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Grenzen zu und gut II

15. Dezember 2015

Die erwartete Fragewelle wurde erfolgreich abgefangen, eine Subwelle schwappt nach: Grenzen zu und gut?

Die beste Methode die Grenzen zu schliessen ist, dass sich keiner auf den Weg machen muss. Alles andere ist illusionär oder setzt auf Mittel, die im Rahmen – zumindest unserer – Gesetze nicht erlaubt sind (volle Gefängnisse, willkürliche Festnahmen, Gewalt und Folter in Gefängnissen und Tote von Staatswegen und untereinander, nicht nur in der EU sondern auch in den Nachbarstaaten). Insofern mag die bisherige funktioniert haben, zu den Werten passt sie nicht. Das könnte man hinnehmen, wenn es keine Alternativen gäbe – auch aus diesem Grund schauen sie manchmal gerne weg. Nur ein Beispiel:

Der Kollege, der das „Fachwerk aus Plastikhaus“ testete, schickte an die entsprechenden Stellen seinen Vorschlag. Der erste sei verschollen gegangen, der zweite und dritte kam wegen „nicht zuteilbar“ (es war keiner zuständig) zurück. Wann machen wir ernst mit den Werten?

Diese Mittagspause ist wieder futsch. Bringen wir es hinter uns.

Grenzen zu und gut. Massen agieren nach eigenen Regeln. Sie weichen aus, überrennen aber, wenn es sein muss. Deshalb war es schon richtig, dass sie damals gesteuert werden sollte.

Aber wie wurde das gesteuert?

Zu erwarten wäre gewesen: ab in einen Zug. Ein paar freundliche Beamte dazu, die Namen etc. erfassen, ein Plastikkärtchen vergeben und dann wäre es gut gewesen. Das hätte hinter den Kulissen schnell (auch als Ausnahmeregelung) vereinbart werden können. Dass es dann anders geregelt wurde, lässt vermuten, dass anderes wichtiger war. War das gut?

Ist es wirklich richtig gewesen, an jeder Grenzen die Leute zu Fuss umsteigen zu lassen? Das hätte besser geregelt werden können.

Ist es wirklich richtig, dass ein Flüchtling mehrfach und irgendwie nicht nachvollziehbar nach Tagen oder Wochen erfasst wird? Das hätte anders organisiert werden können.

Es gibt einfach Situationen, in denen man von der Wirklichkeit überholt wird – der alte Weg wurde signifikant als in dieser Situation nicht einsetzbar markiert. Das Beharren, dass doch alles gut ist, wie es war – ist, ich muss es leider sagen, ein bisschen weltfremd.

Die Hoffnung, dass so etwas nicht passieren kann, wurde enttäuscht. Warum das so passieren konnte, ist sicher eine wichtige Frage, die zu klären ist. Scheinbar war das mit Ansage, zumindest war es absehbar. Das hätte im Vorfeld bereits organisiert werden können. Aber: da so etwas nicht passieren kann, wurde es ignoriert.

Minimum Grenzen zu

Ja, es gibt Menschen in Deutschland und in der EU, die klar sagen, dass man doch nur die Grenzen zu machen müsse. So etwas muss doch ein Staat machen können. Das sei ein Minimum. Ist das richtig so?

Als Minimum könnte er das machen. Doch was folgt? Chaos in vielen Staaten. Manche riskieren das, wollen es sogar als Druckmittel einsetzen. Der erste Weltkrieg begann auch mit der Hoffnung, dass irgendjemand schon nachgeben würde.

Ist es wirklich richtig, mit einer Minimalforderung zu beginnen? Hätten wir da nicht einen höheren Anspruch haben sollen? Gleich mit dem Minimum zu beginnen, ist ein Armutszeugnis und lässt nicht mehr viel Wege offen. Dass Politiker das wollen, kann vielleicht nachvollzogen werden. Wenn aber die Bürger nur noch das Minimum erwarten und auch davon noch enttäuscht werden (hoffentlich, weil bessere Lösungen angepeilt (aber auch verfehlt) wurden), dann ist das ein bisschen arg.

Egal welche Kräfte hinter all dem steht, das ist ein anderes Thema, wäre das gut organisiert worden, wäre das die beste Antwort gewesen und hätte Deutschland in solchen Fragen gestärkt, jetzt wurden andere gestärkt Das kommt dabei heraus, wenn eine Organisationsfrage emotionalisiert oder mit Wünschen überlagert wird. Die Zeit dazu wäre dagewesen. Nur ein Beispiel: Ende Sommer, am Ende der Geschichte in Griechenland, verabschiedete sich Frau Merkel mit den Worten: Die Flüchtlingsfrage wird eine Frage werden, mit der wir uns viel länger befassen werden müssen, Da ist man dann sehenden Auges in den Urlaub gefahren. Alle.

Ich kann nicht anders: Das hätte ganz anders laufen können und sollen. Die betroffenen Bewohner vor Ort haben das gezeigt. Und sicher auch einige Kommunalpolitiker und Beamte. Doch war niemand vorbereitet. Warum?

Grenzen zu und gut? Eine Minimalforderung, die auch die kleinste und schlechteste Lösung wäre. Sind wir wirklich so klein? Es gäbe viele Möglichkeiten, keine wird diskutiert. Nur klein klein. Schade.

Hier im Blog wurden z.B. die Wirtschaftsinseln vorgestellt. Sie wurden durchgerechnet und von vielen (freiwillig und unendgeldlich) bis ins Detail in vielen Fachgebieten, versucht zu falsifizieren, es wurden aber keine echten Fehler, nur Optimierbares, gefunden. Machbar, schnell und es würde weit mehr als nur das Flüchtlingthema erleichtert werden. Kaum noch Arbeitslose in der EU z.B.. Im Interesse der EU wäre es, solche Dinge zumindest anständig zu prüfen. Aber können wir das überhaupt noch?

Übrigens: Der Kollege, der seinen Vorschlag einreichte, ist vom Baufach. Er weiss, was er da gemacht hat. Formal und bürokratisch sind von seiner Seite her keine Fehler zu erwarten. Er hat aber aufgegeben.

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