: Die Infrastrukturen in den Ländern des ursprünglichen Europas sind recht alt und z.T. marode, in den neuen Ländern der EU fehlt sie ganz. SynErgy kann es sehr viel leichter machen, diese wiederherzustellen bzw. aufzubauen. Gerade für Investoren ist es eine gute Investition, da nicht nur Infrastruktur aufgebaut wird (für Investoren ist das kein gutes Geschäft) sondern auch Energie produziert wird. Einnahmen sind das, was Investoren benötigen. Da sie z.Z. auch kurzfristig investieren, ist die aktuelle Lage ideal für eine gemeinsame Investition von Staat und Investoren.

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From → Wirtschaft

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