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Wie kam es dazu, dass roseny über Griechenland schreibt?

22. Juni 2015

Eine einsame Stimme will wissen, wie es zu dem Engagement bei Griechenland kam. Kurz: Sehr ähnlich, wie zu diesem Post. Die Frage wurde (mehr oder weniger) häufig an mich gestellt, meist in der Form: „Recherchieren sollte gehen, sag doch was zu Griechenland“.

Eigentlich will ich aktuelle Themen nicht diskutieren. Das hat mehrere Gründe. Einer ist, dass um aktuelle zu sein, das Post schnell zu erstellen ist – da bleiben leicht zu viele Fehler im Text (ohne Lektor geht nichts). Ein anderer ist, dass die Leute, die fragen, in der Regel gut informiert sind. Um denen etwas bieten zu können bleiben zwei Wege: Etwas Neues bringen oder es in Bezug zu den Blog Themen setzen.

Neues benötigt intensive Recherchen, dazu reicht die Zeit nicht und auch die Mittel. Etwas Grundsätzliches dazu zu sagen, ist nicht sinnvoll, denn das sollten die Spatzen von den Dächern pfeifen. Der Bezug auf den Blog leidet genau unter diesem Punkt – oder daran, dass der Bezug mühsam aufgebaut werden müsste, das wirkt oft konstruiert – wäre interessant aber lang. Kürzer wird das nur im Gespräch, weil zuerst die aktuell interessanten Punkte herausgearbeitet werden können. Im Post kann das oft nicht so kompakt gemacht werden, weil (anders als im Gespräch) erst die Basis der Gedanken darzulegen ist.

Im Fall von Griechenland wird es besonders dumm, denn es ist ein hoch emotionales Thema und die Nachrichtenlage klärt viel zu wenig. Man kann unendlich vieles zum Thema finden, aber leider sind das meist politisch gefärbte Informationen. Mir und dem Zeitungsartikel, den ich hier zitiert habe, kann das vorgeworfen werfen – wenn es in der Sache auch auf relevante Punkte verweist, würde die Darstellung der anderen Seite den Rahmen sprengen.

Auch die kürzeste Form, zeigt das, denn es werden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet: Es geht um Grundsatzfragen wie wirtschaftlich in Schwierigkeiten geratene Staaten aus der Patsche geholfen werden kann. Darum, dass sich die Ansichten der Helfer mit der Zeit änderten und diese auch für Griechenland, das sehr viel rustikaler als die anderen Staaten, behandelt wurde, nachgebessert wird. Die einen wollen auf der alten Linie bleiben, die anderen wollen gleich die ganze EU ändern. Schlecht ist die Idee nicht, aber die Art, wie das erreicht werden sollte, funktioniert so nicht.

Viele, die Erfahrungen in grösseren Firmen sammeln konnten, wissen sehr genau, dass dicke Bretter nur kontinuierlich nicht per Revolution (die bricht das Brett) bohrt, was den Nachteil hat, dass durch die Grundsatzfragen und die Gruppenbildung aus Unterstützer Lemminge werden. Das ist einer der Gründe, warum grosse Firmen wenig flexibel sind.

Dennoch haben einige mit mir auch die Erfahrung gemacht, dass es manchmal sehr schnell gehen kann. Doch das geht nur, wenn man sehr konstruktiv arbeitet und eine Lösung finden kann, die echte Lösungen (für alle) bringt. Bei Griechenland sind die Ziele der Verhandlungspartner jedoch nicht klar. Es braucht andere Strategien für die diversen Ziele. Z.B. wenn die Seite der EU einfach nicht über den vertraglichen Schatten springen kann oder, das andere Extrem, soll Griechenland für die Betrügereien am Anfang bestraft werden oder soll in Griechenland zum Schnäppchen werden? Auf der anderen Seite kann, wieder im Extrem, auch für die aktuelle Regierung Griechenland zum Machtschnäppchen werden.

Will man halbwegs seriös schreiben, müsste man nun, nach dem einen Extrem auch das andere und einige Zwischenschritte beschreiben. Das gibt ein sehr langer Post oder eine Serie. Für diese 1 1/2 Wochen „stand by“ ist das nichts, allein die Recherchen für die flankierenden Artikel brauchen mehr Zeit und letztlich wäre ein Buch das bessere Format für dieses Thema.

Generell ist es so: Ja, in der EU und in und mit Griechenland ist vieles falsch gelaufen. Vieles, was zu korrigieren wäre, doch diese Themen können nicht angegangen werden, weil in Deutschland der Wähler scheinbar „weiter so“ gesagt hat (auch das könnte mit Fleiss und Stil gelöst werden, aber der Wille scheint nicht da zu sein. Das ist nur ein nennbarer Grund von vielen). Mich irritiert, dass so wenig zur Haltung der EU gesagt wird. Das fördert nur die Gerüchte um Rache und Geiz ist Geil beim Griechenlandschnäppchen. Gern wird argumentiert, dass eine Lösung bei Griechenland der Appetit der Nachmacher angeregt wird. Dass einfach die Regeln einzuhalten sind und dass man mit Wahlversprechen nicht die EU ändern kann. Hier ist der Quell des Rachegedankens, hier ist auch der Quell des Revanchegedankens, dass die aktuelle Regierung auf keinen fall bessere Konditionen aushandeln können darf als die Vorgängerregierungen. Hier entsteht auch der Eindruck, dass es nicht nur die eine Seite mit Gewalt versucht, sondern beide (da kann man mit actio gleich reactio argumentieren, oder eben mit Vorsatz) mit Gewalt vorgehen.

Es steht ausser Zweifel, dass Änderungen in der EU anstehen. Und fasst genauso sicher ist es, dass diese nicht angegangen werden. Weiter so, aus Trotz und unter Hilfe von Scheuklappen und immer klingt der Nachsatz mit: Solange es noch geht.

Wie immer kann das mit Synergien gelöst werden. Die Energie-, Infrastruktur- und Mobilitätsfrage kann in Europa z.B. mit dem Vorschlag aus dem Blog „SynErgy“ kräftig gepuscht werden. Das ist zudem ein gutes neues Exportprodukt. Sollte das Digitale zu retten sein (die Frage könnte heute geklärt werden, wird aber erst in den nächsten Jahren / Jahrzehnten geklärt werden), dann wird das Änderungen der Gesellschaft, der Arbeit, der Wirtschaft und Wissenschaft und der Politik nach sich ziehen. Eine grundlegende Änderung wird sein, dass die Produktion immer stärker vollautomatisiert werden wird und die neuen teuren Luxusprodukte per Hand erstellte Einzelstücke sein werden. Dazu kommt, dass jeder, der einen guten Vorschlag macht, dass dieser in kurzer Zeit viel Verdienst generiert, der dann aber für lange Zeit reihen muss. Steuergesetze etc. alles steht vor massiven Änderungen. Nötig dazu ist nur, dass jeder seine Ideen einbringen kann und andere Patente nutzen kann (heute kann es ihm verboten werden), abgerechnet wird automatisch. Nötig sind klare Regeln, auch für das, was eine Idee ist, eine Automatisierungs- oder Produktionsverbesserung ist usw. Zudem sollten die Arbeitslosen als ein eigenständiger Markt gesehen werden, der angestossen werden kann. Statt ewig Arbeitslosengeld zu zahlen, sollte sie Gelegenheit bekommen (incl. Hilfe) ihren Berufen, zunächst in diesem Markt, nachgehen zu können, mit der Zeit können sie dann in den Standardmarkt integriert werden.

Vorschläge gibt es genug, der politische Wille und die Bereitschaft zur politischen Realiät fehlen einfach. Das führt leider nicht zu guten Ergebnissen. Aber sie hoffen doch. Augen zu und durch. Gestern ist es gut gegangen.

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