Skip to content

Flüchtlinge, Meinungen und Vorgehen

16. September 2015

Es ist durchaus schmeichelhaft, dass Ihr mir zutraut mit einem Post die Welt zu retten oder zumindest meine Meinung kund zu tun – ich habe da meine Zweifel, ob das hilfreich wäre. Aber da ich mich mit dem Motto „Es gibt immer Alternativen“ nun mal selbst in die Bredullie geschrieben habe, scheine ich in der Pflicht zu stehen. Dabei sind, denke ich, so viele Alternativen nicht nötig:

Zunächst, wie wurde das bislang gemacht?

Es war schon immer das Ziel, die äusseren Grenzen dicht zu machen – jeder, wirklich jeder, der das bewerkstelligen konnte, war willkommen. Er wurde bezahlt und unterstützt, mit welchen Mitteln dies bewerkstelligt wurde, wollte man nicht so genau wissen.

Mit dem arabischen Frühling, änderte sich das. Heute sieht sich die EU mit einer Aufgabe konfrontiert, die über Jahrzehnte „geregelt“ war, deren „offene“ Umsetzung von den Bürgern (und dem Gesetz) nicht zugelassen werden; einige stellen sich darüber, andere wollen das Thema – da es ja eine „ganz neue“ Situation ist – neu verhandeln.

Sicherlich verschärfte sich die Situation durch die (Bürger-)Kriege in den betroffenen Gebieten.

Doch der Kern der Aufgabe liegt tiefer: Für einen Staat kann eine schwierige Situation entstehen, wenn sich die Bevölkerungsstruktur oder -zahl schnell ändert, weil alles aufeinander abgestimmt sein sollte / ist, kann bei zu schnellen Änderungen, alles zusammenbrechen. Manche sehen in solchen Situationen nicht nur einen Notfall sondern auch einen massiven Angriff auf den Staat und wollen Waffengewalt erlauben.

Wer meint, dass Grenzen „dicht“ gemacht werden können, der sollte wissen, dass wer Grenzen schafft, der schafft auch Schleuser – die Fakten bleiben, die Auswirkungen variieren, das kann anfänglich reichen, ändert aber nichts. Ausser: Ist der Einsatz von Waffen erst einmal erlaubt, dann weitet sich das aus. Wir stehen mit dieser Entscheidung vor der Wahl: Viel Krieg und Ehr oder die Wirtschaft ankurbeln?

Ist es bereits soweit, ist der Staat bedroht? Nein. Aber es ist ein echter Stresstest für das Organisationstalent derer, die aktiv werden müssen. Einige bauen Zäune, andere Zelte, wieder andere, Privatpersonen, springen ein und liefern, was ihnen möglich ist. Wieder andere wollen, dass ein Exempel statuiert wird. Denn: Wenn die ersten sterben, folgen ihnen weit weniger. Wie gesagt: Für manche ist das ein Kriegszustand und sie greifen zu diesen Mitteln. Deshalb nochmal: Ist es bereits soweit? Nein. Das kann gut geregelt werden, ist aber eine Herausforderung und ja, es werden auch Menschen darunter sein, die die Situation nutzen und sich oder Sachen oder Gedanken mitbringen, die hier Ärger machen können oder wollen. Zu bedenken ist: Je besser die Aufgabe gestemmt wird, umso weniger Argumente bleiben diesen Menschen. Je besser wir das schaffen, umso mehr werden ihre Meinung / Vorhaben ändern.

Man kann sagen, dass die Aufgabe einige Risiken birgt, doch je menschlicher wir das richten, umso geringer werden die Risiken. Eine der menschlichsten Hilfen ist, den Menschen, dort, wo es ihnen bekanntermassen schlecht geht (so schlecht, dass man sich auf diesen Weg macht), die Umstände verbessert. Im Blog werden die Wirtschaftsinseln vorgeschlagen, ähnliches kann relativ zügig umgesetzt werden, wichtig ist nicht so sehr das Wie als das Schnell.

Übrigens, auch in D können Wirtschaftsinseln (oder ähnliches) zur Integration verwendet werden. Einige werden schnell die Sprache lernen (bringen vielleicht schon etwas Übung mit) und werden sehr einfach integrierbar sein, das kann bereits nach einem halben Jahr der Fall sein. Andere werden mit Nachschulungen oder Vorbereitungen bis zu zwei Jahre bleiben.

Interne Wirtschafts- oder Integrationsinseln bilden aus, bereiten vor und lassen die Leute zur Ruhe kommen, dennoch können sie aktiv werden und reduzieren so die Kosten, die sie verursachen. Gleichzeitig bekommt die Wirtschaft die Chance, sich vorzubereiten.

An dieser Stelle endet der Vorschlag. Trotz Quoten etc. kann das gemacht werden. Das Fazit lautet: Innen und aussen Wirtschaftsinseln.

Kurze Fragen und Antworten:

  • Sind Quoten das richtige Mittel?
    Nach den Wirtschaftsinseln kann das OK sein. Die Wirtschaftsinseln selbst sind zeitlich begrenzt und können anders organisiert werden. Vor allem: Es kann Leerstand genutzt werden.
  • Zentral oder dezentrale Unterbringen?
    Wichtiger scheint mir zu sein, dass die Menschen auf die neue Situation vorbereitet werden. Wo sie sich ansiedeln bleibt zunächst offen, es ist aber wahrscheinlich, dass, wenn sie sich sofort entscheiden müssen, sie sich dort ansiedeln wollen, wo Bekannte oder Verwandtschaft sind.

    Statt einem Impuls zu folgen würde nach einer intensiven Vorbereitung die Vernunft für diese Entscheidung verwendet werden: Auch lange Wege sind in der EU relativ kurz (noch). Der Wohnort wird unwichtiger, wichtiger wird:

    • Was werde ich tun?
    • Wo bekomme ich die entsprechende Ausbildung?
    • Wo werde ich vermutlich arbeiten?

      Ab einem bestimmten Tag gilt die Freizügigkeit in Deutschland und der EU. Sie darauf vorzubereiten scheint mir wichtiger. Dennoch sollen nicht alle auf einem Haufen sein, sie brachen Gelegenheit, sich die neue Welt anzusehen.

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: