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Krieg – warum? Und was ist das?

23. November 2015

Meines Wissens nach, wurde Krieg schriftlich das erste Mal im Zweistromland in einer der früheren Besiedlungsphasen, erwähnt. So ganz stimmt das nicht. Krieg gab es auch zuvor, was sich änderte war, dass ab diesem Zeitpunkt bewusst und gewollt getötet wurde. Davor war Krieg eine ernste aber ritualisierte (körperliche) Auseinandersetzung. Es konnte vorkommen, dass es Tote gab. Doch dann wurde es teuer, sehr teuer. Es lohnte sich nicht, im Krieg zu töten.

Ein Einzelner brüstet sich auf Tontafeln, dass er mit dem Tabu brach und den Gegner umbrachte statt sich mit dem Sieg zufrieden zu geben. Wenn ich mich recht erinnere (und die Übersetzung stimmt), dann war der Grund dafür, die ständigen Diskussionen zu beenden: Auf die ersten kooperativen Gesellschaftsformen folgte damals die erste kompromisslose Gewaltherrschaft, die wie ein Kleinkind auf Widerspruch und andere Meinungen reagierte – allerdings mit ein paar tausend Mann in der Hinterhand.

Mehr als den Text, den ich vor sicher 30 Jahren, wenn nicht mehr, (in der Übersetzung) gelesen und den ich nicht mehr vorliegt habe (wenn ich mich recht erinnere, stand das in einem Buch namens: „Halbzeit der Evolution“. Der Autor wurde aufgrund der häufigen Bezüge zu Meditation und Religion, akademisch degradiert und wurde offiziell zum Metawissenschaftler – damals war er aber noch Wissenschaftler und hat sicher die notwendigen Angaben zu der Quelle im Buch gemacht bzw. könnte sie auf Nachfrage liefern), ist alles weitere Spekulation. Versuchen wir es im Rahmen des Werdens dennoch.

Jede Ich Phase pendelt zwischen den Alternativen: Kampf oder Flucht. Wenn es physisch aggressiv wird, ist das ein starkes Indiz dafür, dass etwas „Neues“ aufgetreten ist. Etwas Neues folgt auf etwas, das ausgelebt wurde. An dieser Schnittstelle folgt auf etwas Ausgewogenes und Reifes die Alternativlosigkeit. Hopp oder Top; Werden oder Sterben.

Die Phase, in der der (tödliche) Krieg „erfunden“ wurde, beendete das Zeitalter der Stämme und die Stadt wurde eingeführt. Bitte nicht verwechseln: Sesshaft wurden und waren die Menschen schon, bevor sie Städte bauten – das eine ergab sich aus dem anderen, deshalb ist es nötig, dass es die Sesshaftigkeit vor der Stadt gab. Der Übergang war fliessend: Wer ein Haus baut, bekommt schnell Nachbarn (spätestens die Kinder siedeln in der Nachbarschaft, aber auch andere schliessen sich an). Die Frage war, wie gross kann eine solche Siedlung sein und die Antwort hing – solange jeder alles selbst machte – von der Fläche ab, die er benötigte, um sich ernähren zu können und dem vorhandenen Platz (wobei es damals ein bisschen weiter weg immer genügend Platz gab).

Was nun folgt ist pure Spekulation; es soll einem heutigen Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich in die damaligen Verhältnisse einzufühlen und sie nachvollziehen zu können. Man kann es auch eine Legende nennen.

Das damalige gesellschaftliche Leben imitierte sehr wahrscheinlich die alten Gepflogenheiten: Trotz der unmittelbaren Nähe, lebte man mehr oder weniger für sich, traf sich aber zu bestimmten Gelegenheiten. Die Ortsmitte bot sich an. Ausserdem nahm die Zahl der Treffen zu, und bald wurde bei diesen Treffen deutlich, dass die alten Götter die Welt nicht mehr erklären konnten und die tradierten Rituale ihren Sinn verloren (nicht für die Alten, aber die Jugend konnte es nicht mehr nachvollziehen; nach wenigen Generationen stellte sich der Wunsch ein, das heutige Leben zu erklären und, was wesentlich wichtiger war, (mit Hilfe von Ritualen) Einfluss darauf zu bekommen, was und wie es einmal war, war dann nicht mehr so wichtig).

Zudem zeigte sich etwas Erstaunliches: Einer konnte etwas besser als alle anderen; er konnte es so sehr viel besser, dass die anderen ihn baten, auch für sie dieses Etwas zu machen, dafür entlasteten sie ihn an anderer Stelle. Die Arbeitsteilung begann.

Die Sesshaftigkeit allein brachte dem Menschen eine kürzere Lebenserwartung und schlechte Zähne. Die Stadt behielt die schlechten Zähne bei, die Lebenserwartung nahm wieder zu. Das darf man jetzt jedoch nicht absolut setzen, denn der Mensch war damals von der Natur direkt abhängig und lebte, ganz so, wie er es noch aus der Nomadenzeit her kannte: von der Hand in den Mund.

Dass es so etwas wie Vorratshaltung etc. gibt, war für die Menschen damals eine komplette Invertierung der Vorstellungen und musste erst gelernt werden (das kennt man auch z.B. aus der Bibel, das ist die Zeit, in der dem Pharao die Träume mit den sieben Kühen gedeutet wurden. Allerdings wurde sehr wahrscheinlich die Zeit und der Ort den Notwendigkeiten der Erzählung angepasst).

Erst als diese Phase sich formte und sich erste brauchbare Lösungen abzeichneten, wurde der Krieg tödlich. Das konnte er nur werden, weil gleichzeitig das alte Glaubens- und Traditionssystem ausgetauscht und an die neuen Verhältnisse angepasst wurden.

Neue Verhältnisse – das ist etwas Neues. Das Ich wirkt nun. In dieser kennt es oft nur zwei Möglichkeiten: Kampf oder Flucht.

Gerade die Flucht machte nun Angst, denn sie bedeutet oft auch: die Gruppe verlassen zu müssen. So manchem scheint es besser, wenn andere das tun – und bist du nicht willig, gebrauch ich Gewalt! Dann wird es mit der Alternative zur Flucht versucht.

Die Tendenz es mit aktiver Aggressivität zu versuchen, hatte einen guten, oft aber nur einen gefühlten bzw. empfunden Grund: Einsamkeit folgt auf die Flucht und da draussen ist alles ganz anders. Einen Nomaden hat das da draussen nicht geschreckt, einem Sesshaften wird es von Kindheit an als Schreckensbild dargestellt, es ist anders, die erste Furcht ist normal, es ist aber die Angst, die genutzt werden kann und das gleich zweimal: Um das Kind vom „allzu weit weglaufen“ zu hindern und später den Erwachsenen auch.

Die Enge an sich kann schon ein Grund für Stress sein, die Notwendigkeit sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen zu müssen und das Wissen darum, dass, wenn es nicht klappt, es „er oder ich“ heisst und letztlich einer die Gruppe verlassen wird, baut auch Druck auf, hat man nur noch ein Werkzeug: Kampf.

Mit der Zeit entwickelten sich andere Umgangsformen. Die griffen jedoch meist nur intern, da sich die Menschen in dem, was ihnen heilig war glichen – es gab wieder Beisshemmer und Tabus. Anderen Gruppen gegenüber musste das nicht so sein.

Und als ob dass alles nicht schon genug wäre, kam zu allem Überfluss der Mangel hinzu. Es ist nicht immer echter Mangel, es ist oft nur gefühlter oder erwarteter bzw. befürchteter Mangel. Die Unterscheidung ist zwar wichtig, im Ergebnis führen aber alle diese Mängel zu einem weiteren Mangel: den an Kooperationsbereitschaft. Hier zeigt sich die Medaille, um die sich hier alles dreht:

Erst die Kooperation (und das Vertrauen darauf, dass der andere seinen Teil beitragen wird) ermöglichte die Stadt – dass es überhaupt Städte gab und gibt, ist ein deutliches und unleugbares Fakt, das auf die Basis menschlicher Gesellschaften hinweist: Auf die Kooperation. Bei Mangel, hört die Kooperation bei manchem auf.

Solche Gefühle können ansteckend sein. Es ist wie bei der Sachwarmintelligenz: Jeder Fisch weicht vom vorgegebenen Kurs nur aus triftigem Grund ab, dann aber alle. Auch der Mensch folgt unwillkürlich, wenn die Gruppe ihre Richtung ändert. Ist es nur ein kleine Gruppe, dann sucht jeder nach dem Grund und macht erst dann wirklich mit, wenn er ihn erkennen konnte. Bei grösseren Gruppen geht das nicht: Ausser die unmittelbaren Nachbarn gibt es nichts zu erkennen. Nun kann man nicht mehr kontrollieren und es wäre fatal mitten in einem Schwarm eine andere Richtung einzuschlagen, zusammen mit dem Vertrauen, das man in den Schwarm hat, macht man mit.

Das ist der Grund, warum wenige Menschen, wenn sie nur überzeugend genug wirken, Gruppen von Menschen steuern können. Das kann, wie beim Beispiel: „Damit erkläre ich diese Krise für beendet“, gründlich daneben gehen; in anderen Fällen, ging es „gut“, doch zeigt sich, dass, wenn es grössere Gruppen betrifft, immer auch eine Art von interner Überzeugung bis Gewalt nötig ist, um das Ziel zu erreichen. Gruppen wollen nach aussen immer wie „Eins“ wirken, sonst gelten sie als zerstritten und verlieren an Einfluss. Allein die Angst vor dem Verlassen der Gruppe ist oft Druck genug.

Es gibt viele weitere Mängel oder befürchtete Mängel, die zu aggressivem Verhalten in der Gruppe und zwischen den Gruppen führen z.B. die Angst, dass es nicht genug Fläche gäbe, oder dass man in der Gruppe ins Hintertreffen gerät, weil man den längeren Weg, die schlechtere Fläche oder mehrere Flächen braucht, weil der Boden, den man hat, zu wenig bringt, oder weil beim Nachbargrundstück alles viel besser geht als beim eigenen, dass der Nachbar etwas besser kann und man selbst deshalb als unfähig gilt und den Job wechseln muss. Und so weiter und so fort.

Es ist jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass das keineswegs Fakten sein müssen, angemutet werden, Furcht, Angst, schon die Befürchtung, dass es etwas gibt, das für Angst und Furcht steht, reicht, dass sich die Menschen in Bewegung setzen. Im Gallischen Krieg beklagt sich Cäsar darüber, dass das Wort „Krieg“, das Wort alleine(!), bereits seine Erwähnung, reicht, damit Händler und Menschen die Gegend verlassen.

Krieg ist in diesem Bild ein signifikanter Mangel an Erfahrung und Möglichkeiten. Ausserdem weisst er auf viel Furcht und Angst hin. Eine solche Gesellschaft ist immer vom Zerfall gefährdet, was weitere Ängste fördert und kontraproduktiv wirkt. Dass Gruppen unter diesen Umständen über längere Zeit bestehen, scheint unmöglich zu sein – und in der Tat, Gruppen, die zu Krieg und Gewalt tendieren, bestehen in der Regel nicht lange (irgendwo ist immer einer stärker).

Es gibt nur zwei Punkte, die sich positiv auswirken: Wenn das Volk genug Kanonenfutter liefert (ein armes Volk hat nichts anderes zu tun, ausserdem treibt die Perspektivlosigkeit die Männer zum Alkohol, was der Sterbebereitschaft dienlich ist, und Frauen in die Schwangerschaft (weil sie die „Sicherheit“ in einer Männergruppe sucht, und wenn jeder der Vater ihres Kindes sein kann, jeder auf das Kind und auf sie aufpasst – so die Grundüberlegung)) oder dass Lösungen jenseits der Gewalt gefunden werden.

Jenseits der Gewalt bedeutet hier, dass Sprache zum (Informations-) Austausch und nicht als Ritual verwendet wird. Dass jeder sich einbringen kann und dieses Einbringen wertgeschätzt wird. Dass jeder seine Position sucht und (nach einer gewissen Zeit) findet und einnimmt und seine Sache zumindest gut, wenn nicht besser macht.

Zwei Versuche, diese (Vorstellungs-) Welt zu organisieren sollen erwähnt werden: Die „Platz und Aus“ Gesellschaft, sie basiert auf der Erkenntnis, dass Kinder vom Bäcker scheinbar wie gemacht für dessen Handwerk sind, ebenso die Kinder von den anderen Handwerker und ebenso die Kinder der Herrscher.

Das überrascht uns heute nicht: Kinder lernen durch Zuschauen und ja, wer den Eltern zuschaut, lernt deren Job – auch, wenn sie etwas anderes viel besser könnten. Der Hacken an der Sache war, dass, wenn in kleinen Gesellschaften einer ausfiel, es keinen Ersatz für ihn gab oder, bei lukrativen Jobs, für die sich jeder berufen fühlt, alle diese Lücke ausfüllen wollten. Dann gab es interne Machtkämpfe. Nebenbei gesagt: Menschen, die in ihrem Job nicht sonderlich erfüllt sind, lieferten entsprechende Qualitäten ab, es entstand der Mythos vom „Faulen Menschen“ (das Märchen vom Tapferen Schneiderlein beschäftigt sich intensiv mit dem Thema) und dem Mythos, dass die Menschen Führung und Kontrolle brauchen (leicht verdientes Geld gehört mit zu diesen Versuchungen).

Die Starrheit des Systems, seine Undurchlässigkeit, liess es immer wieder krieseln. Das Altertum in Europa ist ein gutes Beispiel dafür, denn die Menschen lebten damals eher wie Sesshafte, weniger wie Städter. Doch nach einer Weile machte Stadtluft frei. Das Gildensystem wiederholte dann den Fehler des älteren Systems und erst in der heutigen Zeit (das ist tatsächlich ein sehr junges Pflänzchen) könnte es möglich werden, dass jeder werden kann, was er gut kann und will. Aber auch heute ist das nicht selbstverständlich, denn jeder, der etwas kann, läuft Gefahr, dass andere diesen Platz bereits eingenommen haben: Da kann es schon vorkommen, dass die Leistung nicht anerkannt wird. Die Gründe sind mannigfaltig: Der Job ist einer bestimmten Gruppe vorbehalten, Bessere setzen einen höheren Standard und werden deshalb diskreditiert und bekämpft, es gibt nur wenige Jobs dieser Art und diese werden lieber mit Menschen bestückt, die einem gleichen usw. Das alles kennen wir auch von heute – da ist noch viel Altes in unserem System, überwiegend Wir.

Doch von all den Umständen, die gerade genannt wurden, ist keines zwingend – für einen Menschen, der in der entsprechenden Wir-Phase steckt erscheinen sie zwar schlüssig und ergeben sogar eine perfekte Welt, aber für alle anderen weisen sie erhebliche Mängel auf. Die Liste würde den aktuellen Rahmen bei weitem sprengen.

Angemerkt werden soll hier nur, dass es sehr wahrscheinlich keine „perfekte Welt“ gibt, aus Sicht des Werdens liegt das schlicht daran, dass sich nie alle Menschen in derselben Phase befinden, denn nur dann könnte die Welt – scheinbar – für alle perfekt sein (und wenn sie sich alle in derselben Phase befinden würden, würde das nicht lange andauern, die Entwicklung geht in so einem Moment rasend schnell von statten, den scheinbar sind sich alle über die folgenden Schritte einig). Doch ist eine perfekte Welt auch nicht anstrebendwert, sie wäre fürchterlich langweilig für jeden und alle.

Parallel dazu gab es damals die Adligen, die sich mit Kampf (bzw. bestimmten Teilen davon wie Strategie und Logistik), Wissen, Religion und Bildung herum schlugen, und jedes mal, wenn die Dynastie gefährdet war, gab es Machtlücken, die zu blutigen Auseinandersetzungen und Kämpfen führten. Nicht selten arbeite diese Gesellschaft aktiv auf die Lücken zu, da herrschte niemals Ruhe und Zufriedenheit.

Friedensphasen sind in der Tat unter solchen Umständen kurz. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass nur eine bestimmte (Teil-) Gruppe ständig an Krieg denkt und auf ihn hinarbeiten. Diese Gruppe hiess – vor vielen Jahren und heute wieder – die: Elite. Beide Eliten ähneln sich sehr: Wir sind die, die bewiesen haben, dass sie es einmal richtig gemacht haben, die sind die, die klein zu halten und zu dominieren sind. So ist es immer gewesen, so soll es wieder sein, so ist es von Gott gewollt (im Vertrauen, der ist nur für das Volk, wir stehen über diesem, wie über allen anderen Gesetzen, denn wir sind und machen das Gesetz).

Ein paar Jahrzehnte gab es Machtteilung und wir fuhren relativ gut damit. Seit einiger Zeit nun, gibt es wieder die Tendenzen, das Wirtschaftssystem für die, die sich drum kümmern können, zu optimieren und die, die nicht mitspielen können, weil sie vom Wissen ausgeschlossen und überhaupt mit Kanonenfutter machen und ihn halbwegs pflegen beschäftigt sein sollten, nicht mit diesen Dingen überfordert werden sollten. Deutlicher kann man das Kastenwesen dieses Wirs kaum zeichnen.

Diese Lücken im Machtgefüge gibt es jedoch nicht immer. Wenn man das Prinzip: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ hinter sich lässt und ein anderes etabliert: z:B. Dass es in der Schule allgemeine Bildung gibt, die grossen Zusammenhänge geklärt und die groben Lücken gefüllt werden. Danach überwiegend die Talente gefördert werden und wenn die Gesellschaft keinen falschen Ehrgeiz fördert, dann wird das ein ganz brauchbares Modell für eine Gesellschaft.

Im Blog ist es selbstverständlich, dass es weitere funktionierende Modelle gibt, dass an dieser Stelle aber nicht alle explizit genannt werden können – viel Spass bei der Suche danach.

Krieg – was ist das? Die physische Klärung von Punkten, für deren Klärung es mehr Verstand und Einfühlungsvermögen braucht, als die Kontrahenten in ihrer aktuellen (Gefühls-) Lage aufbringen können.

Manche (be-) nutzen den Krieg auch, um schlechten Wirtschaftssystemen durch die umfassende Zerstörung eine weitere Chance zu verschaffen und wieder andere, weil sie einfach nur reich werden wollen und das so am einfachsten geht. Ebenso sind die Mächtigen sehr daran interessiert, dass sich möglichst viele um sie herum schlagen, denn dann schlagen sie zum einen nicht auf die eigene Gruppe ein und erleichtern dieser den letzten Schlag – das lohnt sich für sie mehrfach.

Andere Wirtschaftssystem und eine Gesellschaft, die Menschen als Möglichkeit sehen, reduzieren die Bereitschaft, es mit Krieg zu versuchen. Wirtschaftsinseln und die 150er sind nur Beispiele (aus diesem Blog), wie es gehen kann.

Für alle, die es immer noch nicht wahr haben wollen: Diese Welt hat sich geändert. Die Regeln, die anno dazumal echte Verbesserungen waren, müssen das heute nicht mehr sein. Die Dinge haben sich geändert und es ist richtig, sich die aktuellen Fakten anzuschauen.

Essen haben wir genug, es wäre möglich noch viel mehr zu ernähren – vielleicht ein bisschen anders, aber ich kann Euch sagen: Den Braten will man vielleicht nicht mehr täglich, wenn es auch andere Speisen gibt, die man mit glücklichen Momenten verbinden kann. Wasser kann aufbereitet und entsalzen werden – im grossen Stiel und Wohnungen und Gesellschaftstreffpunkte kann man auch bauen, denn wir sind heute als die erste Generation in der Lage, diese Arbeiten von Robotern erledigen zu lassen, wenn wir das wollen.

Das führt dann nicht zur grossen Faulheit, denn die gibt es nur, wenn der Mensch sich nicht bewegen darf, die ist immer vom System gemacht und vorgegeben, sie hat immer etwas mit Zwang zu tun, Machen statt konsumieren und zusammen machen statt konsumieren wäre dann normal. Dann wird das Wirtschaftssystem verhandelt werden, denn die Erwerbsarbeit als Macht- und Druckmittel gegen die Faulheit, wird sehr selten werden, die Menschen werden sich andere Beschäftigungen suchen. Wie das mit dem Geld- und der Wirtschafts- und Gesellschaftssystem weitergeht ist eine dringende Frage – allerdings meinen Politiker, dass das nicht die nächste Legislatur betrifft und deshalb – für sie – hinfällig ist. Politisch ist das wohl ein Thema, der nachfolgenden Generation.

Menschlich ist es das zentrale Thema. Aus dieser Sicht ist Krieg eine nicht mehr ritualisierte Form der ultimativen Auseinandersetzung, die aus der gefühlt / gewollten Unterscheidung zweier Gruppen resultiert und dem ständig drohenden Mangel an Platz und Ehr und Glorie Tribut zollt. Mit Realität und Wirklichkeit hat das selten zu tun, Wahrhaftigkeit und Treue und Hierarchie sehr viel.

Heute ist darüber hinaus bekannt, dass die Intensität der Gefühle, die erlebt werden, wenn es bewusst ans Sterben geht (oder gehen kann) die Menschen, die das gemeinsam erlebt haben, sehr eng aneinander bindet. Fasst alles, was mit dem Wir zu tun hat, basiert auf dem Gefühl. Verstand kommt erst mit den weiteren Schritten in Spiel. Und ich habe ein bisschen den Eindruck, als ob das noch eine ganze Weile braucht, bis das eine alltagstaugliche Einstellung wird.

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