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Kurz aufgegriffen

12. Dezember 2015

Komplimente zum Blog aus der Gesellschaft

Eine, mir bislang völlig unbekannte Person, die allem Anschein nach gewissenhaft ein Hobby (vielleicht ist es auch die Arbeit, das wurde aber nicht gesagt) pflegt, über das sie auf mich (?-?!?) aufmerksam wurde: Journalistische Texte und Artikel, die auf ihren Stil untersucht wurden. Verstärkt und anhaltend ansteigend stellte er Stiländerungen fest, die er bis zu meinen Posts verfolgen konnte. Gleich nach einer Gratulation zu diesem, sowohl Gegner wie Befürworter, allgemein prägenden Stil, folgten einige Texte von Journalisten, die sich mehrfach zu einem Thema äusserten und dies über eine gewisse Zeit hin taten. Dass zum Teil sogar die Fehler übernommen wurden, wunderte mich dann schon.

Ich nehme (auch die offensichtlichen Plagiate) als Kompliment, nehme den Menschen aber übel, dass sie nicht ehrlich genug sind und sich zu dem Ursprung bekannten. Bei einigen Politiker, bei denen mir selbst schon die Zitate und Übernahmen auffielen, bedauere ich das weniger – dennoch: Korrekt und Richtig ist das nicht.

Der Blog zeigt Wirkung. Die Ideen treiben bereits Wurzeln und verfestigt sich in einer erstaunlich breiten Gesellschaft.

Es folgte eine sehr lange Liste von Fragen. Eine war: Was treibt Sie an? Die Antwort will ich Euch nicht schuldig bleiben:

Was treibt mich an?

Alternativen. Sinnvolles. Und im Gegensatz zu vielen anderen: Was ist das Beste für alle?

TTIP und der Unterschied der Ansichten

Die USA basiert auf der Idee: „So wenig Staat und so viel Markt wie möglich“ zu etablieren. Die Puristen dieser Idee gehen dabei soweit, dass sie Leib und Leben ihrer Mitbürger riskieren und die bestehenden Regeln instrumentalisieren, um den Einfluss des Staates klein zu halten. Sie treten in dieselbe Falle, wie so manch anderer, der seine Welt auf eine Eigenschaft reduziert: Er schadet sich und allen anderen und er scheitert und reisst viele mit in sein Scheitern. Hier ist es, dass das Prinzip wichtiger ist als alle anderen: „Sterbende Bürger? Das ist ihre Pflicht! Und die des Staates ist es, sich aus dem Geschäft herauszuhalten!“ Die Mittel ihrer Wahl sind „wissenschaftliche“ Studien, Diskreditierung von Gegnern und Widersachern und – na, bei denen geht es wie im Mittelalter zu. Und sie setzen alles daran, ihren Gewinn zu mehren. Es überrascht nicht, dass sie sich selbst als liberal und vorwärts gerichtet empfinden, defacto aber die Regeln zurück auf die, die in ihrer „guten alten Zeit“ galten, drehen, diese wieder etablieren wollen. Auch junge Studenten, die aus ganz anderen Kreisen stammen, werden die Ideale der guten alten Zeit beigebracht. Unter ihnen finden sich entsprechend viele Junge, die es wissen bzw. sich beweisen wollen, und diese Jungen begreifen auch recht schnell, dass sie nur dann wirklich der Herr im Hause sind und alles unter Kontrolle haben, wenn auch das alte Weltbild wieder etabliert wird – die aktuellen Regeln sind für ruhige, gute und ausgewogene Zeiten gemacht, sie streben anarchistische Zeiten an.

TTIP ist gut geeignet, das zu unterstützen, ist aber nur eines von vielen (und erstaunlicher Weise letztlich ein unwichtiges) Mittel. Sie nehmen TTIP nur mit. Hier wird etwas unnötigerweise herbeigeredet – oder man kennt die wahren Gründe nicht. Welchem Politiker, der bei solchen Dingen etwas verheimlichen muss, traut man? Da wird bewusst oder unbewusst, einfach viel zu viel aufs Spiel gesetzt, die Gründe bleiben nicht nachvollziehbar und etablieren, was gestern wohl weisslich aussen vor gelassen wurden.

Der Unterschied der Ansichten ergibt sich aus dem oben erwähnten Prinzip: So wenig Staat wie möglich, so viel, wie nötig. Es wird ein anderes Regularium benötigt, dieses wurde im Markt und in teuer gemachten Fehlern gefunden: Wer einen Fehler macht, wird hart bestraft und kann durchaus seine Existenz verlieren. Das ist in den USA nicht weiter schlimm, baut man sich eben eine neue auf. Es gehört dort dazu. Hier in Europa und speziell in Deutschland, gilt aber ein Fehlermachender als nicht vertrauenswürdig und bleibt ein Gescheiterter, wird oft sogar nochmals hinuntergedrückt.

Entsprechend sind die Rechtssysteme aufgebaut und was heute noch zwischen USA und der EU geschützt ist, ist genau aus dem Grund der unterschiedlichen Rechtsauffassungen geschützt. Nur um das Niederreissen dieser Grenzen kann es letztlich gehen – und der wird von Wirtschaftler verhandelt.

Zudem zeigt sich, dass Systeme etabliert werden sollen, die der Wirtschaft immer mehr Einfluss auf die Politik erlauben. Zum Teil wurde ihr sogar ein Widerspruchsrecht zugebilligt. Tritt ein Gesetz trotz Widerspruch in Kraft, kann sofort dagegen geklagt werden. Der übertriebene Investitionsschutz ist ein wichtiges Mittel über das die Wirtschaft immer einflussreicher werden kann und es ist ein prima Geschäftsmodel: Interessen anmelden, gegen die Widerstand zu erwarten ist, Investitionen andeutet und – einklagen. Es gibt genügend Beispiele, dass das klappt und dass Verbesserungen bzw. Erneuerungen auf diese Art und Weise zurückgewiesen werden können. Es tut sich nichts mehr, weil keiner sich mehr traut, etwas Neues zu machen. Das Gegenteil wäre nötig.

TTIP und die aktuelle Praxis des Investorenschutzes hat sich – für den offenen Beobachter – bereits selbst überholt und es werden Fehler wiederholt, die zum Stillstand führen können und, nachweislich, dazu führen werden. Es ist eine Totgeburt und es macht die Aufräumarbeiten nach dieser Orgie der kleinen, einfachen Regeln, die A sagt und Z anstrebt, nur grösser. Wieder etwas, das auf Kosten dieser und der nächsten Generation gemacht wird.

Hier soll klargestellt sein, dass ich definitiv nichts gegen Wirtschaft und Freihandel habe. Gegen Abzocke habe ich etwas. Auch sollte klar sein: Gegen Technik habe ich nichts, im Gegenteil, ich mache die Software dazu sehr gerne, und ich befürworte die Unverletzlichkeit der Wohnung und die Einhaltung der Privatsphäre. Doch die Daten und die Forschung, die sie ermöglichen, sollten öffentlich sein, nicht (der Willkür und den Interessen von) Firmen überlassen werden. Zudem ist ein anderer Umgang mit den Geldern nötig. Das alles ist im Sinne der Wirtschaft und der Gesellschaft, die aktuellen Lösungen sind zu einseitig und gefährden das Gleichgewicht. Zudem braucht es eine überstaatliche Kontrolle der Einhaltung der Regeln. Sonst wird das nichts. Zum Thema Sicherheit soll hier nur soviel gesagt werden: Wer die Freiheit der Sicherheit opfert, hat bereits alles verloren.

Religionen

Das Thema treibt Euch um, und ich werde immer wieder gedrängt, mehr dazu zu schreiben. Dabei ist bereits alles geschrieben worden: Religion ist eine Sache der Gruppendynamik, sie gibt dem Menschen etwas, um das er sich kümmern darf, dabei lenkt sie ihn auch etwas von sich selbst ab, reduziert auf diese Weise den Egoismus, erlaubt ihn aber bei der Verteidigung der Religion – wenn auch die meisten Religionen Krieg nicht gutheissen.

Die Religion stellt den Menschen in ein Ganzes und macht ihn erst ganz. So will es zumindest die Legende. In der Regel bietet sie lediglich Rituale und Zeremonien, und ritualisiert Auseinandersetzungen bzw. führt eine Zeremonie (Gericht) ein, die durch ein stilisiertes Prozedere, das exakt einzuhalten ist, den Beteiligten eine Möglichkeit bieten, die Gefühle durch Konzentration auf etwas anderes zu kontrollieren.

Vieles, was von Religionen eingeführt wurde, wird heute vom Staat ausgeübt, der Grund ist, dass mehrere Religionen auf die Dauer nur dann friedlich zusammenleben, wenn das Recht aus dem Kontext der Religion, genommen wird. Das ist nötig, weil der Anspruch aufs Recht haben bei jeder Religion ein alleiniger ist, entzweien sich Religionen an diesem Punkt – immer.

Es ist auch deshalb nötig, weil die Regeln der Religion in einem heiligen Buch festgeschrieben sind. Das Buch darf nicht geändert werden – Gesetze müssen sich aber ändern können. Entweder sind dann nur sehr allgemein gehaltene Regeln im Buch zu finden, oder hoffnungslos veraltete. Beides führt dazu, dass die Gesetze (mehr oder weniger) frei (und irgendwann immer auch willkürlich) interpretiert werden.

Will eine Religion überdauern, dann entzieht sie sich der weltlichen Macht oder regiert mit Gewalt, indem sie alles Neue unterdrückt und jede neue Regung bestrafen. Oder es entstehen Theorien wie: Leidet auf Erden, lebt (nach eurem Tod) im Himmel. Dann ist sie von der Macht zumindest instrumentalisiert, evtl. bereits korrumpiert oder missbraucht sie bzw. wird von ihr missbraucht.

Der Mensch ist ein Gruppen- bis Herdentier. Die Religion befriedigt den Wunsch Teil von etwas anderem, grösserem zu Sein. Allerdings ist dieses Bedürfnis individuell ausgeprägt, der eine braucht es sehr, der andere kaum bis nicht. Zu Beginn der Psychoanalyse wurden alle diese Leidenschaften des Menschen darauf getestet, ob sie krankhaft sind. Der Religion konnte das nicht nachgewiesen werden (also einer „normalen“ Form des Glaubens nicht). Es ist demnach ein menschliches Bedürfnis zu glauben. Teil von etwas Konstruktivem zu sein, die Dinge, soweit man sie nicht selbst regeln kann oder sie über die eigenen Kräfte gehen, anderen überlassen lassen zu können. Letztlich ist das die Gruppe, aber auch der Glaube, dass sich der Wunsch der Götter offenbart, wenn man die Zeichen nur richtig deuten kann.

Die Zeichen richtig deuten zu können, die Sprache der Götter zu sprechen, ist ein aufwändiges Geschäft. Das kann nicht jeder und wer es lernen will, wird lange lernen müssen. Die Macht der Religion ist von Natur aus übernatürlich und damit tendenziell von der Welt abgewannt und aufs Jenseits, Kommende, Werdende, Zukunft und Versprechen ausgelegt. Aber auch auf die Gruppe und der Bereitschaft alles für sie zu geben.

In diesem Punkt ist Religion ganz und gar Gruppendynamik und setzt auf Unterscheidung und sich von den Anderen absetzen zu können. An diesem Punkt versündigt die Religion sich oft gegen sich selbst und die eigenen Regeln.

Positiv an der Religion ist, dass sie Selbstgespräche (selbstverständlich nur als Zwiegespräch mit Gott), erlaubt – für alle ist dann klar, dass Gott antwortet – auch, wenn keiner ihn hören kann.

Religionen vereinen die Mitglieder einer Gruppen und entzweien Gruppen untereinander. Das muss so nicht sein, selbst den Religionen wäre es lieber, wenn es anders wäre, aber da kann man nichts machen, das ist die Gruppendynamik.

Noch auf ein Wort …

In letzter Zeit hatte ich des öfteren ein paar Gespräche, in denen sich zeigte, dass es entsetzlich wenig Wissen darüber gibt, wie Software in einer Gruppe gemacht wird. Zuerst soll die Frage geklärt werden, warum Software in einer Gruppe gemacht wird: Aus Zeitgründen. Wenn einer es alleine macht, dann dauert das evtl. Jahre, machen es mehrere, dann kann es sehr viel schneller gehen. Es ist sicherzustellen, dass das grosse Codieren gut organisiert ist, dann klappt das.

Des weiteren, weil bei grösseren Programme meist mehrere Themenkreise zu bearbeiten sind. Die Belange und Bedürfnisse dieser können sehr viel einfacher ermittelt und erwogen werden, wenn für ähnliche Gruppen / Themen jeweils einer (konstruktiv) spricht.

Ein weiterer Punkt ist, dass mehrere Menschen, immer auch mehrere Blickwinkel bedeuten; Die Teamarbeit sichert die Qualität des Endergebnisses ab.

Und weiter ist es wichtig, dass aus einer Idee ein Produkt wird. Zu einem Produkt gibt es Fragen und Anregungen, oft sind Standardisierungen und andere Konferenzen zu besprechen – das alles nimmt Dimensionen an, die von keinem allein und von keiner kleinen initialen Gruppe geleistet werden kann. Es ohne eine solche angelernte Mannschaft zu versuchen ist, als würde man von einem Programmierer erwarten, ein Haus mit blossen Händen zu bauen und ohne zukünftige Bewohner. Das wird nichts – vor allem, ab einem bestimmten Umfang.

Es wirkt, als ob sich manche dagegen stemmen, die einfachsten Grundlagen der Software und des Geschäfts anzuerkennen oder dass sie die Welt neu erfinden wollen. Magisch ist das nicht, es entgehen aber allen gute Produkte und Geschäfte – Innovationen. Aber da haben wir es wieder: Die will ja keiner.

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2 Kommentare
  1. Reine i-Tüpfelchen-Reiterei, aber Buddhismus als Religion ist atheistisch im Bezug zu einem Schöpfergott. Sorry, aber ich kann in diesem Sinne den Verallgemeinerungen nicht zustimmen, außer natürlich es wäre auf die theistischen Religionen beschränkt. Aber ich denke, dass mittlerweile Fußballklubs die Religionen mit relevanterer Massenwirkung sind.
    MfG toe

    • In einem Post kann man nicht alles sagen oder berücksichtigen und der Buddhismus ist sicher ein Sonderfall auch hier im Blog denn als Gruppendynamik gehört er zu den Religionen, theistisch nicht und viele Religionen nennen ihn eine Philosophie. Der Fokus liegt hier klar bei den theistischen Religionen mit den Büchern (sonst werden die Posts nur noch länger).

      Das mit den Fussballklubs stimmt.

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