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Griechenland II

16. Juni 2015

Für mich sieht es so aus, als würde es riskiert werden – ohne Plan B und recht platt – übrigens von beiden Seiten. Ein Bruch mit Ansage. Letztlich kommt es darauf an, was daraus gemacht wird. Da der zweite Teil der Ansage scheinbar der ist, dass komplett gebrochen werden soll und das die Folgen dem jeweils anderen in die Schuhe geschoben werden sollen, wird wahrscheinlich, weil auf jeden Schritt, den man aufeinander zugeht, man sogleich wieder voneinander abrückt. Da scheint es eine Strategie bzw. Taktik zu geben.

Leider kann das beiden Seiten vorgeworfen werden, selbst wenn die eine Seite von sich behaupten kann, das nicht zu machen, so bleibt sie doch Mitspieler des Szenarios. Dieser Umstand wird von vielen genutzt um zu behaupten, dass beide den Bruch anstreben (oder die einen eben sehr schlecht – zu schlecht für das gute Volk – verhandelt haben). Die einen verlieren, weil sie zu stark waren, die anderen, weil sie zu schwach waren. Beide verlieren. Wieder andere sagen, dass sie Schuld seinen, weil sie das auf die leichte Schulter genommen haben.

Ihr wisst, ich bin Techniker, kein Richter, Schuldfragen sind in meiner Welt nur eine Frage um etwas daraus lernen zu können, verurteilt wurde von mir noch niemand wegen einem Fehler. Wenn das in diesem Fall von mir erwartet wird: Das wird es nicht geben.

Wenn eine Einschätzung, wie es weitergehen wird, verlangt wird, dann sage ich 90-80-10. Zu 90% fährt die Sache vor die Wand, da auf jede erfüllte Forderung neue Forderungen gestellt oder neue Themen Probleme machten. Das kann eine Eigendynamik sein, die sich entwickelte, weil keiner das Spiel verlieren will. Oder das kann Absicht sein, um ganz anderen Zielen den Boden zu bereiten. Oder einfach nur der Versuch die Frage zu klären, wie weit man den Bogen überspannen kann. Dann ist das nichts weiter, als einen Schritt, den man hinter sich bringen will und bei dem man das gewünschte Ziel bereits erreicht hat.

Für mich ist relevant, was danach kommt. Da die Verhandlungen mit der EU allem Anschein nach so scheitern, dass sich die EU eine Weile ganz zurückziehen werden, einfach schon um die Frage zu klären, was da wirklich passiert ist, ist mit einer schnellen Reaktion in Griechenland zu rechnen. Die wird das Staatsgebilde und / oder die Wirtschaft betreffen. Alle bekannten Brandreden, die mit der Situation, die dann in Griechenland herrscht, kennen nur das eine: „Wir wurden angegriffen! Wir sind stark! Wir werden das meistern! Es wird schwer! Aber dennoch! Denn wir können nicht zulassen, dass das mit uns gemacht wird!“ In der Regeln folgt darauf Krieg. Dabei ist es nicht sonderlich erheblich, ob das ein Bürgerkrieg oder ein externer Feind betrifft – Krieg bleibt Krieg und in einem Krieg kann man die Machtverhältnisse selbst bestimmen. Griechenland läuft also auf ein extreme rechte oder linke Regierung zu. Erstaunt es da, dass gerade diese beide Parteien in der Regierung sind?

Wie sieht es mit der EU aus? In jedem Fall wurde sie irgendwie vorgeführt. Das kann sie nicht mehr verhindern. Entweder wird sie zum Sparschein Griechenlands oder zur grossen bösen Welt, die dem armen kleinen Griechenland nur arges will. Auf der anderen Seite erwarten viele, dass auch die EU auf ein Extrem zuläuft. Weniger auf rechts oder links sondern auf ein Ober- und Unterschicht Regelung durch die durch Finanztricks etabliert wird und von den ersten „Eliten“, die sich bereits wieder als etwas „Besseres“ und „von Gott Gelobtes“ bezeichnen, als die natürliche, sprich feudale Regierungsform hoch geschätzt wird. Jedem Extrem ist jedes andere immer willkommen. Egal ob Freund oder Feind, man weiss schliesslich, dass man aufeinander angewiesen ist. Dieser EU ist ein extremes Griechenland nur recht. Ebenso, dass es ihm den Weg bereitet. Steht man als der ewig Gute, der Klügere da, der die Situation nur retten wollte, haben wir plötzlich zwei „goldene Ritter“, die beide ihre Angebetete hinters Licht führen.

Der Vorschlag im vorigen Post erlaubt es kaum, dass eine Partei auf ihrem Standpunkt verharren kann, beide (und alle beteiligten Völker) müssten Farbe bekennen, um das Ziel zu erreichen. Das ist nicht zu erwarten. Vielmehr will man den Verlierer des Spiels ermitteln. Da sind wir bereits in der feudalen Situation (bzw. beide Seiten verhalten sich bereits so, als ob man mit Völkern schachern kann und Bauern zu Soldaten werden, deren Aufgabe es ist, die strategischen Genies ihrer Führung ein messbares Ergebnis zu liefern). Sie ist formal noch nicht etabliert, aber das Verhalten ist schon so als ob, beide lassen sich darauf ein.

Es werden schon beide Bevölkerungen Forderungen stellen müssen (so oder so ähnlich wie bereits vorgeschlagen), sonst werden die Politiker das aktuelle Geschehen als Zeichen zur Bereitschaft zur Unterwerfung der Bevölkerung unter ihrer Fittiche interpretieren und weitermachen, wie gehabt.

War doch ganz einfach, werden sie sagen.

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