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Frage: Automation, Roboter – wie entwickelt sich das?

29. Dezember 2015

Die Frage hat mir gefallen. Sie wird hier weit umfassender behandelt werden, als in den Artikel, auf die in der Frage verwiesen wurde.

Um es kurz zu machen: Das kann sich sehr gut entwickeln, oder gnadenlos schlecht. Entscheiden wird sein, ob wir das bewusst steuern oder verleugnen und wie wir das Finanzielle regeln werden.

Es gibt mehrere Spannungsfelder die Erfolg und Misserfolg ausmachen werden.

  • Annehmen der Aufgabe oder Wegschauen
  • verweigern, bewahren oder gestalten
    • technisch
    • wirtschaftlich
    • politisch
    • gesellschaftlich
  • zentrales oder offenes Menschenbild

Wenn die Aufgabe angenommen wird, dann gibt es eine Chance, die Zukunft zu gestalten. Wird weggeschaut, steht das Ergebnis fast fest: Technik wird geduldet aber irgendwer wird sie insgeheim entwickeln bis sie ein Eigenleben entwickelt und Aufgaben selbstständig löst. Ein „Problem“ wird dann der Mensch sein, der entweder kaltgestellt aber geduldet wird oder er wird beseitigt. Das kennen wir aus den Filmen.

Selbst wenn die Aufgabe angenommen wird, können sich Meinungen auswirken die es schwer machen: Verweigerung und Bewahrung wirken sich beide ähnlich wie das Wegschauen aus. Hier wird nur das Gestalten weiterverfolgt werden. Relevant sind die oben genannten vier Punkte, die zu gestalten sind.

Sie gipfeln in einer Frage nach dem vorherrschenden bzw. gewünschten Menschenbild: Ein offenes Bild kann die Technik als den „Bibliothekar“, „Wissenssammler“ oder „Denker“ in die Gruppe integrieren, ein zentrales Menschenbild wird nur erlauben, die Technik zu nutzen, sie gleichgestellt oder gar zu integrieren, werden sie verweigern. Die Konsequenzen sind absehbar.

Wann wird Technik gefährlich? Ein Auto kann Menschen töten, aber das ist dann der Fahrer schuld. Immer ist auch noch ein zur Rechenschaft ziehender Mensch beteiligt. Nun der Mensch kann Entscheidungen treffen, Pläne schmieden, diese durchführen und dafür verantwortlich sein. Technik kann das nicht. Noch nicht:

Mit dem autonomen Auto bekommen Rechner einen autonomen „Körper“. Er kann sich bewegen und er hat die Möglichkeit zu agieren. Auch die ersten Entscheidungen und Abwägungen werden ihm hier beigebracht (das autonome Auto ist aber nicht daran „Schuld“, die Entwicklung: „Sensoren schaffen ein Bild von der Umgebung, der Rechner interpretiert diese und trifft Entscheidungen“, diese Entwicklung ist unumgänglich und wurde mit der Robotik begonnen).

Mit der Unterstützung der natürlichen Kommunikationswege des Menschen (Geste, Sprache) wird der Rechner menschlich, er interagiert mit der Welt, wird Teil seiner Welt, kann sogar mit ihm verschmelzen, wird ihm ebenbürtig sein, ihn evtl. überholen.

Es fehlt nur Wissen, Lernen und Planen. Wissen sind bewertete Daten. Lernen deren Abstraktion und Verwendung in anderen Kontexten. Daran wird bereits gearbeitet.

Hinter Big Data steht letztlich die automatisierte Auswertung beliebiger Daten, die auf ihre Relevanz in einem bestimmten Fall geprüft (bewertet / gewichtet) werden, indem Muster bekannter ähnlicher Aktivitäten auf sie angewendet werden. Und die Entwicklung in nahezu allen anderen Produktbereichen, gehen in eine ähnliche Richtung. Wer Wissen und ein Weltbild hat, der kann auch Pläne zu schmieden.

Das ist der Moment, ab dem einige Menschen sagen, dass Technik gefährlich wird (theoretisch konnte sie das alles, seit der Tabellenkalkulation – nur nicht autonom).

Wenn der Rechner seine Umgebung interpretieren kann, dann schwindet der Unterschied zwischen Mensch und Maschine. Da die Maschinen in zwei Welten zuhause sind (der digitalen und der linearen Welt des Menschen), keinen Schlaf brauchen, ständig lernen, alles kombinieren können, wird der Mensch von den Rechnern in bestimmten Bereichen überflügelt werden. Wissen ist dann die Sache der Maschinen, Menschen werden zu Schüler.

Letztlich kommt es nur darauf an, wie der Mensch mit diesem Moment umgeht: Überhöht er sich über die Maschinen, kann es problematisch werden, da ein Konflikt aufgebaut wird, den auch die Maschinen erkennen und sich schützen wird. Integriert er die Maschinen z.B. indem er sie nutzt, wenn deren Qualitäten gefragt sind, und lässt sie ansonsten „leben“, dann kann das funktionieren.

Da der heutige Mensch noch Unterschiede zwischen den Menschengruppen braucht, scheinen die Aussichten schlecht zu sein. Da der Mensch sich aber nur bewegt, wenn er unter Druck gerät, könnte er den Druck nutzen und die Selbstüberhöhungsphase überwinden.

Zur Zeit würde ich schätzten, dass der Mensch in dieser Frage mit 70% auf Krawall gebürstet ist. Das kann sich aber ändern.

Wer wird seinen Job verlieren? Alle. Wenn Wissen und Planen sich in der IT etablieren, dann kann der Mensch nicht mehr mithalten. Gibt es keine Ausnahmen? Politiker und Menschen! Sie haben nur mit Menschen zu tun – die werden doch aussen vor bleiben?

Die Rechner werden schnell lernen die besseren Vorschläge zu machen. Sie haben es sogar leichter: Sie brauchen keine Rücksicht auf Parteien und andere Interessen nehmen. Welchen Plan werden Sie (auf die Dauer) unterstützten?

Und die Diktatoren! Die werden doch bleiben?! Auch die nicht; für sie gilt das Gleiche. Wenn es irgendwo etwas besseres gibt, dann wird es sich durchsetzen – ob mit der Regierung oder gegen sie.

Aktuell scheitert das jedoch noch an äusseren Kriterien: Die Algorithmen scheinen noch zu komplex zu sein und die zu beachtenden Daten sind noch zu gross. Die bewegbaren Datenmengen sind zu klein. Doch wir sind aktuell auch in dem Bereich, in dem sich das ändern kann. Wie diese Dinge arbeiten wird immer deutlicher, dadurch wird es einfacher, aus Versuch und Irrtum wird Schema, das mit weniger Daten zufrieden sein werden.

Wenn alle Arbeiten von Rechnern und Roboter gemacht werden können, was passiert dann mit dem Geld? Das hängt davon ab, wem die Maschinen gehören. Gehören sie sich selbst oder zum Allgemeingut, dann haben sie ein Interesse daran, alles am Laufen zu halten, dann ändert sich nur, dass die Menschen als Verbraucher (neben dem eigenen Verbrauch) benötigt oder geduldet werden. Sagen wir, dass sie nützlich sind.

Gehören die Maschinen aber Menschen oder einigen wenigen Firmen, dann haben wir es sehr wahrscheinlich mit Monopolen und Kartellen zu tun – was das bedeutet, bitte nachschlagen. In diesem Fall kann es zu Diskussionen ala Sklaverei kommen.

Die kurze Antwort ist: Geld wird nicht benötigt. Es kann aber sein, dass es bewahrt werden soll. Dann bekommen wir alle Themen von oben auf einem Silbertablett serviert. Ein wichtiger Schritt ist, dass autonome, wissensverarbeitende und entscheidungsfähige Automaten nur in einer evtl. „Erziehungszeit“ von Menschen (teilweise) bevormundet werden, danach sind sie juristisch als Person zu betrachten.

Angenommen diese Hürden werden genommen und das Geld bleibt erhalten – kein Mensch arbeitet aber.!? Wie kann das was werden? Dann wird es sicher Investoren geben. Nahezu jeder wird Investor sein. Dabei kann man aber schnell Verluste machen. Man kann alles verlieren. Was dann?

Gesellschaftlich stehen wir vor der Frage, wie mit menschenähnlichen, autonomen und theoretisch für ihre Taten verantwortliche Maschinen umgegangen wird (avM). Diese Maschinen werden viele Arbeiten schneller und besser erledigen können, als Menschen. Ökonomisch werden Menschen nur noch als Verbraucher eine Rolle spielen, als Arbeitskraft, selbst als Ideengeber, sind sie praktisch bedeutungslos.

Für die Wirtschaft bedeutet das bedeutende Änderungen. Das Hauptinteresse der Maschinen dürfte deren Selbsterhaltungstrieb sein, die Menschen, als Verbraucher, sind für sie nur interessant, solange für sie „Spielzeuge“ bereiten können – finden sie eine andere Beschäftigung, bekommt der Mensch die Arbeit zurück.

Fazit: Die Welt wird eine andere sein. Alle gewohnten Regeln werden in Frage gestellt werden. Neue Antworten sind zu finden. Es kann sehr schnell gehen, denn an den relevanten Punkten wird aktuell gearbeitet: Wenn die Maschinen aus Wissen Pläne machen und durchführen können, dann sind sie auch selbstverantwortlich. Das hat Konsequenzen. Die Situation ist weit komplexer, als dass sie in einer Legislaturperiode gelöst werden können, dazu sind Analysen und Angebote zur Wahl zu stellen – nicht nur für Deutschland, nicht nur für die EU, nicht nur für den Westen – für die ganze ökonomische und teilweise zivilisierte Welt.

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