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So viele Rechts – wie kommt es dazu?

15. Dezember 2015

Auf die Feststellung: „Heute fragt ihr aber viel?!“ kam die lapidare Antwort: „Na, wenn Du antwortest!“. Ich antworte gerne, aber persönliche Fragen vermeide ich. Eine Frage kam auf, die eine sehr gute Frage stellt:

Zur Zeit gibt es also mehrere rechte Effekte. Kann man das deutlicher machen?

Die Frage bezieht sich original auf die Feststellung, dass Regionen, die sich in der EU selbstständig machen wollen, dieser durchaus gewogen sind. Die Beziehung zu dem bislang grösseren Partner sollen hier nicht im einzelnen besprochen werden.

Dann gibt es die, die eigentlich nicht rechts sind – nur eben mangels Alternative die Alternative (nur) für Deutschland wählen würden. Was wollen diese Menschen?

Die meisten haben festgestellt, dass es ihnen sehr viel schlechter geht als noch vor einer Weile. Bis zu einem bestimmten Punkt, würden sie das sogar hinnehmen – gäbe es da nicht ein paar Menschen, den es sehr viel besser als vorher geht. Sie beginnen Fragen zu stellen. Auch, weil solche Geschichten kursieren:

Die Antworten der Firmen und Politiker sind unisono: „Die Härten sind nötig“ nichts weiter. Warum, wird nicht gesagt und so mancher, der diese Frage gestellt hat, bekam zur Antwort: „Das verstehst Du nicht“.

Der gleiche Redner freut sich dann aber in einem Hinterzimmer zusammen mit ein paar Vertreter der Wirtschaft, aber vor Handykameras ins Fäustchen lacht und über die Gewinne, die sie eingestrichen haben und dass „die“ sich das gefallen lassen.

Wer bislang nur mit dem Kopf schüttelte, wird nach solchen Erlebnissen schnell zum Gegner seiner früheren Meinung – aus gutem Grund, meint er. Es beginnt ein Rückzug. Zuerst vom Bund, dann vom Staat und der Region, aus der Gemeinde kann und will sich dann aber kaum jemand verabschieden, eher wandert man aus.

Jede auf das Nötigste reduzierte politische Bewegung steht von Anfang an mit dem Rücken an der Wand und gibt sich kämpferisch und ist freilich lokal orientiert. Da das entsprechende Vokabular fehlt, wird es jetzt schnell rechts, meint aber gerecht, entsprechend dem Gesellschaftsvertrag oder einfach nur vernünftig.

Das kocht dann schnell hoch. Besonnene sind selten in diesen Gruppen zu finden da die Dynamik der Gruppe wirksam ist und den meisten ein erstaunlich zufriedenstellendes Gefühl bei manchen geradezu ein berauschendes Gefühl (wieder-?) gegeben wird.

Zeigt die Politik, dass sie die Sache handhaben kann, wird zwar ein trauernder, harter Kern bleiben und der Sache nachtrauern, aber die Menschen honorieren es. Wenn ein Staat „so was“ nicht organisiert bekommt, dann wird ihm nicht mehr vertraut. Ebenso, wenn er sich nur hinter trickreichen Gesetzen versteckt – irgendwann fällt einem das auf die Füsse, z.B. wenn es nicht einen trifft, „der es nicht besser verdient“, sondern die eigenen Leute, es vielleicht sogar einen selbst trifft. Dann greift schnell die Schiene der Ungerechtigkeit und das Abspalten geht wieder los.

Rechts entsteht in diesen Fällen, weil die Gemeinschaft wiederentdeckt wurde. Rechts wird dann zum Gegenpol zum extremem Kapital aufgebaut, gegen Machtmissbrauch und als „für die Menschen“ empfunden. Dann entsteht rechts aus linkem Gedankengut. Rechts entsteht in dieser Situation auch aus dem empfundenen Zwang jetzt kämpfen zu müssen. Dann werden alle alten Geschichten wieder ausgrabend, und es beginnt ein Jeder gegen Jeden: Der dann erlaubte und geforderte Gruppenegoismus stärkt wiederum das Kapital und so tun sie das, was sie ändern wollen und kommen wieder nicht weiter. Irgendwann ist dann alles egal und sie hauen einfach drauflos oder werden lethargisch.

Es gibt Rechts, weil man einen ungeliebten grösseren Bruder gegen etwas (scheinbar) Besseres eintauschen will. Es gibt Rechts, weil man dem Grösseren nicht mehr traut, und meint, die Sache selbst in die Hand nehmen zu müssen. Es gibt Rechts aus Enttäuschung und nach Täuschung. Es gibt Rechts, weil es nichts Gemeinsames mehr gibt. Es gibt Rechts, weil sich Egoismus breitmacht. Rechts entsteht aus und auf Mangel.

In D gab es immer 16 bis 20% Rechts.

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