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Danke für die Blumen, aber da müssen alle ran.

25. Oktober 2015

Warum stellt sich so erstaunlich vehement die Wirtschaft gegen Wirtschaftsinseln?

Wirtschaftlich ist nur eines wichtig: Geld soll fliessen, Stillstand schadet der Wirtschaft. Neben dieser einen relevanten Regel, sind praktisch alle weiteren „Regeln der Wirtschaft“ gesellschaftlich definiert worden. Viele dieser Regeln stammen praktisch aus altforderen Zeiten und tragen deren Regeln bzw. Effekte in unsere Zeit hinein. So kann Wirtschaft kooperativ (die Wirtschaft entdeckt dieses Neuland gerade) als auch kompetitiv aufgebaut sein. Wirtschaftsinseln an sich, sind weder kooperativ noch kompetitiv, in diesem Punkt sind sie erst mal neutral, sie hätten aber Auswirkungen, z.B. auf den Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft achtet sehr darauf, dass es „immer genug Material gibt, bei dem man sich bedienen kann“ (die Formulierung stammt nicht von mir). Wirtschaftsinseln würden den Arbeitnehmermarkt stark reduzieren und somit gegen die Interessen der allgemein gepflegten Wirtschaft agieren, was sie – indirekt – zu einem „Gegenspieler“ macht.

Darüber hinaus, sind auch einige Politiker weniger von Wirtschaftsinseln begeistert. Bei ihnen, wie auch bei der Wirtschaft, spielt Macht eine wichtige Rolle. Das Konzept „Arbeit“ beschäftigt die Bürger und macht sie brav – wer keine Arbeit hat ist ausgegrenzt, weil er nichts für die Gemeinschaft tut. Deshalb auch gerne der Spruch: „Wer will, der findet Arbeit“. Original stammt der Spruch (nach meinen aktuellen Kenntnissen,) aus den Staaten, die es (gelegentlich) akzeptieren, dass jemand eine Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär macht, in D ist das anders: Einmal einen „niedrigen“ Job gemacht, immer auf dem Level: In D kann es nur bergab gehen. Das zeigt, wie sehr hier das kompetitive Element wirksam ist, anders als in den Staaten, aber wirksam.

Fazit: Es sind die gesellschaftlichen Anteile / Überzeugungen der (aktuellen) Wirtschaft, die hier wirksam werden: Das Element Kampf (und alle Mittel sind erlaubt, solange, es keinen der eigenen Gruppe trifft, da gibt es ein paar Einschränkungen) schleicht sich durch die Hintertür ein, nachdem es durch die Vordertüren, durch Regelungen und Institutionen (Kartellamt und Gewerkschaften z.B.) verjagt worden war. Die Wirtschaft erkennt den Vorteil der Kooperation mittlerweile (hat aber noch zu wenig Erfahrungen gemacht, um massiv umzusteigen, sie liebäugelt nur mit der Möglichkeit), die Gesellschaft denkt zwar immer, dass sie schon längst dort angekommen wäre, bleibt aber immer wieder an die Grenzen des Wirs, der Kleingruppendynamik hängen bzw. fällt in diese zurück.

Mit anderen Worten: Mit Vernunft kommt man da nicht weit. Diese Leute brauchen das Leid dritter, damit sie lernen können – und sie sind bereit, denen alles Leid aufzubürden, solange nur sie lernen können, eilig haben sie es nicht damit.

Können die „Aussengrenzen“ dicht gemacht werden?

Es ist nur eine Frage der eingesetzten Gewalt, die man bereit ist, anzuwenden. Die Grenzen werden dann nicht dicht sein, aber bei einem zu offensichtlichen Versuch tödlich und deshalb zu risikoreich für viele. Es würden weniger, es würde teurer, das Risiko würde steigen, dennoch würde es eingegangen, gezahlt und die es wagen würden zu Helden und Vorbildern werden. Härte treibt Spiralen an, Spiralen der Härte. Das kann ein sehr langer Weg werden und wirkt sich indirekt auch ins Inland aus, denn, wenn es OK ist, dass Leute an den Grenzen sterben, dann ist das auch im Land OK – zumindest lässt das die Bereitschaft für Todesstrafe, Selbstjustiz und Härte bei Verwaltung und gegenüber Undankbaren wachsen.

Übrigens sind etliche davon überzeugt, dass der Begriff „bürgerlich“, so, wie er heute definiert ist, in einer Zeit definiert wurde, um als Gegengewicht zum willkürlichen Staat, eine lebenswerte Umgebung schaffen zu können. Man zog sich damals vom Staat zurück und in seine eigene kleine Welt zurück um ein bisschen Glück empfinden zu können. Das bisschen Glück überwand damals die Willkür. Heute ziehen sich die Menschen wieder im Rückzug. Was wird diesmal überwunden?

Die alten Regeln stehen uns heute im eignen Weg. Es gäbe viele Alternativen, die versprechen wirksam zu sein, doch viele der Befürchtungen der Pfründesicherer, haben den Charakter von „sich selbsterfüllenden Vorhersagen“, wenn nur genügend Menschen auf die Seite des Egoismus gezogen werden, dann funktionieren diese alten Regeln prima. Es braucht also eine gute Gruppendynamik, die im Vorfeld unterbunden werden kann, indem kleine Kappeleien zu Auseinandersetzungen stilisiert werden und die Zeiten etwas schwieriger werden.

Vielleicht ist das ein Grund, warum z.Z. Krisen eher befördert werden, statt sie im Vorfeld, als man es noch leicht hätte machen können, abgewendet worden sind.

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