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Langfristige und globale wirtschaftliche Entwicklung

19. Februar 2015

Was war? Aus europäischer Sicht Europas wurde der Kapitalismus eingeführt. Doch schaut man genauer hin, dann sieht man, dass damals das feudale System durch eine Art Geldadel abgelöst wurde, die meisten Strukturen und Vorgehen des Feudalismus wurden übernommen. Die ganz kurze Version ist: Wer das Geld hat, hat das Sagen.

Ist Kommunismus nun ein Gegenvorschlag? „Wer sich mit dem „Kapital“ auseinander setzt, lernt nichts über Kommunismus aber viel über den Kapitalismus“, das hört man z.Z. immer häufiger (weiss leider nicht woher das kommt, ist aber gut), Man sieht es auch, daran, dass der Kommunismus direkt in eine zentral geführte Kopie des Feudalismus führte.

Geschichtlich scheint es jedoch so zu sein, dass der Kapitalismus kein rein europäische Idee ist, sondern überall dort ähnlich erblüht, wo ein feudales System und wirtschaftliche Entwicklung zusammen kommen. Ähnliches kann in der Geschichte Asiens beobachtet werden.

Lässt man den aktuellen und extremen Kapitalismus machen, wie er will (und leider sieht es ganz danach aus), dann führt auch er zu dieser Organisationsform. Der Grund ist simpel, es kann math, gezeigt werden, dass Geld dorthin fliesst, wo bereits Geld ist. Geld sammelt sich. Doch nur solange das Geld verteilt ist und alle am Markt aktiv und gestaltend teilnehmen kann, funktioniert das, was man einen realen Kapitalismus (im Sinne eines funktionierenden).

Ansonsten landen wir (alle, die ganze Welt) wieder im Feudalismus, diesmal (wahrscheinlich nur anfangs) ist es nicht Gottgewollt sondern Geldgewollt.

Diese Problematik ist das dringendste Problem und das sollte angegangen werden, alle anderen Aufgaben hängen an diesem Punkt.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Eine Studie besagt, dass die asiatischen Länder (aber auch die afrikanischen) immer stärker werden und uns (Europa aber auch den gesamten Westen) bald überholen werden.

Dieser Vorgang ist technisch und von der Faktenlage her nicht überraschend sondern einfach nur der Lauf der Dinge. Die Gesetze des Marktes sind eindeutig: Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage überwiegend aus Asien, Afrika und Indien und Russland, dann wird sich auch das Angebot nach diesen Märkten richten. Die Märkte dort sind schlicht grösser als der gesamte sogn. Westen.

Allem Anschein nach spricht sich diese einfache Regel herum und man will etwas dagegen unternehmen. Doch was?

So mancher meint, TTIP ist das richtige Mittel. Dem kann ich nicht zustimmen. TTIP hat sich auf die Fahne geschrieben, durch Marktgrösse weiterhin zu dominieren. Der interne Widerspruch sollte augenfällig sein: Die Marktmacht wird definiert durch die Masse kaufkräftiger Kunden, die Nachfrage schaffen. Das kann zahlenmässig nur die grossen Märkte im Osten und Süden sein. Wer sich dagegen stellen will, der stellt sich gegen die zentrale Regel des Marktes – das geht selten gut.

Es zeigt aber auch einen möglichen Grund auf, warum das Dominieren immer Teil des Kapitalismus ist, denn nur, wer andere klein hält, kann alle Gewinne selbst einverleiben – ohne diese dieses Prinzip kann der Kapitalismus funktionieren, sogar sozial sein und eine recht stabile Umgebung schaffen.

TTIP ist nun das letzte Aufbäumen, ein letzter Versuch zu dominieren – angeblich soll gegen die immer grösser werdenden östlichen Märkte ein Gegengewicht aufgebaut werden, doch das ist faktisch Nonsens.

In einem sehr grossen globalen Markt wird jeder das beste für sich (das, was er sich leisten kann) auch erwerben. Kapitalistisch ist es nur dann gut, wenn viele viel Geld haben um unterschiedliche Güter kaufen zu können (ohne, dass sie Geld – für schlechte Zeiten – zurücklegen müssen).

Ist Kapitalismus auf maximalen Gewinn ausgerichtet, dann wird Qualität und Weiterentwicklung zu einem sehr grossen Feind, zum zentralen Feindbild schlechthin. Ist er dagegen auf Qualität und Weiterentwicklung ausgelegt, dann wird es lebendige und sich wandelbare, damit erneuerbare, Märkte geben. Kapitalismus lebt von Fluss des Geldes, nicht vom Sammeln des Geldes.

Doch Geld strebt zu Geld – wenn die Regeln so aufgestellt sind, wie sie heute sind. Das kann man anders machen. Dies ist ein Überbleibsel des Feudalismus – was wollen wir?

Feudalismus oder Demokratie?

Wenn Europa nach den aktuellen Regeln des Marktes agiert, dann ist die einzig sinnvolle Annäherung eine nach Osten und Süden. Denn dort sind die Märkte von morgen und wir können die Ideen liefern, die die Fehler, die bislang durch die Gewinnorientierung entstanden, auf hohem Niveau (qualitativ hochwertig) korrigieren können.

Es ist ganz klar, dass, nach den aktuellen Regel, dort, wo die grösste Nachfrage herrscht auch produziert werden wird. Wir werden nach diesen Regeln bald sehr viele Produkte einführen – Exportweltmeister können wir nicht lange bleiben.

Wollen wir wirklich die Welt auf diese kommende, neue Situation vorbereiten, dann ist etwas, wie es hier im Blog bereits vorgestellt wurde, umzusetzen: Vollautomatische, individualisierte Produktion. Damit ist es nicht mehr nötig Geld aus den Regionen abzuziehen, vielmehr bleibt es vor Ort aber die Ideen der gesamten Welt arbeitet an den Produkten. Die Produkte entwickeln sich, sie werden nicht mehr solange wie möglich auf einem möglichst gleichmässigen Level zu halten.

Wer Markt haben will, der darf nicht auf Konzerne und Marken setzen, er setzt auf Dezentralität. Wer nicht, dem geht es, koste es was es wolle, nur um Macht. Alles andere darf, kann und muss instrumentalisiert werden, sind nur Lippenbekenntnisse. Oder Phrasen wie Mantras aus Gewohnheit.

Wir können unsere Zeit mit TTIP und anderen Verhandlungen vergeuden, besser wäre es, an den Gemeinsamkeiten zu arbeiten und statt Standards auf alle Zeiten und Ewigkeiten hin festschreiben zu wollen, als wären die Zeiten so träge, wie zu Ritters Zeiten.

Galileo Galilei musste seinem Wahlspruch „und sie bewegt sich doch“ abschwören, nur um in unmittelbar danach zu wiederholen und bis heute hat stimmt seine Aussage. Ja, es gibt Überzeugungstäter, auf beiden Seiten. Aber wer die Regeln kennt und anwenden kann – bitte, so schwer ist das wirklich nicht: Welcher Kontinent hat die meisten Bewohner die wirtschaftlich potent sind und wie wird das zukünftig aussehen? – der weiss, dass dieses Spiel bald von anderen vorgegeben wird, es sei denn, wir befreien den Kapitalismus von seinen feudalen Aspekten.

TTIP kann zum Symbol des letzten Aufbäumens der Inquisition der alten, feudalen, wirtschaftlichen Systematik.

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