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Fragen und Antworten

14. Januar 2016

Wirklich Alle?

In einem früheren Post wurde die These aufgestellt, dass die Digitalisierung heute nicht nur vor 4.0 steht, sondern vor dem Moment, ab dem Rechner lernen können. Dann ist es möglich, dass alle Arbeiten von Rechnern durchgeführt werden können.

Technisch ist das möglich, die Ökonomie wird eine Umstellung als unausweichlich angesehen werden und die Politik wird sagen, dass das niemand vorhersehen konnte.

Automation vs. Lernende Systeme.

Automation kann, im Rückblick, wie das nächste Level der Qualität wirken: Die Produktion wird zuverlässiger, schneller und planbarer; die Mitarbeiter finden sich besser zurecht, müssen nicht plaudern sondern können verlässliche Aussagen und Zusagen machen. Kurz: das Geschäft blüht und evtl. verlorengegangene Arbeitsplätze werden durch andere, aber neue ersetzt.

Lernende Systeme sind wie Kinder, sie Lernen durch zuschauen und nachmachen. Eine normale Tätigkeit wird von ihnen zügig erlernt, oft reichen nur wenige Hinweise und Durchführungen, dann können sie Anlernarbeiten schneller, zuverlässiger und länger ausführen als der Mensch. Jedoch auch viele scheinbar intellektuelle Arbeiten, die, dem Mythos nach, künstliche Intelligenz bräuchten, um ersetzt werden zu können.

Heute zeigt sich, dass all diese Arbeiten soweit standardisiert sind, dass es eher eine Frage der Daten denn der Arbeitsschritte ist, was dabei herauskommt. Das ist leicht zu programmieren. Es zeigt sich, dass viele Darstellungen von Kompetenzen eher einfache Relationen aufzeigen, lediglich die Daten und die Zahl der Durchläufe machen den Aufwand aus. Diese Ansicht ist nicht neu, doch das Argument „Aufwand durch Wiederholungen“ scheiterte damals an der verfügbaren Hardware – heute kann sie das.

Es zeigt sich, dass, wenn alle Standardisierungen automatisiert werden, die alte Regel der Automation greift: wer mehr als 70% automatisiert verliert die nötige Flexibilität. 70% können vollautomatisiert werden, weitere 70% können mit wenig manuellem Aufwand automatisiert werden, weniger als 10% sind manuell aufwändig.

Wer nun meint, dass 30% Arbeitsmarkt übrigbleibt, der irrt: Lernende Systeme lernen auch die Ausnahmen Hand zu haben. Und sie lernen auch alles, was Bildungswissen anwendet. Alle Themen, deren Lösung direkt oder mit wenigen Schritten aus diesem Wissen abgeleitet werden kann, wird angeboten werden können. Es ergeben sich Fragen wie: Sind das Innovationen? Wer ist der Erfinder? Wer hat die Rechte? Was kann man sich kaufen, wenn alle Arbeit von Maschinen ausgeführt werden und Menschen keine Arbeit haben? Wie sieht Wirtschaft dann aus? Brauchen wir dann noch Wirtschaft? Was macht der Mensch?

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Flüchtlinge, Köln. In den Posts zu diesen Themen wurden Thesen aufgestellt, die scheinbar nicht deutlich genug herausgearbeitet waren. Deshalb hier alles deutlich:

Die Taschendieb Banden im Stile Dickens und die Erkenntnis, so etwas durchführen zu können, entwickeln sich nicht binnen weniger Wochen (es sei denn, es gibt Beispiele). Wenn es das gibt, dann liegt es an den Regelungen und Vorsätzen, der Jahre vor dem Auftreten.

Kultur bezeichnet alles, was Menschen zusätzlich oder über die Natur hinaus nutzen und entwickelt haben. Dazu gehören Traditionen (Weitergabe des Gelernten an die nächste Generation) aber auch abstrakte Dinge wie Religion und Moral, Recht und Ordnung. Diese gibt es parallel und sie wirken chaotisch miteinander.

Die christliche Religion machte sich z.B. die Traditionen vieler Regionen wie Sonnwendfeiern zu eigen. Der Grund ist, dass das Kerngeschäft der Religion Ein- und Ansichten über das Grosse Ganze sind, sie stellen allgemeine Regeln auf – nicht widersprechendes kann übernommen bzw. angepasst werden.

So geht es allen Religionen. So gibt es durchaus islamische Gesellschaften, in denen Frauen selbstbewusst Gesicht zeigen und Kontra geben, falls der Mann Dummheiten von sich gibt oder macht.

Viele christliche Regionen waren durchaus patriarchalisch organisiert und übernahmen vieles aus alten Zeiten. Auch bei uns gibt es oft noch diese Einstellungen: gerade die konservative Seite tendiert dazu – doch das ist kein Muss. Auch „Bildungsferne“ tendieren dazu – doch auch das ist kein Muss. Wer Liebe erfahren hat, kann das überwinden. Wer denken kann, kann es relativieren.

Gerade, wer hierzulande streng konservativ denkt, der kennt die wirkenden Gruppendynamiken und unterstellt sie den Kommenden. Dann kann Fremdenhass entstehen, weil man sich selbst kennt. Oder, weil man von sich auf andere schliesst. Doch das ist kein Muss; Auch unter Konservativen gibt es Liebe und Denkende, und sie können aus anderen Gründen diese Einstellung pflegen bzw. deren Grenzen kennen. Bitte nicht alles gleich verallgemeinern. Mit den statistischen Aussagen ist das nun mal so.

Auch linke Einstellungen sind nicht frei von diesem Vorurteil, da hier Gruppendynamik diskutiert wird, kann ähnliches in jeder Gruppe entstehen, die politische Richtung ist nicht relevant, einige sind anfälliger – aber das ist kein Muss.

Im Post sollte darauf hingewiesen werden, dass wir nicht über dem Thema stehen, noch vor ein paar Jahrzehnten war vieles, was wir heute nicht mehr verstehen können, auch bei uns üblich. Und ja, da das praktisch gestern war, sind Menschen, die auf diese Art sozialisiert wurden auch noch bei uns vorhanden – und nicht wenige von diesen wollen in diese guten, alten Zeiten zurück.

Man sieht: Auch wir sind mit dem Thema noch nicht durch. Und wenn wir nicht aufpassen, dann fallen wir schnell in diese Phase zurück – zumal einige daraufhin arbeiten.

Das sind allgemeine gesellschaftliche Fragen. Wenn wir sie nicht diskutieren – wer dann?

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