Skip to content

Flüchtlinge

20. Januar 2016

 

Es kommen viele Fragen zum Flüchtlingsthema. Einzeln können die Fragen nicht beantwortet werden, deshalb hier eine Zusammenfassung.

Zum einen, mir werden die Argumente, die so manche liefern, zu dürftig. Diese Dinge werde ich nicht kommentieren. Insgesamt wird nur noch wiederholt und nicht wirklich etwas gemacht, ausser: „Grenzen dicht“. Wieder eine alternativlose Politik, wieder wird alles, was möglich wäre verleugnet, weggewischt und verunglimpft. Wieder: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. So geht „etwas lösen“ nicht.

Für mich sieht es aus, als würden die Politiker, selbstverständlich in Syrien und Irak etc., aber auch von der Türkei bis in die EU, die Dinge genau so haben wollen, wie sie gerade sind. Wer politisch etwas bewegen will, kann das scheinbar nicht mehr ohne Krisen. Die Ziele scheinen mir wenig attraktiv: Verrohung und Kastendenken. Entschuldigt mich, bei diesem Spiel setzte ich ein paar Runden aus.

Aber, da jeder, der kritisiert wird, auch ein Recht darauf hat, diese zu erfahren, hier folgt ein Teil der Liste (die ganze ist zu lang):

  • Die wahrscheinliche Instrumentalisierung der Flüchtlinge durch viele Politiker, Staaten und Parteien wird meines Erachtens nach verschwiegen. Gut, man kann der Meinung sein, dass immer nur ein Thema bearbeitet werden sollte, doch Ursache und Wirkung gehören für mich zusammen. Zumindest sollten die aufkeimenden Spekulationen über den mangelnden politischen Willen in vielen Punkten angesprochen werden:
    • Warum ging man unvorbereitet in die Krise? Vor dem Sommer, war bereits klar, dass und was da auf uns zukommt, man hat zugesehen, um dann organisatorisch überfordert dazustehen. Eine Glanzleistung ist das nicht.
    • Warum tut sich nichts in Griechenland und an der Grenze zur Türkei? Zumindest sieht es so aus, als wollten die einen Geld und die anderen alles tun, dass sie nichts geben müssen. Ich denke allerdings, dass der Grund tiefer sitzt.
    • Warum wird vor Ort nichts unternommen? Dass Krieg allein nichts bewirkt ausser Flüchtlinge, sollte sich auch schon bis zu den Politikern herumgesprochen haben. Dennoch ist Krieg alles, was sie dort schaffen!? Das ist kontraproduktiv.
    • Unser erstes Ziel sollte sein, ortsnah sichere Bereiche zu schaffen. Man kann nicht instrumentalisieren, was nicht wandert. Und funktionierende Wirtschaftsräume sind besser als Kriegsgebiete. Wenn nur in bereits gegangenen Wegen Denken kann, scheint mir mit dem finden von Lösungen jenseits dieser Wege überfordert zu sein. Diese Menschen sollten ihre Grenzen einhalten. (und Innovationen und umfassendere Lösungen anderen überlassen).
  • Die meisten Politiker sind davon überzeugt, dass alle Welt zu uns will. Doch die meisten wollen lieber bleiben, wo sie sind, denn dort sind sie sozialisiert. Wirtschaftsfetischisten halten das für dumm. Es ist aber die reale Welt. Selbst beim Einwandern spielt die Sozialisierung eine Rolle, wirtschaftliche Fragen spielen dann die zweite Geige.

    Manche halten das Beispiel der Bürger der ehemaligen DDR für ein gutes Beispiel, dass die wirtschaftlich florierenden Gebiete anziehend wirken. Die ersten, die aus der DDR heraus gingen, wollten einfach nur auf Nummer sicher gehen und gingen weg von dem was sie nicht mehr wollten – als Deutsche nahmen sie einfach an, dass eine Ansiedelung in Deutschland die beste aller Lösungen sei. Später gingen viele weg, weil sie in ihrer Umgebung weder Ausbildung noch Job fahnden und sie gingen dorthin, wo sie Bekannte und Freunde hatten. Damals war das schon ein Staat. Der Jugend in meiner Heimatstadt ging es zu meiner Zeit bis heute auch nicht anders. Das ist ein Feutsches Phänomen, auf die Region kommt es da nicht an.

  • Sicher gibt es einige, die aus den Gründen der Wirtschaftsfetischisten kommen. Ich teile da die Meinung, dass wir von ‚denen‘ schon genug hier haben. Dennoch halte ich mich an die Regeln. Sollten diese ausgetrickst werden können, dann sollten sie geändert werden, aber mit Bedacht, nicht in Aktionismus, dessen Resultat ist meist noch löchriger.

An dieser Stelle breche ich die Liste ab. Mir ist klar, dass die Antwort auf die meisten Fragen schlicht die ist, dass wenn Sinnvolles gemacht werden würde, auch die Frage zu klären wäre, warum man das nicht schon früher gemacht hat?  Ich habe im Blog genügend ‚Ausreden‘ und ‚Argumente‘ geliefert, genau wie das in meinen Augen Sinnvolle.

Freilich kann man durch Schliessen der Grenzen die Flüchtlingswelle in die „Ursprungsländer“ zurückkaskadieren lassen. Der Aufwand für die Grenzsicherung wird jedoch immer weiter steigen, immer mehr Freizügigkeit müsste unterbunden werden und Schengen weit über das Zulässige ausgesetzt werden. Der nächste Schritt sind dann Strafzölle und andere bürokratische Spielchen und Erziehungsmassnahmen in den Grenzhäuschen. Solche Dinge eskallieren meist. Und ja, dann gibt es wieder Grenzen in der EU. Grenzen und (Straf-)Zölle in einem Wirtschaftsraum sprengen diesen mit der Zeit und er fällt auseinander.

Manche wollen das.

Dieser Verfall kann jedoch aufgehalten werden, wenn vor Ort z.B. Wirtschaftsinseln gemacht werden würden. Dann würden sie nicht mehr wandern, die mit Grund. Sie würden sich an ihr neues Leben machen. Dann könnte man die Flüchtlinge aber auch nicht mehr instrumentalisieren – und das scheint das zu sein, was keiner will.

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: