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Textanalyse gleich Handlungsrezept?

29. Mai 2015

Der letzte Post ist nicht geeignet eine Aussage daraus zu lesen, was gemacht werden soll. Er ist eine Analyse, eine Verdeutlichung dessen, wie das Gesagte interpretiert werden kann. Welche Gefühle angespielt wurden und welche Techniken dazu eingesetzt wurden (und das bitte in aller Kürze!, sicher nicht vollständig). Kann es weitere Interpretationsmöglichkeiten geben? Sicher – aber der Tonus bleibt, denn das Gesagte wurde gesagt: Ich allein gegen alle. Ihr wollt Änderungen, dann lasst mich das machen. Einzig offen sind, ob die implizierten (möglichen) Drohungen von allen als solche gesehen werden oder als harmlos eingeschätzt werden.

Wenn ihr mich fragt, was gemacht werden soll, dann sehe ich mich – als seltener Fussballfan – nicht unbedingt in der Lage, die Interna so genau zu kennen, dass meine Meinung relevant werden würde.

Ich kann hier nur generelle Aussagen treffen und die sind: an diesem Beispiel kann man gut zeigen, wie das Einschwören grundsätzlich funktioniert und auch, dass die wichtigen Elemente sind:

  • Gegensätze aufbauen
  • einen Feind stilisieren,
  • die Lösung des Lästigen (deshalb werden auch nur lästige Aufgaben aufgegriffen, das grosse wird ignoriert, da sind andere zuständig, der „sichere Sieg“ muss angeboten werden, alles andere weisst zu hohe Risiken auf) aufzeigen.

In diesem Prinzip ist vieles, was heute schief geht, begründet. Wird eine Gruppe zu gross, dann wird sie den Gesellschaftsvertrag kündigen, weil sie meint, das selbst übernehmen zu können, es besser zu können, was „die Anderen“ automatisch zum Schmarotzer macht, was massive Mittel gegen sie zu rechtfertigen scheinen.

Man kann sicher „auf die Schnelle“ Regelungen finden, um das besser zu regeln (auch gegen die gewachsene Gruppe und das grosse Geld). Das ist Sache des Operativen. Es gesellschaftlich zu thematisieren und in den verschiedenen Kontexten darzustellen, das halte ich für eine politische Aufgabe, die sich heute aber darin bemüht, das alte System weiter zu verfestigen, also das Gegenteil vom Nötigen tut.

Es wird also von „unten“ kommen, wenn es kommt. Dazu ist es nicht schlecht, wenn ein beliebtes Spiel und allgemein bekanntes System, das nicht unbedingt als relevant (ich weiss, das ist relativ) einzustufen ist, diese Fragen aufwirft und Gelegenheit bietet, das breit zu diskutieren.

Dass es aber neben Reden auch eine bessere Organisation und Verwaltung braucht, die mehr Leute ansprechen und vereinen und ihnen Perspektiven bieten können, das ist die Forderung an ein globales System, das immer wieder als die zu erwartende weitere Entwicklung angesehen wird, zu gestalten. Das Gerede um die „Vorteile für den eigenen Nationalstaat“ ist da nur hinderlich. Das ist, wie wenn eine Abteilung den gesamten Betrieb dominieren – das geht selten lange gut.

Ihr kennt das alle – spätestens seit wir das Spiel „Was würdest Du ändern?“ gespielt haben und feststellten, dass praktisch 100% von Euch (und ich habe ein hohe Meinung von Euch) den Betrieb um ihre Abteilung herum organisiert hätten, dass aber bereits ein Schritt über den Tellerrand hinaus, zu ganz anderen Lösungen führten, die von manchen Abteilungen verlangten, dass sie etwas Gewohnheit abgaben, etwas änderten, was aber ganze Betrieb wesentlich besser dastehen liess – wenn man es denn durchspielt und wir konnten es (zugegeben, „nur“ im Kleinen) oft genug selbst erleben, dass die Massnahmen zuverlässig funktionieren. Der egoistische Ansatz hat oft zur Folge, dass alte Fehler weiter ausgebaut werden. Es hilft nur Augen auf. Und Politiker müssen das manchmal vorleben – wie alle, können sie und ihre Ziele scheitern, sind schliesslich auch nur Menschen, die Mensch bleiben wollen, oder die Welt belehren wollen und ihr sagen, wie sie es machen sollten.

Bewerbungsrede:

Er wird das Vertragswesen ändern und mit den Profis Einzelverträge abschliessen – das beugt einer „Gegen WM“ vor.

Er will nichts ändern, er will so weiter machen, wie bislang – weiter um sein „goldenes Kalb“ tanzen – Korruption ist nur ein Modebegriff, das vergeht, das System bleibt bestehen, wenn wir es wollen.

Seine Feinde sind andere: Doping etc. Und der Kampf des Fussballs gegen den Krieg. Und er spielt seine Amtszeit herunter, indem er sagt: In meinem Alter ist Zeit unwichtig. Wieder drückt er auf die Tränendrüsen: „Ich will nur arbeiten“ – würde sicher etwas anderes finden, wenn er denn wollte.

Für mich der zentrale Satz: „Es braucht keine Revolution, es braucht Evolution“. Übersetzt: Mit mir an der Spitze kann es so weitergehen, wie es bisher ging – auch, wenn manche auf der Strecke bleiben, manche kann man nicht belehren.

Mit ihm ist der Sumpf nicht besser geworden und er signalisiert: Viel wird sich nicht ändern, ausser, dass wir weiter die Hand auf der WM haben werden, notfalls, indem wir Einzelverträge mit den Spielern machen, damit die revolutionären Verbände geschwächt werden (und die Spitzenspieler in den kleinen Asiatisch / afrikanischen Vereinen, eine Chance bekommen, zu den Grossen zu gehören).

Das ist jetzt auf die Schnelle geschehen. Um den Folgefragen zuvorzukommen. Wieder ist es nur eine Interpretation, die Wert darauf legt, die Aussagen und nicht die Technik in den Vordergrund zu stellen.

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