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Klärungen

20. Juni 2015

Da liegt wohl ein kleines Missverständnis vor: Gezeichnet wurde nur der Schwarzfall (ohne Garantie), es wurde gezeigt, dass die Schwarzmalerei durchaus System hat und theoretisch passt, die Wahrscheinlichkeit wurde aufgezeigt und verdeutlicht, dass, wenn „die Krise“ kommt, viele darin eher eine Chance sehen alte, schmerzlich vermisste Verhältnisse wiederherstellen zu können, als sich auf das unbekannte Terrain direkter und sich entwickelnder multipler und regionaler Märkte bei der Wirtschaft und Demokratie als klärenden, integrativen Prozess statt als Regierungsform zu sehen.

Die aktuellen Ansichten sind: Markt, das ist etwas, das dominiert werden muss, weil sich sonst die Investitionen (oft der Urgrosseltern) nicht rechnen, das geht auf Kosten der Dynamik der Märkte. Politisch und wirtschaftlich gilt immer noch das Prinzip der Führung der Untergebenen, in beiden Fällen ist die Möglichkeit beim Spiel „Mitarbeiter Quartett“ einen Stich bei Führungstreffen machen zu können, motivierender ist als das Fakt, dass heute nicht Heerscharen sondern gute Mitarbeiter zu haben, wichtiger ist.

Wegen der Wasserköpfe in der Organisation (es wurde oft genug gezeigt, dass die Leute anders sehr viel effektiver einsetzbar sind – aber die dabei anfallenden Neuerungen überfordern die Abteilungen, die nicht entsprechend organisiert sind und deshalb werden sie zurückgenommen bzw. nicht genutzt – die Leute gehen dann in die Staaten oder verkaufen die Ideen dorthin) und der Tendenz die Verwaltung (trotz Nachvollziehbarkeit) über die Lösung zu setzen, der Überbewertung von Meetings etc. (ihr kennt das z.B. 6 Minuten am Tag arbeiten, der Rest sind Verwaltung und Meetings, das brauche ich hier nicht im Detail aufzuführen) Mit anderen Worten: Einige wissen es eben besser als andere und haben immer Recht.

Dieses Prinzip baut auf Ärger zwischen den Gruppen und dieser wiederum sichert ein paar wenigen die Macht, die sich aus dem ganzen Streiten heraushalten können, aber durch ihre Entscheidungen, ganze Märkte lenken und dadurch sehr viel mehr (indirekten aber effektiven) Einfluss haben als Politiker, die sich in manchen Momenten nur verwundert die Augen reiben können und reagieren müssen, obwohl dort alles ruhig war. Die Politik hat schon lange nicht mehr die Initiative.

All diese Dinge sind weithin bekannt und sind oft genug beim Namen genannt worden. Grosse Apparate sind nun mal nicht dynamisch sondern ausgesprochen flegmatisch bis störrisch.

In Griechenland ist die Verwaltung noch grösser und unflexibler als hier, kennt aber Mittel und Wege, am geltenden Gesetz vorbei die Dinge (oder die Gesetze) zu Regeln. Solche Umstände machen es ein paar Menschen sehr leicht, die Kontrolle ohne grossen Aufwand und Investitionen zu behalten – wenn man die Wahl zwischen rechtlich / nach dem Gesellschaftsvertrag korrekt aber nie oder nicht korrekt dafür bald hat, wie entscheidet sich ein Mensch dann?

Ich kenne viele Griechen, die in Deutschland lange zeit gelebt haben und die Recht und Ordnung in Griechenland sehr vermissen, sich nicht mehr vorstellen können, in solchen Verhältnissen zu leben, die aber sofort zurückgehen und mitanpacken würden, wenn das dort „richtig“ laufen würde. Die Begriffe von Recht und Ordnung differieren hier sehr. So, wie es aussieht, gibt es in Griechenland einen Unterschied bei den Einschätzungen und Wünschen der Generationen. Die Jüngeren wollen, dass bei Verwaltung und Staat zuverlässige Verhältnisse herrschen; die Älteren sind mit dem erreichten zufrieden, wollen evtl. sogar wieder etwas zurückrudern, der Fortschritt ist ihnen nicht geheuer, denn, wenn der Staat zu sehr eingreift, dann wird die Familie geschwächt und wenn die heutige Wirtschaft die Kinder in die Städte oder Ausland zieht, dann ist das eine schlechte Wirtschaft.

Wie man sieht, es gibt viele Interessen und auch viele alte Kämpfe, die bereits gefochten waren, doch von einigen wieder neu aufgelegt werden sollten – aus verschiedenen Gründen. Dagegen werden die einfachsten notwendigen Anpassungen, die in eine andere Richtung weisen, kategorisch verhindert – wieder aus mehreren Gründen. Rein statistisch stehen die Aktien für diese Entwicklung am schlechtesten. Doch hat es sich auch gezeigt, dass nur in oder nach Krisenzeiten solche Änderungen angegangen wird. Die Hoffnung bleibt bestehen (auch, wenn ich das Herummurksen, das Umsetzung genannt werden wird, sicher nicht mitansehen werden will), es kann passieren. Verloren ist noch nichts, ausser viel Zeit.

Doch ich will mit diesem Blog, dass den Menschen klar wird, was passieren kann, wo einige Lösungen liegen könnten und dass es sein kann, dass wir eben wieder im dunkelsten Mittelalter landen statt einen Schritt vorwärts viele zurückgehen. Und ich will, dass sie ein Gefühl dafür entwickeln, was sich da anbahnt. Landen wir wieder im Mittelalter, dann haben die Kirchen volle Kontrolle über die NSA & Co. Aber selbst, wenn dem nicht so ist, es gibt manche, die noch die Jagt nach dem inneren Feind, den Kommunisten, Langhaarigen und die teuflischen Rothaarigen, die Denunziation und den Krieg der Gruppen im Land, der mit Waffengewalt geführt wird, kennen; fragt doch mal diese Leute, wie das damals war. Fragt sie mal, wie Facebook damals ausgesehen hätte, und wie sie sich ein bisschen Luft zum Atmen beschafft haben. Es ist wesentlich intensiveres Lebensgefühl, wenn das Werfen eines Flugblatts mit der Todesstrafe enden kann. Und so mancher hat das auch genossen – weil er die Hoffnung hatte, dass er anderen mit diesem Risiko hilft. Der oft propagierte Egoismus und solche Zeiten, sind sich in den Auswirkungen und Lebensrealitäten sehr ähnlich. Er lohnt sich nicht – auch, wenn das bedeutet, dass man mit seinem Kunden arbeiten muss, oder heute nur etliche tausend statt Millionen verdienen kann um sie morgen wieder riskieren zu können. Da geht weniger, im Cassino; aber die Wirtschaft brummt – doch was gehen einen die Reissäcke im eigenen Land an?

Verdeutlichen, Darstellen, Aufzeigen, dass und was in unmittelbarer Reichweite liegt: Verlusst der freien Märkte und der Demokratie zugunsten quasi feudalen Zuständen, die geschichtlich erst vor kurzem, in Deutschland im Grunde vor ein paar Jahren, „überwunden“ wurden. Andere sind nicht weit davon entfernt, haben aber noch sehr viel „rustikalere“ Lebensumstände um dann sind diese Möglichkeiten nur graue Theorie (und für so manchen sind etliche Übertreibungen, die wir gerade erleben (auch wir sind nicht fehlerfrei) auch kein gutes Beispiel sondern eher Abschreckung), nichts, was etwas zum Beissen zwischen die Zähne bringt. Darum wird es in kürze wieder gehen, wenn diese Entwicklungen zugelassen werden.

Griechenland ist nur ein Schritt und ein Instrument auf diesem Weg, das schlicht Unruhe stiften soll und emotionalisiert, damit die Vernunft abgeschaltet werden kann – warum die Leute da mitmachen, das ist das eigentliche Rätsel. Zumal, wenn man bedenkt, dass das bisschen Macht und die kurze Zeit, die sie sie geniessen werden können, die folgenden negativen Zeiten, auch der aktuellen Akteure, nicht wert sind. Ein paar werden sich mit Geld trösten. Andere damit, dass sie sich die Frauen aus dem Dorf für die Nacht aufs Schloss kommen lassen können. Wieder andere werden Brot und Spiele für sich fordern und die Männer gegeneinander antreten lassen – vielleicht auch Frauen, wenn sie nicht gut genug waren? Und auch Kinder werden sich ihre Lebensberechtigung erarbeiten müssen. Willkür, Geld und von den Oberen getreten werden, das wird das goldene Zeitalter der Herrscher sein. Wirtschaft, Recht – Ordnung? Willkür reicht. Hätten sie sich ein besseres Leben ausgesucht, als es soweit war, jetzt sollen sie sich damit abfinden oder eine der Gelegenheiten zu Sterben nuzen – es gibt schliesslich genügend davon.

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