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Kommentar zu Scobel: Ökonomie überall – oder so ähnlich

15. Januar 2015

Wurde alles durch und durch ökonomisiert oder sieht das nur so aus? Waren die Daten verfügbar? Soll die Kirche die soziale Arbeit leisten – oder wer oder was sonst?

Zuerst die Frage ob es die Daten, die Piketty in seinem Buch „Das Kapital im 21 Jahrhundert“ zur Verfügung stellt, originär sind? Das sind einfache statistische Werte, es wäre traurig, wenn er der erste wäre, der sie betrachtet und beachtet hat.

In den meisten Fällen ist es so, dass wenn solche Daten plötzlich wichtig wurden, das daran liegt, dass sie in einen Zusammenhang gestellt wurden, der klärend erscheint. Bei Piketty kann das die Trivialität seiner wirtschaftsmathematischen Formeln sein, die besticht und die Zusammenhänge deutlicher macht. Damit macht Piketty dem Leser Mut, sich – auch als Laie – den wirtschaftlichen Zusammenhänge zu stellen – und zu entdecken, dass es gerade die kleinen, einfachen, feinen Formeln sind, die stabile Aussagen über Tendenzen zulassen, während die komplizierteren Formeln oft nur deren Detaillierung und Präzision erhöhen sollen, manchmal aber auch einfach nur verschleiern sollen.

Dann die Frage, ob wir durch und durch ökonomisiert sind? Ja, sind wir. Manchmal ist das gut. Manchmal ist das schlecht. Schlecht ist es immer dann, wenn „ich, weil ich wer bin, das anders machen muss als andere und für mich und meine Familienmitglieder und der Firma freilich einen Vorsprung und bessere Chancen schaffe, als für die anderen“. Oder, wenn die Ökonomie alles ist, was wichtig ist.

Soll die Kirche die sozialen Aufgaben übernehmen, wie sie es bislang schon immer tat, nun eben auch wieder tun sollte?

Nein, aber es gibt Ausnahmen. Vieles von dem, was die Kirche tut, ist auf den ersten Blick schön und gut. Gesellschaftlich und wirtschaftlich sind die Kirchen meist ineffizient – wie immer, wenn etwas von den Falschen gemacht wird.

Spenden und Tafeln usw. helfen bei unmittelbare Notlagen. In fasst allen anderen Situationen, ist Vorbeugen besser und das geht nur durch Gesetze und gerechte Regeln. Dazu ist es nötig, dass der, der die Regeln macht und die, die die Wirtschaft machen, Bodenhaftung besitzen und eben nicht gerade die Mehrklassengesellschaft betonen und anstreben (das tun sie, weil sie meinen, dass sie so ihre Übergriffe, Grausamkeiten und Rechtsbrüche legitimieren können).

Wenn das gesellschaftliche / gesetzliche Umfeld stimmt, dann sinkt die Zahl der akuten Notfälle drastisch und jeder wird unmittelbar helfen.

Um das Ganze von einer anderen Seite her zu betrachten; hier kommt etwas, das, wenn es stimmt, die Kirche sehr gut gemacht hat: Es gibt die Legende vom „edlen Ritter“, der angeblich von der Kirche erfunden wurde, um die marodierenden Raubritter moralisch in den Griff zu bekommen. Ein „neuer Arthur“ wäre vielleicht einer, der viel Geld macht um damit Gutes zu tun – oder so ähnlich. Die Ausarbeitung überlasse ich gern wieder der Kirche.

Heute könnte die Aufgabe „in die Köpfen der Menschen Bilder und damit die Menschen selbst zu prägen“ auch von Hollywood etc. aufgegriffen werden. Ein Versuch könnte es wert sein, aber ich denke, dass dann der edle Held – entschuldigung – der edle Mönch, der sich dem Ritter, der seine Schäfchen morden will, in den Weg stellt, fehlen wird. Das Vorbild wird fehlen (das war damals wirklich etwas leichter, weil viele der Ritter auch von Mönchen in ihrem Handwerk ausgebildet wurden, zumindest sind es Mönche, die in den Büchern, die Kampfkünste vorführen, und sie waren moralisch als Mönch und durch die gute Tat tabu).

Schliessen wir das etwas sarkastisch ab: Vielleicht schreibt die Kirche das neue Buch, vielleicht auch nicht. Geld wird sie nicht geben, denn das kann man nur einmal ausgeben, Mönche wachsen bekanntlich nach.

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