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Jaron Lanier delta roseny

12. Oktober 2014

Ein Bekannter tat sich schwer: „Wo sind die Unterschiede und die Übereinstimmungen?“ „Wer soll mit wem verglichen werden?“ fragte ich. „Jaron Lanier“ war die Antwort, zusammen mit dem Finger, der auf mich zeigt. „Mir wäre es lieber, jemand anders diese Aufgabe übernimmt. Ich kenne Jaron Lanier zu wenig. Und als Preisträger sollte er thematisiert werden, nicht ich.“ „Ist ja privat. Er hat was gegen den digitalen Kapitalismus, ist gegen das Daten sammeln, ist gegen den Glauben an BigData, Algorithmen und Netzwerke. Aber ist auch gegen „sich selbst überflüssig machen“, gegen die Digitalisierung der Musikindustrie und Automation. Du forderst Vollautomation. Beide sind ITler, beide Musiker, beide – nun, wo sind sie, die Unterschiede und Gemeinschaften genau?“ „Du hast es doch schon gut zusammen gefasst. Besser kann ich das auch nicht. Du hast Deine Frage selbst beantwortet. Oder nicht?“. „Die Fakten verstehe ich, aber warum kommen zwei so ähnliche Menschen zu letztlich doch sehr unterschiedlichen Antworten im Detail?“ „Auch um diese Frage zu beantworten, kenne ich ihn zu wenig. Aber generell sind unterschiedliche Ergebnisse in Detailfragen nicht überraschend. Stelle bitte eine Münze auf dem Tisch auf ihrem Rand auf. Danke. Von mir aus sieht die Münze dick und rundlich aus, wie siehst Du sie?“ „Schlank, wie ein Strich in der Landschaft?“.

Es scheint so, als wären wir uns in der Sache einig. Zurück in die Vergangenheit will weder er noch ich. Missstände benennen und Vorschlagen, wie sie beseitigt werden können, tun auch beide. Er ist da etwas erfolgreicher als ich. Das muss man neidlos anerkennen. Am ähnlichsten sind wir uns in einem Punkt: „Es gibt immer Alternativen“. Er will die gesellschaftliche Diskussion und ein Nachdenken darüber, wie man es besser machen kann. Ich auch. Ob er Vorschläge hat, weiss ich nicht.

Ich habe eine Alternative anzubieten: Statt dem Markt das Werden zu verweigern, weil der Mensch gern grosse bis grösste und langlebige Firmen haben will, nehmen wir Firmen, Konzerne und Monopole raus, konzentrieren wir uns auf die Produkte und betreiben Arbeitsteilung: Ideen, Ausarbeitung, Produktion, Vermarktung, Vertrieb, Verkauf und Individualisierung werden voneinander getrennt, jeder macht das, was er am besten kann. Der Markt bekommt die Freiheit, die ihm von den (zu grossen) Marken nicht (mehr) gegönnt wird. Wir Arbeitsplätze und dynamische Produkte, die sich den ständig wandelnden Anforderungen zügig anpassen.

Er sagt, dass wir besser aufpassen und unser Wirtschaftsmodell überdenken, denn wenn wir so weitermachen, dann sammelt sich das Geld an wenigen (besser: einer) Stelle (-n), das sorgt immer für Unruhen und diese könnten sich vernünftige Menschen schenken. Der Mann redet wie ich. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Ich weiss nicht, ob ihm bewusst ist, dass eine andere Wirtschaftsmodell auch gesellschaftliche Änderungen nach sich ziehen kann. Da bieten sich die 150er an. Auch weiss ich nicht, ob er ein Konzept für die Übergangszeit hat. SynErgy bietet sich an um einmal die Energie- und Infrastrukturfragen zu klären und zum anderen, um den Finanzlern eine Möglichkeit zu bieten, ihre Gelder in einem sinnvollen und gesteuerten Rahmen wieder in die Realwirtschaft zu bringen.

Da ihm Alternativen so wichtig sind wie mir, sieht er sicher auch, dass wir auf die negativen Seiten von Gruppen zusteuern, evtl. schon darin leben: Über Networking wurden eingeschworene Gruppen geschaffen, diese Gruppen können in kleinere Egoismen und Peinlichkeiten verwickelt werden. Um die Peinlichkeiten zu verheimlichen, sind viele bereit Schlimmeres zu tun – was sie immer tiefer in die Abhängigkeit und Gruppenzwang treibt. Nun kann man Dinge durchführen, die von vielen (Mitglieder einer Gruppe) getragen werden, auch, wenn diese gegen ihre Gruppen- oder Berufsehre gehen. Diese Leute meinen dann, keine Alternativen mehr zu haben und folgen. Sie haben sich mit ihrem goldenen Käfig abgefunden. Sie machen, was man ihnen sagt und sie verhalten sich ruhig.

Wer Networking kennt und den Gruppen die Plattform bietet, dort alles mitlesen kann, der hat jederzeit die Möglichkeit die Gruppe zu manipulieren. Wer heute etwas ins Internet stellt, das privat gelabelt ist, gibt wertvolle Tipps, was gegen ihn verwendet werden kann.

Verschlüsselung, Anonymisierung und Technik, die Manipulationen erkennt und nicht zulässt, sind die einfachsten aber unmittelbar anstehenden Reaktionen.

Dennoch gibt es Informationen, die besser veröffentlicht werden. Welche das sein sollen und wann sie wem zugänglich gemacht werden, das zu verhandeln ist eine der anstehenden Aufgaben.

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