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TAZ Kommentar: Kaputtalismus

3. Januar 2016

In der TAZ kommentierte Robert Misik in http://taz.de/Debatte-Kapitalismus-und-Wachstum/!5264198/ mit dem Titel: „Ist das schon Kaputtalismus?“, er gibt sich objektiv, listet etliche Meinungen auf, letztlich stellt er die Diskussion, die er an einigen Stellen zu beschwören versucht, Kapitalismus vs. Sozialismus die These auf: Ob es nicht schon längst einige gute Alternativen gibt?

Ja, es gibt sie. Neben den im Artikel genannten, soll an dieser Stelle auch auf diesen Blog verwiesen werden.

Doch das Thema soll sein: Sozialismus. Was ist das? Der Begriff ist nicht konkret definiert. Das macht ihn schwammig. Schwammige Begriffe kann man leicht missbrauchen – dazu sind sie da. Persönlich vermeide ich Begriffe, in deren Definition und konkreter Anwendung die drei Ziele der französischen Revolution, Diktaturen, Extremismus und Macht vorkommen. Da das auch auf den Kapitalismus anwendbar ist, stellt sich die Frage: Warum nur populistische Kampfbegriffe fallen?

Weil sich zwei Gruppen gegenseitig ausgrenzen wollen. Als Moderator versucht man, solche Begriffe zu entzaubern und, statt sie weiter populistisch (gruppendynamisch) zu missbrauchen, ihnen Substanz gegenüber zu stellen. Im Blog ist das schon mehrfach geschehen, hier nur eine kurze Zusammenfassung:

Geschichtlich ging es bei beiden Begriffen um die Macht. Die einen wollten, dass sie bei der Elite bleibt, die anderen wollten eine neue Elite etablieren.

Beide Begriffe beginnen oder enden in einer Diktatur. Für die, die diese Begriffe instrumentalisieren, gibt es keinen Unterschied. Für die, die sie idealisieren, gibt es keinen Boden, keinen Halt. Sie werden zu Fahnen im Wind.

Die Grundidee hinter beiden ist die Hierarchie, die Macht und die Gewalt. Mit letzterer soll das Vorletzte erreicht werden um letztlich Hierarchie zu etablieren. Beide Begriffe dienen nur dazu sich von anderen – mehr oder weniger konkret – abgrenzen zu können. Nichts als Gruppendynamik der leidenden Art.

Zielorientiert ist das Hantieren mit solchen Begriffen jedenfalls nicht. Das erreichbare Maximum ist Stagnation – in der sich (sehr überraschend) die heutige Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wiederfindet. Es ist nicht das eine (wenn wäre Gruppendynamik oder Solzialisation Kandidaten), es ist das Zusammenspiel auf allen Ebenen.

Im Blog wurde aufgezeigt, dass Wirtschaft kein Synonym für Kapitalismus ist, er ist nur die Wirtschaft in der Ausprägung einer hierarchischen, magischen Gesellschaft. Magisch, weil der „Herr“ alles kann, der „Herr“ wird es schon richten (Entweder ist es der König / Chef oder der Staat / Institution (z.B. Religion); auch hier gleichen sich Kapitalismus und Sozialismus aufs Haar).

Hierarchisch, weil man eine Gruppe bildet: Geht es um die Aufgabe A richtet man sich nach dem, der A am besten kann (analog weiter so durch alle Buchstaben und darüber hinaus). Wer etwas am besten kann, nach dem richtet man sich. Da keiner alles am besten kann, wechselt ständig der Ansager – und es gibt Zeiten ohne Ansager.

Herr / Herrscher / Staat – ich kann nur einen Ansager zählen?!? Das stammt aus der Zeit, als „Herrscher sein“ ein Teilzeit Job war. Odysseus rühmte sich noch, dass es niemanden in seinem Staat gibt, der den Pflug besser führt als er. So mancher Herrscher hält heute das Prinzip aufrecht, indem er alle, die klüger sind als er, umbringen lässt. Andere sind „menschlicher“, sie wollen diese Menschen nur diskreditieren (der britische und der amerikanische (eigentlich alle) Geheimdienste loben diese Möglichkeit des Internet sehr – und dürften sie auch tatkräftig nutzen).

Fazit: Belastbare Begriffe führen zu Lösungen, mit denen alle leben können und die von (fast) allen mitgetragen werden. Sich in der schwammigen Begriffswelt zu bewegen, heisst: Sich treiben lassen und andere treiben wollen. Konstruktiv geht anders.

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From → Politik, Wirtschaft

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