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Kurz & bündig

23. Juni 2015

Dies ist für längere Zeit der letzte Post. Anderes steht an und an den aktuellen Themen, kann ich nichts ändern. Obwohl vieles aus dem Blog hilfreich wäre, ist die allgemeine Parole „weiter so“ das Credo. Das ändert jedoch nichts daran, dass jeder Fürsprecher willkommen ist und dass jeder sich seine eigenen Gedanken machen kann, denn nur, wenn alle sich einbringen, wird es etwas. Entscheidungen zu delegieren wird in Zukunft nicht mehr reichen. Entweder, weil es weiter (so) Richtung Egoismus geht, oder das Ihr relevant wird. In beiden Fällen sind alle gefordert. Meinen Teil beginne ich demnächst.

Nur wenige Fragen sind noch offen und sie sollen beantwortet werden:

Wie kommt es, dass bei Dir kurze, prägnante Ausdrücke mühsam aus langen Posts herauszulesen sind?

Ich komme vom Dialog. Dort rede ich selbst anfangs wenig, fasse dann das Gesagte zusammen, hole mir die Zustimmung (Vollständigkeit etc.) und baue darauf meine Lösungen auf. Posts enden in der Regel kurz vor oder mit der Zusammenfassung und der Text soll allgemeinverständlich sein.

Vor den Zusammenfassungen sind im Text ins Thema einzuführen, die (für das Thema) relevanten Punkte zu nennen, die Verbindungen aufzuzeigen, Punkte und Verbindungen werden dann zusammengefasst. Die Zusammenfassung ist dabei der unwichtigere Teil, denn sie wirkt nur, wenn der Weg dorthin stimmt, nach dem ersten mal Durchlesen / Verstehen wirken sie auch ohne Beiwerk.

Wie lang der Post ist, hängt von der Länge des nötigen Wegs ab und der vom Grad der allgemeinen Verständlichkeit. Vielleicht lässt sich da etwas machen. Versprechen kann ich aber nichts.

Geht „Griechenland“ kurz und bündig?

Das geht, aber z.Z. sind griechische Zusammenfassungen noch sehr dynamisch. Ein Versuch das Gezerre zusammenzufassen wäre:

Nachdem die EU die Erfahrung gemacht hat, dass die griechische Regierung mit Regeln und Papieren „kreativ“ umgeht, wird nun massiv darauf geachtet, dass Griechenland das lernt. Es wird quasi die Bündnistreue eingefordert. Im Gegenzug will die griechische Regierung der EU den Sozialstaat beibringen.

Oder:

Verhandelt wird nicht die Lösung sondern die Einhaltung der bereits versprochenen Ergebnisse bzw. das daraus erreichbare Maximum (manche Forderungen / Wahlkampfversprechen gehen jedoch weit darüber hinaus), mit dem viele (auf beiden Seiten) nicht zufrieden sein werden und werden die konkreten Aufgaben nicht lösen.

Oder:

In einem Wort: Themaverfehlung.

Wir erleben eine Beziehungskrise. Einen Streit, der destruktiv geführt wird; der alles thematisiert statt sich um die Gestaltung der Aufgabe zu kümmern, wird durch Ansprechen aller irgendwann mal zugefügten Schaden ein sogn. reinigendes Gewitter zelebriert – diese ändern in der Regel nichts und führen zu ewigen Wiederholungen.

Im Werden ist dieses Geschehen beim Übergang vom Ich zum Du, das gleichzeitig den Sprung zum Wir machen will, anzusiedeln. Das ist auch der Punkt für extremen Kapitalismus – schon die Ähnlichkeit der Werkzeuge sollte dies zugänglich machen.

Wer hat Schuld?

Immer zwei. In diesem Fall vielleicht ein paar mehr. Jeder hat sein Schärflein dazu beigetragen. Die EU will zunächst wissen, ob diese griechische Partei eine vertrauenswürdige Regierung liefert (und hat Forderungen gestellt, die diese von vorn herein verweigerte – das war absehbar); die neue griechische stellte ihrerseits ähnliche Forderungen – das konnte nicht gut gehen. Dass sie es dennoch versucht haben mag für eine optimistische Lebenshaltung stehen, realistisch war das von keiner Seite.

Einer Totgeburt aus formalen Gründen in den Sarg zu helfen, ist eine sehr undankbare Aufgabe. Von Gewinnern kann keine Rede sein und wenn es nur Verlierer gibt, ist es dann noch wichtig, welcher graduell weniger verloren hat? Ganz abgesehen davon, dass es sich maximal um einen Pyrussieg handelt, im zweiten oder dritten Schritt, sicher verloren wird?

Das trifft für beide Seiten zu. Gewinnen die Geber, bleibt die Aufgabe einen Staat aus Griechenland zu machen und die offenen Flanken in der EU Konstruktion zu decken – beide Aufgaben sind an sich nicht leicht, die Änderungen bei Verhandlungen werden jedoch von vielen erst mal probiert werden. Um das zu vermeiden, würden viele lieber (zunächst das kleine – das trifft weniger) Griechenland opfern, damit keiner Geschmack an diesem Stil findet – da ist man sich einig.

Besser wäre es gewesen, wenn man – egal welchem – Griechenland ein Angebot gemacht hätte, das es nicht abschlagen kann und die früheren Punkte nicht mehr wichtig erscheinen lassen.

Vielleicht wurde das versucht, aber wir wissen es nicht; und wenn es versucht wurde, dann hat es nicht funktioniert – warum? Wenn ein Verhandlungspartner nur eine Option hat, dann braucht er nicht verhandeln – genau das ist auch passiert. Der aktuelle Vorschlag, erlaubt ihm nur, den Schwarzen Peter – weil er ja so entgegenkommend war (stimmt das so?) – anderen zuzuschieben: der EU und der eigenen Partei (zwischen Ich und Du ist diese Sache anzusiedeln).

Wer mich kennt, weiss, dass mich die Frage nach der Schuld nicht sonderlich interessiert. Es kommt nur darauf an, was man daraus macht – ob man etwas daraus lernen kann. Wie immer wäre es möglich, es ist jedoch weder gewünscht noch interessant.

Wie geht das mit Griechenland aus?

Hellsehen ist so eine Sache. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten. Da die Zeit im Grunde nicht mehr reicht und es genügend politische Kräfte gibt, die mit den aktuellen Vorschlägen nicht zufrieden sind und es in Griechenland keine echte Alternativen gibt, gibt es nur zwei Hauptwege: Es geht so weiter wie bisher, oder: in Griechenland bricht das Chaos aus. Das kann sich auf mehrere Arten manifestieren, an dieser Stelle führt die Liste jedoch zu nichts.

Im Blog wurde für diesen Fall eine technische Regierung vorgeschlagen, die nur die Aufgabe hat, eine funktionierende staatliche Infrastruktur aufzubauen. Sie hat vier Jahre dazu Zeit. Während dieser Zeit können sich Investoren engagieren, die in dieser Zeit rechtlich nach ihrem Heimatrecht agieren dürfen (das geht freilich nicht vollumfänglich aber überwiegend und es gilt nur für kleine Betreibe, die die vorhandenen Mittel wie Arbeitskräfte und Räumlichkeiten nutzen, die Betriebe wiedereröffnen. Fürs Grosskapital steht Griechenland in dieser Zeit in Quarantäne.

Parallel wird dem Volk in die bevorstehenden Entscheidungen eingearbeitet und ermuntert alternative Parteien zu den etablierten aufzubauen. Griechenland braucht dann einen Neustart und in einer Demokratie (der heutigen Machart) geht es ohne Parteien und ein Volk, das weiss worüber es entscheiden soll, nicht.

Alle andere Alternativen machen entweder einfach weiter, das löst nichts und wird deshalb zur unendlichen Geschichte, oder führt fast unmittelbar in irgendeine Form von Diktatur.

Dennoch ist ein solcher Staat instabil, hat kaum eine Wirtschaft, eine technische Regierung ist demokratisch nicht ganz legitim und es gibt kaum Staatsorgane – in meinen Augen ist es fraglich, ob das mit den EU Regeln für Mitgliedsstaaten vereinbar ist, es gibt aber auch die Meinung, dass das auf Zeit geht. Über Griechenland hinge aber ständig das Damoklesschwert, dass die Unterstützung aufgelassen wird, wenn sich zeigt, dass die alten Kräfte und Fahrwasser zu stark sind und nicht verlassen bzw. ständig wieder aufgesucht werden.

Der Vorteil wäre, dass es für das Volk fasst unmittelbar Erleichterung gibt, da es wieder Arbeit gibt und bestimmte Initiativen die Agrarproduktion aber auch Energiefragen etc. (anfangs exemplarisch bzw. experimentell) direkt angegangen werden können. Es gibt wieder Perspektiven.

Nach vier Jahren wird wieder gewählt. Wenn Griechenland will (und die alten Kräfte es zulassen), dann kann in dieser Zeit die Basis für einen EU Staat gelegt werden, die Anwärterschaft liegt aber noch solange auf Eis, bis sich der Staat als in sich stabil erwiesen hat.

Für Griechenland kann ein Zwischenstatus geschaffen werden, der zwar einen Austritt aber auch eine sehr enge Bindung an die EU als Ehemaliger erlaubt.

Wie geht das für die EU aus?

Wie das für die EU ausgeht? Das ist kniffliger. Zwar dürfte die Geldfrage weitgehend geklärt sein, doch trifft es manche Staaten härter als andere. Einige Staaten werden Schwierigkeiten haben, nach einem Grexit die Verbindlichkeiten zu erbringen.

Das wird negative Gefühle gegenüber Griechenland verstärken. Die werden relevant, wenn die Grenze nach Griechenland EU Grenze wird.

Bei der Flüchtlingsfrage wird das wichtig, denn ein zusammengebrochenes Griechenland wird von Flüchtlingen überschwemmt werden, die über die grüne Grenze wollen. Anfangs kann es sogar sein, dass das von den lokalen „Warlords“ unterstützt wird. Doch bald werden viele bleiben und da die Flüchtlinge das schwächste Glied in der gesellschaftlichen Kette sind, wird es drastische Szenen geben.

Italien, Österreich, Ungarn etc. würden Aussengrenze. Massive Anstrengungen würden gemacht werden, die grüne Grenze zu schliessen (hier wird gesagt, was zu erwarten oder wahrscheinlich ist, nicht das Thema Flüchtlinge diskutiert). Es wird nicht lange dauern und Europa hat wieder eine Mauer (oder Zaun). Die wesentlich kürzere Grenze Griechenlands wird wegen dem Meer und dem Status einiger Anrainerstaaten als unwirksam eingestuft werden. Diesen werden Angebote gemacht werden, wie früher den nordafrikanischen Staaten. Es wird so etwas wie eine zweistufige Grenze geben.

Ein anderer wichtiger Punkt wird sein: wie die späteren griechischen Regierungen (so es welche gibt. Mir scheint es fasst wahrscheinlicher, dass sie viele Kleinstaaten auftun werden) das Thema angehen. Üblich wäre es, sich einen äusseren Feind zu suchen. Kandidaten dafür gibt es in der Nachbarschaft genug. Alternativ dazu müsste in einer verfahren Situation ein neuer Staat aufgebaut werden. Krieg ist einfacher – so werden manche denken.

Freilich trifft es die einzelnen Staaten mehr als die EU selbst. Da es möglich ist, die EU zu verlassen werden die nächsten Kandidaten ausgemacht werden und der ESM etc. geprüft werden. Welche Staaten ausgesucht werden, ist noch offen, denn es kann gut sein, dass die Nordallianz wieder zum Thema wird und diese Staaten (zügig) aussteigen. Treffen würde es dann den Süden Europas. Davor würden die Stimmen laut, mit Blauhelmen das Thema Griechenland zu befrieden, verweigern sie es, wird es zum Wohle Europas dennoch durchgezogen werden. Das ist zwar extrem, da Bürgerkrieg in Griechenland aber sehr wahrscheinlich ist (oder ein Putsch oder …) gibt es genügend „gute Gründe“ dafür. Beim aktuellen Verhandlungsstil ist es sogar wahrscheinlich, dass Griechenland auf diese Option setzen wird und lokale Kräfte werden mit dem Unsinn aus Athen nichts mehr zu tun haben wollen. Etliche dieser Regionen werden anfangen mit der EU zu verhandeln, andere werden sie Abtrünnige nennen – und schon haben wir alles zusammen, was ein zünftiger Bürgerkrieg so braucht.

Um es kurz zu machen, die EU kann dadurch destabilisiert werden und wird sich zum Reagieren „gezwungen“ sehen.

Das kann so sein, das muss nicht so sein. Es kann genauso gut sein, dass nur die Schulden ausfallen, wenn konstruktive Kräfte an die Macht kommen, die nicht auf Hilfe oder Ablenkung von aussen setzen, sondern die Sache intern regeln wollen.

Kann jedes Thema kurz und bündig dargestellt werden?

Kurz und bündig geht immer nur die Einführung oder Zusammenfassungen. Es ist ein bisschen widersinnig, stimmt aber mit der Erfahrung überein: Einzelne, konkrete Punkte (allgemein) darzustellen dauert meist länger als einen Überblick zu geben.

Das liegt daran, dass kein Punkt für sich alleine steht, es sind immer mehrere anzusprechen und, da es fachlich wird, zu spezifizieren – allein der Überblick über die Punkte und Verbindungen dauert meist länger als der Überblick über das Ganze. Allerdings: Zwei vom gleichen Fach und auf ähnlichem Level unterhalten sich in Stichworten – das geht schnell, ist aber selten.

Theoretisch kann jedes Thema kurz und bündig dargestellt werden. Praktisch braucht es Wissen, Interesse und ein gutes Stück Arbeit – das unterschätzt man gerne. Das beste Bild, die beste Geschichte zu finden, ist an sich schon kein einfacher Schritt, der zudem ganz anderes Wissen benötigt (eine alte Regel bestätigt sich immer wieder: Wer Zuständigkeiten schafft braucht immer auch Grenzgänger zwischen den Disziplinen – das spart man sich gern, um zu lernen, dass entweder nichts mehr geht oder nur weniger und dass man draufzahlt)

Vor allem bis klar ist, was man sagen will, braucht es Zeit. Wie es dann umgesetzt wird, kann wieder dauern. Hat man einen Plan, kann das Schreiben dann relativ schnell gehen; schreibt man einfach drauflos, dauert es meist länger.

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