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Flüchtlinge – was kostet das?

20. Oktober 2015

Wir haben die Wahl: Wir ziehen uns zurück ins kleine Kämmerlein und machen die Grenzen dicht oder wir sehen uns die wirtschaftlichen Alternativen an und erkennen, dass das für alle das Beste wäre. Wenn Vernunft, Diplomatie (im postivisten Sinn des Wortes) und Tatendrang die Überhand gewinnen (Schade, damit ist eigentlich schon alles gesagt).

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Es war keine überraschende Frage, aber eine, über deren Eingang man sich nicht freut. Es bräuchte ein wesentlich besseres Datenmaterial, um konkretere, belastbarere Zahlen liefern zu können. Da ich dieses nicht habe, begnüge ich mich mit sehr groben aber leicht zu rechnenden Zahlen.

Ein weiter Grund ist, dass es bestimmte Frage gibt, die zwar beantwortet werden können, die dadurch aber nicht wahrer werden: Die Frage ist in meinen Augen falsch gestellt: Vieles, was die Wirtschaft betrifft, kann nicht in Geld gemessen werden und wird deshalb aus wirtschaftlichen Betrachtungen gnadenlos gestrichen – dadurch werden sie einfacher und fehlerbehafteter.

Ein echtes Szenario hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist in der Politik z.B. wie ein Szenario vom Volk und von der Verwaltung unterstützt wird. Richtig: Das hört sich ganz nach dem Problem von Griechenland an und es ist auch richtig, dass uns das hier auch drohen kann, denn es ist fast unmöglich gegen den Willen von Volk und Verwaltung etwas auf die Beine zu stellen.

Beispiele: Will das Volk, dass den Flüchtlingen geholfen wird, ist aber mit dem Weg, den die Regierung einschlägt, nicht zufrieden, dann klappt das nicht. Die restlichen Kombinationen aufzuzählen, überlasse ich Euch und Papier und Stift (oder Computer etc.). Erweitert man die Kombinationen um einen weiteren Faktor (Verwaltung), dann gibt es ein paar Kombinationen mehr.

Nur zwei Szenarien sollen sich gegenübergestellt werden: die Extreme. Es geht hier mehr darum das Wie zu klären, als ein konkretes, detailliertes Szenario aufzustellen (dazu gibt es zu viele Variablen und Unbekannte).

Das erste Extrem ist der Wunsch der Schwarzen. Er ist in Zahlen einfach: Der Meter Stacheldraht kostet vielleicht 20€, Pfosten alle 2 Meter 10€ (umgerechnet auf einen Meter: 5€), Bau pro Meter 100€; insgesamt: 125 * 3000 = 375 000€. Schweres Gelände, Rechtsstreitereien um den exakten Streckenverlauf, Ausgleichszahlungen für Bauern etc. blieben hier aussen vor, dazu fehlt mir belastbares Zahlenmaterial, es dürfte sich aber um ein Mehrfaches der reinen Baukosten handeln – ebenso wie die jährlichen Wartungskosten. Was eine solche Polizei- oder Militäreinheit kostet ist mir nicht bekannt, ich schätze mal, dass knapp 20 Mannschaften a 5 Mann je 2 500€ benötigt werden gleich 250 000€ reine Personalkosten plus Ressourcen (Lastwagen, Draht, Werkzeug, Standorte etc.) sicher das Doppelte. Insgesamt ca. 750 000€ jährlich. Dazu die Wachmannschaften, der Einfachheit halber gehe ich von 500 000€ jährlich aus (keine Ahnung ob das plausibel ist). Deutlich wurde, dass die jährlichen Kosten über einer Milliarde liegen wird, allein für D. Mal 28 Staaten, rechnen wir grob mit 30 Milliarden pro Jahr in der EU. Das Geld fehlt anderweitig, ca. 60€ pro Einwohner.

Was bringt der Zaun? Davon ausgehend, dass er auch an den Aussenbereichen der EU eingesetzt und wirksam ist: Wenig im Inland, dort wäre er praktisch wirkungslos. Dafür müsste der Zaun an den Aussengrenzen stabiler werden (doch es gibt keine Begrenzung, die nicht überwunden werden kann – man treibt nur den Preis der Schlepper oder das Risiko in die Höhe: Massen überrennen ihn dennoch).

Der technische Zaun: ein Ballon für ca. 100km gleich 30 stationäre Ballone. Plus sechs Zeppeline, plus die Bodenmannschaften. Die einzusetzende Technik (Hardware) gibt es bereits, sie dürfte hochwertig sein, 10 000 pro Ballon. 100 000 pro Zeppelin (ich weiss FN, das ist zu billig), in diesem Bereich sollte der Preis für ein derartiges Verbrauchsmittel liegen. Preislich geben sie sich nichts, aber die Überwachung und Wartung wären günstiger.

Die Risiken aller Zäune sind Zwischenfällen an der Grenze, die schnell zu Scharmützel und diese gerne zu Kriegen werden. Das könnte zur Folge haben, dass wir zu Flüchtlingen werden, spätestens ab diesem Zeitpunkt schätzt man die Idee von Zäunen nicht mehr.

Was kostet die Hilfe in z.B. Syrien? Wirtschaftlich betrachtet ist das zum Grossteil eine Investition weniger verschenktes Geld, denn zum Einen werden viele der initial benötigten Materialien von hier stammen, gleichzeitig werden neue Märkte geboren (kurzfristig aufstellbare Gebäude und die dazugehörigen Entwicklung passender Materialien, das treib so manchem ein Lächeln ins Gesicht: „Wenn das geht, dann kann ich viel bessere Events machen! Wo bekomme ich das, bitte?“ oder: „Wenn das geht, dann gibt es kaum noch ein Wohnproblem! Das reduziert die Baukosten, die Planung und Genehmigung auf ein Minimum! Wo kann ich das bekommen?“) und diese Ideen fliessen schnell in andere Bereiche ein: der Markt wird angeregt.

Ausserdem könnten viele der Produkte (ins besonders die Lebensmittel), die für Russland gedacht waren, in diese Bereiche exportiert werden. Die Umstellung der Märkte würde für ca. zwei Jahre entlastet und damit planbarer.

Letztlich baut man eine freundschaftliche Beziehung zu diesen Ländern auf, was die zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen erleichtert und vor allem Zusammenarbeit ermöglicht, das wirkt sich positiv auf viele Produkte aus.

Letztlich heisst das für die EU, dass ca. die Hälfte der Gelder direkt in unseren Markt zurückfliessen, die andere Hälfte einen neuen Markt aufbaut, der ca. 60 Millionen Menschen umfasst, das ist etwas mehr als 10% der EU, ein potenzielles Wachstum von ein bis zwei tausend Milliarden € pro Jahr. Deshalb ist das eine lukrative Investition, die binnen ein bis zwei Jahre wirksam werden könnte.

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