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Journalismus und Aktuelles

10. Oktober 2015

Gibt es also nur „gute“ Journalisten? Es gibt solche und solche, wie immer und überall. In der Branche hat sich sehr viel geändert – nicht zu ihrem Vorteil. Den Journalismus – so, wie wir ihn in der Schule gelernt haben – gibt es fast nicht mehr. Der Markt kumuliert, es entwickeln sich Zusammenarbeiten, die zentral die Meldungen für mehrere Medien zusammenstellen. Die Angst um den Arbeitsplatz und immer weniger Ausweichmöglichkeiten, reichen aus dass Journalisten beginnen sich selbst zu kontrollieren und andere Artikel schreiben als nach den journalistischen Prinzipien.

Gibt es also die „Lügenpresse“? Das kommt darauf an, was man liest. Sicher ist, dass die Presse und Medien selbst keine Politik machen sollten, sondern darüber berichten sollen (sonst wird man zum einfachen Propaganda Unternehmen). Es gibt aber Medien, die ihre Macht durchaus nutzen – dazu gehört es, Propaganda zu machen. Das kann auf vielen Wegen geschehen, oft reicht es bereits, über bestimmte Dinge nicht zu berichten, sie zu übersehen, Gründe dafür finden sich viele. Ein sehr schlechter Grund wird leider immer öfter angeführt: „Das ist zu komplex“. Das kommt nur dem Eingeständnis gleich, selbst dem Thema nicht gewachsen zu sein, unterstellt wird das zu Dumm sein offiziell dem Leser. (An dieser Stelle lugt die Elite und die Unterklasse, der Klassenkampf an sich um die Ecke).

Lügenpresse? Man hat es zum Teil selbst in der Hand, zum anderen tut sich in der Branche viel, in solchen Zeiten ist die Qualität immer angeschlagen und wer politisch agiert statt berichtet, schadet dem Medium. Die „Elitisierung“ nimmt leider auch dort (den potenziellen Propaganda Organen) durch Netzwerkbildung und Hierarchisierung und Jobängste zu. Aktuell gibt es noch viele die guten Journalismus machen wollen, es ist fraglich, wie lange sie das noch machen können und dürfen. Wer etwas gegen diese echte Propagandapresse unternehmen will, der sollte schlicht regelmässig ein oder zwei Zeitungen kaufen.

Die Branche sollte sich Gedanken darüber machen, wie sie zahlende Käufer und Werbeaufträge zurückbekommen (hier zeigt sich jedoch, dass ein guter Journalist keineswegs auch ein guter Kaufmann oder Verkäufer sein muss, dass sich das oft widerspricht).

Quo vadis? Eine Tendenz zeichnet sich ab: Digital statt Print. Ein anderer, nicht so offensichtlicher ist: Mehr lokal und regional als international. Die Einbindung des Lesers, von sozialen Medien und Blogger etc. wird ein wichtiger Punkt sein. Interaktion statt Frontalunterricht ist ein Kennzeichen dieser Zeit, die Medien sind da sehr konservativ.

Ich wünsche mir jedoch, dass es weiter echte Medien und Presse geben wird. Zensierte Information ist zum einen langweilig zum anderen nicht der Aufmerksamkeit wert. Wer es schafft, echte Informationen zu liefern und, in Zeiten, in denen sich wenig tut, einen gewissen Unterhaltungswert anzubieten bzw. auf die wahrscheinlich kommenden Themen vorzubereiten und darüber zu informieren, der wird auch Leser finden: Presse muss der Realität nicht nachhinken, sie kann auf sie vorbereiten. Sie kann sie z.B. auch mit Humor und satirischem Kommentar relativieren.

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In diesem Zusammenhang sollen zwei Fragen beantwortet werden: Ist Dir der Stilwechsel in der Branche aufgefallen? Erkennst Du Deinen Stil darin oder ist das etwas anderes? Wäre ich nicht darauf (mit Beispielen) hingewiesen worden, wäre es mir nicht aufgefallen. Einiges erinnert mich an mich bzw. den hier geprägten Stil, er tut den Artikeln erstaunlich gut. Dennoch sollte jeder seinen eigenen Stil finden. Gleichmacherei ist langweilig.

Zu kurze Lösungen werden z.Z. als zu einfach gebrandmarkt, beziehst Du das auf Deine Vorschläge? Nein. Mir wurde immer gesagt, dass meine Vorschläge viel zu lang sind.

Sollte das der Fall sein, dann ist es ein Kompliment, denn wenn Politiker, die ihr Leben lang nichts anderes tun als kurze, knackige, prägnante (aber aussagelose) kurze Äusserungen zu suchen und zu formulieren, die Arbeit anderer gerade damit „abstrafen“, dass es dem anderen besser gelungen ist als ihnen, dann kann man sich geschmeichelt fühlen.

Freilich: Sie wollen diskreditieren, aber das geht nach hinten los. Würden sie nachfragen oder nachhaken, dann würden sie zu dem schnell herausfinden, was dahinter steht. Sollte das so sein, wie der Frager vermutet, dann würde das bedeuten, dass bewusst Lösungen gemieden werden – warum?

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Was tun mit dem nahen Osten? Im Irak eine vernünftige Regierung etablieren, mit der alle leben können, dann werden sich viele vom IS abkehren. Syrien ist schwerer, da praktisch jeder gegen jeden kämpft und sich viele von aussen einmischen. Entlang der Grenzen würde ich befriedete 50 bis 100 km breite Streifen einrichten, darin, an den geeigneten Punkten, Wirtschaftsinseln, an anderen die örtlichen Kämpfer, die den befriedeten Raum friedlich halten wollen.

Die nötigen Luftwaffen sind schon dort. Politisch sollte eine föderale Republik angeboten werden, mit relativ autonomen Gebieten. Das kann auch bei Israel etc. funktionieren.

Syrien ist komplex aber gerade deshalb auch anfällig für einfache Lösungen. Wirtschaftsinseln stellen die Kämpfenden vor die Wahl: Ein gutes, friedliches Leben für die Eltern und Geschwister, oder für etwas kämpfen, indem man es bekämpft.

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Wir haben heute einfach nur das Problem, dass viele der Entscheider Schwierigkeiten benötigen, um ihre Existenz und ihre Macht zu begründen und zu sichern. Im Grunde kämpfen diese Menschen gegen uns, weil sie ihre Wichtigkeit rechtfertigen wollen. Im kalten Krieg war dies sehr viel einfacher, auch die Welt war einfacher, viele sehnen sich nach diesen einfachen Welten zurück.

Wieder andere wollen beweisen, dass ihr System besser ist als andere. Dabei übertreiben sie und tendieren dazu, alte Zustände zu reetablieren.

Der Kapitalismus ging in die Verlängerung. Das bedeutet, dass er erst zu beweisen hat, was er kann. Im Moment beweist er nur, dass er gegen Gesellschaft und Gemeinschaft arbeitet, jeder gegen jeden propagiert und Anarchie predigt. Gesellschaften und Gemeinschaften bildet der Mensch jedoch immer aus und diese richten sich gegen den extremen Kapitalismus, den Jeder gegen Jeden steht diametral zu deren Zielen.

Zur Zeit entwickeln wir uns leider rückwärts. Wir haben die Wahl und können wieder vorwärts gehen.

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Rechts Ruck. Er ist eines der Zeichen, die auf die oben erwähnte menschliche Tendenz zur Bildung von Gesellschaften, hinwiesen. Dabei ist nicht das rechts sein bzw. das extreme rechts sein gemeint.

Hätten diese Menschen die Wahl, eine konstruktive, gestaltende und das Bürgerengagement unterstützende Partei zu wählen, würden sie das tun.

Mit rechts hat das nur mangels Alternativen etwas zu tun. Das trifft es noch am besten, aber eben nicht ganz, dennoch fühlen sich manche Bürger in diese Richtung von der Politik getrieben, denn diese wird immer öfter als Teil des Problems identifiziert. Der aktuellen Politik wird nicht zugetraut, dass sie es schafft. Also nehmen es die Bürger selbst in die Hand. Das zeigt sich bei den Flüchtlingen und das zeigt sich immer öfter an den sich bildenden, bewusst lokal gehaltenen Gruppierungen.

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