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Noch mehr Fragen und kurze Antworten

29. Januar 2016

Wie wirken Wirtschaftsinseln?

Sie stellen die Betroffene vor die Wahl: In einer Kriegssituation bleiben, in der sich, ausser Sterben, nichts machen lässt. Oder ortsnah ein perspektivenreiches Leben gestalten? Die Entscheidung wird allen leicht fallen und ist nachvollziehbar. Die örtliche Nähe zeigt die Sinnlosigkeit des Krieges auf.

Werden dadurch die Wirtschaftsinseln zum Kriegsziel?

Damit kann die Wirtschaftsinsel selbst zur Zielscheibe des Krieges werden. Das ist richtig. Doch die Inseln werden aus der Luft verteidigt und von den lokalen Milizen. Viele dieser Milizen haben sich bereits darauf verlegt, nur noch ihr Gebiet zu verteidigen und etliche weitere werden sich einfinden.

Raketen finden sich selbst im Libanon. Haben die Inseln überhaupt eine Chance?

Raketen erreichen heute von jedem Punkt der Welt jeden Punkt weltweit. Das Argument kann man immer bringen. Und selbst unter denen, die es wissen sollten, gibt es kontroverse Meinungen.

Konsens herrscht, dass Sicherheit nicht garantiert werden kann und dass es dort einfach unsicherer wäre. Es herrscht aber auch Konsens darüber, dass eine Bevölkerung, die weiss, worum es ihr geht, meistens auch mit besser ausgerüsteten Verbänden, „zurecht“ kommen. Zusammen mit der Luftunterstützung, die international organisiert werden könnte, sollten die Inseln sicher sein. Auch sollten sie zu Zentren des Friedens und des Lebens werden. Zumindest für die zukünftigen Bewohner stellt sich das so dar.

Wie schnell wirken Wirtschaftsinseln?

Unmittelbar. Stell einen Griechen oder Türken vor die Wahl: „Eine echte Chance in Griechenland / Türkei oder Deutschland. Welches Land wählst Du?“. Die meisten wählen die alte Heimat – leider auch der Betreiber meines Lieblingsgriechen. Selbst viele der „Alteingesessenen“ würden es versuchen bzw. eine Filiale dort aufmachen. Wer noch dort ist und vor der Wahl steht Flucht oder in ein paar Wochen auf eine Insel gehen, wird sich für die Insel entscheiden.

Wie schnell kann eine Insel aufgebaut werden?

Mit der Plastik-Fachwerk-Bauweise ist der Aufwand gering. Die Teile können gedruckt und gepresst werden, entsprechende Geräte finden sich heute fast überall auf der Welt, ebenso das benötigte Plastik. Der Aufbau kann von ungelerntem und fachfremden Personal durchgeführt werden. Die einzelnen Teile sind leicht und können selbst von Kindern und Jugendlichen bewegt werden. Alle können mit anpacken. Das wirkt positiv auf die Seelen aller, die bislang dem Krieg ausgesetzt waren.

Aber die Plastik-Fachwerk-Bauweise wurde boykottiert und der Erfinder liegt im Krankenhaus?

Ja, es sieht so aus, dass alles daran gesetzt wird zu zeigen, dass schnelle Hilfe nicht möglich sei. Das sieht man auch an der Organisation der Verwaltungen z.B. bei den Flüchtlingen (unglaublich, das in einer digitalen Welt!?!), das sieht man an den Beharrungskräften im Automobilbau und den Methoden, die für adäquat und zulässig empfunden werden und und und.

Alles spricht dafür, dass es nur darum geht, die alten Regeln aufrecht zu erhalten. Innovationen sind für diese Menschen gefährlich und werden bekämpft. Attraktiv ist dieses Land sicher nicht. Sollte es Dichter und Denker hervorbringen, dann aus Leid, nicht aus Lust.

Ganz im Sinne der „Macher“ wird es dann eben teurer. Die Möglichkeit war ihnen wohl zu viel.

Wie geht es in der Flüchtlingsfrage weiter?

Die meisten Zielländer werden versuchen dicht zu machen. Die Länder, die sich etwas Macht von den Flüchtlingen erhoffen, werden die Unmenschlichkeit beklagen und die Flüchtlinge selbst werden sich andere Routen suchen.

Welche Routen werden das sein?

Zunächst Griechenland Italien, dann über Rumänien und Russland, dann wieder über das Mittelmeer. Dann mit falschen Papieren (wo sind die Papiere, derer, die sie weggeworfen haben und kann man mit denen andere einreisen lassen? Was wird ein Pass eine Identität kosten?) aber auch über schlichte digitale Identitäten: Ein entsprechender Blog reicht oft aus, um Asyl beantragen zu können. Einige setzen auf Unterseeboote, die werden aktuell noch von den Flüchtlingen verweigert, das werde sich aber rasch ändern, wenn die Grenzen dicht sind.

Woher weisst Du das mit den U-Booten?

Sie werden heute schon zum Schmuggeln verwendet. Der Schritt ist absehbar. Zum anderen hört man selbst auf den Strassen, dass immer abstrusere Wege vorgeschlagen werden.

Glaubst Du, dass es so kommt?

Mit den U-Booten? Weiss nicht. Kann sein, muss nicht sein. Es gibt noch viele andere Wege. Die ersten Tunnel oder Origamileitern nach Ungarn sollten mittlerweile funktionieren und die Transporte dürften organisiert sein. Diese Routen sind nicht öffentlich sondern werden versteckt, von denen erfahren wir nichts. Die Flüchtlinge selbst bleiben im Hintergrund – Untergrund dürfte das besser Wort dafür sein. Und es baut sich eine entsprechende Schattenwirtschaft auf. Wie in den USA, deren Wirtschaft ohne die „Illegalen“ angeblich nicht mehr funktionieren würde.

Das beruht auf Gegenseitigkeit?

Sicher. Es gibt genügend, die an sinkenden Kosten interessiert sind und wenn man die Menschen verstecken kann (nur ein entsprechend grosses Areal auf dem z.B. ein Import / Export Geschäft betrieben wird, wäre nötig), dann ist das ein lukratives Geschäft. Da es meist nur um den Gewinn gepaart mit Machtphantasien geht, sind solche „Sklaven-Geschäfte“ für viele ein Traum.

Sie können billiger anbieten bei grösserer Marge und, da es immer weniger Geld im Realmarkt gibt, kaufen immer mehr einfach billig. Ohne diese Produkte geht bald nichts mehr und der Staat beginnt das Gebaren zu tolerieren, manchmal steigt er selbst ein.

Das war die nahe Zukunft, wie sieht die ferne aus?

Das kommt darauf an, wofür wir uns entscheiden. Entscheiden wir uns dafür, den eingeschlagenen Weg beizubehalten, dann braucht man nur die Geschichtsbücher aufzuschlagen und die Zeiten des Feudalen bis zum Beginn des Kapitalismus, der die Strukturen auf die Industrie überträgt, betrachten. Die Zeiten werden sich sehr ähneln.

Und alternativ?

Danke für das Motto des Blogs! Die Alternativen werden im Blog gezeigt, einige aktuelle Tendenzen weisen in die Richtung, einige meinen auch, sich des Thema bereits angenommen zu haben. Doch wohin das führt, weiss niemand.

Da viele zum VerschlimmBessern neigen, sind solche Versuche skeptisch zu betrachten. Betrachtet man aber die Alternative, dann scheinen diese Versuche zumindest in die richtige Richtung zu gehen, doch ziehen diese Versuche letztlich nicht an einem Strang, sondern verstricken sich meist im „Zu-viel-und-an-der-falschen-Stelle-Wollen“ und in der Konkurrenz. Die Erfahrung zeigt, dass diese Vorhaben scheitern.

Man müsste es schon richtig machen. Misslungene Versuche spielen letztlich nur anderen in die Hände.

Kurzer Ausblick?

Wenn der eingeschlagene Weg weitergegangen wird, dann läuft alles darauf hinaus, dass die industrialisierten Welten auf eine Flüchtlings-Sklaven-Wirtschaft setzen, um den, durch die Automatisierung erlittenen, Verlust der gewohnten „Heere von Mitarbeiter“ zu kompensieren.

In nicht allzu ferner Zukunft werden „lernende“ Computer mit Roboter kombiniert alle manuellen Aufgaben übernehmen. Die humanistische Hoffnung, dass nun Kunst und Kultur den Mittelpunkt des Menschen bilden werden, wird wahrscheinlich enttäuscht werden, Gladiator-Spiele werden zur Ritualisierung des einsetzenden (und unterstützen) Kampfs Jeder-gegen-Jeden wären wahrscheinlicher.

Eine weitere Alternative wäre wohl, ein neues Wirtschaftssystem oder politische Ordnung.

Und der andere Weg?

Da die IvaP (Individualisierte-vollautomatische-Produktion) die kompetitive Strukturen der aktuellen Wirtschaft auflösen und durch konstruktiv, brauchbare und hilfreiche Produkte ersetzt. Das ändert den Arbeitsmarkt von der Produktion zur Unterstützung bei der Individualisierung.

Lernende Rechner werden auch diese Arbeiten übernehmen können. Wahrscheinlich wird man Vereinbarungen treffen wie: Diese Jobs machen die Menschen, die anderen die Maschinen. Doch das wird nicht lange funktionieren.

Gerade die Jugend wird die neue Freiheit, ihre ganze Zeit auf die Suche nach Leuten verwenden zu können, mit denen man kann und mit denen man dann etwas zusammen machen kann, nutzen zu wollen. Sie werden es einfordern.

Die Arbeit des Menschen wird sein, sich mit anderen Menschen zu umgeben und zu beschäftigen. Das ist ein ganz anderes Leben. Eines, das sich viele im Gestern und festhaltenden Heute Lebenden, nicht vorstellen können.

Einige werden sich auf die Forschung und Entwicklung konzentrieren, doch dies wird anders sein, als wir das heute tun. Die Digitalisierung wird das ändern. Andere bemerken, dass das intensive Zusammenleben zu ganz neuen Arten von Stress und Belastungen führen und wollen herausfinden, wie man diesem begegnen kann. Wieder andere – und das wird die Masse sein, leider – beschäftigen sich nur damit, wie sie welchen Alltagsartikel noch individueller gestalten können und konkurrieren darin. Die Welt verschmilzt mit Simulation und digitalen Projektionen, es wird Designer für diese Produkte geben – und freilich die ewigen Warner, dass Spielen süchtig macht, werden dagegen sein.

Es wird darüber hinaus etliche geben, die zurück in eine der vordigitalen Weltbilder wollen, die gibt es ja heute schon.

Letztlich werden die verschieden Wünsche und Interessen dazu führen, dass die Welt auf der menschlichen Basis mit 150er organisiert werden, es viele Strömungen geben wird, die anfangs noch zusammen, dann immer mehr parallel nebeneinander her leben werden und es wird die Herausforderung jener Tage sein, wie mit diesem Rückfall in die WIR Phase des Werdens, umgegangen werden wird.

Eine Möglichkeit wäre es, dass eine technische Gesellschaft, die Allüren der anderen toleriert und, falls diese in Schwierigkeiten geraten, einspringt. Da auch technische Gesellschaften in Schwierigkeiten geraten können, wird dies nur eine Phase sein, die techn. Ges. wird in anderen Gruppen aufgehen, diese werden neue Techniken und Gruppen entwickeln, die wieder einspringen und so weiter.

Das Schöne daran ist, dass man sich aussuchen kann, wann man in welcher Gruppe leben will. Dazu ist es jedoch nötig, dass alle Kinder in dieselben Schulen gehen, damit sie sich ein Bild von allem machen können.

Geht das auch Kürzer?

Weg von der Arbeit, hin zum Menschen. Entweder im Kampf Jeder-gegen-Jeden oder im Interesse am Anderen gepaart mit der Individualisierung. Allen zum Trotz, die behaupten, dass Gruppe, Individualisierung und Fremdenfreundlichkeit zusammen passen.

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