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z.T. extreme Reaktionen auf den Datengeizhals

27. Dezember 2015

Die meisten reagierten positiv bis leicht skeptisch auf den Datengeizhals. Sie verstehen, dass ich auf die Parallelen zwischen Geiz und Daten, so, wie sie sich aktuell darstellen, hinweise und, um das zu erreichen, eine bekannte Geschichte wiederverwendete. Einigen geht das zu weit, anderen ist es zu wenig. Diese interessierten und aufgeweckten Gruppen seien auf nächstes Jahr verwiesen und herzlich dazu eingeladen, die Fortsetzung zu lesen. Alle anderen dürfen gerne Lesen, sollten in der Zwischenzeit aber wissen, dass sie ein bisschen tätig und reflektierter werden sollten, sonst vertragen sie die Kost nicht.

Bei Zuschriften und Kommentaren muss ich aber auf den meistens miteingeforderten Anstand auch von Eurer Seite bestehen. Die meisten dieser „Zuwendungen“ können, unter Rücksichtnahme auf denselbigen, leider nicht veröffentlicht werden.

Ganz unkommentiert will ich die Drohungen, dass das mit dem Verrückt-erklären-lassen auch besser gemacht werden kann (und schon wurde, beeindruckende Aussagen, kann ich ein paar Beispiele bekommen?), als damals beim Mollath, dass man schnell einen Unfall haben kann und kein wahrhaft anständiger Bürger, sich gegen die vom Staat beschlossenen Massnahmen stemmen darf, wenn es um das Vaterland und die Sicherheit gehe:

Gerade weil es um (ein rechtstaatliches, demokratisches) Vaterland und die (angemessene, verhältnismässige) Sicherheit desselben geht, in dem „Unfälle“ untersucht und Verrückt-erklären-lassen auch die Einlieferung des Initiators zur Folge haben kann (entweder in eine entsprechende Anstalt (verrückt sein war schon immer relativ und wer zu solchen Mitteln greift, ist immer in Gefahr, die Dinge zu instrumentalisieren) oder ins Gefängnis (von Bildung einer Kriminellen Organisation über Rufschädigung und so weiter, ist die Liste recht lange)), gerade deshalb bin ich in dieser Sache engagiert:

Wenn eine, auf eine Sache reduzierte und stark vereinfachte, Welt, wie z.B. beim Geld, den Hebel bietet, die Welt aus den Angeln heben zu können, und sich starke Ähnlichkeiten bzw. Parallelen zu einem anderen Thema ergeben, dann ist es mehr als nur angebracht, darüber nachzudenken und eine Diskussion in Gang zu bringen.

Zumindest gebietet das der Anstand und die Verantwortung (auch, nach dem Grundgesetz), die jeder Bürger hat, insbesondere dann, wenn sein Arbeitsgebiet davon betroffen ist und es deshalb nicht von jedem Laien leicht zu durchschauen ist.

Im Post wurde zum Nachdenken und zur Diskussion eingeladen. Was sehr viele auch aufgriffen und gerade machen. Welche Antwort jeder für sich findet, bleibt jedem selbst überlassen. Die Art, wie er für seine Meinung einsteht jedoch nicht. Hier gibt es gut begründete Grenzen. Die Diskussion zu starten ist aber Pflicht und Schuldigkeit des Bürgers – auch, wenn es zum eigenen Schaden gereicht. Letztlich: Das entspricht ganz dem von Euch gepflegten und geforderten Heldenbild: für Gott und Vaterland! Warum gebt ihr Eure Werte auf?

Zum anderen: Wer sagt, dass hier (nur) die Dienste der Staaten gemeint waren? Datenkraken gibt es wie Sand am Meer – fasst jeder macht es, bzw. füttert sie, und es dauert nicht mehr lange, wann jeder Einblick in alle Daten jedes anderen fordern wird. Datentransparenz mag auf den ersten Blick förderlich für das Geschäft sein (daher kommt ja auch die Gleichstellung, da Daten zum Geschäft werden, wirken auch die Mechanismen des Geldes), eine, auf Daten reduzierte Welt, ist zu klein fürs Leben und wird zumindest steril, wenn nicht tödlich.

Nur ein Beispiel soll das klären: Wenn das Alter jeder Person bekannt ist oder direkt abgefragt werden kann – dann geht das mit den Kennenlern-Ritualen in unserem Kulturkreis nicht mehr. Werden wir neue entwickeln oder einen Verlusst beklagen und uns gegen die teuflischen Datenkraken auflehnen? Das wäre nicht die erste Technikverweigerung. Dasselbe gilt für die Vita jedes Menschen und es fällt auf, dass man nie alle scheinbar nötigen Daten haben kann:

Fragen Sie einfach mal einen aus der Personalabteilung ob es eine objektive Bewertung eines Menschen, aufgrund von Papieren und einem Gespräch geben kann. Wenn er neben seiner Rolle auch Mensch ist, dann bekommen Sie Antworten wie: „Ich kenne meinen Partner seit xy Jahren und immer erkenne ich neue Seiten an ihm. Menschen sind Subjekte und können nicht vollständig objektiviert werden.

Als Personaler kommt dazu, dass sich herumspricht, was gerade „abgefragt“ wird und die Leute bereiten sich vor. Es ergeben sich Moden und der Filter, dass die, die die engsten Verbindungen zu den Personalbüros haben und zu den grössten Gruppen gehören, leichter eingestellt werden als die anderen und damit den Prozess verstärken. Das lässt sich objektiv verfolgen und es gibt nahezu kein Kraut dagegen. Bzw. für die, die es könnten fehlt uns das Geld.“

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In diesem Block wird Wert darauf gelegt, dass Argumente begründet werden. Auf die entsprechende Nachfragen kamen statt Gründe, Beiweise und Fakten nur weitere Drohungen und Parolen. Das ist ein bisschen zu wenig, für den Blog, für mich und für den Anstand, der ständig miteingefordert wurde.

Zum Anstand gehört, sich über ein Thema kontrovers aber im Rahmen bleibend unterhalten zu können.

Wie eng ist der Rahmen? Er wird von der notwendigen Toleranz gesetzt. Je einfacher die Gruppe strukturiert und organisiert ist, umso geringer fällt meist die Toleranz aus. Je komplexer und interaktiver einer Gruppe wird, wird wesentlich von der Anzahl und dem Bedarf an Kommunikation der internen Gruppierungen bestimmt. Kommunizieren die Gruppen und deren Mitglieder nicht mehr (oder ist diese Kommunikation zu sehr ritualisiert bzw. ausgebremst), dann können die Unterschiede zwischen den Gruppen zu Mitteln der Ausgrenzung werden; dann kollabiert die grosse Gruppe und zerfällt in viele kleine.

Nur ein Beispiel soll das aufzeigen: In einer Gruppe mag es normal sein, von 9 bis 17 Uhr zu arbeiten. Es gibt jedoch Gruppenmitglieder, die Bäcker, Restaurantbetreiber, öffentlicher Verkehr, Kultur- und Eventmanager usw. heissen, die dieser Norm nicht genüge. Sie können entsprechend schnell ausgegliedert, als unwesentlich bzw. verzichtbar deklariert werden. Eine Konsequenz wäre: Ca. 1 bis 2 Stunden mehr Arbeit für jede Person und einfachere Speisen und Getränke. Fällt auch der öffentliche Verkehr aus, dann können Mitarbeiter nur aus der unmittelbaren Umgebung gewonnen werden, oder man gibt ihnen allen ein Auto, baut die entsprechenden Strassen usw..

Eine funktionierende Gruppe, die auf Parolenniveau in Sachen Toleranz und Anstand reduziert werden könnte, gibt es nur im Krieg, wirtschaftliche Gruppen seit knapp 10 000 Jahren nicht mehr – seit damals ist dieses Thema „aktuell“.

Für die Evolution ist das keine Zeit – für die Intelligenz ist das eine Katastrophe.

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