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Die 150er fehlten im letzten Post

20. November 2015

Sie wurden umgehend und wie im Chor angefordert. Ein wichtiger Vorschlag, der es ermöglicht beliebig viele Menschen in kurzer Zeit mit möglichst wenig Bürokratie politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zu organisieren. Es geht schnell, weil es nur wenige Regeln gibt; jeder kann und soll sich einbringen und man lernt die Demokratie intensiv kennen. Das ideale Einsteiger- und Auffrischungsprogramm für freie, demokratische Gesellschaften.

Die 150er bauen auf eine maximale Gruppenstärke von bis zu 150 Mitglieder. Bis zu dieser Grösse kann der Mensch sich selbstorganisierende Gruppen aufbauen. Mit anderen Worten: Alles geht relativ schnell und scheinbar leichtfüssig, auch demokratische Prozesse und Verwaltung. Streit kann es dennoch geben, aber in diesen Gruppen kann er geklärt werden, man versteht und unterstützt statt sich zu ducken.

Gleiche organisieren sich gerne in Gruppen. Eine sich selbst organisierende Gruppe benötigt jedoch alle (oder so viel wie mögliche, zumindest die gängigen) Berufs- und gesellschaftliche Gruppen des sie umgebenden Gesamtmenge.

Die 150er können viel, aber nicht alles. Um Aufgaben der Gesellschaft lösen zu können tun sich mehrere 150er Gruppen zusammen. Das ist dynamisch. Es tun sich nicht immer dieselben Gruppen zusammen – es ist besser, wenn die Kombinationen wechseln. Die 150er sollen wissen, dass Verlass auf andere Gruppen ist, das können sie nur durch Zusammenarbeit mit ihnen bestätigen.

Um grössere Probleme zu lösen, entsenden die Gruppen einen Vertreter. Wenn mehr als 150 zusammenkommen, werden mehrere temporäre, beratende 150er Gruppen gebildet. Diese Gruppen erörtern die Aufgabe, erarbeiten Kriterien und Lösungen, die in den Basis-150er diskutiert werden. Die Basis 150er entscheiden sich für eine Lösung, treffen mehrere 150er dieselbe Wahl und, wenn es mit dieser Zahl von 150er machbar ist, werden alle (oder mehrere) dieser Lösungen parallel und vorläufig gestartet. Es werden Erfahrungen gesammelt und ausgetauscht. Offen bleibt, ob alle, nur eine oder mehrere der Lösungen umgesetzt werden. Dies hat praktische und konkrete, sich aus dem jeweiligen Kontext ergebende, Gründe.

Die 150er sind ideal um z.B. die Flüchtlinge pragmatisch und schnell zu organisieren und sie sind eine gute Gelegenheit, Demokratie zu üben. Ein soziales 150er Jahr ist denkbar. Dabei bilden sich jedes Jahr neue 150er Gruppen, die sich selbst und bestimmte Aufgaben von „Aussen“ übernehmen.

Versucht man, 150er in bestehenden Gruppen zu etablieren, dann stösst eine dynamische, flexible Organisationsform auf eine meist starre und hierarchische Form, die, aus purer Gewohnheit heraus, versucht zu dominieren (aber auch Angst vor den Veränderungen hat usw.).

Das macht die Sache schwerer, sie bleibt aber machbar. Es wird mehr Vorbereitung und Übung benötigt und es wird länger dauern, weil die Altreflexe durch neu zu erlernende Aktionen ersetzt werden.

Die 150er gibt es seit es Menschen gibt. Da sie sehr wenig Organisation und Bürokratie benötigen, werden sie von den Profis dieser Aufgaben gerne übersehen bzw. nicht als Möglichkeit gelistet (intern und versteckt jedoch genutzt. Hat man die ersten Gruppen dieser Stärke entdeckt, sind sie plötzlich überall). Sie könnte als Konkurrenz empfunden werden.

Die 150er sind jedoch kein Kinderspiel, es braucht Kooperationsbereitschaft und innere Stabilität. Es braucht verantwortliche und bedachte Personen. Bildung hilft, Charakter auch.

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