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Fragen und Antworten

28. Oktober 2015

Soll das Produkt auf dem „normalen“ Weg erstellt werden?

Die ersten paar Wochen ja, aber dann wird auf die eigenen Werkzeuge und den eigenen Entwicklungsprozess umgeschaltet. Die „normale“ Phase ist anfangs nötig, wird aber so kurz wie möglich gehalten. Das bedeutet auch, dass alle „Standardeinschätzungen“ von Entwicklungsprozessen scheitern, da die meisten da draussen, keine Ahnung davon haben, wie schnell es dann im eigenen Tooling geht.

Ist Programmieren einfach?

Jeder kann es lernen. Wie weit der Einzelne kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste ist: Ist er in der Lage sich auf unbekanntem Terrain mit wenig Mitteln einen eigenen Weg auszudenken und zu bauen? Man kann vieles Lernen, aber ob man den Biss hat, der nötig ist, um all die sich auftürmenden Aufgaben in verschiedenen (teilweise fremden) Bereichen / Gebieten, bewältigen zu können und den, um sich in all die fremden Gebiete einzuarbeiten.

Man kann es auch so sagen: Programmieren lernen bedeutet sich ca. 50 Worte merken und korrekt anwenden zu können. Das schaffen die meisten. Dann kommen die Bibliotheken dazu, das können mehrere 1000 Begriffe sein, da geben die ersten auf. Das Betriebssystem und weitere „umgebende“ Mittel und Hilfen, verdoppeln das bisher erworbene Wissen. Diesem Schritt schaffen die meisten.

Die Spreu vom Weizen trennt sich, wenn es darum geht, den Kundenwunsch zu verstehen, denn das bedeutet in der Regel, dass man sich in völlig sachfremde Gebiete einarbeitet. Bei den meisten dauert das schlicht zu lange.

Schwer ist es für viele, das neu erworbene Wissen, so zu sortieren, dass es technisch relevant wird und dieses dann so zu strukturieren, dass ein Programm daraus wird.

Aus diesem Grund ziehen es die meisten vor, als Kodierer zu beginnen und sich dann „hoch“ zu arbeiten, obwohl alle diese Schritte zum Handwerk gehören.

Jedem, der diese Frage stellt, dem gebe ich zur Antwort: Versuch es einfach einmal. Sich ein Basiswissen aufzubauen schadet nicht und es findet sich immer wieder einer, der ein Naturtalent ist. Diese Leute kann man „Bit-Zauberer“ nennen. Nicht jedes Talent muss Meister der Theoretischen Informatik sein (das hilft, wird im Bedarfsfall aber auch gelernt), Coder, die in der Lage sind, eine Aufgabe erstmalig zu lösen, oder einen improvisierten, prototypischen Code zu systematisieren, sind praktisch immer gefragt bzw. können Kunden finden. Es gibt mittlerweile aber viele und ab bestimmten Punkten braucht es ein gut entwickeltes systematische Vorgehen (auch und vor allem im Team und Arbeitsteilung), sonst bleibt man auf relativ kleine (Teil-) Arbeiten reduziert.

Kann man „externer Berater“ als Angestellter sein?

Als Angestellter der Firma, die beraten werden soll?:Nein. Als Berater einer anderen Firma? Ausschliessen kann man es nicht aber bedenkt man, dass der externe Berater seine Lösungen findet, weil er auf eine spezifische Firma trifft. Er ist nichts und niemandem anderen verpflichtet. Ein Angestellter (einer anderen Firma) schon. Für ihn ist „seine“ (die Firma, die ihn angestellt hat) sogar wichtiger als jeder Kunde. Unabhängig ist dieser „Berater“ nicht.

Solche Konstrukte neigen dazu „Moden“ aufzustellen. Die Lösung, die solche Firmen vorschlagen werden, sind vorhersehbar. Ein guter Beobachter, der die geplanten Projekte des Auftraggebers kennt, der kann sehr genau sagen, was welche Firma, warum vorschlagen wird. Der Grund ist simpel: Die Firma setzt auf bestimmte Werkzeuge und passen die Aufgaben an diese an.

Wie es dazu kommt? Auch das ist einfach: Angenommen, Sie bestellen ein (neu zu konstruierendes) bislang nur wage spezifiziertes Auto bei den grossen Autofirmen – und sie werden für diese Firma typische Lösungen bekommen. Wie sieht eine „Feuerwehr Einsatzleiter Fahrzeug“ von einem Sportwagen-, Luxusauto- oder Lastwagenhersteller aus? Jeder kann sich diese Fahrzeuge fast unmittelbar vorstellen, Phantasie braucht es dazu keine, das Typische dieser Firmen haben wir alle schon verinnerlicht. Und ja, die Varianten zweier Sportwagenhersteller werden beide für diese Firmen typischen Sportwagen sein.

Ebenso typisch und eindeutig zuordenbar wäre der „externe Berater“, der soll aber eine Lösung bringen die evtl. typisch für den Auftraggeber ist, sicher aber dessen Aufgaben und Herausforderungen möglich macht.

Um es in einem Satz zu beantworten: Gelingt es, dem Angestellten sein Angestellten sein endgültig Abzugewöhnen, dann könnte das klappen – und der Angestellte würde (konsequenter weise) sich selbstständig machen.

Gibt es einen besseren Job bei der Programmierung?

Was ein Mensch gut kann, das soll er machen. Für ihn gibt es einen besten Job. Macht einer einen Job, den er nicht beherrscht (nicht beherrschen will oder gar ablehnt), dann ist das für ihn wahrscheinlich einer der schlechteren Jobs. Bleiben die übrig, die noch nicht wissen, was für sie der richtige Job ist. Für diese sollte immer eine Tür und ein Begleiter offen sein.

Wenn es Animositäten gibt, z.B. andere um ihre Jobs beneidet werden, dann hat man es entweder mit einer heftigen Hierarchie zu tun (dann besser nichts wie weg: Software muss gemacht werden, Platz und Zeit für Selbstdarstellung und Hinterhalte dieser Art gibt es nicht. Sie sind aber ein sicherer Garant dafür, dass das Projekt nicht gelingen wird) oder mit einer Firma, in der es zu viel Personal gibt (oft beides).

Gibt es Personen, die auch mal was anderes machen dürfen sollen? Freilich. Neugier ist gut und nur Gewohntes zu machen ist oft (auf die Dauer schlecht). Allerdings sollten diese „Fremdgänger“ nicht federführend oder dominante Positionen haben, dazu reichen die Kenntnisse in aller Regel nicht. Als externe Berater kann ich ein Lied davon singen, dass es sehr gute, echte Talente unter ihnen gibt, aber auch einfach nur Ungeeignete. Da braucht es eine einsichtsfähige Personalpolitik, die mit kleinen Helferjobs den grossen Schritt im Vorfeld testen und ermöglichen.

Manchmal ist der Sprung ins kalte Wasser jedoch nötig. Immer dann, wenn es ein Programm betrifft, das ständig in Änderungen ist, das aber neu zu erstellen ist, dann werden einige der zukünftig wieder für das Programm Zuständige in den Neubau integriert, denn sie liefern einiges Wissen, das auf diese Art sehr schnell ausgetauscht werden. Ansonsten sollten sie Beobachten und sich nützlich machen. Dann haben alle etwas davon.

Der Mensch will oft das machen, was er gerade nicht macht. Er sucht Abwechslung, nicht nur Routine. Eine Chance sollte er bekommen, aber so, dass er es auch schaffen kann. Schrittweises Vorgehen ist angesagt. Das ist jedoch nicht einfach. Viele Firmen scheitern an dieser Form der Motivation.

Es gibt jedoch keine echte Gewichtung ausser der subjektiven. So mancher denkt, dass ein Produkt neu machen der schönere oder bessere Job sei. Das stimmt so nicht. Um das gut und schnell machen zu können, braucht es Routine und ständiges Lernen und Umdenken. Die Gefahr zu scheitern ist weit höher und es gibt viele, die meinen, dass die Situation zur Selbstdarstellung geeignet ist, sie machen jedes Projekt kritisch (statt sich wochenlang zu streiten, sollten beide Wege binnen einer oder zwei Wochen getestet werden, dann ist der Spuk vorbei und man redet über Fakten statt Spekulationen).

Was magst Du an deinem Job?

Die Abwechslung. Die Programmierung hat viel mit Psychologie zu tun: Kunde, Lieferanten und Mitarbeiter und sogar Code-Lesen: Nach einer gewissen Zeit erkennt man am Code, wer wann welchen Teil erstellt hat, wie er drauf war, indirekt kann mit Code-Lesen einen Grossteil der Firmengeschichte nachvollziehen. Aber auch eine gute Bedienungsoberfläche braucht diese Kenntnisse und weitere, die Techniker selten liefern können: Für grafische Elemente braucht es auch Grafiker. Die Auftraggeber kommen aus den unterschiedlichsten Gebieten und sind sehr unterschiedliche Typen. Dann wird man zum Buchdrucker und Layouter. Früher erstellte man einen Text, heute macht man Satz, Design und Layout selbst. Dass man aber jeden Tag eine ganz unterschiedliche Aufgabe vor sich hat (haben kann), das ist ein Geschenk: Die Fachgebiete der Kunden!

Wie viel Politik ist in deinem Job?

Sehr wenig. Verkaufen kann hin und wieder eine Rolle spielen, das ist aber selten, weil der Auftraggeber, der etwas von mit will, diese Fragen im Vorfeld geklärt hat – ich stosse meist später dazu und dann geht es um Lösungen und Möglichkeit, um Fach- und Sachfragen.

Kannst Du mit einfachen Worten die Position von München und Berlin in der Flüchtlingsfrage erzählen?

Ich kann es versuchen, das Thema ist umfassend. Von meiner Absicht das Tagesgeschehen nicht mehr zu kommentieren, mache ich nur eine Pause.

Konkret ist es so: Aktuell werden völlig unkoordiniert Flüchtlinge durch die EU bzw. durch Anwärterstaaten gekarrt. Niemand weiss, wann und wie viel Leute wo ankommen. Erste Forderung ist deshalb: Das soll organisierter und planbarer ablaufen. Bei dieser Forderung stimmen sicher alle zu.

Strittig ist, ob und wenn wie man die Zahl der Flüchtlinge an den Grenzen begrenzen kann. Fünfzig Flüchtlinge pro Stunde scheint es zumindest „planbar“ zu machen, praktisch erweist sich das als unpraktisch, es braucht ein wetterfestes, grossvolumiges Aufnahmeprozedere. Die Gefahr sich dabei zu verzetteln scheint jedoch gross zu sein.

Ein weiterer strittiger Punkt ist: Es sollen Lager errichtet werden, in denen Flüchtlinge wochen- oder monatelang aufgehalten werden, bis sie abgeschoben werden; die anderen sollen von dort aus verteilt werden. Der Hacken ist: Die Beurteilung ob eine Person Aufgenommen werden wird – sie dauert. Dann ist Abschiebung nicht ganz einfach (das ist eine Rechtssache, die können sich ziehen und das hat etwas mit staatlichen Ressourcen zu tun, von denen es zu wenige gibt, deshalb dauert es usw.).

Einige wollen die Leute erst mal verteilen, dort mit der Integrationsarbeit unmittelbar beginnen, dort auch den Status klären und so weiter. Mit anderen Worten: Einige wollen, die Trennung weit über die Integration retten, andere würden mit der Integration am liebsten schon in der Heimatländer beginnen.

Die Bürger, die sich der Aussperrung nicht anschliessen, wollen nur, dass die Sache funktioniert. Sich hinter Bürokratie, Gesetzen oder „geht grad gar nicht“ zu verstecken, lassen sie nicht gelten. Sie wollen nur, dass die Dinge vernünftig und zügig geregelt werden. Das ist alles.

Politiker sehen das sehr viel komplizierter. Das war die Praxis (dabei kann man es belassen), es folgt die Theorie:

In Sachen Flüchtlinge gibt es mehrere Spannungsgebiete, die eine Rolle Spielen. Zwischen München und Berlin spielt ein Punkt eine wichtige Rolle: Der Bund sagt, die Länder handeln. Diese fühlen sich zum einen überrascht und überfordert. Sie fühlen sich so, als würden sie die ganze Last tragen und als wären sie alleingelassen. Sie wollen Unterstützung, und München will bestimmen, wie diese Hilfe aussehen soll.

Es gibt viele Gründe für diese Forderung: Im München ist man der Meinung, dass Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nicht aufgenommen werden dürfen, weil dies die Staatsräson gleich auf mehrfache Art und Weise untergrabe: Wer, statt zu kämpfen, die Option Flucht hat, wird nicht Kämpfen. Das untergräbt die Moral der Truppe, so geht man nicht mit dem Gegner um, zumal die eigenen Kämpfer dann auch desertieren. Flüchtlinge aufnehmen widerspricht den Kriegsregeln. Die geforderte Härte dient der Stärkung Moral der Truppe.

Krieg und Truppen sind nur wichtig, wenn es etwas gibt, für das man kämpfen kann. Bei einem Staat wird das Gebiet für das gekämpft wird, durch die Grenzen definiert. Wer mit den Grenzen spielt, z.B. indem er sie nicht respektiert und sie überschreitet, der hat nach diesem Denken, Ärger zu erwarten. Das sind die einfachen Regeln des Feudalen. In München kann das auch aus einer Tradition heraus passieren.

Führende, deren Grenzen nicht respektiert werden, befürchten, dass sie bald vom Volk nicht mehr respektiert werden. Zudem sind Nationalstaaten ein Konstrukt des „Wir“, das Grenzen braucht, um sich von anderen unterscheiden zu können. Für sie haben Grenzen grosse symbolische Macht.

Zum Wir-Gefühl gehört auch, dass es Regeln gibt, nach denen man sich richtet, auf die man achtet. Flüchtlinge missachten schon mit ihrem ersten Schritt über die Grenze diese Regeln. Dies alles treibt die Emotionen hoch und mache Menschen wollen dann erst Härte, dann Krieg – das kennt man, wiederholt sich aber ständig.

Neben diesen Animositäten wird vom Staat erwartet, dass er sich den Dingen, die da kommen, gewachsen zeigt. Bei den Flüchtlingen hat sich der Staat in dieser Frage erfolglos gezeigt. Das hat gleich mehrere Gründe, der Prozess erwies sich nicht als beliebig skalierbar. Bei wenigen Fällen reichte er aus, nun versagt er. Man liess es schleifen, auch, um den Flüchtlingen eine scheinbar gute (weil tatenlose) Zeit zu gönnen.

Die Liste der Gründe könnte fast beliebig erweitert werden, alles sind Varianten der Unterscheidung und Abgrenzung. Beides gibt es auch zwischen den politischen Parteien, auch die Union besteht aus zwei Parteien, die sich gerne profilieren – auf Kosten des anderen,

Das eigentliche Thema „Flüchtlinge“ wurde bislang wie folgt „gelöst“: Wer den Flüchtling als erstes bemerkt, der behält ihn. Solange sich die anderen daran gehalten haben bzw. es nur die Anderen getroffen hat, stand man zum aktuellen Recht. Es gab schon mehrfach Ärger mit dem Recht: Frankreich (baute Zäune), Italien (Frontex und mare nostrum) und nun Griechenland. Die ersten Flüchtlinge kommen über den Osten und Norden.

Wie kommst Du zur Politik und was wurde aus der Partei?

Zur Politik bin ich gekommen, weil sie mir ständig in die Suppe gespuckt hat, viele Geschäfte regelrecht kaputt gemacht hat und so sich meine Aufmerksamkeit sicherte. Letzter Ausschlag gab dann ein Kollege, der den Blog für mich erstellte und aufforderte, ihn zu füllen. Nach den ersten paar Versuchen, stellte ein Spitzenpolitiker fest, dass etwas alternativlos ist – seitdem stelle ich gerne Alternativen vor, die Politik betrachte ich eher satirisch.

Es gibt ein paar Menschen, die die Idee aufbrachten, aber nicht mitarbeiten wollen. Das kommt häufiger vor. Hilft aber nicht weiter. Also wurde der Versuch beendet. Wenn es ein paar Menschen gibt, die ehrlich interessiert sind und auch mitarbeiten wollen und können, dann kann man das reaktivieren. Das wird aber kein Spaziergang werden. Alleine schon die Ziele zu definieren ist eine grosse Aufgabe.

Aktuell sind Parteien fast nur im Wir umzusetzen. Das ist nicht meine Welt, wie eine Ihr-Partei aussehen kann, das wäre der erste Schritt. Dann würde ich gerne weg von den Schubladen, denn eine gute Idee nicht umzusetzen, weil sie einem Credo widerspricht, das ist in der Technik und Wirtschaft schon extrem hinderlich, in der Politik wird es dann viel zu eng.

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