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Griechenland. Was tun?

16. Juni 2015

Tatsache ist, dass bei Griechenland etwas schief läuft. Tatsache ist auch, dass es zwei Parteien gibt, die sich gegenseitig Sturheit vorwerfen. Tatsache ist auch, dass beide es darauf ankommen lassen wollen. In der Regel verlieren beide alles. In der Regel ist es aber auch so, dass es selten zu der Laborsituation kommt, dass einer nur das eine will – sonst würde es nicht zu Verhandlungen kommen.

Die Basis dieses Spiels ist das Labor, das Leben ist immer anders. Auf der anderen Seite – und bitte: auch ich weiss das nur vom Hören Sagen – dass die griechische Regierung noch ein paar andere Mittel nutzt, z.B. die eins zu X Schritte Technik. Sie dient unter anderem dazu, auszuloten ob noch mehr zu holen ist oder ob man den anderen zur Weissglut treiben kann.

Tatsache ist, dass all diese Thesen – egal woher sie stammen – nur Unterrichtsmaterial und notwendige Übertreibungen sind um sich verständlich zu machen: Pädagogische bzw. kommunikative Hilfsmittel um den Punkt, der bislang ständig übersehen wurde, deutlich zu machen oder um den Inhalt schnell übermitteln zu können. Tatsche ist aber auch, das es zu jedem dieser Spielchen Gegenstrategien gibt. Alles dient dazu, dass der Unterrichtete erkennen kann, mit welchen Hilfsmitteln das Gegenüber operieren will. Wenn beide es gleich gut können (und wenn beide gleich viel investieren können / wollen und werden), dann kommt in dieser Situation immer das Beste für alle Seiten heraus. Ungleichgewichte entscheiden die Sache sofort – einseitig.

Da die Frage kommen wird, beantworte ich sie lieber gleich: welche Gegenstrategie gibt es gegen das Autorennen? Die Theorie sagt, dass der, der am meisten zu verlieren hat, einlenken wird. Die Praxis zeigt, dass der meist die grösser Masse hat und deshalb die sanfte Berührung nicht mitbekommt, er ärgert sich nur, woher die Kratzer im Lack kommen. Zumindest wird diese Position angestrebt. Beide Seiten werden sich selbst grösser machen als sie sind – und allein schon deshalb nicht nachlassen, weil nun beide dasselbe zu verlieren haben – das einzige, was ihnen wichtig ist, ihre Reputation. Und in der Tat sterben mehr Menschen bei Zusammenstössen (es gibt Leute, die sich in ihrem Auto so stark fühlen, dass sie diese Spiele tatsächlich spielen) als bei den unweigerlich harten Ausweichmanövern, die – fragt mich bitte etwas leichteres – aus irgendeinem Grund immer beide in dieselbe Richtung durchführen. Eingesetzt werden die normalerweise Autos. Einer hat es mal wie folgt gelöst: Als das Signal zum Losfahren gegeben wurde, stieg der eine – wie erwartet – voll aufs Gas, der andere stieg einfach aus (hinter der Linie darf er das). Der der aufs Gas gestiegen war konnte sein Objekt der Begierde nur bekommen, wenn er zwei Autos zu Schrott fuhr – so rechnete es sich der Aussteiger aus. Doch der andere lies sein Auto ausrollen und berührte das andere, beschädigte es aber nicht. Ausgegangen ist es unentschieden, weil der eine, wenn das Gaspedal mal durchgedrückt ist, nicht mehr von ihm weggehen darf (es sei denn, der andere weicht aus, oder das Rennen ist beendet oder er hat den markieren Bereich verlassen usw.) und der andere – so wurde es tatsächlich gesagt – irgendwie nicht mitgespielt oder die Regeln geändert hat.

Ob nun so oder so, in Sachen Griechenland sind die Verhandlungen bislang so verlaufen, dass keiner sich Lorbeeren verdient hat, bzw. keiner sich welche aufstecken kann, weil die Verhandlungen hinter verschlossen Türen stattfinden und niemand weiss, wer in welcher Situation was angeboten hat. Man ist auf Hören Sagen angewiesen und man weiss, dass jeder seine Seite schönreden kann – wenn er kann, bzw. weiss wie.

Auch weiss ich nicht, wie weit sie sich angenähert haben und warum ständig andere Forderungen aufgestellt werden. Wer es mit dem Spielregelnändern übertreibt, der macht sich über kurz oder lang schlicht unglaubwürdig und diskreditiert sich selbst. So eine Karte wirkt nur einmal.

Als Zuschauer kann man also nur sagen: Für beide die Daumen runter.

Ob ich wirklich befürchte, dass sich in Griechenland oder Der EU extreme Rechte oder Linke oder Feudale etablieren können? Möglich ist das. Ob es wahrscheinlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Unwahrscheinlicher wird es durch solche Prüfungsabgaben jedenfalls nicht.

Wenn es so weitergeht – und das ist das wahrscheinlichste, weil bei beiden Seiten mittlerweile das wichtigste eines Politikers: sein Ruf, auf dem Spiel steht – dann knallt das. Jeder weiss, dass wenn er nun nachgibt, er seinen Ruf beschädigt hat und in Zukunft von jedermann „Angsthase und Mädchen“ genannt werden darf. Die Politiker beider Parteien sind verbrannt – bzw. zu nihts mehr zu gebrauchen.

Deshalb die von mir vorgeschlagene Lösung: Lasst in beiden Parteien das Volk entscheiden, entscheidet es sich dazu zu helfen, dann baut Griechenland auf – solange es das selbst will und unterstützt, ansonsten lasst es seiner Wege ziehen.

Die Politiker können sich alle aus der Affaire ziehen und haben sich nur politisch ein bisschen angesengt, sollten aber von diesen Aufgaben abgezogen werden. Die Griechen selbst, bekommen eine echte Chance.

Noch etwas zu der Tendenz jemanden zu etwas Zwingen zu können zu wollen. In der Regel ist das bereits ein Zeichen für die eigene Schwäche. Das hat immer etwas von der Szene, in der die „Lady“, die „es grünt so grün, wenn …“ sagen können soll, in einer anderen Szene mit dem Fuss aufstampft und sagt: „Ich will aber auch mal sagen, wo wir abends hingehen“,der Aufforderung, dies zu tun (nach dem dezenten Hinweis, dass sie die aktuellen Lokalitäten doch nicht kenne), klein bei gibt.

Wer die Regeln diktieren will, tut dies meist aus einer Schwäche heraus. Eine der häufigsten ist, dass er alte Rechnungen, Unterdrückungen, Bevormundung rächen will (dann hat das Elternteil das Kind beim spielen nie gewinnen lassen) oder meint es schlicht besser zu wissen oder selbst kurz vor den Abgrund stand, den nächsten Schritt schon akzeptiert hat aber in letzter Sekunde gerettet wurde.

Wer aber mit dem Fuss aufstampft und es dann nicht (besser?) kann, und der dann nicht klein beigeben kann, was machen? Mal ganz davon abgesehen, dass so etwas nie in einem Film vorkommen würde: Wie würdet ihr das machen, wenn ihr einem Kind gegenüber stehen würdet, einem guten Freund, einem Bekannten, einem Fremden? Neben gut zureden und geduldigem Erklären, folgt dann der Hausarrest? Oder die Ohrfeige? Oder …?

Fragt das Volk, was es will. Mir scheint, da wird eher was vernünftiges dabei heraus kommen, als wenn sie so weitermachen. Oder lasst sie – geändert oder viel bewegt haben Politiker noch nie – in der Regel kommt eh nur Streit, Kampf und Krieg dabei heraus. Gut, da gab es ein paar gute Ansätze – aber das war damals, heute ollen sie noch weiter zurück.

Und bitte tut mir einen Gefallen – so interessant ist das Thema nicht, dass ich es wiederholt mit dem gleichen Inhalt kommentieren müsste.

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